frauen/ruhr/geschichte versteht sich als Vernetzungsmedium. Hier werden die Veranstaltungen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte des Ruhrgebiets angezeigt und archiviert, die im „News-Ticker“ auf der Startseite erscheinen.

Veranstaltungen

Lesung: Fighting Like a Woman

Montag, 27. April 2026, 19:30 Uhr

Andrea Böhm – Fighting Like a Woman

Boxerinnen im frühen 18. Jahrhundert, Jiu-Jitsu-Suffragetten, kurdische Kämpferinnen an der Waffe: Dieses Buch erzählt die vergessene Geschichte kämpfender Frauen.

In Zeiten eines globalen antifeministischen Backlash erzählt die Journalistin Andrea Böhm die vergessenen Geschichten jener Frauen, die sich gegen Unterdrückung und Geschlechtergrenzen physisch auflehnen. Ob im Ring, zu Hause oder auf dem Schlachtfeld: Frauen haben zu allen Zeiten das Dogma ihrer physischen Unterlegenheit gegenüber Männern infrage gestellt. Andrea Böhm fragt, ob der weibliche Körper tatsächlich so wehrlos ist, wie es uns von Kindesbeinen an gelehrt wird. Das männliche Gewaltmonopol: ein Mythos? Auf ihren Reisen begegnet sie mexikanischen Ringerinnen, die halsbrecherisch gegen die weibliche Opferrolle kämpfen; kurdischen Milizionärinnen, die im Krieg von einer feministischen Utopie träumen; kenianischen und deutschen Schülerinnen, die lernen, dass Wut ein befreiendes Gefühl ist − und Selbstverteidigung ihr gutes Recht. Und sie begegnet Männern, die diese Mädchen und Frauen dabei unterstützen. Sie alle sind überzeugt, dass ein selbstbewusstes weibliches Körperbewusstsein Voraussetzung für eine gleichberechtigte Gesellschaft ist. Ein unverzichtbares und persönliches Plädoyer für einen physischen Feminismus.

Moderation: Johanna Leibecke. Leseprobe unter https://www.book2look.com/book/9783498003975

Reguläres Ticket: 15,-, Supporter-Ticket: 20,-. Wir haben ein kleines Kontingent an kostenlosen Tickets, sprecht uns dafür einfach an oder schreibt uns eine Mail. Die Supporter-Tickets sind dafür da, das kostenlose Kontingent zu finanzieren und uns dabei zu unterstützen, weiterhin Literaturveranstaltungen anbieten zu können.

Veranstaltungsort
proust wörter & schönes GmbH
Am Handelshof 1, 45127 Essen

Veranstaltungen

Historischer Frauenstadtrundgang in Bochum

Sonntag, 31. Mai 2026, 10:00 Uhr

Veranstalterinnen: ausZeiten und VHS Bochum

Das Frauenarchiv ausZeiten e. V. lädt ein zum Bochumer Frauenstadtrundgang. Sie haben die Gelegenheit, historische Frauen aus dem Bochum des 19. und 20. Jh. und früher kennenzulernen. So erfahren Sie, welche Spuren Frauen wie die Anwältin Nora Platiel und die Politikerin Ottilie Schoenewald oder die Pastorin Ursula Schafmeister hinterlassen haben – in der Stadt, aber auch in der Geschichte der Frauenbewegung. Den 2017 entstandenen Frauenstadtplan erhalten Sie beim Rundgang kostenlos.

Gebühr: 8,00 € (Ermäßigung möglich). Anmeldung bei der VHS: Tel. 0234 / 910-15 55 oder bei der VHS Bochum online

Treffpunkt
Rathaus Bochum, an der Glocke

Veranstaltungen

Feministischer Stadtspaziergang in die 2. deutsche Frauen- und Lesbenbewegung der 70er/ 80er Jahre

Sonntag, 10. Mai, 14. Juni und 5. Juli, jeweils 11 Uhr

Dortmund lädt wieder ein zu einem Feministischen Stadtspaziergang in die 2. deutsche Frauen- und Lesbenbewegung der 1970er/ 80er Jahre.

Kosten: 15 € pro Person, Anmeldung: helgasteinmaier@posteo.de oder Tel. 017648358488.
Bitte mitbringen: Kondition für 2,5 Std, evtl. Regenkleidung, U-Bahn-Ticket

Treffpunkt
„Blauer Park“ hinter Baukunstarchiv NRW
Ostwall 7, Dortmund

Veranstaltungen

Szenische Lesung: Mascha & Tisa: Glaube. Liebe. Kunst.

Samstag, 11. Juli 2026, 18:00 Uhr

Wir tauchen ab in die Berliner Kunstszene der 20er Jahre, lassen uns verführen, geben uns hin, trauen uns doch nicht, geben nicht nach, lassen uns treiben und kehren zurück. Oder nicht? Basierend auf biografischen Ereignissen der Künstlerinnen Mascha Kaléko und Tisa von der Schulenburg vor und während des Krieges spielt diese szenische Lesung mit den Themen, die uns auch heute noch beschäftigen: Wer ist wann systemrelevant? Definiert sich mein persönlicher Wert über den Wert meiner Kunst? Und was will ich glauben? An die Liebe, oder? Das ist doch zu einfach!

Es spielen die aus dem Ruhrgebiet stammenden Schauspielerinnen Josefine Voss und Samira Julia Calder, musikalisch begleitet durch den Dorstener Musiker Tobias Sicken.

„Mascha & Tisa: Glaube. Liebe. Kunst.“ wurde im Herbst 2021 uraufgeführt. Die Produktion entstand in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Westfalen und der Tisa von der Schulenburg-Stiftung.

  • Anmeldung erforderlich unter +49 234 5877-220 oder service@bergbaumuseum.de (Di. bis Fr. zwischen 09:00 und 15:00 Uhr). Karten bitte spätestens 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn abholen, ansonsten erlischt die Reservierung.
  • Teilnehmendenzahl begrenzt

Veranstaltungsort
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Europaplatz 1, 44791 Bochum

Veranstaltungen

Ausstellung und FrauenOrt Dore Jacobs

bis 12. Juli 2026

Essen in Bewegung. Dore Jacobs und die Kulturen der Körper

Die Ausstellung „Essen in Bewegung – Dore Jacobs und die Kulturen der Körper“ ist einer bedeutenden Bewegungspädagogin gewidmet. Die aus Essen stammende Jüdin Dore Jacobs entwickelte nicht nur eine eigene Bewegungslehre, sondern begründete auch eine eigene Berufsschule, die bis heute besteht. Zusammen mit ihrem Mann Artur war Dore Jacobs auch politisch aktiv. Sie waren beteiligt an der Gründung der Essener Volkshochschule, traten aktiv für Frauenrechte ein und begründeten den „Bund – Gemeinschaft für sozialistisches Leben“, der während der NS-Zeit illegal weiter bestand und aktiv Widerstand leistete. Das Leben von Dore Jacobs kann als eine Geschichte des deutschen Judentums, der Emanzipation, der politischen Beteiligung, des bürgerlichen Engagements und der nachhaltigen Wirkung erzählt werden.

Neben Archivmaterialien werden vor allem – teilweise bisher unbekanntes – Bild-, Film- und Tonmaterial verschiedene Aspekte ihres Lebens behandeln. Ihre Körperphilosophie soll hierbei nicht nur in fließenden, bewegten Materialien dargestellt, sondern auch durch ein aktives Begleitprogramm erfahrbar gemacht werden.

Mit der Eröffnung der Ausstellung Essen in Bewegung. Dore Jacobs und die Kulturen der Körper, wurde die Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur auch FrauenOrt Dore Jacobs.
Das Projekt FrauenOrte NRW des FrauenRat NRW e.V. wird gefördert durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familien, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eine Biographie von Dr. Heidi Behrens über Dore Jacobs für frauenruhrgeschichte.de hier.

Veranstaltungsort
Alte Synagoge – Haus jüdischer Kultur
Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen

Veranstaltungen

Rafft Euch empor! Jüdische Aktivistinnen aus Westfalen in der ersten Frauenbewegung

bis Sonntag, 7. Juni 2026

Die demokratische Teilhabe an der Gestaltung unserer Gesellschaft mag uns selbstverständlich erscheinen. Doch grundlegende Voraussetzungen wurden in der ersten Frauenbewegung schwer erkämpft: Der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und Erwerbstätigkeit, das Wahlrecht, faire Arbeitsbedingungen, aber auch die Kontrolle über den eigenen Körper waren Themen, die die Frauen damals beschäftigt haben. Unter den Aktivistinnen befanden sich auch zahlreiche Jüdinnen, die um Gleichberechtigung rangen. Die Ausstellung stellt einige dieser Aktivistinnen vor und gibt so einen Einblick in die Entwicklung der Frauenbewegung hier in der Region.

Die Frauen wurden von Studierenden der Hochschule Bielefeld in künstlerischen Interpretationen zum Leben erweckt. Interaktive Stationen laden ein, die historischen Ereignisse mit der Gegenwart zu verknüpfen.

Für Schulklassen ab Jahrgangstufe 9 wird ein Workshop zum Thema Frauenrechte angeboten. In dem Workshop geht es nach einem kurzen inhaltlichen Input um die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte in Form eines Planspiels. Für weitere Informationen wenden Sie sich unter lernen@jwmw-dorsten.de an unser Team Vermittlung.

Veranstaltungsort
Jüdisches Museum Westfalen

Veranstaltungen

Wie man lebt – wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer

bis 31. August 2026

Die Fotografin Brigitte Kraemer dokumentiert seit Anfang der 1980er Jahre bis heute mit einzigartigem Einfühlungsvermögen den Alltag sowie die Freizeit im Ruhrgebiet und anderswo. Ihre Themen sind u. a. Camping, Kleingärten, Mann und Auto, Leben am Kanal, Glaubensgemeinschaften, Friedensdorf Oberhausen, Migration und Frauenhaus.

Das Ruhr Museum konnte im Jahr 2022 mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihr Gesamtwerk ankaufen. Das Ruhr Museum besitzt rund 360.000 Negative und Abzüge in Schwarzweiß und Farbe.

Diese Ausstellung mit über 200 Bildern markiert den letzten Teil einer dreiteiligen Reihe zu Fotografinnen, die im Ruhrgebiet gearbeitet haben und arbeiten. Den Anfang machte 2023 die Ausstellung »Unterwegs mit Marga Kingler. Pressefotografin im Ruhrgebiet«, welche ein beeindruckendes Panorama des städtischen Lebens aus den Jahren 1951–1991 zeigte. »Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931–1973« ist die zweite Ausstellung der Reihe. Mit ihren Arbeiten bestimmen sie die Geschichte der Fotografie in der Region maßgeblich mit. Im September 2025 schließt die Schau »Wie man lebt – Wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer«, die Reihe ab.

Die Reihe unterstreicht die Bedeutung der Fotografie im Ruhrgebiet und vor allem in Essen, wo sich mit dem Museum Folkwang, dem Historischen Archiv Krupp, der Folkwang Universität der Künste und dem Ruhr Museum mehrere renommierte Einrichtungen zum Zentrum für Fotografie Essen zusammengeschlossen haben.

Voraus gingen der Reihe bereits seit 2010 Ausstellungen im Ruhr Museum zu Klassikern der Ruhrgebietsfotografie wie »Heinrich Hauser – Schwarzes Revier« (2010), »Chargesheimer. Die Entdeckung des Ruhrgebiets« (2014/15), »Erich Grisar. Ruhrgebietsfotografien 1928–1933« (2016), »Josef Stoffels. Steinkohlenzechen – Fotografien aus dem Ruhrgebiet« (2018) und schließlich »Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien« (2018/19).

Veranstaltungsort
Ruhr Museum, Galerie 21-Meter-Ebene
Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen

Veranstaltungen

Neuerscheinung: Aktivist*innen im Archiv

Katja Teichmann (Hg.): Aktivist*innen im Archiv. Von den Anfängen der Frauenforschung bis zu queeren Interventionen. Leipzig: Orlando Verlag 2025, 120 Seiten, 978-3949545719, 20,00 €

Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen wurden in der BRD in den 1970er Jahren von feministischen Aktivist*innen mit dem Bestreben gegründet, die Geschichte der autonomen Frauen- und Lesben­bewegungen und damit der eigenen politischen Arbeit zu dokumentieren.

Seit über 45 Jahren sammelt die LIESELLE (Queer*feministische Bibliothek und Archiv an der Ruhr-Universität Bochum) Materialien der autonomen Frauen- und Lesben­bewegung. Der vorliegende Band zeigt eine Auswahl der Bücher, Flugblätter, Plakate und Schrift­stücke, die von der Künstlerin Julia Lübbe­cke fotografisch in Szene gesetzt und von Wissenschaftler*innen, Student*innen und Zeitzeug*innen neu eingeordnet werden. Die vorgestellten Dokumente, Publikationen und Objekte vermitteln einen beein­drucken­den Überblick über die Entwicklung femi­nistischer, queerer und antirassistischer Kämpfe.

Dabei war es der Herausgeberin, Katja Teichmann wichtig, einen besonderen Fokus auf die »Leerstellen« im Archiv zu legen und Materialien und Autor*innen vorzustellen, welche die Bedeutung (post-)migrantischer Perspektiven und antirassistischer Kämpfe für die Frauenbewegung verdeutlichen. U.a. mit Beiträgen von Laura Méritt, Karin Aleksander und Fallon Tiffany Cabral.

»Die Publikation möchte auch danach fragen, was sich jenseits der Bestände, die vor allem die Geschichte weißer, westdeutscher Akademiker*innen erzählen, in den Regalen und Archivkartons befindet. Im Bewusstsein der Leerstellen im Archiv werden auch und gerade Materialien und Autor*innen vorgestellt, die die Bedeutung (post-)migrantischer Communitys für Frauen-/Lesbenbewegungsgeschichte sowie antirassistische Kämpfe von BIPoC sichtbar machen.« Katja Teichmann

https://orlanda.de/product/aktivist-innen-von-den-anfangen-der-frauenforschung-bis-zu-queeren-interventionen?image=4

Veranstaltungen

Frauen-Geschichte(n) und Rollenbilder im Wandel

Der LWL zeigt YouTube-Serie über starke Westfälinnen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat eine YouTube-Serie über starke Westfälinnen produziert. Die Serie „Westfälinnen“ porträtiert in drei Folgen starke Frauen aus der Vergangenheit und Gegenwart Westfalens. Anhand von Biographien zeigt sie Wandel und Kontinuitäten in Lebensrealitäten, Rollenbildern und Selbstverständnis westfälischer Frauen. Die Folgen veröffentlicht der LWL ab dem 11. August über den YouTube-Kanal „Westfalen im Film“. Die Journalistin Tessniem Kadiri moderiert die in Kooperation mit der HER Produktion GmbH entstandene Reihe.

Ob Unternehmerin, Aktivistin oder Schaustellerin – die Reportage „Westfälinnen“ erzählt die teils vergessenen Geschichten starker westfälischer Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und Kontexten. Dabei kontrastiert sie diese historischen Persönlichkeiten mit modernen Protagonistinnen, die heute Erstaunliches erreichen: im Job und im Privaten, bei ihrem Einsatz für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und Gleichstellung, in Tradition ihrer Vorfahrinnen und großer Visionärinnen.

„Frauen haben schon immer großes geleistet. Ihnen wird nur leider selten die Aufmerksamkeit zuteil, die sie eigentlich verdienen. Das wollten wir mit unserem Format ändern. Unser Anliegen war es, inspirierenden Westfälinnen eine Bühne zu geben und ihren Geschichten mehr Sichtbarkeit zu verleihen“, erklärt Laura-Marie Iven von LWL-Medienzentrum.

Die Webserie möchte die Lebensrealitäten ihrer Protagonistinnen darstellen und auf diese Weise auch Entwicklungen nachvollziehbar machen. Wie hat sich das Leben westfälischer Frauen über die Jahrhunderte verändert? Welchen Herausforderungen sahen und sehen sie sich gestern und heute in unterschiedlichen Lebensbereichen gegenüber? Wie haben sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft und deren Wahrnehmung gewandelt? Und wie nahmen und nehmen Frauen sich selbst und ihr Rollenbild wahr?

Diesen und vielen weiteren Fragen geht Tessniem Kadiri in den 15-minütigen Folgen der „Westfälinnen“ nach. Dabei besucht sie Geburtsorte und Wirkungsstätten, begegnet Expertinnen, Familienangehörigen und Begleiterinnen der Protagonistinnen. Ganz nebenbei erkundet sie Westfalen fernab der gängigen touristischen Klischees und erlebt landschaftliche Schönheit, kulturelles Flair und besondere Begegnungen.

Die erste Folge beginnt im sauerländischen Schmallenberg auf den Spuren der Textilfabrikantin Sophie Stecker. Sie errichtete Ende des 19. Jahrhunderts eines der größten Strickwaren-Unternehmen Westfalens. Die Moderatorin spricht mit ehemaligen Angestellten und trifft auf dem Gut Bockum in Meschede auf Steckers Urgroßnichte Sophia. Anschließend spricht sie in Bochum mit der Modedesignerin und Mutter Susa Flor über den Spagat zwischen Beruf und Familienleben.

In Werl erfährt die Moderatorin mehr über die faszinierende Geschichte der Autorin und katholischen Politikerin Hedwig Dransfeld, die sich an der Schwelle zum 20. Jahrhundert für die Rechte von Frauen stark machte. Indem sie für politische Bildung und Teilhabe kämpfte, ebnete Dransfeld gemeinsam mit anderen Zeitgenossinnen den Weg zu einer geschlechtergerechteren Gesellschaft. Damit durchbrach sie das traditionelle Rollenverständnis ihrer Zeit. Knapp 120 Jahre später geht der/die non-binäre Autor:in und Künstler:in Linn Schiffmann noch einen Schritt weiter. Sie macht sich für eine Gesellschaft stark, in der das vorherrschende binäre Geschlechtersystem aufgebrochen wird und Menschen selbstbestimmt über ihre Geschlechtsidentität entscheiden können.

Folge drei porträtiert schließlich die Tier-Dompteurin Dora Friese aus Lemgo, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihren Raubtiervorstellungen internationale Erfolge feierte. Sie begründete eine Familientradition, die sich bis in die Gegenwart fortführt. Auch ihre Ururenkelin Kathleen Hardt ist Schaustellerin. Sie spricht mit der Moderatorin darüber, warum das Leben auf der Kirmes zwar nicht immer leicht, aber trotzdem ihre Leidenschaft ist.

Den YouTube-Kanal „Westfalen im Film“ des LWL-Medienzentrums erreichen Interessierte über den Link: https://www.youtube.com/channel/UCdTtL2NDaHWIuMnnF57bMIw

Veranstaltungen

Vortrag: Clärenore Stinnes (1901-1990) pfiff auf gesellschaftliche Konventionen und erlangte Weltruhm

Dienstag, 8. September 2026, 19:30 Uhr

Referent: Prof. Horst A. Wessel

Sie war eine selbstbewusste, tüchtige und gebildete Frau, darüber hinaus technikbegeistert. Sie war die beste Mitarbeiterin ihres Vaters, des Großindustriellen Hugo Stinnes, des reichsten Mannes in Europa. Er hatte ihr erlaubt, schon mit 18 Jahren die Fahrerlaubnis für Pkw zu erwerben.

Wenn der Vater nicht so früh an den Folgen einer misslungenen Routine-Operation verstorben wäre, hätte er ihr mit großer Wahrscheinlichkeit unternehmerische Verantwortung übertragen. Mutter und Brüder verweigerten ihr diese, mit der Begründung, dass sich eine Erwerbstätigkeit für eine Frau aus besserer Gesellschaft nicht ziemte und eine Frau nicht über Männer bestimmen sollte.

Clärenore Stinnes dachte anders, pfiff auf gesellschaftliche Konventionen und ging nach Berlin. Sie nutzte die ihr zur Verfügung stehenden Verbindungen, warb für Kleidung, Schmuck und Automobile; außerdem beteiligte sie sich mit außerordentlichem Erfolg an Autorennen; sie war die erfolgreichste Rennfahrerin der legendären „Zwanziger Jahre“.

Schließlich wagte sie 1927/28 die erste Fahrt mit einem Automobil um die Welt: durch drei Kontinente und 23 Länder. Das war ein vor allem lebensgefährliches Abenteuer. Sie wurde dadurch weltberühmt, war unter anderem Gast von Kemal Attatürk, Henry Ford, des amerikanischen Präsidenten Herbert Hoover sowie des schillernden Bürgermeisters von New York James J. Walker.

Veranstalter*innen: Geschichts- und Kulturverein Werden e.V. und Werdener Bürger- und Heimatverein e.V.

Veranstaltungsort
Gymnasium Essen-Werden, Aula
Grafenstr. 9, 45239 Essen

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Platz der Heinze-Frauen

Am Mittwoch, dem 8. März 2023, wurde der neue Platz der HeinzeFrauen gegenüber des Justizzentrums im Gelsenkirchen Ückendorf mit einem Fest der Öffentlichkeit übergeben. Der attraktive neue Stadtplatz wurde nach Ideen und Anregungen der Bürgerschaft gestaltet und konnte nach Abbruch der Gebäude Bochumer Straße 74 und 76 mit Mitteln von Bund und Land NRW aus dem Topf der Städtebauförderung realisiert werden.

Kein Zufall war es, dass die feierliche Eröffnung am Weltfrauentag stattfand. Der neue Platz verdankt seinen Namen den Mitarbeiterinnen des Gelsenkirchener Fotolabors Heinze, die in einem jahrelangen Rechtsstreit 1981 die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen erkämpften und so bundesdeutsche Geschichte schrieben.

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Wupperfrauen

Besucht die Website https://wupperfrauen.de.

Frauen tauchen in Wuppertal nicht auf oder gehen unter. Das wollten einige Frauen aus der Stadt ändern und Frauen in Wuppertal sichtbarer machen. Sie wollen Wuppertaler Frauen aus Kunst, Kultur, Politik, Sport, Wissenschaft, Forschung und Religion benennen und in einem virtuellen Stadtplan ausfindig machen, aufzeigen und etwas zu ihnen berichten.

Dafür kann man Biografien von verstorbenen und lebenden Wuppertalerinnnen und einen Stadtplan aufrufen, auf denen sich die Biografien verorten lassen.

Veranstaltungen

Vortrag: Frauen und Männer im Krieg. Europäische Erfahrungsgeschichten

Vortrag: Prof. Dr. Maren Röger, Universität Augsburg / Bukowina-Institut
Moderation: Dr. Andrea Genest, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Fürstenberg/H.

Der Zweite Weltkrieg veränderte den Alltag der europäischen Bevölkerungen tiefgreifend. Millionen Frauen übernahmen weitere Rollen, sei es aus ökonomischem Zwang, aus Interesse an erweiterten Handlungsräumen oder politischem Willen. Sie leisteten Hilfsdienste in den Armeen oder kämpften mit der Waffe, auch in Partisanenbewegungen. Millionen Männer wurden in die kämpfenden Armeen eingezogen, wo spezifische Männlichkeitskulturen gepflegt wurden.

In ihrem Vortrag gab Maren Röger am Dienstag, 23. November 2021, einen Überblick über Erfahrungswelten der europäischen Bevölkerungen mit einem besonderen Fokus auf veränderten Geschlechterrollen sowie Erfahrungen sexualisierter Gewalt, die Frauen in unterschiedlichen Ländern machten.

Die Teilnahme wurde aufgezeichnet und kann abgerufen werden unter https://www.topographie.de/livestream/.

Vortragsreihe „Alltag unter deutscher Besatzung in Europa 1939–1945”, in Kooperation von Topographie des Terrors mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, konzipiert mit Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Historisches Seminar, Bergische Universität Wuppertal.

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Denkmal für Helene Wessel umstritten

Ausschreibung: Denkmal für Helene Wessel – Eine der vier Mütter des Grundgesetzes

Helene Wessel war eine von nur vier Frauen, die als Mitglieder des Parlamentarischen Rates im Jahr 1949 an der Erstellung unseres Grundgesetzes mitgewirkt haben.  Als einer dieser vier „Mütter“ des Grundgesetzes sollte ihr – auf Vorschlag des NRW-Heimatministeriums – ein Denkmal im Dortmunder Stadtgarten gesetzt werden.

Helene Wessel war zeitlebens eine überzeugte Pazifistin und kämpferische Demokratin. Das Denkmal soll so zum einen an die historischen Leistungen einer beeindruckenden Frau erinnern, gleichzeitig aber auch Mahnung in unserer heutigen Zeit der Demokratiegefährdung und Politikverdrossenheit sein.

Doch nun ist die Denkmalsetzung umstritten, denn die Fürsorgerin Helene Wessel hat nicht nur die Grundlagen heutiger Gleichstellungspolitik im Grundgesetz gelegt, sondern zugleich auch in Fürsorgefragen umstrittene eugenische Positionen vertreten.

Weitere Informationen hier.