Fasia Jansen / 1929-1997

"Ich singe, um Mut zu machen!"

Am 29. Dezember 2022 erinnerten Menschen aus der Friedens- und Frauenbewegung, aus Gewerkschaften, aus der afrodeutschen Community, aus antifaschistischen, feministischen und postkolonialen Initiativen an Fasia Jansen. Anlass war der 25. Todestag der Liedermacherin und Aktivistin. Fasia Jansen war eine der wichtigsten künstlerischen Stimmen der sozialen Bewegungen in Westdeutschland. Eine Befassung mit ihrem Leben und Werk führt hinein in eine bundesrepublikanische Zeitgeschichte als Bewegungsgeschichte. Sie wirft Fragen nach der Verortung von Wissen und dem Verhältnis von Erinnern und Vergessen für ein individuelles wie kollektives Geschichtsbewusstsein auf.

Fasia Jansen wurde am 6. Juni 1929 als Tochter des Kinderfräuleins1 Elli Emma Anna Jansen und des liberianischen Generalkonsuls in Hamburg, Momulo Massaquoi, geboren. Ihr Vater leitete die erste diplomatische Vertretung des afrikanischen Kontinents in Europa. Im selben Jahr kehrte er nach Liberia zurück. Mutter Elli ging mit der Neugeboren zurück in ihre Familie im Hamburger Hafenviertel und erlebte dort Gewalt und Rassismus, der in der Gesellschaft des Deutschen Reiches gegen Schwarze, uneheliche Kinder und ihre Mütter herrschte. Zu ihrem sozialen Vater wurde Albert Backlow, den die Mutter 1935 heiratete. Albert Backlow nahm sie als Tochter an. Als Kommunist und Internationalist war er davon überzeugt: Alle Menschen sind gleich.

In die sorgfältig recherchierte Biografie zu Fasia Jansen, die aus unzähligen nachgelassenen Dokumenten, Tonaufnahmen und Fotografien im Auftrag der Fasia Jansen Stiftung entstand, hat eine Begebenheit Eingang gefunden, die die gesellschaftliche Sinn- und Deutungskultur der späten Weimarer Republik wie in einem Brennglas zum Ausdruck bringt: Den Eltern wurde vorgeschlagen, die Schwarze Tochter abzugeben und stattdessen ein weißes Kind aus den ehemaligen deutschen Kolonien anzunehmen. 2 Die Nürnberger Gesetze von 1935 rassifizierten Schwarze wie Juden und Z*, sie wurden diskriminiert, verfolgt und in Konzentationslagern interniert. 1938 führten die Nationalsozialisten nach der Schule für deutsche Mädchen das sogenannte Pflichtjahr ein. Deutsche Behörden wollten arischen Familien nicht zumuten, Fasia Jansen bei sich zu beschäftigen. Stattdessen sollte sie in der  Munitionsfabrik Düneburg arbeiten, sie wurde jedoch auf Intervention ihrer Großmutter Augusta Bujacz 1944 einer Küchenbaracke zugewiesen, wo sie für Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen des KZ Neuengamme kochen und Essen austragen musste. Im Januar 1945 brach sie bei der Arbeit bewusstlos zusammen und wurde mit Herzproblemen in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie längere Zeit behandelt wurde. Ein Wiedergutmachungsantrag wegen „Schadens an Körper und Gesundheit“  wurde 1960 als unbegründet zurückgewiesen, da sie eine speziell „rassische Verfolgung durch nat.-soz. Gewaltmaßnahmen“ nicht nachweisen konnte. 3

 

Antikommunismus

Im kommunistischen Milieu sozialisiert fand Fasia Jansen mit ihrem Akkordeon und ihrer Stimme schnell Anschluss an Kulturgruppen der Freien Deutschen Jugendbewegung (FDJ), ein auch in Westdeutschland (und vor allem im Ruhrgebiet) aktiver Jugendverband. In seiner Gründungserklärung vom Dezember 1945 verstand er sich als antifaschistisch und parteipolitisch ungebunden und knüpfte an die fortschrittlichen Jugendbünde der Weimarer Republik an, bevor er 1951 durch die Bundesregierung als verfassungsfeindliche kommunistische Kaderorganisation verboten wurde. 4 Mit Volkstanzgruppen, Klampfenchören und Naturfreundesänger:innen reisten Jugendliche  1951 zum „Internationalen Festival der Jugend und Studenten“ nach Ost-Berlin in die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die „Weltjugendfestspiele“ genannten Ereignisse strahlten im zerbomten Nachkriegseuropa Weltläufigkeit und Völkerfreundschaft aus. Hier  trafen sich nach den verheerenden Verwerfungen der zwei Weltkriege Menschen von allen Kontinenten und bekundeten im interkulturellen, künstlerischen Austausch, dass eine andere Gesellschaft und eine Welt ohne Krieg möglich werden könnte. Fasia Jansen lernte in Ost-Berlin Anneliese „Anna“  Althoff aus einer antifaschistischen Oberhausener Familie kennen: Der Vater, Kommunist, unterhielt in der Weimarer Republik eine Druckerei, die Mutter verteilte als Katholikin 1933 kirchliche Flugblätter gegen die Nazis. 5 Anneliese Althoff wurde 1952 nach dem Verbot der FDJ angeklagt, „auch in der Bundesrepublik die kommunistische Gewaltherrschaft zu errichten“ und erhielt im antikommunistischen Klima der frühen Bundesrepublik eine siebenmonatige Haftstrafe ohne Bewährung. Diese wurde 1956 auf Intervention des Oberhausener Kaplans Otto Köhler vom Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen Rudolf Amelunxen – beide waren entschiedene Gegner des Nationalsozialismus und im KZ Dachau inhaftiert, nun waren sie Gegner der Wiederbewaffnung in der Bundesrepublik – in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Anneliese Althoff und Fasia Jansen wurden Freundinnen. Und so kam Fasia Jansen aus Hamburg ins Ruhrgebiet. Ihr Hamburger Dialekt klang fremd, es gab zwar im Ruhrgebiet viele Zugewanderte aus unterschiedlichsten Regionen der Welt, doch Zuwanderung aus Hamburg war höchst selten.6

Ihre Entwicklung als Musikerin und Aktivistin ist eingebettet in dieses politische Klima zwischen antifaschistischem Aufbruch und westdeutschem Antikommunismus. Fasia Jansen wurde trotz ihrer Sozialisation und der vielen Bezüge zum Kommunismus nicht Mitglied einer Partei, weder der Kommunistischen Partei Deutschlands, die 1956 verboten wurde, noch ihrer Nachfolgeorganisation, der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Sie fuhr trotz des sich verschärfenden Antikommunismus in Westdeutschland weiterhin mit Akkordeonkasten und ihrer Stimme auf Weltjugendfestspiele nach Moskau, Wien, Helsinki und nahm als Künstlerin Einladungen in sozialistische und blockfreie Länder an. 7

 

Ostermarschbewegung

Die Auseinandersetzungen mit der Remilitarisierung begannen in Westdeutschland bereits seit Ende der 1940er Jahre. Sie beruhten auf erfahrungsgestützter Angst vor einem neuen Krieg: „Wir wollen keine Ami-Waffen, wir wollen für den Frieden schaffen“, hieß es auf einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 1955 in Herne. 8Doch schon bald gerieten die „Westdeutsche Frauenfriedensbewegung“ 9, die „Ohne-mich-Bewegung“ oder die Bewegung „Kampf-dem-Atomtod“ zwischen die Fronten des Kalten Krieges: Aktivitäten gegen die Remilitarisierung Deutschlands, gegen die Einführung der Wehrpflicht, gegen die Atombewaffnung, gegen die Notstandsgesetze oder gegen den Vietnamkrieg galten in Westdeutschland als kommunistisch unterwandert.101960 formierte sich das friedenspolitische Engagement in der Ostermarschbewegung: „Ich habe immer gesungen, im Chor und so. Singen war immer da. Aber sichtbar geworden bin ich, so richtig sichtbar geworden bin ich bei den Ostermärschen,“11formulierte Fasia Jansen. Auf den Ostermärschen wurde unterwegs und an den Kundgebungsplätzen mobil musiziert und gemeinsam gesungen, schnell stellte sich heraus, dass dieses Singen Kraft, Energie und Zusammenhalt schuf: „… eine Emotion, die etwas differenzierter war, als selbst nach einer guten Rede.“12 Anneliese Althoff und Annemarie Stern stellten in der Oberhausener Druckerei  Liederhefte im Hosentaschenformat her: Lieder gegen die Bombe.13. So konnte auf ein gemeinsames Repertoire zurückgegriffen werden. Darunter befanden sich von Beginn an Lieder von Fasia Jansen. Begleitet von Skiffle-Musik – bestehend aus Gitarre, Banjo, Ukelele, Bass und improvisierten Instrumenten wie Waschbrett oder Besenbass – sang sie Folksongs auf einem Jazzbeat. 14 Sie interpretierte den St. James Infirmary-Blues mit einem Text in deutscher Sprache: „Es war der erste Blues in deutscher Sprache“, heißt es.15 Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Themenspektrum der Ostermarschproteste hin zur Kritik am Krieg der USA in Vietnam, an den Notstandsgesetzen, am Rechtsradikalismus und am Antikommunismus. 16 Transparente trugen Aufschriften wie: „Unsere Freiheit: Frieden. Demokratie. Soziale Sicherheit.“ Fasia Jansen sang zusammen mit der us-amerikanischen Folksängerin, Bürgerrechtlerin und Aktivistin Joan Baez. Ende der 1960er Jahre kam die Ostermarsch-Bewegung zunächst zum Erliegen. Die Gründe sind komplex, sie liegen u.a. in Auseinandersetzungen verschiedener politischer Flügel und in der Entwicklung neuer Protestformen.17 1980 führte die Bewegung für den Frieden zu einer Wiederbelebung der Ostermarschbewegung, auch  hier sang Fasia Jansen und traf bei einer Veranstaltung „Künstler für den Frieden“ 1981 die afroamerikanische Aktivistin und Bürgerrechtlerin Angela Davis, zu der sich eine politische Beziehung entwickelte.18Fasia Jansen war eine prominente Stimme in der politischen Protestkultur: Sie sang für soziale Bewegungen, für Gewerkschaften, auf evangelischen und katholischen Kirchentagen gegen den Vietnamkrieg und die Atomaufrüstung: „Gott hat die Bombe nicht gemacht“.19

 

Die Waldeck

Fasia Jansen steht mit ihrem Repertoire aus Folkmusik, Liedern des Widerstandes, der Bürgerrechts-, Gewerkschafts- und Arbeiter:innenbewegung für eine Redefinition des politischen Liedes nach der Zerschlagung emanzipatorischer Musiktraditionen durch den Nationalsozialismus. Ein Kristallisationspunkt dieser neuen politischen Musik war zwischen 1964 und 1969 die Burg Waldeck20, ein traditionsreicher Gedächtnisort der Wandervogel-Bewegung. Zu den Festivals auf der Burg Waldeck wurde auch Fasia Jansen eingeladen. Als Wolf Biermann 1965 kein Ausreisevisum aus der DDR zum Festival erhielt, schickte er seine Ballade vom Briefträger William L. Moore an Fasia Jansen. Sie sang die Ballade an seiner Stelle.

Fasia Jansen ließ sich weder politisch  noch musikalisch instrumentalisieren, wie in einem Brief an den Tenorsaxophonisten der Kölner Polit-Rockband Floh de Cologne, Theo König, deutlich wird: „Ich habe mich nun doch entschieden, meine original (sic!) Texte zu singen, weil ich der Ansicht bin, daß man seine Lieder, die für bestimmte Aktionen gemacht sind, auf einer Platte nicht anders singen sollte … Mein Schwerpunkt ist Westdeutschland und nicht die dritte Welt. Ich kann mich auch nicht identifizieren, was da alles an Losungen kommt.“ Und weiter heißt es: „Worüber ich traurig bin ist, daß ich als politische Sängerin noch kein Lied habe über die doppelte Ausbeutung der Frauen.“21

 

Die Stimme des Strukturwandels

Fasia Jansen begleitete im Strukturwandel (und darüber hinaus) den Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen, aber auch gegen die Vernichtung von preisgünstigem Wohn- und Lebensraum. In den 1980er Jahren formierten sich im Ruhrgebiet allerorten Fraueninitiativen, die auf ihre Weise der Deindustrialisierung Widerstand entgegenhielten. Sie organisierten den Protest vor den Werkstoren und in den Städten – immer dabei auch Scharen von Kindern, die trotz Streiks, Demos und Solidaritätsaktionen weiterhin betreut werden mussten.

Im November 1980 begannen Frauen bei Hoesch in Dortmund mit Aktionen für den Erhalt der Westfalenhütte. In der politischen Kultur der Zeit war es umstritten, dass Frauen außerhalb der Werkstore eigenständig und „wild“ für Arbeitsplätze mobilisierten, vorbei an der Gewerkschaft IG Metall. Sie blieben gleichwohl mit ihr verbunden, da den (Ehe)Frauen der Vertrauensleute der IG Metall – eine Art Bindeglied zwischen den Werksangehörigen und den gewerkschaftlichen Funktionsträgern – eine wichtige Rolle bei der Organisation der Aktivitäten zukam. Der Frauenwiderstand stand massiv in der Kritik. Im patriarchalen Sinn- und Deutungshorizont der Zeit galten die Aktivistinnen als „Flintenweiber“22 und gefährdeten den Ruf und das Ansehen ihrer Männer, die ihre Frauen scheinbar nicht im Griff hatten.23

 

Dortmund und Gelsenkirchen

In der Nacht zum 5. Februar 1981 traten sieben Frauen vor Tor 1 der Dortmunder Westfalenhütte in einen dreitägigen Hungerstreik, um dem Kampf für  ein neues Stahlwerk zu unterstützen. Sie sind als ‚Hoesch-Frauen‘ in die Geschichte des Widerstands gegen die Deindustrialisierung eingegangen. In Dortmund sollte die Westfalenhütte am Borsigplatz schließen und stattdessen ein neues, moderneres Stahlwerk errichtet werden, das Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert hätte. Doch der Hoesch-Vorstand zog sich im Oktober 1980 von diesen Plänen zurück. Unter der Parole ‚Stahlwerk Jetzt!‘ formierte sich ein stadtweiter Widerstand.24. Fasia Jansen unterstützte mit ihrer Gitarre die Hoesch-Frauen und ihren Hungerstreik: „Sie hat uns dazu gebracht, dass wir Dinge taten, die wir uns vorher nie zugetraut hätten. Reden halten, Pressekonferenzen geben, Auseinandersetzungen mit Leuten führen, die in Funktionen waren. Auch Frauen, die vorher nie einen Pieps gesagt hatten, lernten, öffentlich den Standpunkt zu vertreten, wie er in der Gruppe entstanden war … Sie selbst war das Modell für alle Frauen.“25 Sie schrieb für die Hoesch-Fraueninitiative Stücke wie: Stahlwerk Jetzt! oder In Dortmund steht ein Stahlwerk. In Dortmund entstand der Slogan: Stahlwerk bau’n, sonst machen es die Frau’n.26

In Gelsenkirchen mobilisierte 1981 die Fraueninitiative Thyssen Schalker Verein muss weiterleben in Gelsenkirchen die Öffentlichkeit, weil der Hochofen 4 des Schalker Vereins stillgelegt werden sollte. Über die Versammlung der Frauen vom 24. Juni 1981 in der Gaststätte Nachbarschulte ist ein beredter Bericht erhalten, der uns heute einen Blick auf das Geschlechterverhältnis der Zeit ermöglicht: „Fasia war auch gekommen. Als während der Versammlung unter einigen anwesenden Männern ein Streit darüber aufkam, was angemessene Aktionsformen im Kampf um den Erhalt des Schalker Vereins wären, und die damit die Veranstaltung beherrschten, beschlossen die Frauen kurzerhand, die Männer des Saales zu verweisen und die weitere Diskussion unter sich zu führen.“27 Im Juni zog die Fraueninitiative zur Aufsichtsratssitzung vor die Essener Hauptverwaltung von Thyssen. Fasia Jansen schrieb dazu einen Liedtext nach der Melodie Von den blauen Bergen kommen wir mit den Refrainzeilen: Der Ofen 4, ja der bleibt stehen, die Schalker Hütte darf nicht untergehn …28 Auf der Busfahrt nach Essen übte sie mit der Gelsenkirchener Fraueninitiative vom Schalker Verein den Text ein. Begleitet von ihrer Gitarre sangen die Demonstrantinnen ihre Protestlieder: „Das trug dazu bei, die kämpferische Stimmung zu stärken, die ohnehin vorhanden war.“ 29Am 23. Oktober 1981 begleitete Fasia Jansen mit ihrem Akkordeon die Fraueninitiative auf der Großdemonstration in Gelsenkirchen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten ihre Lieder Wir wollen gleiche Löhne, keiner schiebt uns weg oder Das Lied der Heinze Frauen, mit denen sie die Arbeiterinnen der Gelsenkirchener Fotobetriebe Heinze bei ihrem Kampf um gleiche Löhne unterstützte: „Die Foto-Heinze-Frauen/ die stehen nicht allen/ ihr Kampf der nutzt uns allen/ drum reihen wir uns ein“.30Am 9. September 1981 gewannen die „Heinze-Frauen“ in letzter Instanz vor dem Bundesarbeitsgericht in Kassel – „ein Meilenstein für die Rechtssprechung im Kampf um den gleichen Lohn“.31In der Bildüberlieferung zu den Arbeitskämpfen im Ruhrgebiet hat Fasia Jansen mit ihren Instrumenten und Zetteln mit Liedtexten einen festen Platz.32

 

Hattingen und Duisburg

Am 19. Februar 1987 verkündete das Stahlunternehmen Thyssen das „Aus“ für die Henrichshütte in Hattingen. 2.904 Arbeitsplätze sollten abgebaut und die Ausbildungswerkstatt mit 400 Ausbildungsplätzen geschlossen werden. Über zwölf Monate organisierte ein Zusammenschluss aus Vertrauensleuten und IG Metall, autonomen Initiativen, Kirchen, Vereinen, Organisationen, Zivilgesellschaft kreativen Widerstand. Auch hier gründete sich eine Fraueninitiative mit Fasia Jansen an ihrer Seite. Im Sommer 1987 begannen zwölf Frauen einen Hungerstreik, so, wie die Fraueninitiative bei Hoesch zuvor.33Der letzte Abstich des Hattinger Hochofens erfolgte am 18. Dezember 1987.34

Am 26. November 1987 verkündete der Krupp-Vorstand Gerhard Cromme die Schließung des Stahlwerks in Duisburg-Rheinhausen. Mit monatelangen Mahnwachen, Straßensperren, Besetzungen der Rheinbrücke Rheinhausen–Hochfeld – heute in Erinnerung an die Kämpfe „Brücke der Solidarität genannt“ – versuchte ein breites Bündnis im Winter 1987/1988, die Arbeitsplätze in Rheinhausen zu retten. Die Autobahn A 40 wurde blockiert und damit der Verkehr auf der wichtigsten Verbindung durchs Ruhrgebiet lahmgelegt, die Villa Hügel in Essen wurde gestürmt. Ganz Rheinhausen kämpfte um seine Zukunft. Tatort-Kommissar Horst Schimanski, alias Götz George, und weitere Künstler und Künstlerinnen solidarisierten sich. Auch in Rheinhausen bildete sich eine Fraueninitiative, mit zusammengeknüpften Bettlaken errichteten Familienfrauen Straßensperren. Fasia Jansen sang: Keiner schiebt uns weg und passte den Liedtext der aktuellen Situation an: „Sie hatte ja wunderbare Lieder, das war das Schöne, sie kannte herrliche Lieder, die sie uns auch beibrachte. Wir haben zusammen auf den Demos gesungen. Die Kollegen haben dann immer gesagt: ‚Irmgard, Ihr geht doch wohl wieder mit?‘ Weil wir die Lieder gesungen haben, die im Arbeitskampf so bekannt geworden sind. Die sind ja durch Fasia und die Fraueninitiative bekannt geworden.“ 35Zunächst war der Protest erfolgreich, fünf Jahre später wurde das Werk geschlossen.

 

Die Frauenfriedensbewegung

In den 1980er Jahren formierte sich in West- und Ostdeutschland eine neue Frauenfriedensbewegung, später bekannt als Frauen für den Frieden. Zur Halbzeit der 1976 ausgerufenen UNO-Dekade der Frau trafen sich in Kopenhagen Delegierte aus 145 Staaten, vier Delegationen mit Beobachterstatus, darunter Befreiungsbewegungen aus Südafrika und Palästina sowie Nicht- und Zwischenstaatliche Organisationen, um ein Aktionsprogramm zur Stärkung der Rechte der Frauen zu beschließen. Die Frauenfriedensbewegung organisierte im Sommer 1981 einen Frauenmarsch quer durch Europa von Kopenhagen nach Paris, marschierte 1982 von Berlin nach Wien, 1983 von Dortmund nach Brüssel. Fasia Jansen war als Aktivistin und Musikerin dabei. Wieder stellt sich angesichts ihres Engagements die Frage, welche Bedeutung ihre Stimme und ihre Musik für die Vergemeinschaftung als Bewegung spielte. Ellen Diederich, die mit Fasia Jansen in privater wie politischer Lebensgemeinschaft zusammenlebte, erinnerte sich: „ Von Anfang an war auch Musik bei den Frauenmärschen ein ganz wichtiges Element. Die Menschen auf diesen Märschen kamen aus vielen Ländern, alle hatten Lieder mitgebracht.“36Ellen Diederich und Fasia Jansen fuhren mit ihrem bunt bemalten Friedensbus quer durch Europa, stellten das „Friedenszelt“ – eine Idee von Fasia Jansen – auf, brachten Menschen in Gespräche miteinander, organisierten „Versöhnungscamps“: „ Die Dialoge waren nicht einfach. Dein Singen [gemeint ist Fasia Jansen, ucs] half. Wann immer eine brisante Situation entstand, und derer gab es viele, nahmst du die Gitarre und der Streit bekam eine Atempause. Das gemeinsame Singen löste Verkrampfungen und machte die Köpfe frei.“37Aber nicht nur in der internationalen Gemeinschaft, auch innerhalb der Bewegung musste vermittelt werden, gab es Streit und Spannungen.38 Fasia Jansen und Ellen Diederich fuhren 1985 zur Weltfrauenkonferenz in Nairobi, zu Abrüstungsgesprächen nach Genf, nach Reykjavik, Malta, Washington. Sie fuhren mit ihrem Friedensbus 1987 von Greenham Common in England, wo us-amerikanische Cruise Missiles stationiert werden sollten und Frauen für den Frieden zehn Jahre lang Widerstand leisteten, quer durch Europa, die Route führte von England über die Niederlande, die Bundesrepublik, die Deutsche Demokratische Republik, die Tschechoslowakei, Polen, die Sowjetunion, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Italien bis zum Europaparlament in Straßburg. „Wir spürten, wie tief der Krieg im Bewusstsein der Frauen Europas verwurzelt ist“,39schrieb Ellen Diederich zur dieser Reise, die den Routen des Zweiten Weltkriegs folgte und die Teilung der Welt in Ost- und Westblöcke für eine kurze Zeit durchlässiger zu machen schien, weil es um Kontakt zu Menschen, um Erfahrungsaustausch, um Friedensarbeit ging. 1987, als Fasia Jansen und Ellen Diederich nach Moskau zum Frauenfriedenskonferenz fuhren, kam auch Angela Davis in den bunt bemalten Friedensbus. Es ist ein Foto von ihr und Fasia Jansen überliefert. Als in den 1990 Jahren mit den Jugoslawienkriegen der Krieg nach Europa zurückkehre, organisierten Frauen um und mit Fasia Jansen und Ellen Diederich Hilfsaktionen für traumatisierte Frauen und Kinder in Flüchtlingslagern. Ellen Diederich: „Ich verlor die Lieder, konnte nicht mehr singen“.40

 

Ein „Ehrensold“ für ihr Engagement

Auf Vorschlag der Gewerkschaftskolleginnen erhielt Fasia Jansen 1991 das Bundesverdienstkreuz. Zuerst wollte sie die Auszeichnung nicht annehmen, denn unter den Ordensträgern und -trägerinnen befinden sich auch umstrittene Gestalten. Ellen Diederich schreibt, dass afrodeutsche Frauen Fasia darin bestärkten, als erste von ihnen diese staatliche Auszeichnung anzunehmen. Fasia Jansen war wohl die einzige Sozialhilfeempfängerin, der das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, die Bewilligungsgrundsätze für zusätzliche Zuwendungen für Kleidung sahen zwar Konfirmation oder Goldene Hochzeit vor, nicht aber Sonderzahlungen für festliche Kleidung anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Später erhielt Fasia Jansen vom Land Nordrhein-Westfalen einen Ehrensold in Höhe von 600,00 Deutsche Mark. 1996 wurde sie mit der Ehrennadel der Stadt Oberhausen geehrt.41 In Oberhausen wurde eine Gesamtschule nach ihr benannt.

Fasia Jansen litt unter einer chronischen Herzinnenhautentzündung.  Der Verdacht steht im Raum, dass dies auf eine Injektion zurückzuführen ist, die sie als Elfjährige im Hamburger Gesundheitsamt erhalten hatte. Am Ende erkrankte sie an Brustkrebs. Am 29. Dezember 1997 starb Fasia Jansen in Oberhausen. Zu ihrer Beerdigung kamen mehr als 1.000 Menschen.

 

Blackness und Whiteness

Im Jahre 2020 schrieben Interkultur Ruhr und das Internationale Frauen*Film Fest Dortmund-Köln eine offene künstlerische Rechercheresidenz zu Fasia Jansen aus. Die Stipendiatinnen Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz begannen Ende Oktober 2020, sich aus eigener Schwarzer Positionierung heraus mit dem Leben und Wirken Fasia Jansens zu beschäftigen. Sie formulierten ihre leitenden Hinsichten zur Beschäftigung mit der Schwarzen Künstlerin, besuchten Weggefährt:innen und befragten Fasia Jansens Nichte Vivian Seton.42

In Archiven zu/ von Fasia Jansen als Überlieferungen einer weißen Frauen- und Friedensbewegung schien Schwarzsein keine explizite Rolle zu spielen. Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz nahmen Kontakt zur US-amerikanischen  Historikerin Tina Campt auf, die Fasia Jansen 1992 für ihre Forschungen zu Schwarzen Deutschen während des Nationalsozialismus interviewt hatte.43 Auf den Tonbandaufzeichnungen konnten die beiden Stipendiatinnen Fasias Stimme hören. Sie erzählt dort u.a., dass sie ihre Tagebücher verbrannt hatte. Für  Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz stellte sich die Frage: Wie sich einer Persönlichkeit nähern, wenn sie persönliche Überlieferungen zur Rekonstruktion ihres Lebens bewusst zerstört? Ausgehend von Fasia Jansen verschob sich ihr Focus hin zur wissenskritischen Frage nach Überlieferung, Archivieren, Erinnern und Vergessen, Narrativen und Objekten des Schwarzseins in Deutschland.44 In einem Beitrag für ZEIT-online formulierte Marny Garcia Mommertz, wie ihr die Auseinandersetzung mit Fasia Jansen half, ihre emotionale und oft schwierige Beziehung zu Deutschland neu zu verorten, auch dank stärkender intergenerationeller Dialoge mit anderen Schwarzen Frauen.45 Noch ein anderes Projekt befasste sich zeitgleich aus Schwarzer Perspektive mit Fasia Jansen: Alina Benecke und Nicola Lauré-al-Samarai formierten einen mehrheitlich Schwarz positionierten Chor, der Lieder von Fasia Jansen 2021 neu auf die Bühne brachte und der „das Singen dieser Protestsongs als Empowerment“ erprobte.46 In Hamburg eröffnete im Jahre 2022 die Fasiathek – eine Bibliothek aus Schwarzer Perspektive.47 Die kritische Hinterfragung der Überlieferungen zu und von Fasia Jansen aus afrodeutschen Perspektiven führte auf Seiten der weißen Bewegungsgeschichte und bei Weggefährt:innen zu einer Befragung der eigenen Erinnerung.48 Sowohl die Stipendiatinnen Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz als auch die Erfahrungs- und Erinnerungsgemeinschaft um Fasia Jansen begannen, ganz im Sinne geschichtswissenschaftlicher Grundlagen über jeweilige Erfahrungen, Interessen und Ideen als Faktoren ihres historischen Denkens zu reflektieren.49

 

Weiße Erinnerungsstränge

Wissen und Erkenntnisinteressen sind situiert.50 Wir haben Fasias Jansens Familiengeschichte wahrgenommen, gerade weil ihre biografischen Erfahrungen im Nationalsozialismus und im Nachkriegsdeutschland das eigene antifaschistische Engagement umso drängender legitimierten. Es macht für die Geschichtsschreibung einen Unterschied, ob wir mit jemanden auf der Straße singen, oder später Fragen zu einer Person stellen, die sich nur noch aus (autobiografischen) Aufzeichnungen, Dokumenten, Zeitungsausschnitten oder Tonbandprotokollen rekonstruieren lässt. Wir haben von ihrem Schwarzsein gewusst, doch  hat es in unserer politischen Bewegungskultur keine Rolle gespielt, weil wir von einer internationalistischen, humanistischen Perspektive auf eine Weltgesellschaft getragen wurden. Positionierungen über Hautfarben kam hier (noch) kaum Bedeutung zu.

Als Musikerin und Aktivistin war Fasia Jansen sichtbar – sie stand im Mittelpunkt großer öffentlicher Auftritte. Vielleicht haben wir die Farbe nicht gesehen, weil wir ihre Stimme, ihren motivierenden Gesang hörten. Haben wir – um mit Toni Morrison zu fragen – ihrem Schwarzen Körper nur „eine schattenlose Teilhaberschaft an dem dominierenden kulturellen Körper“ zugestanden?51Bildete das Milieu der Frauen- und Friedensbewegung, der Streiks und Prozesse um Lohngleichheit einen dominierenden kulturellen Körper? Fasia Jansen jedenfalls hat mit ihrer Stimme diesen Bewegungen als widerständige kulturelle Körper einen besonderen Ausdruck, Kraft und Energie verliehen.

Durch die Biografie Fasia – Geliebte Rebellin von Marina Achenbach zieht sich wie ein roter Faden die Befassung mit der Frage, was ihr Schwarzsein für sie und für uns bedeutete. Es wird nicht nur im ersten Kapitel thematisiert, sondern die Frage findet vielschichtige Antworten in Texten, in Fotografien, in Bildunterschriften und in den Erinnerungen von Weggefährt:innen, die diesem Buch beigefügt sind. So lässt sich zur Frage nach Schwarzsein der Hinweis lesen, dass Fasia Jansen 1962 bei der Vorbereitung auf den Ostermarsch „ihr“ Lied Black and White intonierte, das zu Zeile beinhaltet: „Schwarz und Weiß bauen neu die Welt.“52 Oder: Im Programm der vom Deutschen Gewerkschaftsbund 1966 veranstalteten Jugendshow „Protest nach Noten“ wurde Fasia Jansen explizit als „farbige Sängerin“ angekündigt. Ihr zugewiesenes Schwarzsein versah das Programm mit einem internationalen Flair, schlug in einer speziellen historischen Situation eine Brücke in die USA, wo sich der Protest gegen den Vietnam-Krieg zunehmend lauter und auch aus der Bürgerrechtsbewegung heraus artikulierte.53

Es gibt in diesem Buch zwei beredte Stellen zum Schwarzsein in Deutschland: Walter Korowski beschreibt, wie es als Mann war, mit Fasia ein Lokal zu betreten: „Augenblicklich wurde es still. Es war ganz klar, dass alle, die da waren, etwas Sexuelles dachten: Wo hat er die her? Wie geht es da ab. Das war einfach so in den fünfziger und sechziger Jahren.“54 Und Fasia Jansen erklärt im Film von Christel Priemer: „Als ich wusste, was Sexualität ist, als ich meinen Körper gespürt habe, da war es verboten, eine schwarze Frau zu lieben. Und auch nach 1945: das steckte drin bei den Männern, dass es unmöglich ist, mit einer schwarzen Frau zu gehen, es sei denn, dass man sie eben mal so vernascht. Und da bin ich mir ein wenig zu schade gewesen, und habe mich also entschieden, so eine Art Liebe nicht zu leben.“55

 

Dr. Uta C. Schmidt/ frauenr/ruhr/geschichte

  1. Geburtsurkunde in: Achenbach, Marina, Fasia – geliebte Rebellin, Oberhausen 2004, S.11.
  2. Vgl. Achenbach, Fasia – geliebte Rebellin, S.15.
  3. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 47.
  4. Vgl. Klönne, Arnold, Romantik und Protest in Trümmerstädten – Erinnerung an Jugendgruppen und Politik in den Nachkriegsjahren, in: Breyvogel, Wilfried/ Krüger, Heinz-Hermann (Hg.), Land der Hoffung – Land der Krise. Jugendkulturen im Ruhrgebiet 1900-1987, Berlin/ Bonn 1987,S. 140-151, hier S. 146.
  5. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 55.
  6. Hinweis von Kurt Walter aus Oberhausen, der Fasia Jansen seit den Ostermärschen der 1960er Jahre kennt und von ihr im Hambuger Soziolekt ‚Kuddel“ genannt wurde.
  7. Dazu Frank Baier in: Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 262.
  8. Abbildung in: Bikini. Die Fünfziger Jahre. Kalter Krieg und Capri-Sonne, Berlin 1982, S. 282.
  9. Vgl. Nyssen, Elke,  Die Westdeutsche Frauenfriedensbewegung, in: Feministische Studien 3. Jg., 1984, Nr. 2, S. 66–77, hier S. 68-69; Steinmann, Elly: Die Westdeutsche Frauenfriedensbewegung. Elly Steinmann erzählt, in: FrauenBilderLeseBuch, hg. v. Elefanten Press, Anna Thüne, Rina Olfe-Schlothauer, Reinbek bei Hamburg 1985, S. 142–155, hier S. 145. Für weitere Forschung siehe das Dossier von Helke Dreier im Archiv der deutschen Frauenbewegung, Frauenfriedensbewegung nach 1945, in: https://addf-kassel.de/dossiers/dossiers-themen/frauenfriedensbewegung-nach-1945#c2041 [Zugriff 09.01.2022].
  10. Vgl. Hervé, Florence, Frauen, in: Bikini, S. 272-288.
  11. Fasia Jansen zit. nach Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 84
  12. Dieter Süverkrüp, zit. nach Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, ebd.
  13. Vgl. das Cover des ersten Heftes in Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 86.
  14. Vgl. Brian, Bird, Skiffe: The story of folk-song with jazz beat. With a forew. By Lonnie Donegan (The king of skiffle), London 1958.
  15. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 84.
  16. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 154.
  17. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 159.
  18. Vgl. Ellen Diederich in Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 200.
  19. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 163.
  20. Vgl. Schneider, Hotte, Die Waldeck. Lieder, Fahrten, Abenteuer. Geschichte der Burg Waldeck, Baunach 2015.
  21. Zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 146.
  22. Walbersdorf, Pat/ Schenkmann-Raguse, Rita, An den Betriebstoren des Stahlwerks Hoesch in Dortmund 1980-1981, in: Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 250-256, hier S. 253.
  23. Vgl. zum Patriarchat im Ruhrgebiet Schmidt, Uta C., Schmidt, „Zwischen Kochtopf und Maloche“. Patriarchat und Patriarchatskritik im Ruhrgebiet.”, in:  Schlüter, Anne/ Metz-Göckel, Sigrid/ Mense, Lisa/ Sabisch, Katja (Hg.), Kooperation und Konkurrenz im Wissenschaftsbetrieb: Perspektiven aus der Genderforschung und -politik, Leverkusen: Verlag Barbara Budrich 2020, S. 64–79.
  24. Vgl. https://interkultur.ruhr/notiz/das-geht-mir-so-auf-die-nerven [Zugriff 20.12.2022]
  25. Pat Walbersorf zit. nach Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 250.
  26. Single Privatbesitz.
  27. Kaminski, Anneliese/ Komosha, Roswitha/ Trilling, Christel/ Cornelisen-Wagner, Gina mit Unterstützung von Marianne Kaiser, Die Fraueninitiative Thyssen Schlaker Verein muss weiterleben, in: Der Schalker Verein. Arbeit und Leben in Bulmke-Hüllen, hg. v. ÖAG „Arbeit und Leben“ (DGB/VHS) in Kooperation mit dem Stadtteilbüro Südost und der lokalen aGEnda 21: aGEnda 21 – Büro in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt Gelsenkirchen (Referat Umwelt) und des Ev. Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid – gemeinsam mit dem Förderverein Lokale Agenda 21 in Gelsenkirchen e.V., S. 219-231, konzipiert von Brigitte Schneider, Gelsenkirchen 2018, S. 219-231, hier S. 222.
  28. Text abgedruckt in ebd., S. 223.
  29. Ebd., S. 226.
  30. Zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 170.
  31. Karl-Heinz Kalender in der Westfälischen Rundschau am 10.09.11981, zit. nach Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 169
  32. Vgl. dazu die Biografie von Grete Prill auf www.frauenruhrgeschichte.de: https://www.frauenruhrgeschichte.de/frg_biografie/grete-prill/ ; siehe auch die Biografie von Marianne Kaiser https://www.frauenruhrgeschichte.de/frg_biografie/marianne-kaiser/
  33. Vgl. die Biografie von Marga Wende https://www.frauenruhrgeschichte.de/frg_biografie/marga-wende/
  34. Im Jahre 2021 erinnerte die Kunstinstallation Geister an diese Initiative, vgl. https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?52987      [Zugriff 20.12.2022]
  35. Irmgard Chlebik zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 258.
  36. Diederich, Ellen, Es ist also möglich, anders zu leben! Danke Fasia, in: Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 200-219, hier S. 203.
  37. Ellen Diederich zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 210.
  38. Vgl. Martina Franzke in: Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, Ebd., S. 241.
  39. Ellen Diederich zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 213.
  40. Ellen Diederich zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 218
  41. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 276.
  42. Vgl. dazu https://vimeo.com/564681198/c80c370092 [Zugriff 20.12.2022].
  43. Vgl. Campt, Tina, Other Germans: Black Germans and the Politics of Race, Gender and Memory in the Third Reich, Ann Arbor (University Michigan Press), 2004.
  44. Biyaa, Princela/ Mommertz, Marny Garcia, „Her name is Fasia: It’s a Vai name, you know? Wie Fasia Jansens Lebensabschnitte aus Schwarzen deutschen Perspektiven betrachtet werden können, in: Kluhs, Johanna-Yasirra/ Rondonò, Aurora/ Saavedra-Lara, Tanç, Nesrin (Hg.). Worauf wir uns beziehen können. Interkultur 2016-2021, Köln 2021.
  45. Vgl. https://www.zeit.de/kultur/2022-01/schwarzsein-deutschland-geschichte-nationalsozialismus-10nach8/komplettansicht [Zugriff 20.23.2022]
  46. Siehe dazu https://www.adkdw.org/de/guests#A/2668_feben_amara,  eingebunden waren sie in die Ausstellung Geister, Schichte, Echos, kuratiert von Madhusree Dutta und Eva Busch. Eine Kooperation der Akademie der Künste der Welt, Köln, mit RVR/Interkultur Ruhr und dem LWL-Industriemuseum – Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, siehe auch https://www.frauenruhrgeschichte.de/geister-spuren-echos-arbeiten-in-schichten/[Zugriff 10.12.2022].
  47. Vgl. https://arca-ev.de/projekt/fasiathek-schwarze-praesenzbibliothek/
  48. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 268.
  49. Vgl. Rüsen, Jörn, Historische Vernunft. Grundzüge einer Historik I: Die Grundlagen der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1983, S. 25ff.
  50. Vgl. Haraway, Donna, Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective, in: Feminist Studies 14/3 (1988), 575–599, https://doi.org/10.2307/3178066
  51. Morrison, Toni, Im Dunkeln spielen. Weiße Kultur und literarische Imagination, Reinbek b. Hamburg 1995, S. 31.
  52. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 68.
  53. Vgl. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 122.
  54. Zit. n. Achenbach, Fasia – Geliebte Rebellin, S. 268.
  55. Zit. n. Achenbach S. 269; Ein bischen schwarz – ein bisschen weiß oder was es heißt, ein deutscher N*** zu sein; Ein Film von Christel Priemer mit Fasia Jansen u.a., Saarländischer Rundfunk 1985, 42 Min.
Orte:

Fabrik K 14 Oberhausen, Lothringer Str. 64, 46045 Oberhausen // Fasia-Jansen-Gesamtschule, Schwartzstr. 87, 46045 Oberhausen // Arbeitsgericht Gelsenkirchen, 1979, zur Zeit des Prozesses der Heinz-Frauen, im Hamburg-Mannheimer-Hochhaus, Ahstraße, 45879 Gelsenkirchen. Die begleitende Demonstration ging vom Marktplatz (heute: Margarethe-Zingler-Platz) über die Fußgängerzone Bahnhofstraße dorthin. // Werkstor Westfalenhütte, Oesterholzstraße 134, 44145 Dortmund // LWL-Industriemuseum Henrichshütte, Werkstraße 31-33, 45527 Hattingen // Denkmalgeschütztes ehemaliges Werktor 1 von Krupp Rheinhausen (Friedrich-Alfred-Hütte), 51° 24′ 5,65″ N: 6° 43′ 28,11″ O 51,40157°N: 6,72447°O // „Brücke der Solidarität“, Rheinbrücke zwischen Duisburg und Rheinhausen // Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, Grubenweg 5, 44388 Dortmund // Fasiathek: c/o Fux eG., ehemalige Viktoria-Kaserne, Zeiseweg 9, 22765 Hamburg

Zitation: Schmidt, Uta C., Fasia Jansen, Version 1.0, in: frauen/ruhr/geschichte, 01. 12. 2022, in: frauen/ruhr/geschichte, https://www.frauenruhrgeschichte.de/biografien/fasia-jansen/

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