frauen/ruhr/geschichte versteht sich als Vernetzungsmedium. Hier werden die Veranstaltungen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte des Ruhrgebiets angezeigt und archiviert, die im „News-Ticker“ auf der Startseite erscheinen.

Veranstaltungen

Tagung: „Parteipolitik oder Neue Soziale Bewegung? Zur Durchsetzung geschlechterdemokratischer Ansprüche im 20. Jahrhundert“

Donnerstag, 11. März, und Freitag, 12. März 2021

Online-Tagung
Parteipolitik oder Neue Soziale Bewegung? Zur Durchsetzung geschlechterdemokratischer Ansprüche im 20. Jahrhundert

Auf dieser Tagung wird untersucht, welcher Stellenwert der Kategorie ,gender‘ bei der Bearbeitung der Ursachen sozialer Ungleichheiten in den jeweiligen ,Protestbewegungen‘ zukam bzw. zukommt. Hierbei sollen gängige Narrative bei der Betrachtung der (Neuen) Sozialen Bewegungen ,gegen den Strich gebürstet‘ werden.

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass in ihm verschiedene Formen emanzipatorischer Politiken entwickelt, verhandelt und ausprobiert wurden. Wurde zu Beginn des Jahrhunderts (1918) das Frauenwahlrecht eingeführt und damit der Weg für die Partizipation von Frauen in den Parlamenten frei, entwickelten sich ab den 1960er Jahren alternative Politikmodelle, die als außerparlamentarische Opposition bewusst nicht mehr auf Parteien und Parlamente setzten. In beiden Fällen war es (auch) die Frauenbewegung, die mit ihren Themen, Forderungen und Theorien die Debatten in den politischen Feldern anregte.

Besonders in Bezug auf die Neuen Sozialen Bewegungen soll untersucht werden, wie diese als alternative Trägerinnen gesellschaftlicher Reformpolitik auf die Forderungen der Frauenbewegung reagierten und welche Art von politischer Praxis in ihnen umgesetzt wurde. Auf welche Weise und in welchem Maße konnte Forderung nach Emanzipation in ihnen umgesetzt werden? Welche Rolle und Bedeutung wurde dem Projekt einer ,Geschlechterdemokratie‘ beigemessen?

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte freut sich über zahlreiche interessierte Mitdiskutant/innen.

Bitte melden Sie sich für die in ZOOM stattfindende Tagung per E-Mail an bis zum 1. März 2021 unter: julia.paulus@lwl.org.

PROGRAMM

Donnerstag, 11. März 2021 (9.30h – 16.00h)

Einführung (09.30h – 10.00h)
Dr. Julia Paulus (Münster): Formen und Wege der Durchsetzung geschlechterdemokratischer Ansprüche im 20. Jahrhundert

(1) Frauenparteien als Kompromiss oder Alternative? (10.00h – 12.00h)
Moderation: Dr. Kerstin Wolff (Kassel)

Leonie Kemper (Münster): Gemeinsam gegen die Männerpolitik? – Die Diskussion über eine Frauen-partei im Kaiserreich und der Weimarer Republik

PD Dr. Bernhard Gotto (München): Frauenparteien in der Kritik der Neuen Frauenbewegungen

Mittagspause (12.00h – 14.00h)

(2) Aktivistin = Feministin? (14.00h – 16.00h)
Moderation: PD Dr. Kirsten Heinsohn (Hamburg)

Dr. Astrid Kirchhof (Berlin): Petra Kelly – Prominente Aktivistin der Anti-Atomkraft-und Friedensbewegung

Dr. Friederike Brühöfener (Rio Grande Valley) / Ph.D. Stephen Midler (Groningen): Grüner Feminismus? Kontaktpunkte zwischen den Grünen und den NSB in den 1980er Jahren

[Ab 16.30h: Treffen des Arbeitskreises Historische Frauen- und Geschlechterforschung (AKHFG e.V.), Region Mitte und NRW/West]

Freitag, 12. März 2021 (10.00h – 16.00h)

(3) Naturschutz und Geschlecht (10.00h – 12.00h)
Moderation: N.N.

Dr. Anna-Katharina Wöbse (Giessen): Genderbasierte Natur-Raum-Beziehungen/Vorstellungen in den Naturschutzbewegungen

Merle Büter (Berlin): „Save Mother Earth“. Zwischen der Feminisierung von Natur, Vergeschlechtlichung von Körpern und toxischer Maskulinität. Eine Analyse der Agenda und öffentlichen Rezeption der Klimabewegungen Fridays for Future und Extinction Rebellion

Mittagspause (12.00h – 14.00h)

(4) Die Neuen Sozialen Bewegungen und das Projekt einer geschlechtergerechten Gesellschaft (14.00 – 16.00h)
Moderation: Dr. Julia Paulus (Münster).

Dr. Sebastian Kasper (München): „Frauen gemeinsam sind wir stark!!!“ Der Einfluss der Frauengruppen auf die Sponti-Bewegung der 1970er Jahre

Dr. Katharina Hoffmann (Oldenburg): Geschlechtergerechtigkeit & soziale Bewegung

INFO
Dr. Julia Paulus
LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte
Tel.: 0251 / 591-5880
E-Mail: julia.paulus@lwl.org

Veranstaltungen

Geister, Spuren, Echos: Arbeiten in Schichten

bis 25. April 2021

Im Zentrum der Ausstellung Geister, Spuren, Echos: Arbeiten in Schichten stehen drei künstlerische Recherchen, die 2020 realisiert wurden. Zwischen Oktober 2020 und April 2021 werden sie in drei aufeinander folgenden, sich in einem Raum überlagernden Schichten gezeigt. Die Akademie der Künste der Welt lud Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen ein, sich in transdisziplinären Konstellationen mit je einem historischen Kontext, einem Detail auseinanderzusetzen, meist auf bereits andauernde Recherchen und Bemühungen aufbauend. Die drei Projekte sind Formen der Bezugnahme – auf Ereignisse, Kontexte und Biografien, die zwischen den 70er – 90er Jahren im Ruhrgebiet verortet werden können und das Thema Arbeit betreffen. Aufgrund ihrer geringen Beachtung in einer hegemonialen Geschichtsschreibung erschienen sie uns zunächst als Geister, Spuren und Echos, als Gegennarrative vielleicht. Doch aus einer anderen Position, oder mit der richtigen Aufmerksamkeit, werden Geister, Spuren und Echos alles andere als marginal.

Geister
Die erste Schicht Geister entstand in Kooperation mit dem LWL-Museum Henrichshütte und fokussiert die Protestformen der Hattinger Fraueninitiative. Die queere Performancekünstlerin und Aktivistin Kathrin Ebmeier hat im Austausch mit der Historikerin Alicia Gorny und weiteren Beteiligten ein Forum für ein erneutes Zusammenkommen ehemals Beteiligter eröffnet. Im Wiederbegegnen und neu Kennenlernen ging es um bestärkende, und schmerzhafte Erinnerungen, gebrochene Biografien und die Frage, was bleibt – von einer Zeit der gemeinsamen Politisierung, aber auch der Desillusionierung. „Macht Thyssen uns die Hütte platt, wird Hattingen zur Geisterstadt“ warnte die Fraueninitiative 1987 auf Demonstrationen in Gespensterkostümen vor den Folgen der Werksschließung. Die Geisterdemo von 1987 war eine kreative Intervention in den öffentlichen Raum, aber auch in männlich-gewerkschaftlich dominierte Protestformen.
Als Teil der künstlerischen Arbeit entstand ein Plakat, das den Kampf der Hattinger Fraueninitiative in diese bislang nur unfertig aufgearbeitete Historie einfügt: die Rolle von Frauen in betrieblichen Arbeitskämpfen im Ruhrgebiet. In der Ausstellung, die unter künstlerischer Mitarbeit von Ale Bachlechner entstand, ist auch die Dokumentation eines Aktionstags im Herbst 2020 in Hattingen zu sehen. Darüber legt sich eine mit Augmented Reality-Technik umgesetzte Geisterbeschwörung, die sich so in das Zukünftige öffnet.

Spuren
Die Schicht Spuren widmet sich Literat*innen, die in Köln und dem Ruhrgebiet tätig waren, und befragt deren Erinnerung in unserer postmigrantischen Gegenwart. Die Literaturwissenschaftlerin Nesrin Tanç hat für ihre Recherchen Archivalien zur Kulturgeschichte der Immigrant*innen aus Anatolien im Ruhrgebiet, insbesondere Duisburg, zusammengetragen und in verschiedenen Konstellationen künstlerisch verhandelt. Viele der Materialien fand Tanç in Privathäusern, jenseits offizieller Archivstrukturen, wie etwa die Literaturzeitschrift dergi/die Zeitschrift, die seit 1986 alle zwei Monate von einem Literaturkreis aus Duisburg herausgegeben wurde. Manche der Autor*innen waren über Anwerbeabkommen als Arbeiter*innen in die Region gekommen, andere als professionelle Literat*innen – oder beides.
Ihre wissenschaftliche, künstlerische und kulturaktivistische Arbeit führt Tanç hier in einer Installation zusammen, die mit der Illustratorin Irem Kurt entstand. Die Elemente ergeben einen offenen Raum: Das Haus, das es nicht gibt. Die Abwesenheit des Archivs, in dem die Spuren türkisch-, kurdisch-, armenisch-, griechischsprachiger Literat*innen hätten gesammelt werden sollen, wird als fragile Konstruktion in den Raum gestellt. Emine Sevgi Özdamars Stück Perikızı: Ein Traumspiel bildet einen erzählerischen Rahmen der Recherchen. Ausschnitte daraus sind, zusammen mit Texten von Lütfiye Güzel von den Autorinnen gelesen, in der Ausstellung zu hören. Tançs Arbeit entsteht im engen Austausch und teils koproduziert mit Interkultur Ruhr.

Echos
Im dritten Teil lädt die Metapher des Echos ein, ausgehend von der Person Fasia Jansen (1929-1997) als Künstlerin im Arbeitskampf ihre künstlerisch-aktivistische Praxis nachhallen zu lassen. Die Künstlerin Aline Benecke studierte mit dem neu gegründeten Fasia Jansen Ensemble (Aischa Abdirahman, Feben Amara, Yemisi Babatola, Melanie Erzuah, Jocelina Fatouma Ndimbalan, Felicia Angélique Hilgert, Doude, Ezgi Özcan) einige ihrer Lieder ein. Anliegen war es, die Stücke in einem mehrheitlich Schwarz positionierten Chor wieder zur Aufführung zu bringen. Dabei stand sie im engen Austausch mit der Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Nicola Lauré al-Samarai. Die Sänger*innen und Performer*innen des Fasia Jansen Ensembles haben sich im People of Colour Community Chor kennengelernt, der unter der Leitung von Dr. Dr. Daniele G. Daude wöchentlich in Berlin probt.
Die Arbeit mit dem Fasia Jansen Ensemble ist ein sich in Beziehung Setzens: Ein Tribut an eine außergewöhnliche Schwarze deutsche Biographie und eine Künstlerin, die sich mit ihrer Arbeit in den Dienst eines politischen Kampfs gegen Ausbeutung, Kapital, Faschismus und Unterdrückung stellte. Widerstand ist hier nicht zuletzt, wie auch bei Fasia Jansen, der Enthusiasmus beim gemeinsamen Singen. In Schwarzer Tradition ruft das Ensemble mit Musik und Gesang Fasia Jansen auf und lädt sie in diasporische Räume ein. Für die Ausstellung entstand ein Film, der das Fasia Jansen Ensemble beim Singen vor klassizistischer Kulisse zeigt: Eine Choreographie, die Undurchdringlichkeit, Black Joy und „Fasianismus“, diasporische Fotografietraditionen und afrofuturistische Referenzen zusammenbringt.

Kuratiert von Madhusree Dutta und Eva Busch. Eine Kooperation der Akademie der Künste der Welt, Köln, mit RVR/Interkultur Ruhr und dem LWL-Industriemuseum – Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur.

Öffnungszeiten: Informationen unter www.adkdw.org/de/

Veranstaltungsort:
Academyspace
Herwarthstraße 3, 50672 Köln

 

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Geister – Eine Ausstellung zur Fraueninitiative der Henrichshütte

6. Mai bis 11. Juli 2021

„Macht Thyssen uns die Hütte platt, wird Hattingen zur Geisterstadt.“ 1987 skandierte dies die Fraueninitiative Henrichshütte, als sie in Geisterkostümen gegen die Schließung des Hattinger Stahlwerks protestierte. Die Performancekünstlerin und Aktivistin Kathrin Ebmeier spürte in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Historikerin Alicia Gorny, der Künstlerin Ale Bachlechner und weiteren Beteiligten die Hattinger „Geister“ auf.

Das Ergebnis des Projektes, das in Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen entstand, ist in der Ausstellung Geister, Spuren, Echos: Arbeiten in Schichten in der Akademie der Künste der Welt in Köln zu sehen (aktuell aufgrund Corona geschlossen). Die Installation „Geister“ als ein Teil der Schau gibt einen Einblick in die bisherigen Begegnungen, vermittelt aber auch die Geschichte der Fraueninitiative Henrichshütte.

Die Fraueninitiative in Hattingen bestand aus Angestellten der Henrichshütte, deren Angehörigen und Mitkämpfer*innen, für die die Schließung der Hütte die Bedrohung der eigenen Existenz darstellte. Viele von ihnen traten erstmals mit politischen Aktionen in eine Öffentlichkeit. Die Aussage „So bin ich dann da reingewachsen im Grunde, so wie ganz viele andere Frauen auch“ ist exemplarisch und daher der Titel einer Audiocollage, die ältere und jüngere Erzählungen der Frauen verwebt. Zuhören wird hier zu intergenerationaler Erinnerungsarbeit.

Ähnliche Formierungen gab es an vielen Produktionsstandorten innerhalb und außerhalb des Ruhrgebiets. Sie standen über Netzwerke in Kontakt, tauschten Wissen über Strategien und Positionen aus und unterstützten einander. Als Teil der künstlerischen Arbeit entstand daher ein Plakat, das den Kampf der Fraueninitiative Henrichshütte in eine Historie einfügt, deren Erforschung derzeit noch ein Desiderat darstellt: die Aktivitäten von Frauen in (betrieblichen) Arbeitskämpfen im Ruhrgebiet.

Die performative Strategie der Geisterdemo von 1987 war eine kreative Intervention sowohl im öffentlichen Raum, als auch in männlich-gewerkschaftlich dominierte Protestformen und erzeugte kurzzeitig große Aufmerksamkeit. 2020 wollten sich die Geister von damals jedoch nicht erneut in Bettlaken hüllen. Stattdessen organisierten sie gemeinsam einen Aktionstag in der Hattinger Innenstadt, bei dem sie auf ihre ehmaligen Aktivitäten aufmerksam machten und damalige Themen in die Gegenwart transferierten. In der Ausstellung ist die Dokumentation dieses Aktionstags zu sehen. Mitten im Einkaufsgetümmel, an einem der Orte des damaligen Protests, zeigt sich Aktivismus als Hand- und Beziehungsarbeit. Darüber legt sich eine mit Augmented-Reality-Technik umgesetzte Geisterbeschwörung, die zugleich in die Zukunft weist: „Es wird so gewesen sein.“

Kontakt für Informationen, Hinweise zu weiteren Fraueninitiativen im Ruhrgebiet oder zu Vernetzungszwecken: fraueninitiativen-ruhrgebiet@lwl.org.

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum Henrichshütte
Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen

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Ausstellung: FrauenLebenswelten

FrauenLebenswelten
Einwanderungsgeschichten von Frauen aus Hattingen

27.11.2020 (geplant, eventuell ab dem 10.01.2021) bis 09.03.2021

Die Ausstellung „FrauenLebenswelten“ zeigt Fotografien von Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten aus verschiedenen Ländern nach Hattingen eingewandert sind. Die Bilder der Fotografin Caroline Schreer porträtieren die Frauen in ihren Lebenswelten und erzählen Geschichten des Auswanderns und Ankommens.

Die Bilderreihe ist Teil eines medienpädagogischen Projekts. Neben den Porträts bietet die Ausstellung außerdem einen Einblick hinter die Kulissen des Projekts, bei dem die Frauen selbst zu Filmemacherinnen wurden. Informationen zum Dokumentarfilm „Ich nenne es hier auch Zuhause“ und weiteer Informationen sind unter www.FrauenLebenswelten.jimdosite.com zu finden.

Initiiert wurde das Projekt vom Internationalen Frauencafé Hattingen in Zusammenarbeit mit dem IFAK e.V. und gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Das LWL-Industriemuseum Henrichshütte ist Kooperationspartner der Ausstellung.

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen

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Ausstellung „Weibsbilder. Frauen im Ruhrgebiet der 1920er Jahre“

bis Ende des Wintersemesters 20/21

Der dritte Jahrgang des Masterstudiengangs Public History an der RUB eröffnete im Rahmen der Praktischen Übung des Modul 1 im Januar 2020 die Sonderausstellung „Weibsbilder. Frauen im Ruhrgebiet der 1920er Jahre“ auf GA 5/Süd. Sie wird noch bis Ende des Wintersemesters 20/21 zugänglich sein. Dabei untersuchten die Studierenden die Frage, welche Möglichkeiten sich für Frauen nach dem Erwerb des Wahlrechts in den 1920er Jahren eröffneten.

Der Ausstellungskatalog ist auch online zu finden.

Veranstaltungsort:
GA 5/Süd

 

 

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Widerstand auf Wiesen und Wellen

Die Frauenwiderstandcamps im Hunsrück und das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug
Feministische Widerstandsstrategien und Gegenöffentlichkeiten in den 1980er und 1990er Jahren

Eine Ausstellung des Frauenarchivs ausZeiten und der Frauenbibliothek LIESELLE

Von 1983 bis 1993 fuhren jeden Sommer Frauen aus ganz Deutschland – auch aus Bochum – in den Hunsrück. Im Dorf Reckershausen nahmen sie an mehrwöchigen Frauenwiderstandscamps teil. Die Frauen protestierten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen, gegen Militarisierung und (kalten) Krieg und benannten diese als Ausdruck patriarchaler Gewalt. In insgesamt 11 Camps diskutierten sie ein Jahrzehnt lang unterschiedlichste Themen aus feministischer Sicht und schufen mit kompromisslosen Aktionen Aufmerksamkeit für ihre politischen Anliegen.

Mit dem Anspruch, eine feministische Gegenöffentlichkeit zu schaffen, haben sich Anfang der 90er Jahre Frauen und Lesben aus einer Gruppe gegen Sexismus und Rassismus zusammengefunden, um den Mainstream-Medien etwas entgegenzusetzen und die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten. Das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug sendete zwischen 1994 und 1998 im Rahmen des Bürgerfunks im Lokalradio in Bochum regelmäßig jeden ersten Montag im Monat. Die Themen spiegeln das Diskussions- und Aktivitätsspektrum der 1990er Jahre wider: Frauen und Flucht, AIDS, Rassismus, Antisemitismus und NS-Aufarbeitung.

Die Ausstellung zeigt Plakate, die die Anliegen der Frauenwiderstandscamps und das Lebensgefühl der widerständigen Frauen und Lesben ausdrücken. Sie geben Einblick in deren vielfältige Diskussionen, ihre Kreativität und ihr Selbstverständnis. Plakate und Objekte des FrauenLesbenRadios Funk’n Flug vermitteln einen Eindruck von der feministischen Radioarbeit vor der Verbreitung des Internets. Hörbeiträge und eine künstlerische Auseinandersetzung sind ab Dezember direkt einhörbar unter www.meta-katalog.eu
und www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de. Die Ausstellung ist Teil eines Projekts im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs.

Die Ausstellung ist derzeit nicht zu besichtigen.

Veranstaltungsort:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Straße 47, 44789 Bochum

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„Die Unorganisierbaren“. Weibliche Gewerkschaftsarbeit in der Bekleidungsindustrie

16. April 2021, 10-12 Uhr
Referentin: Alica Gorny

Alicia Gorny promoviert seit 2019 am Institut für soziale Bewegungen bei Stefan Berger. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf weiblichem gewerkschaftlichen Engagement in der Gewerkschaft Textil-Bekleidung von 1945-1997 in Nordrhein-Westfalen unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrgebiets. Seit 2019 ist sie Promotionsstipendiatin der Stiftung der Geschichte des Ruhrgebiets.

Der Vortrag findet im Rahmen des Kolloquiums zur Geschichte der Arbeitswelten statt.

Die Teilnahme am Kolloquium ist kostenlos.

Es wird um Anmeldung bis eine Woche vor dem Termin gebeten.
Bei Interesse und weiteren Nachfragen wenden Sie sich an:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Archiv der sozialen Demokratie
Referat Public History
PD Dr. Stefan Müller
Tel. (0228) 883-8072
stefan.mueller@fes.de

 

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Von Schnittmustern, Nähmaschinen und Plätteisen.

Frauen in der Bekleidungsindustrie in Recklinghausen

Ausstellung vom 27. Mai bis zum 20. August 2021

Seit mehr als zehn Jahren untersucht der Arbeitskreis Recklinghäuser Frauengeschichte Lebens- und Arbeitserfahrungen von Frauen in Recklinghausen. In den letzten Jahren haben wir uns vor allen Dingen mit der Bekleidungsindustrie in Recklinghausen und den dort arbeitenden Frauen befasst. Herausgekommen ist eine Ausstellung mit vielen Geschichten zu einem wichtigen Arbeitsbereich Recklinghäuser Frauen in der Nachkriegszeit.

In Recklinghausen hatten sich unmittelbar nach Kriegsende mehrere Textilbetriebe und Bekleidungsunternehmen angesiedelt, u.a. die Münsterländische Textil GmbH (später Condor), die Povel KG, die Herrenhemdenfabrik Derby (später Turf) und die Firma Laarmann. Im nördlichen Ruhrgebiet war die Bekleidungsindustrie in der Zeit nach dem Zweiten Welt-krieg einer der wichtigsten Arbeitgeber für Frauen. Anfang der 1970er Jahre entsprach der Jahresumsatz von sechs Unternehmen dieser Branche in Höhe von 50 Mio. DM einem Fünftel der gesamten Recklinghäuser Industrie (ohne Bergbau und Bauindustrie). Auf dem Höhepunkt der Konjunktur in dieser Branche waren mehr als 2.000 Menschen dort beschäftig, davon ca. 80 % Frauen. Damit war die Bekleidungsindustrie einer der wichtigsten Arbeitgeber für Frauen in Recklinghausen.

Die Geschichte dieser Industrie und ihre Bedeutung als Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte für Mädchen und Frauen in Recklinghausen wurden bisher nicht aufgearbeitet. Man könnte auch von ‚vergessenen Frauenarbeitsplätzen‘ sprechen.

Mit Unterstützung durch die Recklinghäuser Zeitung konnten Zeitzeuginnen gefunden wer-den, die in diesen Betrieben gearbeitet haben und z.T. dort auch ausgebildet worden sind. Zahlreiche dieser Zeitzeuginnen haben unmittelbar in der Nachkriegszeit dort angefangen, d.h. sie sind heute z.T. über 90 Jahre alt. Wenn deren Geschichte jetzt nicht aufbereitet wird, ist sie für immer verloren. Wir konnten mit etlichen dieser Frauen interessante Gespräche führen und haben eine Fülle von Dokumenten (IHK-Zertifikate, Zeugnisse, Fotos und andere Dokumente) von ihnen erhalten.

Unser Ziel ist es, ein bisher nicht erzähltes Kapitel der Recklinghäuser Stadtgeschichte zu präsentieren und den Menschen in Recklinghausen in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus soll es auch eine Würdigung der Lebensleistung der in der Bekleidungsindustrie beschäftig-ten Menschen, insbesondere der Frauen, sein.

Karin Derichs-Kunstmann

Veranstaltungsort:
Institut für Stadtgeschichte
Hohenzollernstr. 12
45659 Recklinghausen

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Ausstellung zur Geschichte lesbisch-schwuler Emanzipation

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation

Gleichgeschlechtliche Paare können heute in Deutschland heiraten. Manche Minister*innen oder Oberbürgermeister*innen bekennen sich offen als schwul oder lesbisch. In Essen setzt sich seit einigen Jahren eine städtische Koordinierungsstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Akzeptanz und Gleichstellung ein. Solchen und weiteren Erfolgen ist ein langer Kampf lesbischer und schwuler Initiativen vorausgegangen – in Essen, im Ruhrgebiet und deutschlandweit. Eine Ausstellung zeichnet nun die Geschichte dieser Emanzipation seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Gerüchten um Friedrich Alfred Krupps Homosexualität zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Verabschiedung eines ersten Handlungsprogramms gegen die Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen im Jahr 1999 im Essener Stadtrat und blickt abschließend auf die Erfolge lesbisch-schwuler Emanzipation der letzten Jahre. „Vor allem in Zeiten gesellschaftlichen Aufbruchs wie zu Beginn der Weimarer Republik oder als Folge der 68er-Bewegung sind lesbische Frauen und schwule Männer für ihre Rechte eingetreten, haben für Anerkennung und gegen Diskriminierung gekämpft“, sagt Wolfgang D. Berude, Initiator der Ausstellung. „Wir zeigen dies an vielen Beispielen aus Essen und auch anderen Ruhrgebietsstädten.“ Berude, einer der Mitbegründer des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und des Arbeitskreises schwule Geschichte, recherchiert seit Jahrzehnten zu diesem Thema und hat sehr viel Material zu der Ausstellung beigesteuert.

Die Ausstellung blickt auch auf die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Die Nazis verschärfen den § 175 im Jahr 1935, und im Rahmen einer Gestapo-„Aktion gegen Homosexuelle“ werden ab 1936 viele Männer aus Essen und Umgebung verhaftet, teilweise von Gerichten verurteilt und oft anschließend in Konzentrationslagern interniert. Viele überleben dies nicht. Und auch nach 1945 bleibt Sex zwischen Männern strafbar, der § 175 wird erst 1969 liberalisiert und 1994 ganz aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

„Schwule und Lesben haben viel Mut gebraucht, einer in weiten Teilen homophoben Stimmung in der Gesellschaft, einem traditionell-bürgerlichen Rollenbild der Geschlechter und dem Strafgesetz zu trotzen. Viele haben es dennoch gewagt – die einen in Form individueller Lebensentwürfe, die anderen gemeinsam und öffentlich“, sagt der Historiker Stefan Nies, der die Ausstellung im Auftrag der Stiftung Ruhr Museum kuratiert hat.

Eine eigene Installation verweist auf die Situation lesbischer Frauen in den 1950er- und 60er-Jahren, die besonders unter der weiblichen Rollenzuweisung als Ehefrau und Mutter leiden. „Die Strategie der meisten lesbischen Frauen, mit dieser bundesdeutschen Realität der 1950er- und 60er-Jahre umzugehen, ist es – so wird vermutet – unauffällig zu sein. Nicht selten werden Tarnehen und heterosexuelle Scheinehen zwischen Schwulen und Lesben geschlossen, um sich gesellschaftlicher Diskriminierung zu entziehen“, stellt die Bildungswissenschaftlerin Dr. Bettina Waffner mit Blick auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse fest. Waffner gehört zu dem ehrenamtlichen Projektteam, das die Ausstellung gemeinsam mit dem Kurator Stefan Nies und Initiator Wolfgang D. Berude erarbeitet hat. Mitgewirkt darin haben zudem Dietrich Dettmann vom Magazin fresh, Markus Laubrock von der Aidshilfe, der Fotograf Moritz Leick, Michael Kleine-Möllhoff, der 1984 der erste offen schwule Ratsherr in Essen war, Friederike Ninnemann und Sabine Weinem von Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. sowie Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen. Der Historiker Dr. Frank Ahland aus Dortmund stand dem Projekt als wissenschaftlicher Berater zur Seite.

„Wenn wir nur über die Grenze in unser EU-Nachbarland Polen schauen, wo LSBTI* offen diskriminiert und einige Städte sich zynisch als ‚LSBTI-frei‘ bezeichnen oder nach Ungarn, wo die Rechte von Trans*menschen kürzlich stark eingeschränkt wurden, können wir stolz auf das sein, was bei uns alles erreicht wurde. Trotzdem gibt es noch viel zu tun“, sagt Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle. „So wird auch heute noch Homosexualität im Sport oder in der Arbeitswelt teils tabuisiert, Trans*menschen werden immer noch pathologisiert, und es gibt immer noch Eltern, die ihre nicht-heterosexuellen Kinder in Therapie schicken. Gleichberechtigung muss erkämpft werden – immer noch und immer wieder.“

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation
Ausstellung aus 22 Rollups und einer Installation
Ausstellungsorte:
• 3. August bis 12. August 2020:
Rathaus Essen, Foyer, Porscheplatz 1, 45121 Essen (Eingang durch Haupteingang neben Rathausgalerie), Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Do 7.00–16.00 Uhr, Fr 7.00–15.00 Uhr
• 27. August bis 8. Oktober 2020:
Volkshochschule Essen, Ausstellungsfoyer 2. Etage, Burgplatz 1, 45127 Essen
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Fr. 9.00–21.00 Uhr, Sa./So., 26./27. Sept., 9.00–18.00 Uhr
• August 2021:
Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Foyer, Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen,
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo, Di, Mi 9.00–15:30 Uhr, Do 9.00–18.00 Uhr, Fr 9.00–13.00 Uhr

Eine Ausstellung der Aidshilfe Essen e. V., Arbeitskreis Schwule Geschichte, und des Ruhr Museums in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen, dem Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. Schirmherr: Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen.

Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm und es erscheint ein Begleitbuch zur Ausstellung.
Ausstellung und Begleitbuch wurden ermöglicht durch finanzielle Unterstützung von:
• Stiftung Ruhr Museum
• Stadt Essen, Kulturamt
• Sparkasse Essen, Sparkassenlotterie PS-Sparen und Gewinnen
• Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung
• Hannchen-Mehrzweck-Stiftung für homosexuelle Selbsthilfe

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Künstlerische Recherche-Residenz zu Fasia Jansen: Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz

Nach einem Juryentscheid am 30. Juli 2020 sind Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und Interkultur Ruhr zu einer zweimonatigen Recherche-Residenz eingeladen worden. Die Ergebnisse aus ihrer Beschäftigung mit der verstorbenen Aktivistin und Liedermacherin Fasia Jansen aus Oberhausen werden im Frühjahr 2021 im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund präsentiert.

Die Kunst- und Kulturproduzentinnen Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz werden mit einer Schwarzpositionierten künstlerisch-kulturhistorischen Recherche Fasia Jansens Leben und Wirken in Zusammenhängen der regionalen, aber auch der globalen Schwarzen Bewegung untersuchen. “Der Großteil der bereits entstandenen Recherchen, Bücher, Filme und Archive zu Fasia Jansen wurde von weißen Autor*innen verfasst und gesammelt. Dies spiegelt sich in dem Diskurs um Fasia Jansen wider: So wird beispielsweise nur beiläufig auf das bis jetzt wenig recherchierte Netzwerk Schwarzer Akteur*innen, das sie im Ruhrgebiet, aber auch international umgab, eingegangen,” heißt es in ihrem Bewerbungsschreiben. „Als Schwarze deutsche Kunstschaffende und Aktivistin nimmt Fasia Jansen, die sich weltweit insbesondere für Frauenrechte und Frieden eingesetzt hat, eine einzigartige Position in der Geschichte des Ruhrgebiets und Deutschlands ein.“

“Wir sind froh, mit Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz Residentinnen gefunden zu haben, die sich als kritische Erbinnengemeinschaft verstehen. Sie wollen bisher unsichtbare soziopolitische Einbindungen von Fasia Jansen untersuchen und ihre Geschichte auf selbststärkende Potentiale für Schwarze Bewegungen des heutigen Ruhrgebiets hin untersuchen”, so die fünfköpfige Jury, bestehend aus Betty Schiel (IFFF Dortmund | Köln), Ella Steinmann (Theater Oberhausen), Eva Busch (atelier automatique), Maxa Zoller (IFFF Dortmund | Köln), Johanna-Yasirra Kluhs (Interkultur Ruhr).

Über die Residentinnen:

Princela Biyaa lebt seit über 8 Jahren im Ruhrgebiet. Wichtige Schritte zur Unterstützung der Sichtbarmachung Schwarzer Perspektiven, dem Diskurs deutscher kolonialer Vergangenheit und postkolonialer Gegenwart im Ruhrgebiet waren für sie die Mitbegründung der PoC Gruppe Bochum/Dortmund und des Postkolonialen Lesekreises der PoC AG an der TU Dortmund. Neben ihrem Engagement und Forschungen im akademischen Kontext ist sie seit mehreren Jahren im aktuellen Diskurs um die Anerkennung postmigrantischer Perspektiven und (Mehrfach)Zugehörigkeiten aktiv. Diesbezüglich ist sie in verschiedenen sozialen Projekten tätig, wie z.B. Projekt Ankommen e.V. und Familienzukunft. Derzeit konzipiert sie eine Workshopreihe zum Thema „Self Care and Community Care” für den vkii und arbeitet als Kuratorin an dem Projekt “Du denkst, du kennst Dortmund” (Arbeitstitel), welches lokalen Kunst- und Kulturschaffenden Akteur*innen der Nordstadt Gehör und Sichtbarkeit geben wird. Ab Juli 2020 arbeitet sie als Bildungsreferentin des Kompetenzzentrums Anti-Schwarzer Rassismus bei Each One Teach One e.V..

Marny Garcia Mommertz hat 2018 in Den Haag den Verein Afro Student Association mitgegründet, um mit internationalen Schwarzen Studierenden eine geschütztere Plattform des Austausches zu bilden und sich für positive Selbstrepräsentation von und für Schwarze im Stadtbild einzusetzen. Durch längere Aufenthalte in der Karibik, Südamerika, Nordamerika, Europa und Westafrika hat sie ein sich ständig erweiterndes globales Verständnis von Schwarzsein. So absolvierte sie zum Beispiel ein Praktikum bei der Bürger*innenrechtsbewegung Y’En A Marre in Dakar (Senegal) mit den Zielen, Strategien der Mobilisierung Schwarzer Menschen kennenzulernen und ihr Netzwerk zu erweitern. Als freie Mitarbeiterin am Goethe-Institut Salvador-Bahia betreute und unterstütze sie u.a. internationale Kunstschaffende der Künstler*innenresidenz Vila Sul. Durch die Arbeit mit internationalen Schwarzen Kunstschaffenden im Kontext der Stadt Salvador hat sie tiefe Einblicke in verschiedene Praktiken erworben, bei denen Selbstrepräsentation oder Aktivismus mit Kunst verwoben sind. Seit Januar 2020 arbeitet sie als kuratorische Assistenz beim Hartware MedienKunstVerein e.V. in Dortmund.

Beide Residentinnen sind Mitbegründerinnen der Association of Black Arti_ists, die die Selbstrepräsentation von Schwarzer Kunst und Künstler*innen in Europa stärken möchte.

www.interkultur.ruhr/kalender/juryentscheid-zur-kuenstlerischen-recherche-residenz-fasia-jansen