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„Sich ins Geschehen werfen“. Die Hoesch-Fraueninitiative

Zur Eröffnung der Ausstellung „Sich ins Geschehen werfen“ am Sonntag, den 10. November 2019,  um 11.00 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen

Begrüßung: PD Dr. Karl Lauschke, Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums e.V.
Statements: Svenja Grawe, Ruhr-Universität Bochum
Frederic Roth Technische, Universität Dortmund
Einführung: Isolde Parussel M.A., Leiterin des Hoesch-Museums
Musik: Vokalrunde

Der Einsatz der »Hoesch-Frauen« hat bis heute wenig Beachtung gefunden. Um 1980 solidarisierten sich engagierte Frauen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Beruf oder ihrer persönlichen politischen Einstellung, mit der Hoesch-Belegschaft. Auslöser waren die Stahlkrise und eine drohende Werksschließung. Im Zentrum der Ausstellung steht eine Fotoserie des Dortmunder Fotografen Gisbert Gerhard, der die Aktionen begleitete. Diese und weitere Bilder sowie ausgewählte Dokumente und Exponate belegen, wie auch die Frauen für den Erhalt der Arbeitsplätze
demonstrierten – bis hin zu einem mehrtägigen Hungerstreik vor der Westfalenhütte.

Donnerstag, 28. November 2019, 18.00 Uhr:
Museumsgespräch: »Unsichtbare Motoren«
Die Fraueninitiative Hattingen während des Hüttenstreiks 1986/87
Alicia Gorny, Institut für soziale Bewegung Bochum

Sonntagsmatinée, 2. Februar 2020, 11.00 Uhr:
Der Hungerstreik 1981 der Hoesch-Fraueninitiative mit Rita Schenkmann-Raguse, Brigitte Sonnenthal-Walbersdorf und weiteren Zeitzeuginnen

Ausstellungsdauer: 9. November 2019 bis 9. Februar 2020
Sonderöffnung: Sa 9. November, 11.00 –18.00 Uhr
So 10. November, 10.00–18.00 Uhr

EINTRITT FREI! Eine Ausstellung des Hoesch-Museums mit seinen Partnern. Die Ausstellung ist Teil des f² Fotofestival mit dem diesjährigen Thema »Gerechtigkeit«.

Veranstaltungsort:
HOESCH-MUSEUM
Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund
Tel. 0231 844 58 56
www.hoeschmuseum.dortmund.de
Öffnungszeiten: Di u. Mi 13.00 – 17.00
Do 9.00 – 17.00, So 10.00 – 17.00 Uhr

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Über die „Reife der Frau“ und den „Anfang alles wahrhaften Fortschritts“

100 Jahre Frauenwahlrecht – ein erster Schritt zur Geschlechterdemokratie?

Vortrag und Gespräch am Dienstag, den 12. November 2019, ab 19.00 Uhr

Referentinnen: Susanne Abeck und Dr. Uta C. Schmidt

2019 feiern wir ein besonderes Jubiläum: Die erste deutsche Demokratie hat hundertsten Geburtstag. Die neue demokratische Verfassung – Grundlage auch der Weimarer Republik – garantierte Frauen ab 1919 erstmals die staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Frauen durften 1919 in Deutschland erstmals wählen – und selbst gewählt werden. Das war zweifellos ein historischer Erfolg.

Die Referentinnen Susanne Abeck, Historikerin, und Dr. Uta C. Schmidt, u. a. Mitarbeiterin im Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW – beide Mitbegründerin des Forschungsportals frauen/ruhr/geschichte – werden zunächst eine Einführung in die Geschichte der allgemeinen Frauenstimmrechtsbewegung geben. Anschließend widmet sich ihr Vortrag den Akteurinnen im Ruhrgebiet, insbesondere im Ruhrgebiet – und in Hattingen.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der VHS Hattingen mit dem Frauenreferat in den Ev. Kirchenkreisen Hattingen-Witten und Schwelm, der Ev. Erwachsenenbildung EN-Ruhr und der Gleichstellungsstelle der Stadt Hattingen. Eintritt: 6 €

Veranstaltungsort:
Altes Rathaus Hattingen, 1. Etage
Untermarkt 9, 45525 Hattingen-Altstadt

 

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Aletta Eßer und der Werkkreis für Literatur der Arbeitswelt

Dienstag, 12. November 2019, 18 Uhr

Aletta Eßer (1934–1990) war Schriftstellerin und Aktivistin in Duisburg-Rheinhausen. Seit 1969 verfasste sie Gedichte und Erzählungen, die sich vor allem mit der sozialen Situation von Arbeitern, Frauen und Zugewanderten beschäftigten.

Im Rahmen der Veranstaltung wird Marion Bachmann aus ausgewählten Prosatexten von Aletta Eßer lesen. Dr. Andreas Pilger vom Stadtarchiv Duisburg (das den Nachlass der Autorin verwahrt) gibt eine kurze biographische Einführung. Michaela Wiegand vom Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt beleuchtet mit dem Werkkreis ein wichtiges literarisches Netzwerk, in dem Aletta Eßer agierte.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Poesie, Prosa und Protest. Literarische Überlieferung in Archiv und Bibliothek“ im Landesarchiv. Informationen hier.

Veranstaltungsort:
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen
Schifferstraße 30, 47059 Duisburg
Tel. +49 203 98721-0
E-Mail: rheinland@lav.nrw.de

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Die jüdische Frau in der Weimarer Republik

Vortrag von Prof. Dr. Miriam Rürup, Hamburg
Dienstag, 19. November 2019, 19.00 Uhr

Jüdische Frauen hatten schon im Mittelalter eine selbständige Stellung als Geschäftsfrauen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert beteiligten sie sich an der entstehenden Frauenbewegung in Deutschland. Frau Rürup wird besonders die Situation jüdischer Frauen in der Weimarer Republik behandeln. Kam es zu Neuaufbrüchen? Wie wirkte sich das neue Frauenstimmrecht der Weimarer Reichsverfassung auf die jüdischen Gemeinden aus? Wie gestaltete sich das Verhältnis von Mann und Frau in den jüdischen Jugendbewegungen der 1920er Jahre? Welche spezifischen Probleme ging der Jüdische Frauenbund Deutschland an? Frau Rürup ist eine international renommierte Forscherin auf dem Gebiet der Geschlechtergeschichte.

Miriam Rürup hat die Leitung des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg im Jahr 2012 übernommen. Zuvor war sie von 2010 an als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI Washington. Vor ihrem Wechsel in die USA war sie Wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen bei Prof. Dr. Bernd Weisbrod. Ihre Forschungsinteressen umfassen die deutsch-jüdische Geschichte, Zeitgeschichte, Geschichte des Nationalsozialismus sowie der Gedenkpolitik, Geschlechtergeschichte sowie aus dem Umfeld ihrer Habilitation vor allem die Geschichte von Migration, Staatsbürgerschaft und Staatenlosigkeit.

Sie hat Geschichte, Soziologie und Europäische Ethnologie in Göttingen, Tel Aviv und Berlin studiert und wurde im Jahr 2006 an der TU Berlin promoviert. Diese Arbeit ist erschienen unter dem Titel Ehrensache: Jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten (1886-1937) in der Reihe des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (Göttingen: Wallstein, 2008). Darüber hinaus ist sie Herausgeberin des Bandes zu Praktiken der Differenz: Diasporakulturen in der Zeitgeschichte (Göttingen: Wallstein, 2009) und Gewalt und Gesellschaft. Klassiker modernen Denkens neu gelesen (Göttingen: Wallstein, 2011). Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschriften „Aschkenas“ und WerkstattGeschichte sowie Fachredakteurin für Jüdische Geschichte beim Internet-Portal H-Soz-u-Kult. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie u.a. tätig in der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, dem Simon Dubnow Institut in Leipzig und dem Franz Rosenzweig Center an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort
ALTE SYNAGOGE
Edmund-Körner-Platz 1
45127 Essen
www.alte-synagoge.essen.de

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Neuerscheinung ‚Herrin ihrer selbst‘

Ingeborg Boxhammer: ‚Herrin ihrer selbst‘: Zahnkunst, Wahlrecht und Vegetarismus – Margarete Herz und ihr Freundinnen-Netzwerk, Berlin/Leipzig: Hentrich & Hentrich 2019, 354 Seiten, 60 Abbildungen, ISBN 978-3-95565-339-2, 24,90 €

Welche Möglichkeiten hatten ledige jüdische Frauen im Deutschen Kaiserreich, ihre eigenen Wege zu gehen und sich selbst zu verwirklichen? Die Biographie von Margarete Herz (1872–1947) setzt neue Akzente zum Engagement in der Frauenstimmrechtsbewegung, der Lebensreformbewegung – und der Zahnheilkunde: Die Dentistin stand im Zentrum eines kleinen Netzwerkes selbstständig arbeitender Frauen. Sie und ihr „lesbian-like“ Freundinnenkreis kämpften für radikaldemokratische Bürgerinnenrechte. Später baute sich Margarete Herz mit einer vegetarischen Gaststätte und einem Reformhaus eine wirtschaftlich unabhängige Existenz auf. Diese wurde jedoch durch erstarkenden Antisemitismus und die nationalsozialistische Diktatur zerstört. 1938 gelang ihr die Flucht in die USA. Mit Hilfe der überlieferten Privatkorrespondenz einer Schwägerin, der Antifaschistin und Pazifistin Alice Herz (1882–1965), entstand ein lebendiges Porträt.

Mehrere deutsche Städte rücken genauer in den Blick und machen die Biografien für viele unterschiedliche Regionen interessant: Bad Sachsa, Berlin, Blankenburg/Harz, Bochum, Bonn, Bonn-Godesberg, Bonn-Mehlem, Eden/Oranienburg, Essen, Gelsenkirchen, Güstrow und Rostock.

Link zur Verlagsseite.

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Susanne Abeck / Uta C. Schmidt: Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie. Frauenwahlrechtsbewegungen im Ruhrgebiet

Die beiden Autorinnen haben einen Text für die soeben erschienene Zeitschrift Ariadne verfasst. Archiv der deutschen Frauenbewegung (Hg.): Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, Heft 75: Gleichberechtigung als Prozess. Ideen – Entwicklungen – Folgen, Kassel 2019, ISSN 0178-1073, 23,00 €

Die Zeitschrift Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte erscheint seit 1985. Bis Heft 37/38.2000 führte sie den Untertitel Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung. Anliegen der Zeitschrift ist es, den Themenschwerpunkt des AddF „historische Frauen(bewegungs)geschichte“ für ein breit gefächertes Publikum auf vielfältige Weise aufzubereiten, nicht nur mittels wissenschaftlicher Beiträge, die nach Möglichkeit reich bebildert werden, sondern auch durch Dokumentationen. Sie versteht sich als Sprachrohr für Fragestellungen aus den Geschichts- und Kulturwissenschaften.

INHALT
Sabine Berghahn
70 Jahre Gleichberechtigung in der Verfassung

Susanne Abeck / Uta C. Schmidt
Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie. Frauenwahlrechtsbewegungen im Ruhrgebiet

Karin Gille Linne
Gleichberechtigt! Die Sozialdemokratinnen Elisabeth Selbert und Herta Gotthelf im Kampf um Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz 1948/49

Anja Schröter
Der lange Atem der „inneren Emanzipation“ – Ostdeutsche Frauen und der Ehegattenunterhalt

Manuela Seifert
Alibi für die Gleichberechtigung? Soldatinnen in der Nationalen Volksarmee

André Dechert / Susanne Kinnebrock
Care – ein höchst ambivalentes Legitimationsmuster für Gleichberechtigung. Ein Vergleich öffentlicher Diskurse aus dem Wilhelminischen Kaiserreich, der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und der frühen Bundesrepublik

Valérie Dubslaff
Die ‚deutsche Frau‘ und ihre Rechte. Die Gleichberechtigungsdebatten in der NPD (von den 1960er Jahren bis heute)

Lara Track
Frieden vernetzt. Transnationaler Friedensaktivismus und der Gleichberechtigungsprozess in der Bundesrepublik Deutschland

Silvia Ulrich
Gleichberechtigung. Frauenpolitik und Verfassung – der Kampf um Gleichstellung in Österreich

Sarah Kiani
„Eine Frau, die gezwungenermaßen Hausfrau ist, ist nicht zwangsläufig eine gute Mutter“. Die Gleichberechtigungskampagne in der Schweiz (1975-1981) und die Frage nach den feministischen Wellen

Dokumentation
Annemarie Wald: »Gleichberechtigung« ─ in Bonn und in der Praxis
Frieda Radel: Was wir erreichten

Katharina Hoffmann
Archivarbeit als Intervention. Das Frauenarchiv Sparrow in Indien

Cornelia Wenzel
Mit Rotstift und Contenance. Notizen zur Gleichberechtigung bei Elisabeth Selbert

Rezensionen

Bestellmöglichkeiten unter www.addf-kassel.de/publikationen/ariadne-75/

 

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Hedwig Averdunk. Privilegiert und diskriminiert

Eine neue Biografie von Doris Freer über die Duisburger Politikerin Hedwig Averdunk (1881–1974). Mehr unter

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Frauen im Bauhaus – Ausstellungen in NRW

Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an den Kampf um Frauenrechte. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten Frauen in vielen Ländern erstmals die Möglichkeit, zu wählen. Die tatsächliche, auch gesellschaftliche Gleichstellung war (und ist) jedoch noch weit entfernt. Auch am Bauhaus wurde Gleichberechtigung postuliert – gelebt wurde sie jedoch nicht immer.

Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Initiiert wurde er vor dem Ersten Weltkrieg von so berühmten Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin. Sie forderten die politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau. Mit der Weimarer Verfassung konnte zumindest die politische Gleichstellung verwirklicht werden: Darin wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht festgeschrieben. Es ist mutigen Frauen auch aus dem Westen zu verdanken, die sich dafür einsetzten. Deren Biografien erforscht und präsentiert unser Online-Portal.

Damit begann sich auch der gesellschaftliche Status und der Selbstanspruch der Frauen zu verändern, jedoch nicht so radikal, wie man heute glaubt, wenn man an die Neue Frau der 1920er Jahre denkt. Die Ausstellung Mythos Neue Frau (17.2. – 17.11.2019) des LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller thematisiert diesen Widerspruch zwischen Realität und Mythos. Gezeigt wird die Schau vom 29.3. bis zum 1.11.2020 auch im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt. Wie sich die Stellung der Frau auf dem Land veränderte, wird das LVR-Freilichtmuseum Lindlar mit der Sonderausstellung „Neue Politik. Frauen auf dem Land“ ebenfalls ab März 2020 zeigen.

Auch das Staatliche Bauhaus, 1919 in Weimar gegründet, versprach ein gleichberechtigtes Miteinander von Männern und Frauen. Tatsächlich gab es im ersten Semester sogar mehr Studentinnen als Studenten. Schnell zeigte sich jedoch, dass die gängigen Geschlechterkonzeptionen der lehrenden Männer sehr traditionell waren. In der Realität stand den Frauen daher meist nur die Weberei-Werkstatt als Ausbildungsort offen. Berühmt ist Oskar Schlemmers Ausspruch: „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt und sei es nur zum Zeitvertreib.” Johannes Itten unterstellte Frauen sogar ein „zweidimensionales Sehen”, daher sollten sie lieber in der Fläche arbeiten.

Einigen Frauen arrangierten sich mit diesem Schicksal und die Weberei bot ihnen die Möglichkeit, Großes zu leisten. Deren Leiterin wurde 1927 Gunta Stölzl. Auch Anni Albers entdeckte ihr Talent für das Weben. Ihr Werk hat die Kunstsammlung NRW (K 20) in Kooperation mit der Tate Modern, London schon im Sommer 2018 vorgestellt. Ebenfalls in die Weberei ging die aus Uerdingen stammende Benita Koch-Otte. Sie begann zu experimentieren, ohne sich an die Regeln des Handwerks zu halten. Sie war maßgeblich an der Ausstattung des Hauses am Horn beteiligt, also dem Musterhaus, das im Rahmen der ersten Bauhaus-Ausstellung gebaut wurde.

Nach dem Weggang Gunta Stölzls besetzte der dritte und letzte Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe die Stelle mit seiner beruflichen wie privaten Partnerin Lilly Reich. Reich wurde oftmals nur als Mies’ Assistentin angesehen; wie groß ihr Anteil an seinem Schaffen allerdings tatsächlich war, hat das Forschungsprojekt Bauhaus und Industrie in Krefeld des Projekts mik e.V. herausgefunden. Deren Ergebnisse werden ab vom 7.4. bis zum 28.10.2019 in einem von Thomas Schütte gebauten Pavillon in Krefeld präsentiert.

Doch es gab auch Frauen, die in anderen Werkstätten reüssieren konnten. Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist Marianne Brandt, deren geometrische Teekanne und Aschenbecher berühmt geworden und noch heute begehrte Design-Objekte sind. Ihre Entwürfe machten einen Großenteil der Modelle aus, die aus der Metallwerkstatt kamen: Erfolge, die niemand leugnen konnte!

Margarete Heymann-Loebenstein hatte es ungleich schwerer an die Werkstatt ihrer Wahl, nämlich die Keramik-Werkstatt zu gelangen. In einer Meisterratssitzung wurde sogar entschieden, vorerst keine Frauen mehr aufzunehmen. Frustriert verließ sie nach knapp einem Jahr das Bauhaus wieder und gründete 1923 mit ihrem Mann die kommerziell erfolgreichen Haël-Werkstätten. Ihrem Œuvre und dem ihrer Cousine widmet sich die Ausstellung 2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) vom 12.4. bis 11.8.2019.

Die wenigen positiven Beispiele von Frauen am Bauhaus können also nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Männer am Bauhaus formal Frauen eine gleichgestellte Ausbildung ermöglichen wollten, ihnen dies in der Realität aber oftmals verweigerten. Damit steht das Bauhaus exemplarisch für die gesellschaftliche Stimmung in der Weimarer Republik.

Literatur: Müller, Ulrike: Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. München: Elisabeth Sandmann Verlag GmbH. 2009

 

 

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Gender Studies: Internationales Zentrum gegründet

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) gründet das Marie-Jahoda-Center for International Gender Studies. Die Geschlechterforschung an der RUB blickt auf eine mehr als drei Jahrzehnte währende Geschichte. Schon seit den 1980er-Jahren besteht das „RUB-Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung“, das auf einen engen interdisziplinären Austausch und zugleich den aktiven Aufbau nationaler und internationaler Forschungs- und Lehrkooperationen setzt. Nun geht die RUB mit dem Marie-Jahoda-Center den nächsten Schritt.

Sie führt ihre maßgeblichen Instrumente zur Bildung von Gender-Wissensnetzwerken zusammen – die Marie-Jahoda-Gastprofessur und die Masterstudiengänge Gender Studies – und entwickelt sie weiter. Mit dem Leitmotto „Creating Gender Knowledge Networks – Building Bridges to Society“ fügt sich das neue Zentrum nahtlos in die Gesamtstrategie der RUB ein. „Der Netzwerkgedanke steht dabei im Vordergrund“, so Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich. Das Zentrum sei auch ein weiterer Eckpfeiler der Bochumer Bewerbung im laufenden Wettbewerb zur Exzellenzstrategie.

In der Tradition Marie Jahodas

Mit der Gründung des Centers stellen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem kultur- und sozialwissenschaftlichen Bereich und die RUB erneut in die Tradition der österreichischen Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907 bis 2001), die bereits Namenspatronin für die renommierte Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung war. Marie Jahoda steht für wissenschaftliche Strahlkraft, für gelebte Interdisziplinarität und Internationalität sowie für eine konsequente Verbindung von Wissenschaft und gesellschaftlichen Fragestellungen.

Netzwerk in der Universitätsallianz

Ziel des Zentrums ist es, ein gutes Forschungsumfeld für Kooperationsprojekte zu schaffen und das besondere fachübergreifende Forschungsprofil konsequent fruchtbar zu machen. Prof. Dr. Katja Sabisch, Direktorin der Bochumer Gender Studies, hebt dafür die Bedeutung der Universitätsallianz Ruhr hervor: „Die Potenziale unserer Zusammenarbeit in der Geschlechterforschung sind enorm. Mit dem Center wird dies auf eine langfristige Basis gestellt.“

Die künftige Geschäftsführerin des Centers, Dr. Beate von Miquel, sieht als besonderes Merkmal, dass „Forschung und Lehre um den Wissenstransfer ergänzt werden, um dem gesellschaftlichen Bedarf nach Reflexion von Geschlechterbildern und Geschlechterwissen zu begegnen.“ Ein aktuelles Beispiel für das produktive Zusammenwirken von Forschung und Transfer ist die Kampagne „Unser Campus“. Der Hashtag Me-Too oder die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur „Dritten Option“ hatten zuvor gezeigt, dass es notwendig ist, neue Maßnahmen zu entwickeln, um einen inklusiven Campus zu schaffen.

Nachwuchsförderung

Ein starkes Augenmerk legt das Center auf die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wenn es offiziell eröffnet wird, sollen sich vor allem Studierende, Doktoranden und Postdocs angesprochen fühlen. „Unser Call for Papers für die interdisziplinär organisierten Workshops richtet sich insbesondere an den Nachwuchs“, so Maximiliane Brand, Koordinatorin der Gender-Studies-Studiengänge und Sprecherin des wissenschaftlichen Mittelbaus im Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Termin

Die offizielle Eröffnungsfeier des Centers fand am 25. und 26. Juni 2019 statt.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Katja Sabisch
Gender Studies
Fakultät für Sozialwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22988
E-Mail: katja.sabisch@rub.de

 

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Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933

Mit diesem Handbuch werden erstmals die Biographien von allen Abgeordneten der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung und des Preußischen Landtags 1919–1933 vorgelegt. Das Land Preußen galt in der Weimarer Republik als demokratisches ‚Bollwerk‘. Erstmals zogen 1919 auch Frauen in das Parlament ein.

Das Handbuch ermöglicht den Zugriff auf eine in Vielfalt und Aussagekraft umfassende Zusammenstellung personengebundener Daten und Fakten zur Geschichte des deutschen und preußischen Parlamentarismus. In den Biographien spiegeln sich verschiedene Epochen in Deutschland – Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Bundesrepublik Deutschland bzw. DDR. Die Verfolgung von Abgeordneten im Nationalsozialismus und Stalinismus wurde besonders erforscht und dokumentiert, um Erinnerung möglich zu machen.

Das umfangreiche Handbuch, hinter der eine jahrelange akribische Forschungsarbeit steckt, ist für das Ruhrgebiet von großem Interesse und Erkenntniswert, weil dort zahlreiche Informationen und weiterführende Quellen- und Literaturhinwiese zu Frauen zu finden sind, die sich mit der Erlangung des Wahlrechts  wählen ließen. So sind dort z. B. die Informationen zu Albertine Badenberg oder Helene Wessel zu finden. Die Erstgenannte kam aus Steele und war von 1923 bis 1933 Mitglied des Preußischen Landtags, die Zweitgenannte wuchs in Hörde auf, wurde 1928 in den Landtag gewählt und war eine der vier „Mütter“ – neben 61 „Vätern“ – des Grundgesetzes.

Inhaltsverzeichnis sowie weitere Informationen auf der Website des Peter Lang Verlags.

Barbara von Hindenburg (Hg.), Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933. Reihe: Zivilisationen und Geschichte / Civilizations and History / Civilisations et Histoire, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Warszawa/Wien 2017, 2790 Seiten, ISBN 978-3-653-07049-1, 303,80 €

 

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„Männer wollten damals mutlos werden“

Wie kam es dazu, dass mit der Novemberrevolution 1918 ein Wahlrecht beschlossen wurde, das Frauen und Männer staatsrechtlich gleichstellte? Was waren die Voraussetzungen für diese größte Wahlrechtserweiterung aller Zeiten? Welche Akteurinnen forderten im Ruhrgebiet das Wahlrecht?

Susanne Abeck & Uta C. Schmidt: „Männer wollten damals mutlos werden“. Die Einführung des Frauenwahlrechts im Ruhrgebiet, in: Forum Geschichtskultur Ruhr, Schwerpunktthema: 1918/1919 – Revolution an der Ruhr, 02/2018, S. 38-42, ISSN 1436-7661, Bezug über den Klartext-Verlag, info@klartext-verlag.de