Sophie Marks / 1791-1816

und ihre Liebe in Briefen

Die äußeren Daten dieser Frauenbiografie sind rasch erzählt. Es existiert von Sophie Marks weder Bild noch Text, und in den zahlreichen Lebensbeschreibungen über ihren Geliebten und Ehemann Alexander Haindorf wird meist nur ihr Tod erwähnt. Sophie Marks wurde im Jahr 1791 in Hamm als Tochter der Henriette Marks (geb. Hertz 1769-1823) und des Elias Marks (1765-1854), einem wohlhabenden Kaufmann, geboren.1Marks nutzte sein Vermögen immer wieder, indem er sich finanziell für die jüdische Gemeinde in Hamm engagierte. Seine Tochter Sophie war mit Alexander Haindorf (1784-1862) zunächst befreundet, seit 1810 mit ihm verlobt, seit 1815 mit ihm verheiratet. Haindorf erlangte gemeinsam mit Marks später überregionale Bekanntheit durch die Stiftung einer Bildungseinrichtung für jüdische Lehrer, Kinder und Handwerker. Im September 1816 starb Sophie Marks im Kindbett, als sie die gemeinsame Tochter zur Welt brachte, die – wie sie selbst – den Namen Sophie trug.

Glücklicherweise sind im Privatarchiv Loeb-Böhme-Wels noch einige, bis dato weder komplett transkribierte, geschweige denn publizierte Briefe erhalten geblieben, die Sophie Marks und Alexander Haindorf sich geschickt haben.2 Diese Briefe, geschrieben zwischen 1807 und 1816, sind praktisch die einzigen Zeugnisse, die die Persönlichkeit der jungen Frau greifbar werden lassen. Mit ihrer Hilfe nähere ich mich der Person im Folgenden gleichsam in einem historischen Psychogramm.

 

Der Alltag

Zu der Zeit, als der Briefwechsel anhebt, lebt Sophie als 16-jährige junge Frau mit den Eltern Elias und Henriette Marks, mit der kleinen Schwester Emma (Geburtsdatum unbekannt – 1812), mit der Hausdame Frau von Glaubitz (geb. von Pfuhl) sowie deren Tochter Jette und noch einigen weiteren Bediensteten in einer Hausgemeinschaft in Hamm an der Südstraße 6. Sophie pflegt Kontakte mit den Leuten, die ihre Eltern besuchen. Gelegentlich gibt es während der sogenannten Befreiungskriege Einquartierungen; so hat die Familie Marks etwa am 17. Februar 1811, 1813, und auch im Frühjahr 1814 französische Soldaten im Haus unterzubringen.3Immer wieder werden Wilhelm Salomon Kaufmann (1773 geboren) und seine Ehefrau im Markschen Haus empfangen. Er ist Arzt, sogar Medizinalrat, sie wird auch als Frau „Räthin Kaufmann“ oder als Kaufmännin bezeichnet.4 Die Räthin ist Sophies Tante Rose (geb. Hertz – 2.4.1817), Schwester der Mutter Henriette Hertz.5 Einer Frau Schulz ist Sophie sehr zugetan, aber über sie ist nichts weiter bekannt und der Allerweltsname Schulz lässt auch nicht auf Entdeckungen hoffen. Sophie schreibt über die Freundin Frau Schulz, „mit der ich so über alles was mein und ihr Leben betrifft spreche“. 6„Ich habe sie am liebsten von allen Bekannten, sie ist so eine gute brave Seele“. Mit Frau von Glaubitz startet Sophie verschiedene Unternehmungen und Verwandtenbesuche, auch wenn es beschwerlich ist: Die Familie reist schon mal nach Münster, um im Dom einem Konzert zu lauschen und beispielsweise die Sängerin Angelika Schlüter zu hören. Der Aufwand ist „nicht ohne“. Die Kutschfahrt nahm etliche Stunden Zeit in Anspruch. Doch waren in Hamm die kulturellen Angebote rarer. Wahrscheinlich gibt es hier zwar auch schon Theatervorführungen,7doch sicher in einem verhältnismäßig bescheidenen Rahmen im Saal einer Gaststätte oder im Komödienhaus.

Sophie Marks weiß sich aber auch anderweitig zu beschäftigen: Sie liest, malt, musiziert, doch eine aktive außerhäusliche Lebensplanung und -gestaltung ist für die weibliche Hälfte des Bürgertums in diesen Tagen nicht vorgesehen. Im Grunde ist Sophie Marks – wie andere Frauen aus Bürgertum und Adel auch – dazu verurteilt zu warten, bis der passende standesgemäße Heiratskandidat am Horizont auftaucht, um dann mit seiner Hilfe die Herkunftsfamilie zu verlassen und ein neues Familienkapitel aufzuschlagen. Das besondere Schicksal der Sophie Marks war es nun, dass der Heiratskandidat beizeiten gefunden war, dass aber beide, Sophie und Alexander, über Jahre hinweg nicht miteinander lebten.

Sophie Marks braucht sich um die Bestreitung des Lebensunterhalts keine Sorgen machen, als künftige Erbin des reichsten Manns der Stadt haben finanzielle Probleme keine Rolle in ihrem Leben gespielt. Allenfalls die ökonomische Asymmetrie zu ihrem Verlobten war gelegentlich nicht ganz leicht. Gleichwohl sind die Biografien der beiden jungen Leute nicht frei von Schwierigkeiten, denn sowohl die Familie als auch die Gesellschaft richten Erwartungen an sie, die sie zu erfüllen haben. Sophie ist zuallererst in ihre Rolle als Frau gedrängt, deren Lebensentwurf traditionell bei der Verehelichung und dem Muttersein endet. Allerdings ist der familiäre Hintergrund so komfortabel, dass ihr der Zugang zu Bildung unbeschränkt offensteht. Ob sie je die jüdische Schule in der Stadt besucht hat, wissen wir nicht. Frau von Glaubitz, die Hausdame, hat ein vertrautes Verhältnis zu der jungen Frau, und unterrichtet sie wahrscheinlich im Privatunterricht auch in englischer Sprache.8 Sophie Marks spricht mehrere Fremdsprachen, sie dilettiert auch in italienischer Sprache, sie musiziert, spielt beispielsweise das Pianoforte, sie liest und tauscht sich mit Haindorf über die Lektüre aus. Sie besucht Konzerte in Hamm, übt in einem Chor oder nimmt an einem Ball an der Ostenallee teil. Zwanglos streut sie Anspielungen aus der griechischen Mythologie in ihre Korrespondenz.9 Er sendet ihr auf ihre Bitten auch das eine oder andere Buch zu. Neben dem Zeichnen und Malen verrichtet sie traditionsentsprechend auch „weibliche Handarbeiten“, beispielsweise säumt sie Taschentücher für Haindorf.10 Ferner sammelt sie im Garten der Familie Beeren und kocht sie ein. Als der Tag der Hochzeit naht, erklärt sie ihrem Bräutigam sogar, sie wolle künftig in dem gemeinsamen Haushalt keine Köchin aufnehmen, sondern sich selbst an den Herd stellen und für sie beide kochen. Er werde schon genießen, äußert sie zuversichtlich, was sie zubereite, da es doch allemal besser munde, wenn etwas mit Liebe hergestellt sei.11

Insgesamt erscheint Sophie als intelligente, gebildete, gefühlsstarke, aber auch von Melancholie gedrückte Frau. Sie hat eine „vornehme“ Zurückhaltung, eine Vorsicht und Bescheidenheit. Bescheidenheit wird übrigens von Sophie und Alexander als positive Eigenschaft auch an anderen geschätzt, beispielsweise in der Begegnung mit Frau Schlüter. Hofrätin Angelika Schlüter, die Familie Marks bei einem Gesangsvortrag im Dom in Münster bereits erlebt hatte, sei eine „liebenswürdige, anspruchslose Frau“.12

 

Frauen für den Krieg

Im Jahr 1813, als viele preußische Männer in Scharen freiwillig zur Verteidigung des Vaterlands eilen, werden auch Frauen zur Pflichterfüllung aufgerufen. Und so finden sich in Hamm – aber auch in zahlreichen anderen Städten – Frauen aus den Kreisen des Adels und des Bürgertums zusammen, bilden Frauenvereine, um beispielsweise mit Handarbeiten, Verbandsmaterial und Spenden die Befreiung Preußens von den französischen Truppen unter Napoleon Bonaparte zu unterstützen. Auch Frauen des jüdischen Bürgertums beteiligten sich an den patriotischen Aktivitäten. Henriette Marks wird als Aktive in dem Verein namentlich genannt. Doch auch die Tochter Sophie ist dabei, wenn die Frauen sich treffen. Sie erwähnt in einem der Briefe an Haindorf, dass die Hammer Frauen ihre Arbeiten im Ritzgarten, einer renommierten Gastronomie an der Lippe, zum Verkauf anbieten und Spenden sammeln.13

 

„Ihre Freundin Sophie Marks“ – ein rätselhaftes Bild

Vor einigen Jahren hatte das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm das Glück, aus dem Kunsthandel ein Stickbild, das von Sophie Marks gearbeitet worden ist, erwerben zu können. Es zeigt in beige-braunen Farbtönen eine in Plattstichen ausgeführte Hütte, von Bäumen flankiert, und rückseitig mit einer Widmung versehen: „Bei dem jedesmaligen Anblick dieser ländlichen Hütte erinnern Sie mich an Ihre Heimat und an Hamm. Ihre Freundin Sophie Marks“. Das kleine Bild (maximal 15 cm breit) datiert vom 18. Dezember 1807. 14 Auf den Adressaten, dem diese hübsche Arbeit gewidmet ist, gibt es leider keinen Hinweis. Und die Wege des kommerziellen Kunsthandels sind zu verschlungen und meist so schlecht dokumentiert, dass sich die Provenienz nicht nachvollziehen lässt. Es liegt nahe anzunehmen, dass Sophie Marks ihrem Freund Alexander Haindorf das Bild als Souvenir an die Stadt Hamm und als Andenken an ihre Beziehung gefertigt hat. Zeitlich würde das passen, denn gerade im Herbst 1807 hat der junge Mann Hamm verlassen, um in Würzburg sein Studium anzutreten. Die Anrede „Sie“ wiederum spricht gegen diese Vermutung. In seinem ersten im Archiv Loeb-Böhme-Wels erhaltenen Brief an Sophie Marks bedient sich Haindorf schon des vertrauten „Du“. Das ist nicht als selbstverständlich vorauszusetzen, denn selbst zwischen Eltern und Kindern wird in dieser Zeit bisweilen das förmliche Sie genutzt. Auffällig in ihrer beider Korrespondenz ist, dass Haindorf die junge Frau stets mit Vornamen anspricht und duzt, während Sophie ihn in der Regel mit Haindorf adressiert. Offenbar ist es nicht unhöflich, Männer mit dem Nachnamen anzureden, wie auch aus anderen Briefwechseln hervorgeht. Nennt sie ihn Alexander, kann das als Ausnahme gelten, eher spricht sie ihn auch mit „lieber Freund“, „lieber Junge“, „geliebter Haindorf“ an. „O guter Alexander“, sagt sie angesichts des Todes ihrer kleinen Schwester Emma, und man hört sie förmlich seufzen. 15 Im Scherz spricht sie ihn auch einmal als „liebes Haindorfchen“ an. 16 Aus dem Jahr 1807 hat sich kein Schreiben von Sophies Hand erhalten, doch ist es unwahrscheinlich, dass sie ihn in etwaigen weiteren Briefen mit dem förmlichen Sie angesprochen hätte. Allerdings sendet Sophie Marks am 18. Juni 1812 ein Schreiben an Haindorf in Heidelberg, in dem sie ihn tatsächlich siezt. Es hatte eine Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden gegeben, und sie ist voller Verdruss: „Ihr ungerechtes Urtheil hat mich sehr geschmerzt“, hält Sophie ihm vor. Das lässt erkennen, dass die Enttäuschung über Haindorf die Ursache für ihren förmlichen Stil ausmacht, und zeigt, dass die Anrede flexibel genutzt wurde.

Bei dem Stickbild ist aber keine Distanz zwischen der jungen Frau und dem Beschenkten anzunehmen, also kann wohl auch nicht eine getrübte Stimmung der Grund für die Förmlichkeit sein. Letztendlich wissen wir es einfach nicht. Bedauerlich ist es, dass wir den/die Adressat:in des Stickbildes nicht kennen, erfreulich aber ist andererseits, dass wir neben den Briefen mit diesem Souvenir überhaupt noch etwas Weiteres von Sophie Marks in Händen halten können.

 

Eine Liebe in Briefen

Heutzutage ist es schwer vorstellbar, dass eine Freundschaft und eine Liebesbeziehung über Jahre hinweg im Wesentlichen nur durch schriftlichen Kontakt gepflegt wird, dass man auf diese Weise einander gewiss sein kann und der Austausch von Dauer ist. Die Briefe, die die beiden jungen Leute einander schreiben, erstrecken sich über den Zeitraum von 1807, als Alexander in Würzburg sein Medizinstudium aufnimmt, bis zum Jahr 1816, dem Todesjahr der jungen Mutter Sophie.

Nicht nur in der Widmung in seiner Heidelberger Publikation, auch in den Briefen an die Freundin und Braut sowie umgekehrt von Sophie an Haindorf tritt uns eine große Emotionalität entgegen, eine Gefühligkeit, die heutzutage völlig unbekannt ist und bei Außenstehenden beinahe eine Art „Fremdschämen“ hervorruft. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist die Literatur von „Empfindsamkeit“ geprägt. Und diese Art des Selbstausdrucks wirkt noch bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts nach. Der Ausdruck starker Gefühle gilt zu dieser Zeit nicht als peinlich oder unbeherrscht, sondern als angemessen für eine sittlich gute Existenz.

Die beiden Schreibenden tauschen sich über ihre alltäglichen Erlebnisse aus, zunächst noch in einem eher neutralen Ton, als etwa Haindorf der jungen Frau 1807 von den kulturellen Angeboten in Würzburg erzählt, dass er Shakespeares Hamlet gesehen oder eine Mozartoper gehört hat. Im folgenden Jahr 1808 zeigt der Schreibstil bereits, dass sie einander nähergekommen sind, Haindorf äußert beispielsweise große Anteilnahme „mit Deinem zartfühlenden Herzen“, ja, es ist ein liebendes Necken, wenn er auf einen milden Vorwurf ihrerseits schreibt: „Wie gerne wollte ich nicht nur meine Unart abbüßen, wenn ich nur beständig mit so lieben Briefen [von dir] bestraft“ würde. Sophies Gram – worüber sie sich geärgert hat, ist unklar – begegnet Alexander mit dem Gestus des erfahrenen Älteren: Er ist ist 24, sie 18 Jahre alt. Haindorf stellt fest, dass sie „über das Treiben der Menschen zu sehr reflectiret“ und sich Sorgen macht; dagegen rät er ihr: „Denke Dir nur recht lebhaft, daß ein jeder treibt, was er treiben muß“. Hier schon deutet sich an, dass Sophie mit großer Sensibilität auf die Umwelt reagiert und leicht zu kränken ist. Vieles nimmt sie – zu – schwer, so scheint es ihrem Freund jedenfalls. Und über den Verlust der kleinen Schwester Emma versucht Alexander sie mit philosophischen Grundsätzen zu trösten: „Tod und Leben […] sind so sehr miteinander verschwistert, daß ein tiefer Blick ihre Ähnlichkeit keinen Augenblick verkennen kann“.17 Sie möge trauern, aber nicht über das Warum? grübeln. Alexander hat leicht gut reden, geht er doch „hinaus ins feindliche Leben“, wie Schiller es 1799 in seinem Lied von der Glocke für die Männer vorsah: Er kann sich an den ihm gestellten Aufgaben beweisen und sich in Zerstreuungen verlustieren. Zumal als junger Mann hat er eine Fülle an Verhaltensoptionen, die Sophie nicht zu Gebote stehen – es sei denn, sie wollte völlig aus dem Rahmen fallen.

Sanft und engelsgleich ist Sophie für Haindorf und soll es auch sein. Die geliebte Sophie spricht er an als „holder Engel“, oder „Du lieber Engel“, aber auch „liebe Seele“.18 Ob sich Sophie bei der Anrede „liebes Kind“ hinreichend verstanden fühlte, wissen wir nicht.19 Dabei soll sie es an Verstand nicht fehlen lassen. Und Sophie ist auch keineswegs so gestrickt, dass sie gleichsam wie ein dekoratives Möbelstück nur ihm zu gefallen suchte und ihn ohne eigenen Anspruch erfreuen wollte. Haindorf ist immer wieder mit seinen empathischen Fähigkeiten gefordert, denn Sophie leidet [1.] mehr als Alexander unter den Trennungen, [2.] hat sie wohl unabhängig von der Beziehung zu Alexander mit melancholischen – heute würden wir wohl von depressiven sprechen – Stimmungen zu kämpfen, und [3.] quält sie immer wieder ein starker Kopfschmerz. Alexander Haindorf ist der Vertraute, dem sie diese Bedrückungen immer wieder vorträgt, vielleicht nicht in uferloser Breite, aber doch wiederkehrend, so dass er sich dazu verhalten muss.

 

Frauen und Männer

In einem Brief aus dem Jahr 1811 gibt Haindorf zu erkennen, wie er sich die ideale Frau vorstellt und welches Frauenbild er vertritt.20 An Sophie schätzt er die „ungekünstelten Briefe“, die über unverbindliche Plaudereien stets hinausgehen. „Gelehrte Frauen“ dagegen sind ihm ein Graus. Er hat in Heidelberg die Bekanntschaft einer Frau gemacht, die ihn sehr abschreckt: „Sie ist eitel und die Wissenschaft hat ihr das Herz geraubt, und so der ganze Zirkel gelehrter Frauen, der hier jetzt lebt“. In Heidelberg nämlich lebte damals vorübergehend Amalie von Helvig (geb. Imhof, 1776 Weimar – 1831 Berlin), eine Schriftstellerin, die sich eines großen Reichtums erfreute und sich unbekümmert ihren literarischen Ambitionen widmen konnte. Sie verkehrte hier im Romantikerkreis um Sulpiz Boisserée, einem Kunstsammler und Schriftsteller, ab 1816 lebte sie als Salondame in Berlin. Im Jahr 1799 legte Amalie die Dichtung „Die Schwestern von Lesbos“ vor, 182 Strophen in Hexametern. Sogar in Schillers Horen und in seinem Musenalmanach hat Amalie von Helvig, allerdings unter einem Pseudonym, ihre Gedichte veröffentlicht.21

Dann ergießt sich Haindorf im Folgenden über die Natur des Weibes: „Durch Anmuth und Liebe soll das Weib die Natur beherrschen“, sie nicht aber durch Gelehrigkeit „verderben“. Glücklicherweise, meint Haindorf, seien nicht alle Frauen in Heidelberg von der „Gelehrsamheitswuth befallen“. Manche trügen auch „die Wissenschaft, wie es sich gebühret, auf leichten Schultern“. 22 Immerhin gehören Lektüre und Bildung mit zum Kanon der Erziehungsinhalte für jüdische Frauen, alles in einem moderaten Maß und stets abgegrenzt von „männlicher“ Gelehrsamkeit. Es hat den Anschein, als wenn in jüdischen Kreisen Bildung, auch für Frauen, nicht nur erlaubt, sondern, in Grenzen, auch geboten war. Am 26. April 1814 berichtet Haindorf etwa aus Göttingen: „Die männliche Welt ist hier ungemein gelehrt und ernst, ohne doch mürrisch zu seyn; die weibliche dagegen zart u feingebildet“.23 Auch Dorothea Erxleben, die erste promovierte Frau und Deutschland, und Dorothea von Schlözer, die 1787 als zweite deutsche Frau einen Doktortitel erwarb, hätten Haindorfs Anerkennung gewiss nicht gefunden. Und dass einige Frauen als Männer verkleidet an den Kämpfen gegen die französischen Truppen teilgenommen haben, hätte er sicher als „unnatürlich“, weil gegen die Natur der Frau, verstanden.24.  Diese geschlechtsspezifische Bildungsverteilung dürfte nach Haindorfs Geschmack gewesen sein. Nur keine Extreme!

Nicht nur in der Korrespondenz, sondern auch in seiner wissenschaftlichen Publikation aus dem Jahr 1811 ist die Liebe ein Thema für den Doktor der „Arzney- und Wundarzneykunst“. Die Liebe nämlich, so Alexander Haindorf, „hebt zwar das Physische des Geschlechtstriebes nicht auf, aber sie verklärt und verherrlicht es durch ihre ideelle Form“, so der junge Mann, der damals noch keine 30 Jahre alt war.25 Die Liebe zeige sich bei Frauen und Männern ganz unterschiedlich. Bei jungen Männern, bei denen die „Liebe sich durch das freie Spiel [ihrer] Phantasie mit den Idealen offenbart“, erweitert sich das Gefühlsleben. Der Jüngling hat das Bedürfnis, „sich durch das Weib, als sein vollkommener Gegensatz, zu ergänzen“, so dass sein Egoismus gemindert wird. Wenn er endlich die Frau findet, die „dem Ideale seiner Phantasie entspricht“, wird er ruhiger und sanfter. „Es ist dieses eine der schönsten Perioden des Lebens, in welcher der Jüngling seine ganze Kraft fühlen lernt, und wo er gewaltig im Geiste und Gemüthe in das Leben mächtig eingreift und es beherrschen lernt.“26 Bei jungen Frauen wirke sich die Erfahrung der Liebe ganz anders aus, sie seien in „eine ernste, tiefe Gemüthsstimmung“ versetzt. Die Gefühle ließen sie praktisch die äußere Umgebung vergessen und bescherten „den tiefsten Seelenfrieden“.27

Spätestens diese letzten Schilderungen wird man als autobiografisch verstehen dürfen, denn die Liebe zu Sophie wird dem jungen Haindorf, neben allen Entbehrungen, auch Energie und Tatkraft verleihen haben. Die benötigte er auch, als er in den Jahren 1810 bis 1815 sein Studium, seine Publikationen, seine Ortswechsel und die frustrierenden Bemühungen um eine Professur durchzustehen hatte. „Mit der Eroberung der Braut“, heißt es bei Haindorf ungewöhnlich martialisch, ist „dem Jüngling auch die Eroberung der Welt“ gegeben.28

Die dichotomische Geschlechterordnung, die um das Jahr 1800 die heterosexuellen Beziehungen strukturiert, ist praktisch unhinterfragt: Die Frau gilt als empfangend – der Mann als aktiv, sie ist das Gefühl, er der Verstand, sie ist schwach, er ist stark, sie ist Materie, er ist Gott und so weiter. Besonders anschaulich werden die Geschlechtsrollenklischees in Schillers Gedicht von der Glocke, wo die „züchtige Hausfrau“ drinnen waltet, während der Mann hinaus ins feindliche Leben drängt. Auch für Haindorf sollen die Frauen „sanft und engelsgleich“ sein.29 Immerhin favorisiert Haindorf eine weniger strikte Polarität der Geschlechtscharaktere, er ist um Ausgleich bemüht und richtet sich gegen extreme Positionen. Wie seiner Dissertation der Versuch zugrunde liegt, Somatisches mit Seelischem zu verknüpfen, keine Exklusionen zu zementieren, sondern ein Sowohl-Als-Auch zu favorisieren, so verficht er kein grobes Männerbild. Er selbst zeigt sich immer wieder ausgesprochen gefühlvoll, bisweilen schwärmerisch, Diktate wie „ein Mann weint nicht“, wären ihm sicher völlig abwegig und fremd gewesen.

 

Eifersucht und Sorge

Persönliche Begegnungen der beiden Verlobten sind selten. Sophie sähe ihn gern bei sich in Hamm. Vor den Vorlesungen, die im November beginnen, hat Haindorf aber keine Zeit, also lädt er umgekehrt Sophie mit Frau von Glaubitz im März 1811 ein, ihn in Heidelberg zu besuchen: „Ihr sollt gewiß alle so gut bey mir aufgenommen seyn, als lebtet Ihr im Paradise“, verspricht er.30 Er bekennt, durchaus emotional, dass er unter der Trennung leidet. Sternstunden sind es für Sophie, wenn Haindorf aus seinem Studienort mal wieder in Hamm eintrifft und die Familie Marks besucht. Haindorf nennt Sophies Eltern „die Eltern“, steht also in einem vertrauten Verhältnis zu ihnen. Den „geliebten Haindorf“ tadelt Sophie beispielsweise wegen seines „unnatürlich langen Schweigens“.31Doch ruft sie sich auch selbst zur Disziplin, hat wohl ein kritisches Verhältnis zu ihren Bedürfnissen. Auch wenn jeder Brief von Haindorf ihr „das Leben verschönert“, 32 will sie künftig doch „vernünftiger sein und meiner Phantasie mehr Ruhe gebieten“ räumt sie ihm gegenüber ein. Sophie fühlt sich allein und beneidet „jede meiner Bekanntinnen [sic!], die eine liebende Schwester hat“, mit der sie sich über Liebesdinge austauschen kann. 33 Sophies Sorgen und ihre Trennungsängste werden dem Verlobten bisweilen zu viel, auch deshalb versucht die junge Frau die innere Dramatik zu drosseln, um seine Rüge nicht hören zu müssen: „Ich begreife durchaus nicht, wie Du ewig Dich von ängstigenden Stimmungen quälen läßt. Ich habe Dir ein für alle mal gesagt, daß mein Schicksal auch das Deine ist“. 34

Haindorf seinerseits hatte sich bei Sophie beschwert, dass sie an seinem „erlittenen Verlust“ nicht genügend Anteil genommen hätte, was Sophie wiederum schmerzt – was oder wen er verloren hat, ist unklar. Um aber gleichsam symbolisch den Raum zwischen ihnen zu überbrücken, hat Haindorf in Paris ein Porträt von sich machen lassen und auf die Post gegeben. Nachdem bereits ein erstes Bildnis von ihm auf dem Postweg verloren gegangen war, ist Sophie nun umso ungeduldiger, das Bild ihres Geliebten: „mit banger Sehnsucht erwarte ich es täglich“.35 Kurz darauf kann sie ihm aber bestätigen, dass sie das Bild aus Paris wohlerhalten in Empfang nehmen konnte.36 Ein Jahr später soll ein Ring, den er ihr schickt, die Beziehung stärken.

Schon um das Jahr 1800 hatte die Stadt Paris den Ruf, ein „Fest fürs Leben“ zu bieten. Hier hält sich der junge Arzt im Jahr 1812 und 1813 auf, um die Klinikorganisation der entstehenden Psychiatrie zu studieren.37 Sophie Marks wird durch die Abwesenheit Haindorfs und durch seinen Aufenthalt in Paris aber in Unsicherheiten gestürzt. Sie ist traurig und hat wegen Haindorfs Ferne in Paris „manche düstere Stunde“ zu durchleben. Sie versucht sich damit zu trösten, dass er sie in Zukunft „auch mal durchs Leben“ führen wird.38 Alexander Haindorf hat ihr versichert, dass „nicht Vergnügen noch Sinneslust“ ihn in Paris festhalten. Und sie ist tapfer und erklärt: „was ist schöner, als gegenseitiges volles Vertrauen?“ Es ficht sie nicht an, gibt sie ihm zu verstehen, wenn er in der französischen Hauptstadt Freude erlebt und vergnügt ist. Sophie blickt gleichwohl der näher kommenden Stunde seiner Rückkehr entgegen. Es scheint wohl klar, dass er nicht in Paris bleiben wird? Für seine Rückkehr haben sie den Herbst 1813 ins Auge gefasst. Bis dahin wird sie „überaus glücklich in meiner Phantasie leben“, beruhigt sie ihn. Oder vielleicht sehen sie sich schon im Sommer, so dass sie ihm bis Aachen entgegenfahren kann? Sophie hat Interesse an der französischen Metropole, soweit ihr das aus der Entfernung möglich ist. Sie hat von einem der einquartierten Franzosen erfahren, „daß die schlauen Pariser gewöhnlich den Fremden betrögen“. Sie hofft, dass ihm diese Erfahrung erspart bleiben möge.

Sophie Marks’ Geduld scheint aber auch einmal überstrapaziert gewesen und ein Ende gehabt zu haben. Sie beschwert sich über Haindorfs Abwesenheit, wie aus dessen Antwortschreiben zu schließen ist. Ihr „bittersüßer Brief“ habe ihn sehr betrübt, gesteht Haindorf ein, doch sei es „nun einmal der Männer Loos, […] nicht blos Gefühlen und Empfindungen zu gehorchen, sondern auch der Vernunft ihre Rechte einzuräumen – besonders bey Dingen, die das gemeine Leben betreffen“, entschuldigt Alexander Haindorf sich.39 Inständig erklärt er, dass die Vernunft hier den stärksten Gefühlen entgegenstehe und dass es, er wiederholt es nun, bei allem, was ihm „heilig“ ist, dass er nicht zum Vergnügen in Paris ist. Er habe ganz im Gegenteil sein „Leben frommer, ruhiger, stiller und arbeitsamer gelebt“ als man das vermuten würde. Sie tue ihm Unrecht. Doch für die Entbehrungen an Gemeinsamkeit, die sie ertragen müsse, würden die Götter sie reichlich entlohnen, tröstet er. Diese Hoffnung auf ausgleichende Gerechtigkeit sollte sich als trügerisch erweisen.

Angesichts der Erwartungen der Hammer Familie, dass er bald nach Hamm zurückkehren möge, wendet sich Haindorf brieflich auch an Elias Marks. Haindorfs Herz hängt an Paris und an der Arbeit dort. Im September 1813, als die so genannten Befreiungskriege in vollem Gange sind, fragt er die Eltern Marks, ob er angesichts der unruhigen Zeiten nicht doch besser in Frankreich bliebe und hier den Sturm abwarten sollte.40 Das freilich sehen die Eltern genau umgekehrt: Gerade wegen der unsicheren Zeiten solle er flugs nach Hause kommen.

 

Endlich zusammen: 1815 in Münster

Im Herbst 1814 haben die beiden Verlobten immerhin einmal vier Wochen miteinander verbracht. Sophie sagt, dass es ihr während dieser Zeit „überaus wohl war“, sie ist also nicht durchgängig bedrückt.41 Nur wenige Monate später, im Mai 1815, siedelt Haindorf von Göttingen nach Münster über und ist auch bereit, dort, in der Nähe von Hamm, zu bleiben. Acht Stunden brauchen sie zur Überwindung dieser Entfernung.42

Haindorf hat in Münster u.a. zunächst ein Logis bei der verwitweten Bürgermeistersgattin Vollbier, das er im Sommer 1815 aufgibt. Wann Sophie Marks ihren Verlobten heiratet, ist eigentümlicherweise nicht überliefert. Es fällt auch kein Wort in den Briefen darüber. Zum 10. Oktober 1815, so haben die Brautleute es ins Auge gefasst, wollen sie einen neuen gemeinsamen Hausstand begründen. Mag sein, dass dies auch das Hochzeitsdatum ist. Bis dahin macht sich Alexander Haindorf mit viel Freude daran, die Einrichtung der gemeinsamen Wohnung zu planen. Im Schlafzimmer möchte er ein Himmelbett, die Stube soll mit blauen Tapeten ausgekleidet sein, über die Art der Leuchter diskutieren die beiden in ihren Briefen. Selbst jetzt, da absehbar wird, dass sie ein gemeinsames reales Zusammenleben haben werden, ist Sophie nicht frei von Sorge, ja, sie bangt schaudernd, „daß der Tod uns trennen könnte“.43 Es sei ihr einfach nicht möglich, froh und ungetrübter Stimmung zu sein. Nur wenn er, Alexander, da sei, dann könne sie glücklich sein.

Bald führt Haindorf aber auch eine Praxis als Nervenarzt, die an der zentralen Salzstraße liegt. Wenn er im selben Haus wohnt und praktiziert, dann müsste das im Haus Nr. 45 gewesen sein. Für April 1816 ist Alexander Haindorf in Münsters Ludgeristraße aufgeführt. Wahrscheinlich ist dies die gemeinsame Wohnung von Sophie und Alexander Haindorf. Doch das Miteinander im realen Alltag, auf das die beiden so lange hingelebt hatten, sollte nicht lange währen. Denn: „In der mitternächtlichen Stunde vom 5. auf den 6. und im nämlichen Augenblicke, wo meine innigst geliebte Gattin die lang gehofften Mutterfreuden kurz und süß empfunden hatte, entschlummerte sie sanft zum bessern Leben im Alter von 24 Jahren. Gott sey ihrer Seele gnädig, und schenke meinem Kinde und mir Kraft, unser gerechtes Schicksal ertragen zu können.“ Die Todesanzeige inseriert Haindorf noch am Morgen des 6. September 1816. 44

 

Ausblick

Das Mädchen, das Sophie Haindorf am 6. September 1816 zur Welt bringt, hat an dem frühen Tod der Mutter auch in mancher Hinsicht zu leiden. Sie schreibt später für ihre Kinder: „Unter Unglück ward ich geboren, denn im Moment, wo mir das Leben gegeben ward, wurde es meiner Mutter genommen, und ein Kind, welches die Mutter nicht gekannt, dem ist das höchste Glück vorbehalten, wenn auch wie bei mir ein liebend Vater durch Alles sucht, die Lücke zu ersetzen.“ 45 Haindorf war durch die Tochter Sophie mit seiner verstorbenen Frau Sophie verbunden, was die Beziehung zwischen Vater und Tochter allerdings sehr belastete. „Mein Vater […] tat unendlich viel für mich, aber war maßlos heftig und alles ging im Sturm, ich ward gegen ihn viel zu verschüchtert.“ Als Sophie 14 Jahre alt ist, muss sie sich von den Großeltern Marks in Hamm, wo sie bis dahin aufgewachsen war, trennen und kommt zum Vater nach Münster. Sie ist oft sich selbst überlassen und findet eine Gelegenheit, einen Jungen kennenzulernen: Jakob Loeb. Fünf Jahre haben die beiden eine heimliche Beziehung, bis Alexander Haindorf das bemerkt und sich geharnischt dagegen wendet. Haindorf verbietet den Kontakt, selbst schreiben dürfen sich die beiden jungen Leute nicht. Dabei, meint Sophie, seien Verbote doch ganz dazu angetan, die „Leidenschaft“ anzustacheln. Dass sich ihr Vater gegen Jakob wende, sei reiner Egoismus gewesen: „er würde auch gegen einen anderen Bewerber gewesen sein, er wollte mich für sich behalten“.46 Eine Wende zum Besseren tritt erst ein, als sich Großvater Elias Marks vermittelnd einschaltet, so dass die beiden schließlich doch heiraten können.

Dr. Maria Perrefort

  1. Schon bei den Lebensdaten zeigt sich ein Problem der Rekonstruktion. Der Grabstein der Sophie in Münster auf dem jüdischen Friedhof gibt den 1.5.1791 als Geburtstag an, Alexander Haindorf aber inseriert im Münsterschen Intelligenzblatt, seine Frau sei am 6.10.1816 im Alter von 24 Jahren gestorben. Die nur in Abschrift vorhandenen Bürgerschaftstabellen von Hamm belegen für das Jahr 1802, dass Elias Marks, 35 Jahre alt, Jette Hertz, 30 Jahre alt, mit der 10-jährigen Tochter in der Südstraße 6 wohnen. Eine Tabelle aus dem Jahr 1792 aber führt eine Tochter Marks im Alter von 1 ½ Jahren auf, danach wäre Sophie 1790 geboren. – Die „Erfindung“ des Standesamts hat im Umgang mit Namen und Lebensdaten zu mehr Klarheit geführt.
  2. Diese Briefe sind mir dankenswerterweise von Dörte Wels zugänglich gemacht worden. In der Mehrzahl sind sie von der Hand des Alexander Haindorf. Ihre Anzahl muss erheblich größer gewesen sein, leider verschollen. Am 11.6.1814 schreibt Sophie, dass sie und Alexander in drei Stunden persönlichem Gespräch mehr erzählen könnten als in 82 unvollkommenen Briefen. Sie befinden sich im privaten Archiv Loeb-Böhme-Wels (LBW).
  3. Brief 621, Hamm, 11.6.1814, nach Göttingen.
  4. Unter der Nr. 146/1 BXX 1 laps 58 Medizinalie im Archiv Loeb-Böhme-Wels ist ferner festgehalten, dass Kaufmann im Jahr 1802 zum Dr. med. promovierte. Rose und Salomon Kaufmann haben 1828 beim Hammer Appellationsgericht ein Testament hinterlegt. Schwiegervater Elias Hertz bestimmt am 31.12.1821, dass Salomon Kaufmann die Thora und die Silbergeräte aus der Synagoge zu seinem privaten Gebrauch nutzen kann. Also gehört auch Kaufmann der jüdischen Gemeinde in Hamm an.
  5. Am 10.4.1817 schreibt Th. Kaufmann aus Hamm, eine Tochter des Medizinalrats Kaufmann und seiner Frau. Die Rätin ist am 2.4.1817 gestorben, wie die Tochter mitteilt, sie hat, das hiesige Leben mit dem „besseren vertauscht“, wie es zu dieser Zeit öfter heißt. Vgl. Brief 683, ohne Ort, 10.4.1817.
  6. Brief 670, Hamm, 7.9.1815, nach Münster.
  7. Vgl. Maria Perrefort: Treffpunkt Kneipe. Hammer Lokalgeschichten. Hamm 2021, S. 63.
  8. Diese Privatlehrerin oder ihre Tochter kümmert sich später auch noch um die Erziehung der Sophie Haindorf, der Tochter von Sophie Marks.
  9. Vgl. Brief 657, Hamm, 24.8.1813 nach Paris.
  10. Brief 644, Hamm, 4.10.1811 nach Heidelberg.
  11. Brief 664, Hamm, 29.7.1815 nach Münster.
  12. Brief 638, Hamm, 28.5.1815 nach Münster. Angelika Romberg, Sängerin, Schwester von Andreas Romberg, heiratete Johann Christoph Schlüter (1767-1841).
  13. Vgl. Maria Perrefort: „Vereinigen Sie sich, teutsche Schwestern zu einem frommen Bunde…“ – Der Hammer Frauenverein in der Zeit der Befreiungskriege. In: Jahrbuch des Kreises Unna 31 (2010), S. 143-157, bes. S. 145; siehe auch Perrefort, Maria https://www.frauenruhrgeschichte.de/frg_biografie/friederike-von-bodelschwingh/ ; vgl. auch Brief 663, Hamm, 23.6. oder 23.7.1815 nach Münster. Vgl. Brief 627, Hamm, 24.10.1814 nach Göttingen. Sophie erzählt darüber hinaus über dieses Lokal, dass im Restaurant des Weinwirts David Ritz Krebse und Hasenbraten gereicht werden.
  14. Das Objekt trägt die Inventar-Nummer 15353.
  15. Brief 627, Hamm, 24.10.1814 nach Göttingen.
  16. Brief 627, Hamm, 24.10.1814 nach Göttingen.
  17. Brief 607, Paris, 4.8.1812.
  18. Brief 619, Göttingen, 25.4.1814, und Brief 629, Göttingen, 4.11.1814.
  19. Brief 655, Würzburg, ohne Datum.
  20. Brief 602, Heidelberg, 1.3.1811.
  21. Unter den Kürzeln A und F publiziert sie 1797 drei Gedichte in den Horen sowie in den drei folgenden Jahren mehr als zehn Arbeiten in den Musenalmanachen 1798 bis 1800.
  22. Brief 602, Heidelberg, 1.3.1811.
  23. Brief 678, Göttingen, 26.4.1814.
  24. Eleonore Prochaska, eine Frau, die sich den Namen August Renz zulegte, und einige weitere Frauen wie Anna Lühring und Friederike Krüger zogen es vor, sich ins kriegerische Getümmel zu werfen, statt in Frauenvereinen karitative Handarbeiten zu verrichten. Vgl. Eleonore Prochaska – Wikipedia
  25. Haindorf, Alexander: Versuch einer Pathologie und Therapie der Gemüths- und Geisteskrankheiten, Heidelberg, S. 181.
  26. Versuch, S. 180.
  27. Versuch, S. 181.
  28. Versuch, S. 180.
  29. Vgl. Hildegard Westhoff-Krummacher: Als die Frauen noch sanft und engelsgleich waren. Die Sicht der Frau in der Zeit der Aufklärung und des Biedermeiers. Münster 1995.
  30. Dem Briefwechsel zufolge war Haindorf mindestens bis zum 4.8.1812 in Heidelberg; am 21.10.1812 in Düsseldorf, wohl auf der Durchreise nach Paris, wo er sich mindestens bis zum August 1813 aufhielt.
  31. Brief 603, Hamm, 17.2.1813 (nicht 1811), nach Paris.
  32. Brief 603, Hamm, 17.2.1813 (nicht 1811), nach Paris.
  33. Brief 633, Hamm, 26.1.1815 nach Göttingen.
  34. Brief 665, Münster, 23.6.1815.
  35. Brief 603, Hamm, 17.2.1813 (nicht 1811), nach Paris.
  36. Brief 609, Hamm, 8.3.1813 nach Paris.
  37. Haindorf, Alexander: „Beyträge zur Culturgeschichte der Medizin und Chirurgie Frankreichs und vorzüglich seiner Hauptstadt, mit einer Uebersicht ihrer sämmtlichen Hospitäler und Armenanstalten nebst mehreren während der Jahre 1813 und 1814 dort gesammelten medizinisch-chirurgischen Beobachtungen. Göttingen 1815 (Vandenhoek und Ruprecht).
  38. Brief 609, Hamm, 8.3.1813 nach Paris.
  39. Brief 613, Paris, 23.7.1813.
  40. Vgl. Brief 614, Paris, 31.8.1813.
  41. Brief 627, Hamm, 24.10.1814 nach Göttingen.
  42. Vgl. Brief 637, Hamm, 26.5.1815 nach Münster.
  43. Brief 635, Hamm, 16.5.1815 nach Münster.
  44. Münstersches Intelligenz-Blatt, 1816, S. 1116. Zu diesem Zeitpunkt zählt Sophie Haindorf 25, nicht 24 Jahre. Haindorf geht mit Zahlenangaben oft nachlässig um, so dass immer wieder Unklarheiten bei der Rezeption entstehen. Das Grab findet sich auf dem jüdischen Friedhof Münster, Grab auf dem jüdischen Friedhof Münster, https://www.juedischer-friedhof-muenster.de/datenbankseite/?jlmid=378
  45. Dörte Haus [Wels]: Die Zeitreise. Von Simon Salomon zu Hermann Funke. Hamm 2002, S. 93, Archiv LBW Nr. 414, Bd. 2.
  46. Zeitreise, S. 94.
Orte:

Südstraße 6, 59065 Hamm
Ludgeristraße, 48143 Münster
Grab auf dem jüdischen Friedhof Münster, https://www.juedischer-friedhof-muenster.de/datenbankseite/?jlmid=378

Zitation: Perrefort, Maria, Sophie Marks und ihre Liebe in Briefen, Version 1.0, in: frauen/ruhr/geschichte, 29. 12. 2022, in: frauen/ruhr/geschichte, https://www.frauenruhrgeschichte.de/biografien/sophie-marks/

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