frauen/ruhr/geschichte versteht sich als Vernetzungsmedium. Hier werden die Veranstaltungen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte des Ruhrgebiets angezeigt und archiviert, die im „News-Ticker“ auf der Startseite erscheinen.

Veranstaltungen

# Geschichtskultur revisited – Teil I: Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken

Dienstag, 20. Oktober 2020, 18:00 bis 19:30 Uhr, ONLINE

# Geschichtskultur revisited
Teil I: Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken

Da der jährlich stattfindende Geschichtskonvent Ruhr in diesem Jahr nicht planbar war, greift das Forum Geschichtskultur in drei virtuellen Workshops aktuelle Fragen der Geschichtskultur auf.

Mit # Geschichtskultur revisited diskutieren wir, wie sich die demokratisierenden Impulse der Geschichtsarbeit der 1970er- und 80er- Jahre mit Bewegungen wie „Grabe, wo du stehst!“ in einer sich weiter pluralisierenden Gesellschaft weiterentwickelt haben. Was ist vom damaligen Elan angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitsamt ihren Tendenzen zu Geschichtsrevisionismus geblieben? Sehen wir uns heute als demokratische Geschichtskultur oder als Geschichtskultur in der Demokratie? Was benötigen wir gegenwärtig für eine „Grabe“-bewegung – angesichts vielfach analysierter eurozentrischer Narrative und alltäglich gelebter Vielheit bei gleichzeitiger Aus- und Abgrenzung? Welche neuen Akteur*innen beleben die aktuelle Geschichtskultur und bringen neue Sichtweisen ein? Welche Interessen und Perspektiven sind unterrepräsentiert? Brauchen wir neue „grabungsbasierte“ Analysen, Erzählungen und Visionen für Erinnerung und Repräsentation in einer zukünftigen lebenswerten demokratischen Gesellschaft?

Teil I fragt am 20. Oktober 2020, 18:00 bis 19:30 Uhr, nach den Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken. Dr. Uta C. Schmidt vom Forum Geschichtskultur diskutiert mit Linda Unger vom Archiv ausZeiten/ Bochum, mit Ausstellungsmachern von Come out, Essen!/ Essen, mit Vertreter*innen von Interkultur Ruhr sowie mit Nesrin Tanç, Literaturwissenschaftlerin und Regisseurin/ Duisburg.

Nach Anmeldung unter forum@geschichtskultur-ruhr.de bis Montag, den 19. Oktober, erhalten Sie einen Zugangslink*, um dem Workshop beiwohnen und über die Chat-Funktion mitdiskutieren zu können. Der aufgezeichnete Workshop wird später unter www.geschichtskultur-ruhr.de bereitgestellt.

Eine Veranstaltung des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V.

* Hinweise zum Datenschutz: Die Veranstaltung wird in Form einer Online-Videokonferenz mittels eines Dienstes der US-amerikanischen ZOOM Video Communications, Inc. durchgeführt. Das Forum Geschichtskultur löscht vorbehaltlich gesetzlicher Aufbewahrungsvorschriften Ihre Daten, wenn der der Speicherung zugrunde liegende Zweck erreicht ist, Sie Ihre Einwilligung widerrufen haben oder einer der weiteren in Artikel 17 DS-GVO aufgeführten Fälle vorliegt.

Veranstaltungen

Widerstand auf Wiesen und Wellen

Die Frauenwiderstandcamps im Hunsrück und das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug
Feministische Widerstandsstrategien und Gegenöffentlichkeiten in den 1980er und 1990er Jahren

Eine Ausstellung des Frauenarchivs ausZeiten und der Frauenbibliothek LIESELLE

Von 1983 bis 1993 fuhren jeden Sommer Frauen aus ganz Deutschland – auch aus Bochum – in den Hunsrück. Im Dorf Reckershausen nahmen sie an mehrwöchigen Frauenwiderstandscamps teil. Die Frauen protestierten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen, gegen Militarisierung und (kalten) Krieg und benannten diese als Ausdruck patriarchaler Gewalt. In insgesamt 11 Camps diskutierten sie ein Jahrzehnt lang unterschiedlichste Themen aus feministischer Sicht und schufen mit kompromisslosen Aktionen Aufmerksamkeit für ihre politischen Anliegen.

Mit dem Anspruch, eine feministische Gegenöffentlichkeit zu schaffen, haben sich Anfang der 90er Jahre Frauen und Lesben aus einer Gruppe gegen Sexismus und Rassismus zusammengefunden, um den Mainstream-Medien etwas entgegenzusetzen und die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten. Das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug sendete zwischen 1994 und 1998 im Rahmen des Bürgerfunks im Lokalradio in Bochum regelmäßig jeden ersten Montag im Monat. Die Themen spiegeln das Diskussions- und Aktivitätsspektrum der 1990er Jahre wider: Frauen und Flucht, AIDS, Rassismus, Antisemitismus und NS-Aufarbeitung.

Die Ausstellung zeigt Plakate, die die Anliegen der Frauenwiderstandscamps und das Lebensgefühl der widerständigen Frauen und Lesben ausdrücken. Sie geben Einblick in deren vielfältige Diskussionen, ihre Kreativität und ihr Selbstverständnis. Plakate und Objekte des FrauenLesbenRadios Funk’n Flug vermitteln einen Eindruck von der feministischen Radioarbeit vor der Verbreitung des Internets. Hörbeiträge und eine künstlerische Auseinandersetzung sind ab Dezember direkt einhörbar unter www.meta-katalog.eu
und www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de. Die Ausstellung ist Teil eines Projekts im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs.

Die Ausstellung ist Im Foyer des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte bis Sonntag, 10. Januar 2021 zu sehen. Führungen durch die Ausstellung: Donnerstag, 22. Oktober 2020, Donnerstag, 5. November 2020, Donnerstag, 3. Dezember 2020, jeweils 17 Uhr. Begrenzte Personenzahl, Anmeldung unter info@auszeiten-frauenarchiv.de – Sie erhalten eine Bestätigung.

Veranstaltungsort:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Straße 47, 44789 Bochum

Veranstaltungen

Ausstellung zur Geschichte lesbisch-schwuler Emanzipation

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation

Gleichgeschlechtliche Paare können heute in Deutschland heiraten. Manche Minister*innen oder Oberbürgermeister*innen bekennen sich offen als schwul oder lesbisch. In Essen setzt sich seit einigen Jahren eine städtische Koordinierungsstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Akzeptanz und Gleichstellung ein. Solchen und weiteren Erfolgen ist ein langer Kampf lesbischer und schwuler Initiativen vorausgegangen – in Essen, im Ruhrgebiet und deutschlandweit. Eine Ausstellung zeichnet nun die Geschichte dieser Emanzipation seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Gerüchten um Friedrich Alfred Krupps Homosexualität zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Verabschiedung eines ersten Handlungsprogramms gegen die Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen im Jahr 1999 im Essener Stadtrat und blickt abschließend auf die Erfolge lesbisch-schwuler Emanzipation der letzten Jahre. „Vor allem in Zeiten gesellschaftlichen Aufbruchs wie zu Beginn der Weimarer Republik oder als Folge der 68er-Bewegung sind lesbische Frauen und schwule Männer für ihre Rechte eingetreten, haben für Anerkennung und gegen Diskriminierung gekämpft“, sagt Wolfgang D. Berude, Initiator der Ausstellung. „Wir zeigen dies an vielen Beispielen aus Essen und auch anderen Ruhrgebietsstädten.“ Berude, einer der Mitbegründer des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und des Arbeitskreises schwule Geschichte, recherchiert seit Jahrzehnten zu diesem Thema und hat sehr viel Material zu der Ausstellung beigesteuert.

Die Ausstellung blickt auch auf die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Die Nazis verschärfen den § 175 im Jahr 1935, und im Rahmen einer Gestapo-„Aktion gegen Homosexuelle“ werden ab 1936 viele Männer aus Essen und Umgebung verhaftet, teilweise von Gerichten verurteilt und oft anschließend in Konzentrationslagern interniert. Viele überleben dies nicht. Und auch nach 1945 bleibt Sex zwischen Männern strafbar, der § 175 wird erst 1969 liberalisiert und 1994 ganz aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

„Schwule und Lesben haben viel Mut gebraucht, einer in weiten Teilen homophoben Stimmung in der Gesellschaft, einem traditionell-bürgerlichen Rollenbild der Geschlechter und dem Strafgesetz zu trotzen. Viele haben es dennoch gewagt – die einen in Form individueller Lebensentwürfe, die anderen gemeinsam und öffentlich“, sagt der Historiker Stefan Nies, der die Ausstellung im Auftrag der Stiftung Ruhr Museum kuratiert hat.

Eine eigene Installation verweist auf die Situation lesbischer Frauen in den 1950er- und 60er-Jahren, die besonders unter der weiblichen Rollenzuweisung als Ehefrau und Mutter leiden. „Die Strategie der meisten lesbischen Frauen, mit dieser bundesdeutschen Realität der 1950er- und 60er-Jahre umzugehen, ist es – so wird vermutet – unauffällig zu sein. Nicht selten werden Tarnehen und heterosexuelle Scheinehen zwischen Schwulen und Lesben geschlossen, um sich gesellschaftlicher Diskriminierung zu entziehen“, stellt die Bildungswissenschaftlerin Dr. Bettina Waffner mit Blick auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse fest. Waffner gehört zu dem ehrenamtlichen Projektteam, das die Ausstellung gemeinsam mit dem Kurator Stefan Nies und Initiator Wolfgang D. Berude erarbeitet hat. Mitgewirkt darin haben zudem Dietrich Dettmann vom Magazin fresh, Markus Laubrock von der Aidshilfe, der Fotograf Moritz Leick, Michael Kleine-Möllhoff, der 1984 der erste offen schwule Ratsherr in Essen war, Friederike Ninnemann und Sabine Weinem von Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. sowie Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen. Der Historiker Dr. Frank Ahland aus Dortmund stand dem Projekt als wissenschaftlicher Berater zur Seite.

„Wenn wir nur über die Grenze in unser EU-Nachbarland Polen schauen, wo LSBTI* offen diskriminiert und einige Städte sich zynisch als ‚LSBTI-frei‘ bezeichnen oder nach Ungarn, wo die Rechte von Trans*menschen kürzlich stark eingeschränkt wurden, können wir stolz auf das sein, was bei uns alles erreicht wurde. Trotzdem gibt es noch viel zu tun“, sagt Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle. „So wird auch heute noch Homosexualität im Sport oder in der Arbeitswelt teils tabuisiert, Trans*menschen werden immer noch pathologisiert, und es gibt immer noch Eltern, die ihre nicht-heterosexuellen Kinder in Therapie schicken. Gleichberechtigung muss erkämpft werden – immer noch und immer wieder.“

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation
Ausstellung aus 22 Rollups und einer Installation
Ausstellungsorte:
• 3. August bis 12. August 2020:
Rathaus Essen, Foyer, Porscheplatz 1, 45121 Essen (Eingang durch Haupteingang neben Rathausgalerie), Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Do 7.00–16.00 Uhr, Fr 7.00–15.00 Uhr
• 27. August bis 8. Oktober 2020:
Volkshochschule Essen, Ausstellungsfoyer 2. Etage, Burgplatz 1, 45127 Essen
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Fr. 9.00–21.00 Uhr, Sa./So., 26./27. Sept., 9.00–18.00 Uhr
• 15. Januar bis 4. März 2021:
Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Foyer, Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen,
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo, Di, Mi 9.00–15:30 Uhr, Do 9.00–18.00 Uhr, Fr 9.00–13.00 Uhr

Eine Ausstellung der Aidshilfe Essen e. V., Arbeitskreis Schwule Geschichte, und des Ruhr Museums in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen, dem Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. Schirmherr: Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen.

Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm und es erscheint ein Begleitbuch zur Ausstellung.
Ausstellung und Begleitbuch wurden ermöglicht durch finanzielle Unterstützung von:
• Stiftung Ruhr Museum
• Stadt Essen, Kulturamt
• Sparkasse Essen, Sparkassenlotterie PS-Sparen und Gewinnen
• Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung
• Hannchen-Mehrzweck-Stiftung für homosexuelle Selbsthilfe

Veranstaltungen

Künstlerische Recherche-Residenz zu Fasia Jansen: Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz

Nach einem Juryentscheid am 30. Juli 2020 sind Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und Interkultur Ruhr zu einer zweimonatigen Recherche-Residenz eingeladen worden. Die Ergebnisse aus ihrer Beschäftigung mit der verstorbenen Aktivistin und Liedermacherin Fasia Jansen aus Oberhausen werden im Frühjahr 2021 im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund präsentiert.

Die Kunst- und Kulturproduzentinnen Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz werden mit einer Schwarzpositionierten künstlerisch-kulturhistorischen Recherche Fasia Jansens Leben und Wirken in Zusammenhängen der regionalen, aber auch der globalen Schwarzen Bewegung untersuchen. “Der Großteil der bereits entstandenen Recherchen, Bücher, Filme und Archive zu Fasia Jansen wurde von weißen Autor*innen verfasst und gesammelt. Dies spiegelt sich in dem Diskurs um Fasia Jansen wider: So wird beispielsweise nur beiläufig auf das bis jetzt wenig recherchierte Netzwerk Schwarzer Akteur*innen, das sie im Ruhrgebiet, aber auch international umgab, eingegangen,” heißt es in ihrem Bewerbungsschreiben. „Als Schwarze deutsche Kunstschaffende und Aktivistin nimmt Fasia Jansen, die sich weltweit insbesondere für Frauenrechte und Frieden eingesetzt hat, eine einzigartige Position in der Geschichte des Ruhrgebiets und Deutschlands ein.“

“Wir sind froh, mit Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz Residentinnen gefunden zu haben, die sich als kritische Erbinnengemeinschaft verstehen. Sie wollen bisher unsichtbare soziopolitische Einbindungen von Fasia Jansen untersuchen und ihre Geschichte auf selbststärkende Potentiale für Schwarze Bewegungen des heutigen Ruhrgebiets hin untersuchen”, so die fünfköpfige Jury, bestehend aus Betty Schiel (IFFF Dortmund | Köln), Ella Steinmann (Theater Oberhausen), Eva Busch (atelier automatique), Maxa Zoller (IFFF Dortmund | Köln), Johanna-Yasirra Kluhs (Interkultur Ruhr).

Über die Residentinnen:

Princela Biyaa lebt seit über 8 Jahren im Ruhrgebiet. Wichtige Schritte zur Unterstützung der Sichtbarmachung Schwarzer Perspektiven, dem Diskurs deutscher kolonialer Vergangenheit und postkolonialer Gegenwart im Ruhrgebiet waren für sie die Mitbegründung der PoC Gruppe Bochum/Dortmund und des Postkolonialen Lesekreises der PoC AG an der TU Dortmund. Neben ihrem Engagement und Forschungen im akademischen Kontext ist sie seit mehreren Jahren im aktuellen Diskurs um die Anerkennung postmigrantischer Perspektiven und (Mehrfach)Zugehörigkeiten aktiv. Diesbezüglich ist sie in verschiedenen sozialen Projekten tätig, wie z.B. Projekt Ankommen e.V. und Familienzukunft. Derzeit konzipiert sie eine Workshopreihe zum Thema „Self Care and Community Care” für den vkii und arbeitet als Kuratorin an dem Projekt “Du denkst, du kennst Dortmund” (Arbeitstitel), welches lokalen Kunst- und Kulturschaffenden Akteur*innen der Nordstadt Gehör und Sichtbarkeit geben wird. Ab Juli 2020 arbeitet sie als Bildungsreferentin des Kompetenzzentrums Anti-Schwarzer Rassismus bei Each One Teach One e.V..

Marny Garcia Mommertz hat 2018 in Den Haag den Verein Afro Student Association mitgegründet, um mit internationalen Schwarzen Studierenden eine geschütztere Plattform des Austausches zu bilden und sich für positive Selbstrepräsentation von und für Schwarze im Stadtbild einzusetzen. Durch längere Aufenthalte in der Karibik, Südamerika, Nordamerika, Europa und Westafrika hat sie ein sich ständig erweiterndes globales Verständnis von Schwarzsein. So absolvierte sie zum Beispiel ein Praktikum bei der Bürger*innenrechtsbewegung Y’En A Marre in Dakar (Senegal) mit den Zielen, Strategien der Mobilisierung Schwarzer Menschen kennenzulernen und ihr Netzwerk zu erweitern. Als freie Mitarbeiterin am Goethe-Institut Salvador-Bahia betreute und unterstütze sie u.a. internationale Kunstschaffende der Künstler*innenresidenz Vila Sul. Durch die Arbeit mit internationalen Schwarzen Kunstschaffenden im Kontext der Stadt Salvador hat sie tiefe Einblicke in verschiedene Praktiken erworben, bei denen Selbstrepräsentation oder Aktivismus mit Kunst verwoben sind. Seit Januar 2020 arbeitet sie als kuratorische Assistenz beim Hartware MedienKunstVerein e.V. in Dortmund.

Beide Residentinnen sind Mitbegründerinnen der Association of Black Arti_ists, die die Selbstrepräsentation von Schwarzer Kunst und Künstler*innen in Europa stärken möchte.

www.interkultur.ruhr/kalender/juryentscheid-zur-kuenstlerischen-recherche-residenz-fasia-jansen

Veranstaltungen

Wer die Wahl hat – Äbtissinnenwahl und Konflikt im Reichsstift Essen

Donnerstag, 8. Dezember 2020, 18:00 Uhr

Vortrag von Thorsten Fischer, Universität Duisburg-Essen

Das Recht ihre Äbtissin in freier Wahl selbst bestimmen zu können, wurde dem Stift Essen bereits in ottonischer Zeit verliehen. Nach dem Tode einer Äbtissin kam der Konvent alsbald zusammen, um aus der Mitte der Frauengemeinschaft eine neue Vorsteherin zu erwählen. Im Idealfall sollten aber keinesfalls die besondere adelige Herkunft und der Reichtum der Kandidatinnen oder gar machtpolitische Erwägungen die Abstimmung beeinflussen. Vielmehr sollte die Fähigste unter den Sanctimonialen die Leitung der Gemeinschaft übernehmen.

Dass das Amt einer Äbtissin doch stets auch ein machtpolitischer Faktor in den territorialpolitischen Spannungsfeldern der Region war, zeigt der Vortrag am Beispiel der Reichsabtei Essen. Die wenigen hochadeligen Familien, die ihre Töchter in das Stift sandten, konkurrierten stets um das höchste Amt, dessen Inhaberin sich Fürstäbtissin nennen konnte. Gleich dreimal – 1292-1298, 1426-1428 sowie 1489-1499 – kam es zu Doppelwahlen um die leitende Position im Stift. Kriegerische Konflikte und Einmischung des Papstes waren die Folge.

Veranstalter: Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e.V.

Veranstaltungsort:
Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv
Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen