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# Geschichtskultur revisited – Teil I: Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken

Dienstag, 20. Oktober 2020, 18:00 bis 19:30 Uhr, ONLINE

# Geschichtskultur revisited
Teil I: Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken

Da der jährlich stattfindende Geschichtskonvent Ruhr in diesem Jahr nicht planbar war, greift das Forum Geschichtskultur in drei virtuellen Workshops aktuelle Fragen der Geschichtskultur auf.

Mit # Geschichtskultur revisited diskutieren wir, wie sich die demokratisierenden Impulse der Geschichtsarbeit der 1970er- und 80er- Jahre mit Bewegungen wie „Grabe, wo du stehst!“ in einer sich weiter pluralisierenden Gesellschaft weiterentwickelt haben. Was ist vom damaligen Elan angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen mitsamt ihren Tendenzen zu Geschichtsrevisionismus geblieben? Sehen wir uns heute als demokratische Geschichtskultur oder als Geschichtskultur in der Demokratie? Was benötigen wir gegenwärtig für eine „Grabe“-bewegung – angesichts vielfach analysierter eurozentrischer Narrative und alltäglich gelebter Vielheit bei gleichzeitiger Aus- und Abgrenzung? Welche neuen Akteur*innen beleben die aktuelle Geschichtskultur und bringen neue Sichtweisen ein? Welche Interessen und Perspektiven sind unterrepräsentiert? Brauchen wir neue „grabungsbasierte“ Analysen, Erzählungen und Visionen für Erinnerung und Repräsentation in einer zukünftigen lebenswerten demokratischen Gesellschaft?

Teil I fragt am 20. Oktober 2020, 18:00 bis 19:30 Uhr, nach den Perspektiven für die Geschichtskultur durch Interkultur und queeres Denken. Dr. Uta C. Schmidt vom Forum Geschichtskultur diskutiert mit Linda Unger vom Archiv ausZeiten/ Bochum, mit Ausstellungsmachern von Come out, Essen!/ Essen, mit Vertreter*innen von Interkultur Ruhr sowie mit Nesrin Tanç, Literaturwissenschaftlerin und Regisseurin/ Duisburg.

Nach Anmeldung unter forum@geschichtskultur-ruhr.de bis Montag, den 19. Oktober, erhalten Sie einen Zugangslink*, um dem Workshop beiwohnen und über die Chat-Funktion mitdiskutieren zu können. Der aufgezeichnete Workshop wird später unter www.geschichtskultur-ruhr.de bereitgestellt.

Eine Veranstaltung des Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V.

* Hinweise zum Datenschutz: Die Veranstaltung wird in Form einer Online-Videokonferenz mittels eines Dienstes der US-amerikanischen ZOOM Video Communications, Inc. durchgeführt. Das Forum Geschichtskultur löscht vorbehaltlich gesetzlicher Aufbewahrungsvorschriften Ihre Daten, wenn der der Speicherung zugrunde liegende Zweck erreicht ist, Sie Ihre Einwilligung widerrufen haben oder einer der weiteren in Artikel 17 DS-GVO aufgeführten Fälle vorliegt.

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Widerstand auf Wiesen und Wellen

Die Frauenwiderstandcamps im Hunsrück und das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug
Feministische Widerstandsstrategien und Gegenöffentlichkeiten in den 1980er und 1990er Jahren

Eine Ausstellung des Frauenarchivs ausZeiten und der Frauenbibliothek LIESELLE

Von 1983 bis 1993 fuhren jeden Sommer Frauen aus ganz Deutschland – auch aus Bochum – in den Hunsrück. Im Dorf Reckershausen nahmen sie an mehrwöchigen Frauenwiderstandscamps teil. Die Frauen protestierten gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen, gegen Militarisierung und (kalten) Krieg und benannten diese als Ausdruck patriarchaler Gewalt. In insgesamt 11 Camps diskutierten sie ein Jahrzehnt lang unterschiedlichste Themen aus feministischer Sicht und schufen mit kompromisslosen Aktionen Aufmerksamkeit für ihre politischen Anliegen.

Mit dem Anspruch, eine feministische Gegenöffentlichkeit zu schaffen, haben sich Anfang der 90er Jahre Frauen und Lesben aus einer Gruppe gegen Sexismus und Rassismus zusammengefunden, um den Mainstream-Medien etwas entgegenzusetzen und die Medienlandschaft aktiv mitzugestalten. Das FrauenLesbenRadio Funk‘n Flug sendete zwischen 1994 und 1998 im Rahmen des Bürgerfunks im Lokalradio in Bochum regelmäßig jeden ersten Montag im Monat. Die Themen spiegeln das Diskussions- und Aktivitätsspektrum der 1990er Jahre wider: Frauen und Flucht, AIDS, Rassismus, Antisemitismus und NS-Aufarbeitung.

Die Ausstellung zeigt Plakate, die die Anliegen der Frauenwiderstandscamps und das Lebensgefühl der widerständigen Frauen und Lesben ausdrücken. Sie geben Einblick in deren vielfältige Diskussionen, ihre Kreativität und ihr Selbstverständnis. Plakate und Objekte des FrauenLesbenRadios Funk’n Flug vermitteln einen Eindruck von der feministischen Radioarbeit vor der Verbreitung des Internets. Hörbeiträge und eine künstlerische Auseinandersetzung sind ab Dezember direkt einhörbar unter www.meta-katalog.eu
und www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de. Die Ausstellung ist Teil eines Projekts im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs.

Die Ausstellung ist Im Foyer des Bochumer Zentrums für Stadtgeschichte bis Sonntag, 10. Januar 2021 zu sehen. Führungen durch die Ausstellung: Donnerstag, 22. Oktober 2020, Donnerstag, 5. November 2020, Donnerstag, 3. Dezember 2020, jeweils 17 Uhr. Begrenzte Personenzahl, Anmeldung unter info@auszeiten-frauenarchiv.de – Sie erhalten eine Bestätigung.

Veranstaltungsort:
Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte
Wittener Straße 47, 44789 Bochum

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Ausstellung zur Geschichte lesbisch-schwuler Emanzipation

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation

Gleichgeschlechtliche Paare können heute in Deutschland heiraten. Manche Minister*innen oder Oberbürgermeister*innen bekennen sich offen als schwul oder lesbisch. In Essen setzt sich seit einigen Jahren eine städtische Koordinierungsstelle für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Akzeptanz und Gleichstellung ein. Solchen und weiteren Erfolgen ist ein langer Kampf lesbischer und schwuler Initiativen vorausgegangen – in Essen, im Ruhrgebiet und deutschlandweit. Eine Ausstellung zeichnet nun die Geschichte dieser Emanzipation seit Beginn des 20. Jahrhunderts nach.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Gerüchten um Friedrich Alfred Krupps Homosexualität zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Verabschiedung eines ersten Handlungsprogramms gegen die Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen im Jahr 1999 im Essener Stadtrat und blickt abschließend auf die Erfolge lesbisch-schwuler Emanzipation der letzten Jahre. „Vor allem in Zeiten gesellschaftlichen Aufbruchs wie zu Beginn der Weimarer Republik oder als Folge der 68er-Bewegung sind lesbische Frauen und schwule Männer für ihre Rechte eingetreten, haben für Anerkennung und gegen Diskriminierung gekämpft“, sagt Wolfgang D. Berude, Initiator der Ausstellung. „Wir zeigen dies an vielen Beispielen aus Essen und auch anderen Ruhrgebietsstädten.“ Berude, einer der Mitbegründer des Forums Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und des Arbeitskreises schwule Geschichte, recherchiert seit Jahrzehnten zu diesem Thema und hat sehr viel Material zu der Ausstellung beigesteuert.

Die Ausstellung blickt auch auf die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Die Nazis verschärfen den § 175 im Jahr 1935, und im Rahmen einer Gestapo-„Aktion gegen Homosexuelle“ werden ab 1936 viele Männer aus Essen und Umgebung verhaftet, teilweise von Gerichten verurteilt und oft anschließend in Konzentrationslagern interniert. Viele überleben dies nicht. Und auch nach 1945 bleibt Sex zwischen Männern strafbar, der § 175 wird erst 1969 liberalisiert und 1994 ganz aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

„Schwule und Lesben haben viel Mut gebraucht, einer in weiten Teilen homophoben Stimmung in der Gesellschaft, einem traditionell-bürgerlichen Rollenbild der Geschlechter und dem Strafgesetz zu trotzen. Viele haben es dennoch gewagt – die einen in Form individueller Lebensentwürfe, die anderen gemeinsam und öffentlich“, sagt der Historiker Stefan Nies, der die Ausstellung im Auftrag der Stiftung Ruhr Museum kuratiert hat.

Eine eigene Installation verweist auf die Situation lesbischer Frauen in den 1950er- und 60er-Jahren, die besonders unter der weiblichen Rollenzuweisung als Ehefrau und Mutter leiden. „Die Strategie der meisten lesbischen Frauen, mit dieser bundesdeutschen Realität der 1950er- und 60er-Jahre umzugehen, ist es – so wird vermutet – unauffällig zu sein. Nicht selten werden Tarnehen und heterosexuelle Scheinehen zwischen Schwulen und Lesben geschlossen, um sich gesellschaftlicher Diskriminierung zu entziehen“, stellt die Bildungswissenschaftlerin Dr. Bettina Waffner mit Blick auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse fest. Waffner gehört zu dem ehrenamtlichen Projektteam, das die Ausstellung gemeinsam mit dem Kurator Stefan Nies und Initiator Wolfgang D. Berude erarbeitet hat. Mitgewirkt darin haben zudem Dietrich Dettmann vom Magazin fresh, Markus Laubrock von der Aidshilfe, der Fotograf Moritz Leick, Michael Kleine-Möllhoff, der 1984 der erste offen schwule Ratsherr in Essen war, Friederike Ninnemann und Sabine Weinem von Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. sowie Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen. Der Historiker Dr. Frank Ahland aus Dortmund stand dem Projekt als wissenschaftlicher Berater zur Seite.

„Wenn wir nur über die Grenze in unser EU-Nachbarland Polen schauen, wo LSBTI* offen diskriminiert und einige Städte sich zynisch als ‚LSBTI-frei‘ bezeichnen oder nach Ungarn, wo die Rechte von Trans*menschen kürzlich stark eingeschränkt wurden, können wir stolz auf das sein, was bei uns alles erreicht wurde. Trotzdem gibt es noch viel zu tun“, sagt Sebastian Stute von der Koordinierungsstelle. „So wird auch heute noch Homosexualität im Sport oder in der Arbeitswelt teils tabuisiert, Trans*menschen werden immer noch pathologisiert, und es gibt immer noch Eltern, die ihre nicht-heterosexuellen Kinder in Therapie schicken. Gleichberechtigung muss erkämpft werden – immer noch und immer wieder.“

Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation
Ausstellung aus 22 Rollups und einer Installation
Ausstellungsorte:
• 3. August bis 12. August 2020:
Rathaus Essen, Foyer, Porscheplatz 1, 45121 Essen (Eingang durch Haupteingang neben Rathausgalerie), Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Do 7.00–16.00 Uhr, Fr 7.00–15.00 Uhr
• 27. August bis 8. Oktober 2020:
Volkshochschule Essen, Ausstellungsfoyer 2. Etage, Burgplatz 1, 45127 Essen
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo–Fr. 9.00–21.00 Uhr, Sa./So., 26./27. Sept., 9.00–18.00 Uhr
• 15. Januar bis 4. März 2021:
Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Foyer, Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen,
Öffnungszeiten Ausstellung: Mo, Di, Mi 9.00–15:30 Uhr, Do 9.00–18.00 Uhr, Fr 9.00–13.00 Uhr

Eine Ausstellung der Aidshilfe Essen e. V., Arbeitskreis Schwule Geschichte, und des Ruhr Museums in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Gleichgeschlechtliche Lebensweisen LSBTI* der Stadt Essen, dem Forum Essener Lesben und Schwule (F.E.L.S.) und Frauen-Liebe im Pott – Flip e. V. Schirmherr: Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen.

Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm und es erscheint ein Begleitbuch zur Ausstellung.
Ausstellung und Begleitbuch wurden ermöglicht durch finanzielle Unterstützung von:
• Stiftung Ruhr Museum
• Stadt Essen, Kulturamt
• Sparkasse Essen, Sparkassenlotterie PS-Sparen und Gewinnen
• Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung
• Hannchen-Mehrzweck-Stiftung für homosexuelle Selbsthilfe

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Künstlerische Recherche-Residenz zu Fasia Jansen: Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz

Nach einem Juryentscheid am 30. Juli 2020 sind Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und Interkultur Ruhr zu einer zweimonatigen Recherche-Residenz eingeladen worden. Die Ergebnisse aus ihrer Beschäftigung mit der verstorbenen Aktivistin und Liedermacherin Fasia Jansen aus Oberhausen werden im Frühjahr 2021 im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund präsentiert.

Die Kunst- und Kulturproduzentinnen Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz werden mit einer Schwarzpositionierten künstlerisch-kulturhistorischen Recherche Fasia Jansens Leben und Wirken in Zusammenhängen der regionalen, aber auch der globalen Schwarzen Bewegung untersuchen. “Der Großteil der bereits entstandenen Recherchen, Bücher, Filme und Archive zu Fasia Jansen wurde von weißen Autor*innen verfasst und gesammelt. Dies spiegelt sich in dem Diskurs um Fasia Jansen wider: So wird beispielsweise nur beiläufig auf das bis jetzt wenig recherchierte Netzwerk Schwarzer Akteur*innen, das sie im Ruhrgebiet, aber auch international umgab, eingegangen,” heißt es in ihrem Bewerbungsschreiben. „Als Schwarze deutsche Kunstschaffende und Aktivistin nimmt Fasia Jansen, die sich weltweit insbesondere für Frauenrechte und Frieden eingesetzt hat, eine einzigartige Position in der Geschichte des Ruhrgebiets und Deutschlands ein.“

“Wir sind froh, mit Princela Biyaa und Marny Garcia Mommertz Residentinnen gefunden zu haben, die sich als kritische Erbinnengemeinschaft verstehen. Sie wollen bisher unsichtbare soziopolitische Einbindungen von Fasia Jansen untersuchen und ihre Geschichte auf selbststärkende Potentiale für Schwarze Bewegungen des heutigen Ruhrgebiets hin untersuchen”, so die fünfköpfige Jury, bestehend aus Betty Schiel (IFFF Dortmund | Köln), Ella Steinmann (Theater Oberhausen), Eva Busch (atelier automatique), Maxa Zoller (IFFF Dortmund | Köln), Johanna-Yasirra Kluhs (Interkultur Ruhr).

Über die Residentinnen:

Princela Biyaa lebt seit über 8 Jahren im Ruhrgebiet. Wichtige Schritte zur Unterstützung der Sichtbarmachung Schwarzer Perspektiven, dem Diskurs deutscher kolonialer Vergangenheit und postkolonialer Gegenwart im Ruhrgebiet waren für sie die Mitbegründung der PoC Gruppe Bochum/Dortmund und des Postkolonialen Lesekreises der PoC AG an der TU Dortmund. Neben ihrem Engagement und Forschungen im akademischen Kontext ist sie seit mehreren Jahren im aktuellen Diskurs um die Anerkennung postmigrantischer Perspektiven und (Mehrfach)Zugehörigkeiten aktiv. Diesbezüglich ist sie in verschiedenen sozialen Projekten tätig, wie z.B. Projekt Ankommen e.V. und Familienzukunft. Derzeit konzipiert sie eine Workshopreihe zum Thema „Self Care and Community Care” für den vkii und arbeitet als Kuratorin an dem Projekt “Du denkst, du kennst Dortmund” (Arbeitstitel), welches lokalen Kunst- und Kulturschaffenden Akteur*innen der Nordstadt Gehör und Sichtbarkeit geben wird. Ab Juli 2020 arbeitet sie als Bildungsreferentin des Kompetenzzentrums Anti-Schwarzer Rassismus bei Each One Teach One e.V..

Marny Garcia Mommertz hat 2018 in Den Haag den Verein Afro Student Association mitgegründet, um mit internationalen Schwarzen Studierenden eine geschütztere Plattform des Austausches zu bilden und sich für positive Selbstrepräsentation von und für Schwarze im Stadtbild einzusetzen. Durch längere Aufenthalte in der Karibik, Südamerika, Nordamerika, Europa und Westafrika hat sie ein sich ständig erweiterndes globales Verständnis von Schwarzsein. So absolvierte sie zum Beispiel ein Praktikum bei der Bürger*innenrechtsbewegung Y’En A Marre in Dakar (Senegal) mit den Zielen, Strategien der Mobilisierung Schwarzer Menschen kennenzulernen und ihr Netzwerk zu erweitern. Als freie Mitarbeiterin am Goethe-Institut Salvador-Bahia betreute und unterstütze sie u.a. internationale Kunstschaffende der Künstler*innenresidenz Vila Sul. Durch die Arbeit mit internationalen Schwarzen Kunstschaffenden im Kontext der Stadt Salvador hat sie tiefe Einblicke in verschiedene Praktiken erworben, bei denen Selbstrepräsentation oder Aktivismus mit Kunst verwoben sind. Seit Januar 2020 arbeitet sie als kuratorische Assistenz beim Hartware MedienKunstVerein e.V. in Dortmund.

Beide Residentinnen sind Mitbegründerinnen der Association of Black Arti_ists, die die Selbstrepräsentation von Schwarzer Kunst und Künstler*innen in Europa stärken möchte.

www.interkultur.ruhr/kalender/juryentscheid-zur-kuenstlerischen-recherche-residenz-fasia-jansen

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Wer die Wahl hat – Äbtissinnenwahl und Konflikt im Reichsstift Essen

Donnerstag, 8. Dezember 2020, 18:00 Uhr

Vortrag von Thorsten Fischer, Universität Duisburg-Essen

Das Recht ihre Äbtissin in freier Wahl selbst bestimmen zu können, wurde dem Stift Essen bereits in ottonischer Zeit verliehen. Nach dem Tode einer Äbtissin kam der Konvent alsbald zusammen, um aus der Mitte der Frauengemeinschaft eine neue Vorsteherin zu erwählen. Im Idealfall sollten aber keinesfalls die besondere adelige Herkunft und der Reichtum der Kandidatinnen oder gar machtpolitische Erwägungen die Abstimmung beeinflussen. Vielmehr sollte die Fähigste unter den Sanctimonialen die Leitung der Gemeinschaft übernehmen.

Dass das Amt einer Äbtissin doch stets auch ein machtpolitischer Faktor in den territorialpolitischen Spannungsfeldern der Region war, zeigt der Vortrag am Beispiel der Reichsabtei Essen. Die wenigen hochadeligen Familien, die ihre Töchter in das Stift sandten, konkurrierten stets um das höchste Amt, dessen Inhaberin sich Fürstäbtissin nennen konnte. Gleich dreimal – 1292-1298, 1426-1428 sowie 1489-1499 – kam es zu Doppelwahlen um die leitende Position im Stift. Kriegerische Konflikte und Einmischung des Papstes waren die Folge.

Veranstalter: Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e.V.

Veranstaltungsort:
Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv
Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen

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Gleichstellung von Frauen an Hochschulen: Professor*innen als Gatekeeper

Trotz vieler gleichstellungspolitischer Initiativen können Männer an deutschen Hochschulen nach wie vor leichter Karriere machen. Zwar hat der Frauenanteil in der Wissenschaft kontinuierlich zugenommen, er sinkt aber mit steigender Qualifikation. Weniger als jede vierte Professur in Deutschland ist heute mit einer Frau besetzt. Zudem verdienen sie schlechter als ihre männlichen Kollegen. Was wissen die Betroffenen selbst über Gender- und Gleichstellungsfragen und (wie) setzen sie das als Führungskräfte im beruflichen Alltag um? Das fragt eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Für das vom NRW-Wissenschaftsministerium geförderte Projekt* befragten Soziologinnen unter Leitung von IAQ-Direktorin Prof. Dr. Ute Klammer 40 Professor*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Wie die Auswertung der an vier NRW-Universitäten geführten Interviews zeigt, befürworten die Befragten beiderlei Geschlechts grundsätzlich die Frauenförderung. Viele sehen allerdings einen Konflikt zwischen der Bestenauswahl/Exzellenz und der politischen und rechtlichen Vorgabe, dass Frauen und Männern gleich stark vertreten sein sollen. „Aber was die Besten ausmacht, wird nicht hinterfragt“, kritisiert Klammer. Vielmehr stelle sich die Arbeitskultur in der Wissenschaft zunehmend als „Kampfarena“ mit starker Wettbewerbsorientierung dar und trage mit dazu bei, dass gerade Frauen immer noch häufig aus der wissenschaftlichen Karriere aussteigen.

An der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit wird unter dem Stichwort „Familienfreundlichkeit“ an vielen Hochschulen seit langem gearbeitet. Allerdings drohe die Gefahr, dass sich die Geschlechterstereotypen verfestigen, wenn die besonderen familiären Belastungen von Frauen thematisiert werden, befürchten die Forscherinnen. Deshalb sollten auch Männer stärker als Sorgetragende angesprochen werden.

Die Gleichstellungsforschung könnte helfen, auch andere strukturelle Probleme an den Hochschulen besser zu erkennen. Etwa Fragen, wie mehr Beschäftigungssicherheit für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen wird, wie alternative Qualifizierungswege jenseits von Habilitation und Juniorprofessur mehr Anerkennung erfahren können und wie sich der Trend zur kurzfristigen Projektfinanzierung wieder umkehren lässt zugunsten einer verlässlichen Grundfinanzierung. Klammer: „Es geht um die fundamentale Frage: Was ist unser Verständnis von guter, von exzellenter Wissenschaft – und wie können wissenschaftliche Einrichtungen so aufgestellt werden, dass uns keine Talente – Frauen wie Männer – verloren gehen?“

Link zur Publikation.

Quelle: Ulrike Bohnsack Ressort Presse – Stabsstelle des Rektorats, Universität Duisburg-Essen

 

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Die „Work-Life-Balance“ bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert

Wie können Arbeits- und Privatleben in Einklang gebracht werden? Welche Folgen hat es, wenn das Verhältnis zwischen beiden nicht ausgeglichen ist? Das Problem gab es schon lange, bevor die „Work-Life-Balance“ Forschungsthema verschiedener Disziplinen wurde. Dr. Eva Ochs vom Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen befasste sich in ihrem Habilitationsprojekt „Beruf als Berufung? Die Work-Life-Balance bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert“ mit historischen Entwicklungen, die zu Spannungen zwischen Beruf und Privatleben führten. Und wie gingen Männer damit um, dass ein neues Berufsethos und ein geändertes Familienideal an ihnen zerrten?

Wie können Arbeits- und Privatleben in Einklang gebracht werden? Welche Folgen hat es, wenn das Verhältnis zwischen beiden nicht ausgeglichen ist? Das Problem gab es schon lange, bevor die „Work-Life-Balance“ Forschungsthema verschiedener Disziplinen wurde. Dr. Eva Ochs vom Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen befasste sich in ihrem Habilitationsprojekt „Beruf als Berufung? Die Work-Life-Balance bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert“ mit historischen Entwicklungen, die zu Spannungen zwischen Beruf und Privatleben führten. Und wie gingen Männer damit um, dass ein neues Berufsethos und ein geändertes Familienideal an ihnen zerrten?

„Aufstrebendes Bürgertum“ verändert Familienverhältnisse

Verändert hatte sich das Verhältnis innerhalb von Familien, die dem aufstrebenden Bürgertum – also vor allem Unternehmer, höhere Beamte und freiberuflich Tätige –angehörten, bereits seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts: „Die patriarchalische Grundordnung mit dem ‚Hausvater‘, der der Familie vorsteht und über alle im Haus bestimmt, blieb zwar bestehen“, erläutert Eva Ochs. „Nun erfolgte aber eine Emotionalisierung, die den familiären Binnenraum gegen das Hausvater-Modell abgrenzte.“

Der bürgerliche Ehemann und Vater sollte einerseits eine führende Rolle als fürsorgliches Familienoberhaupt übernehmen, er durfte in der Familie auch Gefühle zeigen. Andererseits musste er in der grauen Berufswelt draußen beim „harten Kampf ums Überleben“ seinen Mann stehen – mit „männlichen Eigenschaften“ wie Mut, Tatkraft, Vernunft oder Energie: „Das führte zu inneren Spannungen.“

Den „bürgerlichen Frauen“ wurden ab dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein anderer „Geschlechtscharakter“ zugeschrieben: der weibliche. Die führende Rolle der Männer wurde nun mit biologischen Argumenten begründet, die sich aus der physischen Konstitution der Frau, dem angeblich „schwachen Geschlecht“, ergeben sollten. Daraus wurden wiederum psychische Eigenschaften abgeleitet: Hingebung, Fürsorge, Zuneigung, Duldungsfähigkeit. Danach seien Frauen dafür zuständig, den Nachwuchs aufzuziehen – zuhause und in Berufen der Pflege und Fürsorge.

„Natürlich gab es diese ‚Eigenschaften‘ auch schon früher, jetzt bemühte man sich erstmals um eine Systematisierung“, stellt Ochs fest. „Die geschlechtsspezifischen Zuschreibungen spielten im Bürgertum eine ganz große Rolle. Das ‚Erbe‘ spürt man heute noch bis hin zu der Frage, wer Führungspositionen innehat.“

Leistungsethos und Ausbildung

Damit unterschied sich das bürgerliche Selbstbild erheblich von dem des standesmäßig konkurrierenden Adels, das nicht auf emotionaler Nähe und Gefühl beruhte, sondern auf „funktionellem Zusammenkommen“: Die adligen Ehepartner erfüllten vorgegebene Funktionen, besonders im repräsentativen Bereich. Seine gesellschaftliche und politische Stellung leitete der Adel aus seiner Geburt ab.

Das Bürgertum definierte sich dagegen durch Besitz bzw. Bildung. Daraus entwickelte es ein besonderes berufliches Leistungsethos, aus dem es Herrschaftsansprüche ableitete. „Dieses fast sakrale Arbeits- und Leistungsethos fand sich sogar auf Grabsteinen wieder mit Inschriften wie ‚Rastlose Tätigkeit‘, ‚Nimmermüdes Tun‘ – das war als Norm gesetzt“, so Ochs.

Dieses Ethos lastete besonders auf den Männern, die gleichzeitig fürsorgliche Väter und Ehemänner sein und einen Platz in der bürgerlichen Geselligkeitskultur einnehmen sollten: „Das führte zu inneren Spannungen.“

Hoher Stellenwert der Bildung

Natürlich hat es auch vorher emotionale Wärme in der Familie gegeben, jedoch wurde sie jetzt erstmals bewusst wahrgenommen und thematisiert: „Der Nachwuchs musste ja erst einmal viel Aufmerksamkeit und Zuneigung erhalten, um die ganzen Leistungskriterien und Bildungswerte in ihn zu ‚verpflanzen‘.“ Denn er konnte nicht mehr – wie etwa in einem Handwerksbetrieb – den Vater nachahmen: „Der bürgerliche Vater arbeitete aushäusig, hatte vielleicht sogar studiert. Solche Wurzeln mussten für den Nachwuchs erst noch gelegt werden.“

Dafür wurde die bürgerliche Familie zum „Nest“ mit einer emotionalen Binnenstruktur, in dem das Leistungsethos dem Nachwuchs vermittelt wurde.

Zur Vorbereitung auf eine bürgerliche Karriere gehörte eine gute Ausbildung, die nicht nur Fachwissen vermittelte, sondern auch bestimmte Werte. Sie diente so auch der Herausbildung von Persönlichkeit. Daher hatte Bildung einen hohen Stellenwert. Ziele waren rationale Lebensführung mit vorausschauender Planung, Bedenken notwendiger Schritte und „Ansparen für die Zukunft“, aber auch die Emotionalisierung und Intimisierung des Familienlebens.

„Weiße“ und „schwarze“ Schafe

Trotz der Fokussierung auf die Unternehmensnachfolge erweiterten viele Söhne von Gründern – die sich dem Aufbau des Unternehmens widmeten – ihre Perspektiven. Durch die bessere Ausbildung und ihre guten finanziellen Lebensumstände konnten sie durch die Beschäftigung mit Kultur und mit Kulturreisen ihren Horizont erweitern.

Andererseits konnten oder wollten viele Bürgersöhne den elterlichen Anforderungen nicht genügen. Oft waren dies Zweitgeborene. Die Familien versuchten häufig, sie mit Geld oder Strafen doch noch auf den rechten Weg ins väterliche Unternehmen zu bringen oder das Scheitern zu vertuschen. Viele „schwarzen Schafe“ sollten im Ausland bei befreundeten Kaufleuten hartes Arbeiten lernen, z.T. in Übersee. Zum Teil mit Erfolg. Es gab aber auch Männer, die in der Fremde verarmten, alkoholsüchtig wurden und starben.

Aufstieg aus eigener Kraft

Interessant im Zusammenhang mit ihrem Selbstverständnis ist, wie erfolgreiche bürgerliche Männer ihren Weg bis nach oben deuteten: als ihren eigenen Erfolg. „Alle definieren sich darüber, ihren Aufstieg aus eigener Kraft erreicht zu haben, egal, wie gut ihre finanziellen, sozialen oder kulturellen Startbedingungen waren. Auch die, die aus Unternehmerfamilien stammten wie die Söhne von Werner von Siemens“, so Ochs. „Dieses Narrativ war für die bürgerlichen Männer ungeheuer wichtig.“

Das galt auch für die aus bildungsbürgerlichen Familien Stammenden wie z.B. Rudolph von Delbrück, ein enger Mitarbeiter Bismarcks. Ochs: „Die bildungsbürgerlichen Männer charakterisierten ihr Studium, das sie zu erfolgreichen Anwälten, Ärzten oder Beamten gemacht hatte, als etwas, was auch ihre Persönlichkeit gebildet hatte. Durch die Auseinandersetzung mit zentralen bürgerlichen Werten war es mehr als ein ‚Brotstudium‘.“

Spagat zwischen Beruf und Familien

Viele bürgerliche Männer hatte jedoch das Empfinden, bei dem schwierigen Spagat zwischen Berufsethos und Familienleben keine wirkliche Balance zu finden. So beklagte etwa der Soziologe und Nationalökonom Max Weber seine eingeengte Rolle und beneidete die Frauen um „ihr natürliches Gleichgewicht“ im Leben. Theodor Fontane lag wie viele mit seiner Frau im Dauerstreit darüber, welche Zeit er für die Familie hätte – dabei konnte er als Schriftsteller zuhause arbeiten.

Andere meinten, dass ein beruflich erfolgreicher Mann kein „Pantoffelheld“ sein könne. Wieder andere bestanden darauf, dass der Bereich des Gefühls und der familiären Beziehungspflege eine Domäne der Frau bleiben müsse. Der Unternehmer Werner von Siemens, der sich durch Hauslehrer und Mentoren bei seinen Kindern in der Vaterrolle vertreten ließ, fand es gut, dass Frauen den Männern den Rücken freihielten: „So ist das eben, die Frauen sind zuhause und für das Gefühl und das Soziale zuständig.“

Neben dem Bedauern, wenig Zeit für die Familie zu haben, fand Ochs sogar Äußerungen, wonach der Beruf eine Entlastung sein könne. Etwa, wenn zuhause alle krank waren und der Mann sich in den Beruf oder in die Politik zurückziehen konnte.

Habilitation

In ihrem Habilitationsprojekt „Beruf als Berufung? Die Work-Life-Balance bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert“ untersuchte Dr. Eva Ochs das berufliche Selbstverständnis und die Lebenspraxis von Bürgern des 19. Jahrhunderts. Lebenserinnerungen, Briefe und Tagebücher gaben Einblicke in retrospektive und zeitgenössische Deutungen der individuellen Lebenspraxis und ließen die Erforschung von Selbstbildern zu. Der Schwerpunkt lag auf dem Verhältnis zwischen Arbeit und Familie. Die Historikerin „begleitete“ bürgerliche Männer durch ihre Karriere und fragte, welchen Stellwert die Familie dabei hatte: Wie sahen sich die Bürger selbst in ihrem Bemühen, eine Balance zu finden zwischen Karriere und Familienleben? Verstanden sie sich als „Arbeitssoldaten“, die ihr Leben ausschließlich der beruflichen Sphäre widmeten? Welche Bedingungen stellten sich z.B. bei wohlhabenden (Unternehmer-)Familien für die Ausbildung und Begleitung des Nachwuchses in den Beruf im Vergleich mit Handwerkerfamilien?

Veröffentlichung

Eva Ochs: „Beruf als Berufung? Die Work-Life-Balance bürgerlicher Männer im 19. Jahrhundert“ (SOFIE. Schriftenreihe zur Geschlechterforschung, Band 25), Röhrig Universitätsverlag St. Ingbert, Juli 2020

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Frauen in die Politik: Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

LWL-Historiker*innen erinnern angesichts 75 Jahre nach Kriegsende am 8. Mai 1945 daran, dass Frauen in der Nachkriegszeit eine besondere Rolle zugewiesen wurde.

Nachdem sich bereits im August 1945 die großen Parteien der Weimarer Republik wieder beziehungsweise neu gegründet hatten, fand sich nicht selten die Parole: „Nun sind die Frauen an der Reihe.“ Dabei war allerdings von Seiten der Parteien weniger an deren paritätischer Mitwirkung gedacht, als an ihre praktische, meist fürsorgerische Tätigkeit vor Ort in Frauenvereinen oder kommunalen Frauenausschüssen, um kurzfristig die größte Not zu lindern.

Ein solcher Frauenausschuss wurde zum Beispiel am 12. September 1946 in Dortmund ins Leben gerufen. Die britische Militärregierung begrüßte grundsätzlich eine stärkere politische Beteiligung von Frauen. Sie stand nicht nur den Frauenausschüssen positiv gegenüber, sondern befürwortete auch eine angemessene weibliche Repräsentanz in den Stadträten und deren Ausschüssen. So sprachen sich englische Behörden anlässlich der Kommunalwahlen im Oktober 1948 in einem Schreiben an Heinrich Austermann, den damaligen Stadtdirektor von Münster, ausdrücklich für eine stärkere Vertretung von Frauen im Rat und in den Ausschüssen aus. Im Ergebnis blieb der Aufruf der britischen Behörden jedoch ohne Erfolg. Im neugewählten Rat waren unter den 33 Mitgliedern nur zwei Frauen vertreten.

Während sich vielerorts soziale und kulturpolitische Vereine von Frauen gründeten, waren Frauen an der Wiedergründung der demokratischen Parteien nur vereinzelt beteiligt. In Ostwestfalen beispielsweise knüpfte die Sozialpolitikerin Friederike (Frieda) Nadig aus Herford an ihre politische Karriere in der SPD an, für die sie in den 1920er Jahren bereits in den Westfälischen Provinziallandtag gewählt worden war. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur beteiligte sich Nadig am demokratischen Wiederaufbau Deutschlands zunächst als Mitglied im Zonenbeirat für die Britische Zone und von 1947 bis 1950 als Landtagsabgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag. Außerdem gehörte sie 1948 zu den „vier Müttern“ des Grundgesetzes im Parlamentarischen Rat.

 

 

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Gender-Mediathek

Die Gender-Mediathek der Heirnich-Böll-Stiftung e.V. ist ein kollaboratives Projekt, das Dozent*innen, Trainer*innen, Multiplikator*innen und Interessierte bei der Suche nach feministischen und geschlechterbezogenen audiovisuellen Lehr- und Lernmaterialien unterstützt. Im Internet gibt es zahlreiche Medien von unterschiedlicher Qualität und Machart, verteilt auf verschiedene Plattformen. Diese sind allerdings meist nicht thematisch sortiert erfasst und nicht immer leicht zugänglich. Hier das passende Medium zu finden, das für die eigene Themenstellung und die jeweilige Zielgruppe passend ist, ist oft zu zeitaufwändig.

Die Gender-Mediathek füllt diese Lücke. Sie finden hier audiovisuelle Medien zu feministischen und geschlechterpolitischen Themen, die über Volltext- oder Schlagwortsuche und Filterfunktionen gefunden werden können. Neben der Beschreibung des Inhalts, den Produzent*innen, technischen Angaben und Bezugsquellen finden sie auch Hinweise zum Einsatz der Medien in der Bildungsarbeit.

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In der Männerrepublik: Wie Frauen die Politik eroberten

»Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen sollte.« Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel, 1959.

Die Bundesrepublik war lange eine Männerrepublik. Männer schrieben Geschichte. Männer besetzten Ämter. Männer gaben den Ton an. Und Frauen? Dieses Buch erzählt die politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus weiblichen Perspektiven. Lange Jahre waren Politikerinnen in der Bundesrepublik kaum sichtbar. Die erste Ministerin wurde 1961 berufen. Erst ein Sitzstreik von CDU-Frauen vor dem Kabinettssaal zwang Kanzler Konrad Adenauer dazu, Elisabeth Schwarzhaupt in sein viertes Kabinett aufzunehmen. Was ihn nicht daran hinderte, die Regierungsmitglieder weiterhin mit »Guten Morgen, meine Herren« zu begrüßen .

Im Zentrum dieses Buchs stehen charismatische Frauen, deren politisches Wirken und private Schicksale Auskunft über bis heute unerzählte deutsche Geschichte geben. Protagonistinnen sind Politikerinnen aller Parteien, die sich während der Bonner Republik in der Männerbastion Bundestag durchsetzten. Ihre Lebenswege sind geprägt von politischen und privaten Dramen, denn für ihren Einsatz bezahlten sie mitunter einen hohen persönlichen Preis. Viele sprechen in diesem Buch das erste Mal darüber, wie die Politik ihr Leben veränderte, wie ihr permanenter Einsatz zu schmerzhaften Trennungen und Entfremdungen führte, wie Politik sie süchtig machte oder mit welchen Mitteln die Männer aller Parteien sie bekämpften. Entstanden ist eine spannende Chronik des Kampfs um politische Gleichberechtigung, der bis heute anhält.

Torsten Körner: In der Männerrepublik: Wie Frauen die Politik eroberten, Verlag Kiepneheuer & Wirtsch, Köln 2020, 368 Seiten. ISBN 978-3-462-05333-3, 22,00 €

Leseprobe unter https://www.book2look.com/book/9783462053333

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Publikation ‚Herrin ihrer selbst‘

Ingeborg Boxhammer: ‚Herrin ihrer selbst‘: Zahnkunst, Wahlrecht und Vegetarismus – Margarete Herz und ihr Freundinnen-Netzwerk, Berlin/Leipzig: Hentrich & Hentrich 2019, 354 Seiten, 60 Abbildungen, ISBN 978-3-95565-339-2, 24,90 €

Welche Möglichkeiten hatten ledige jüdische Frauen im Deutschen Kaiserreich, ihre eigenen Wege zu gehen und sich selbst zu verwirklichen? Die Biographie von Margarete Herz (1872–1947) setzt neue Akzente zum Engagement in der Frauenstimmrechtsbewegung, der Lebensreformbewegung – und der Zahnheilkunde: Die Dentistin stand im Zentrum eines kleinen Netzwerkes selbstständig arbeitender Frauen. Sie und ihr „lesbian-like“ Freundinnenkreis kämpften für radikaldemokratische Bürgerinnenrechte. Später baute sich Margarete Herz mit einer vegetarischen Gaststätte und einem Reformhaus eine wirtschaftlich unabhängige Existenz auf. Diese wurde jedoch durch erstarkenden Antisemitismus und die nationalsozialistische Diktatur zerstört. 1938 gelang ihr die Flucht in die USA. Mit Hilfe der überlieferten Privatkorrespondenz einer Schwägerin, der Antifaschistin und Pazifistin Alice Herz (1882–1965), entstand ein lebendiges Porträt.

Mehrere deutsche Städte rücken genauer in den Blick und machen die Biografien für viele unterschiedliche Regionen interessant: Bad Sachsa, Berlin, Blankenburg/Harz, Bochum, Bonn, Bonn-Godesberg, Bonn-Mehlem, Eden/Oranienburg, Essen, Gelsenkirchen, Güstrow und Rostock.

Link zur Verlagsseite.

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Susanne Abeck / Uta C. Schmidt: Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie. Frauenwahlrechtsbewegungen im Ruhrgebiet

Die beiden Autorinnen haben einen Text für die Zeitschrift Ariadne verfasst. Archiv der deutschen Frauenbewegung (Hg.): Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, Heft 75: Gleichberechtigung als Prozess. Ideen – Entwicklungen – Folgen, Kassel 2019, ISSN 0178-1073, 23,00 €

Die Zeitschrift Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte erscheint seit 1985. Bis Heft 37/38.2000 führte sie den Untertitel Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung. Anliegen der Zeitschrift ist es, den Themenschwerpunkt des AddF „historische Frauen(bewegungs)geschichte“ für ein breit gefächertes Publikum auf vielfältige Weise aufzubereiten, nicht nur mittels wissenschaftlicher Beiträge, die nach Möglichkeit reich bebildert werden, sondern auch durch Dokumentationen. Sie versteht sich als Sprachrohr für Fragestellungen aus den Geschichts- und Kulturwissenschaften.

INHALT
Sabine Berghahn
70 Jahre Gleichberechtigung in der Verfassung

Susanne Abeck / Uta C. Schmidt
Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie. Frauenwahlrechtsbewegungen im Ruhrgebiet

Karin Gille Linne
Gleichberechtigt! Die Sozialdemokratinnen Elisabeth Selbert und Herta Gotthelf im Kampf um Art. 3 Abs. 2 Grundgesetz 1948/49

Anja Schröter
Der lange Atem der „inneren Emanzipation“ – Ostdeutsche Frauen und der Ehegattenunterhalt

Manuela Seifert
Alibi für die Gleichberechtigung? Soldatinnen in der Nationalen Volksarmee

André Dechert / Susanne Kinnebrock
Care – ein höchst ambivalentes Legitimationsmuster für Gleichberechtigung. Ein Vergleich öffentlicher Diskurse aus dem Wilhelminischen Kaiserreich, der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft und der frühen Bundesrepublik

Valérie Dubslaff
Die ‚deutsche Frau‘ und ihre Rechte. Die Gleichberechtigungsdebatten in der NPD (von den 1960er Jahren bis heute)

Lara Track
Frieden vernetzt. Transnationaler Friedensaktivismus und der Gleichberechtigungsprozess in der Bundesrepublik Deutschland

Silvia Ulrich
Gleichberechtigung. Frauenpolitik und Verfassung – der Kampf um Gleichstellung in Österreich

Sarah Kiani
„Eine Frau, die gezwungenermaßen Hausfrau ist, ist nicht zwangsläufig eine gute Mutter“. Die Gleichberechtigungskampagne in der Schweiz (1975-1981) und die Frage nach den feministischen Wellen

Dokumentation
Annemarie Wald: »Gleichberechtigung« ─ in Bonn und in der Praxis
Frieda Radel: Was wir erreichten

Katharina Hoffmann
Archivarbeit als Intervention. Das Frauenarchiv Sparrow in Indien

Cornelia Wenzel
Mit Rotstift und Contenance. Notizen zur Gleichberechtigung bei Elisabeth Selbert

Rezensionen

Bestellmöglichkeiten unter www.addf-kassel.de/publikationen/ariadne-75/

 

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Hedwig Averdunk. Privilegiert und diskriminiert

Eine Biografie von Doris Freer über die Duisburger Politikerin Hedwig Averdunk (1881–1974). Mehr unter

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Frauen im Bauhaus – Ausstellungen in NRW

Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert jährlich an den Kampf um Frauenrechte. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten Frauen in vielen Ländern erstmals die Möglichkeit, zu wählen. Die tatsächliche, auch gesellschaftliche Gleichstellung war (und ist) jedoch noch weit entfernt. Auch am Bauhaus wurde Gleichberechtigung postuliert – gelebt wurde sie jedoch nicht immer.

Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Initiiert wurde er vor dem Ersten Weltkrieg von so berühmten Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin. Sie forderten die politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau. Mit der Weimarer Verfassung konnte zumindest die politische Gleichstellung verwirklicht werden: Darin wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht festgeschrieben. Es ist mutigen Frauen auch aus dem Westen zu verdanken, die sich dafür einsetzten. Deren Biografien erforscht und präsentiert unser Online-Portal.

Damit begann sich auch der gesellschaftliche Status und der Selbstanspruch der Frauen zu verändern, jedoch nicht so radikal, wie man heute glaubt, wenn man an die Neue Frau der 1920er Jahre denkt. Die Ausstellung Mythos Neue Frau (17.2. – 17.11.2019) des LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller thematisiert diesen Widerspruch zwischen Realität und Mythos. Gezeigt wird die Schau vom 29.3. bis zum 1.11.2020 auch im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt. Wie sich die Stellung der Frau auf dem Land veränderte, wird das LVR-Freilichtmuseum Lindlar mit der Sonderausstellung „Neue Politik. Frauen auf dem Land“ zeigen.

Literatur: Müller, Ulrike: Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. München: Elisabeth Sandmann Verlag GmbH. 2009

 

 

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Gender Studies: Internationales Zentrum gegründet

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) gründet das Marie-Jahoda-Center for International Gender Studies. Die Geschlechterforschung an der RUB blickt auf eine mehr als drei Jahrzehnte währende Geschichte. Schon seit den 1980er-Jahren besteht das „RUB-Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung“, das auf einen engen interdisziplinären Austausch und zugleich den aktiven Aufbau nationaler und internationaler Forschungs- und Lehrkooperationen setzt. Nun geht die RUB mit dem Marie-Jahoda-Center den nächsten Schritt.

Sie führt ihre maßgeblichen Instrumente zur Bildung von Gender-Wissensnetzwerken zusammen – die Marie-Jahoda-Gastprofessur und die Masterstudiengänge Gender Studies – und entwickelt sie weiter. Mit dem Leitmotto „Creating Gender Knowledge Networks – Building Bridges to Society“ fügt sich das neue Zentrum nahtlos in die Gesamtstrategie der RUB ein. „Der Netzwerkgedanke steht dabei im Vordergrund“, so Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich. Das Zentrum sei auch ein weiterer Eckpfeiler der Bochumer Bewerbung im laufenden Wettbewerb zur Exzellenzstrategie.

In der Tradition Marie Jahodas

Mit der Gründung des Centers stellen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem kultur- und sozialwissenschaftlichen Bereich und die RUB erneut in die Tradition der österreichischen Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907 bis 2001), die bereits Namenspatronin für die renommierte Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung war. Marie Jahoda steht für wissenschaftliche Strahlkraft, für gelebte Interdisziplinarität und Internationalität sowie für eine konsequente Verbindung von Wissenschaft und gesellschaftlichen Fragestellungen.

Netzwerk in der Universitätsallianz

Ziel des Zentrums ist es, ein gutes Forschungsumfeld für Kooperationsprojekte zu schaffen und das besondere fachübergreifende Forschungsprofil konsequent fruchtbar zu machen. Prof. Dr. Katja Sabisch, Direktorin der Bochumer Gender Studies, hebt dafür die Bedeutung der Universitätsallianz Ruhr hervor: „Die Potenziale unserer Zusammenarbeit in der Geschlechterforschung sind enorm. Mit dem Center wird dies auf eine langfristige Basis gestellt.“

Die künftige Geschäftsführerin des Centers, Dr. Beate von Miquel, sieht als besonderes Merkmal, dass „Forschung und Lehre um den Wissenstransfer ergänzt werden, um dem gesellschaftlichen Bedarf nach Reflexion von Geschlechterbildern und Geschlechterwissen zu begegnen.“ Ein aktuelles Beispiel für das produktive Zusammenwirken von Forschung und Transfer ist die Kampagne „Unser Campus“. Der Hashtag Me-Too oder die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur „Dritten Option“ hatten zuvor gezeigt, dass es notwendig ist, neue Maßnahmen zu entwickeln, um einen inklusiven Campus zu schaffen.

Nachwuchsförderung

Ein starkes Augenmerk legt das Center auf die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wenn es offiziell eröffnet wird, sollen sich vor allem Studierende, Doktoranden und Postdocs angesprochen fühlen. „Unser Call for Papers für die interdisziplinär organisierten Workshops richtet sich insbesondere an den Nachwuchs“, so Maximiliane Brand, Koordinatorin der Gender-Studies-Studiengänge und Sprecherin des wissenschaftlichen Mittelbaus im Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Termin

Die offizielle Eröffnungsfeier des Centers fand am 25. und 26. Juni 2019 statt.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Katja Sabisch
Gender Studies
Fakultät für Sozialwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22988
E-Mail: katja.sabisch@rub.de

 

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Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933

Mit diesem Handbuch werden erstmals die Biographien von allen Abgeordneten der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung und des Preußischen Landtags 1919–1933 vorgelegt. Das Land Preußen galt in der Weimarer Republik als demokratisches ‚Bollwerk‘. Erstmals zogen 1919 auch Frauen in das Parlament ein.

Das Handbuch ermöglicht den Zugriff auf eine in Vielfalt und Aussagekraft umfassende Zusammenstellung personengebundener Daten und Fakten zur Geschichte des deutschen und preußischen Parlamentarismus. In den Biographien spiegeln sich verschiedene Epochen in Deutschland – Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Bundesrepublik Deutschland bzw. DDR. Die Verfolgung von Abgeordneten im Nationalsozialismus und Stalinismus wurde besonders erforscht und dokumentiert, um Erinnerung möglich zu machen.

Das umfangreiche Handbuch, hinter der eine jahrelange akribische Forschungsarbeit steckt, ist für das Ruhrgebiet von großem Interesse und Erkenntniswert, weil dort zahlreiche Informationen und weiterführende Quellen- und Literaturhinwiese zu Frauen zu finden sind, die sich mit der Erlangung des Wahlrechts  wählen ließen. So sind dort z. B. die Informationen zu Albertine Badenberg oder Helene Wessel zu finden. Die Erstgenannte kam aus Steele und war von 1923 bis 1933 Mitglied des Preußischen Landtags, die Zweitgenannte wuchs in Hörde auf, wurde 1928 in den Landtag gewählt und war eine der vier „Mütter“ – neben 61 „Vätern“ – des Grundgesetzes.

Inhaltsverzeichnis sowie weitere Informationen auf der Website des Peter Lang Verlags.

Barbara von Hindenburg (Hg.), Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933. Reihe: Zivilisationen und Geschichte / Civilizations and History / Civilisations et Histoire, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Warszawa/Wien 2017, 2790 Seiten, ISBN 978-3-653-07049-1, 303,80 €

 

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„Männer wollten damals mutlos werden“

Wie kam es dazu, dass mit der Novemberrevolution 1918 ein Wahlrecht beschlossen wurde, das Frauen und Männer staatsrechtlich gleichstellte? Was waren die Voraussetzungen für diese größte Wahlrechtserweiterung aller Zeiten? Welche Akteurinnen forderten im Ruhrgebiet das Wahlrecht?

Susanne Abeck & Uta C. Schmidt: „Männer wollten damals mutlos werden“. Die Einführung des Frauenwahlrechts im Ruhrgebiet, in: Forum Geschichtskultur Ruhr, Schwerpunktthema: 1918/1919 – Revolution an der Ruhr, 02/2018, S. 38-42, ISSN 1436-7661, Bezug über den Klartext-Verlag, info@klartext-verlag.de