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„Als Mutti arbeiten ging.“ 70 Jahre Gleichberechtigung

 ARD-Mediathek, verfügbar bis zum 29. Mai 2019

Die Gleichberechtigung von Frau und Mann verkündeten BRD und DDR vor 70 Jahren, in der Lebenswirklichkeit setzte sie sich allerdings bestenfalls mühsam durch und kam in Ost und West ganz unterschiedlich zur Geltung. In der Radio-Bremen-Dokumentation „Als Mutti arbeiten ging“ erzählen drei Generationen Ost und drei Generationen West – Großmutter, Tochter, Enkelin – von ihren Erfahrungen und erläutern ebenso anschaulich wie eindringlich, in welchen Lebensbereichen sich in sieben Jahrzehnten Entwicklungen zeigten, aber auch, wo es immer wieder und immer noch keine Gleichberechtigung gibt.

Mehr Informationen hier.

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Einweihung des llse-Kibgis-Platzes

Montag, 3. Juni 2019, 12.00 Uhr

Die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West hat in ihrer Sitzung am 19. Februar 2019 beschlossen, dass der Marktplatz Horst-Süd die Bezeichnung „llse-Kibgis-Platz“ erhält.

Am Montag, den 3. Juni 2019, dem Geburtstag der Autorin, ab 12.00 Uhr, ist deshalb auf dem Marktplatz Horst-Süd (Gelsenkirchen) ein kleines Fest vorgesehen, das von der Gesamtschule Horst und den Kitas des Bezirks West gestaltet wird und zu dem alle Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen sind.

Siehe zu der Autorin auch das Portrait auf frauen/ruhr/geschichte von Hanneliese Palm.

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„Mütter des Grundgesetzes“ – 70 Jahre Deutsches Grundgesetz

Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – so lautet Artikel 3, Absatz 2 des Deutschen Grundgesetzes. Formuliert wurde damit im Jahr 1949 ein Programm, nicht eine Aussage über die Realität. Seiner Verankerung im Grundgesetz gingen heftige Diskussionen voraus. Ohne das Engagement vier starker Frauen im Parlamentarischen Rat und vieler Frauen, die sich in der Öffentlichkeit für die volle Gleichberechtigung starkmachten, wäre es nie zu dieser Formulierung gekommen.

70 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik zeigt das Haus der Stadtgeschichte Kamen ab dem 9. Mai vier Wochen lang die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ mit Lebensbildern und Informationen zu den Politikerinnen Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel. Diesen vier Frauen haben wir maßgeblich zu verdanken, dass die verfassungsrechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Grundgesetz verankert wurde.

Der (kostenfreie) Besuch der Ausstellung ist bis 4. Juni 2019 zu den bekannten Öffnungszeiten im Haus der Stadtgeschichte möglich. Eine Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule Kamen-Bönen, der Gleichstellungsstelle der Stadt Kamen und des Hauses der Stadtgeschichte.

Veranstaltungsort:
Haus der Stadtgeschichte
Bahnhofstraße 21, 59174 Kamen

 

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Ausstellung EMANZENEXPRESS_gemeinsam sind wir gemeiner

Im Fokus der Ausstellung EMANZENEXPRESS_gemeinsam sind wir gemeiner im atelier automatique stehen Beispiele feministischen Widerstands der 1980er und 90er Jahre in Bochum. Wir waren neugierig, was damals gemacht wurde, was frau umgetrieben und angetrieben hat – wie feministischer Aktivismus aussah. Wir wollten wissen: Was war hier in der Gegend los? Ein Fokus der Ausstellung liegt auf der autonomen FrauenLesben-Bewegung und deren selbst herausgegebenen Flugblättern, Zeitungen, Büchern und Radiosendungen. Sie funktionieren als Zeugnisse für die Kämpfe hinter unsichtbar gewordenen Selbstverständlichkeiten und für längst vergangene selbstorganisierte Orte.

Der EmanzenExpress ist ein selbstherausgegebenes Magazin des autonomen FrauenLesben-Referats der Ruhr Universität Bochum, das zwischen 1986 und 1994 zu diversen feministischen Themen regelmäßig erschien. Die Zeitschrift funktionierte als Resonanzraum und Verstärker feministischer Aktivitäten in der Stadt und darüber hinaus und dient uns damit heute als Einstieg in die gar nicht so ferne Vergangenheit. Für die Recherchen zu wichtigen feministischen Orten und Ereignissen kooperieren Julia Nitschke und Eva Busch derzeit mit dem ausZeiten Frauenarchiv und recherchieren auch in den beiden anderen Bochumer Frauenarchiven (studentische Frauen*bibliothek LIESELLE und dem Madonna – Archiv und Dokumentationszentrum SEXARBEIT). Auf einer raumgreifenden Karte werden die historischen Dokumente verortet. Menschen aus Bochum und Umgebung sind aufgerufen, eigene Erinnerungsgegenstände und die dazugehörigen Geschichten im atelier automatique vorbeizubringen, in die Archiv-Plattform einzufügen und sie in die stetig wachsende Karte einzuschreiben.

Der EMANZENEXPRESS ist Teil des Projektes Memory Stations der Akademie der Künste der Welt/Köln und des Ausstellungsprojektes Ruhr Ding: Territorien von Urbane Künste Ruhr. Gefördert durch die LAG Soziokultur. Mit Beiträgen von: Eva Busch & Julia Nitschke, Die Blaue Distanz (Franziska Goralski und Anna Erdmann), Enis Maci & Mazlum Nergiz, Johanna Montanari, Isabelle Pabst (Musikerin, tired eyes kingdom), Johanna Montanari, Johanna Ziemes (Feminismus im Pott), Sophia Süßmilch, Katja Lell & Laura Nitsch u.v.a.

Veranstaltungsort:
atelier automatique
Rottstraße 14, Bochum
https://atelierautomatique.de/

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Wir haben die Wahl. Frauen 1919-2019


Eine Ausstellung der Gleichstellungsstelle Essen anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht

„Bis 1908 durften Frauen keiner Partei beitreten, kein Abitur machen und nicht studieren. Und bis 1918 besaßen sie kein Wahlrecht. Die Mehrheit der Menschen war davon überzeugt, dass die politischen und öffentlichen Belange in den Händen der Männer gut aufgehoben waren.“

So beginnt die Ausstellung „WIR HABEN DIE WAHL. Frauen 1919 – 2019“, die anlässlich des Internationalen Frauentages am 08.03.2019 durch Oberbürgermeister Thomas Kufen und Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner eröffnet wurde. In Anbetracht dessen sind die Frauen also schon ein gutes Stück weiter gekommen.

Rosige Zeiten könnte man meinen, wenn man sich den Zeitstrahl anguckt, der auf zwei der acht Roll-Ups der von der Historikerin Susanne Abeck konzipierten und umgesetzten Ausstellung zu sehen ist. Aber es gibt auch immer noch viel zu tun. Der Pioniergeist von Frauen wie der Aktivisten Minna Deuper, die als radikal galt, weil sie das Frauenwahlrecht forderte, wird auch heute noch gebraucht. Da sind sich die elf Frauen, die für die Gegenwart porträtiert wurden, einig. Handlungsbedarf sehen sie beispielsweise im Hinblick auf die Vernetzung von Frauen und sie plädieren für die Überwindung veralteter Rollenbilder als einen wichtigen Schritt zum Thema Gleichberechtigung. So unterschiedlich die Frauen damals wie heute sind, sie eint eines: Der Mut und der Wille, sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einzusetzen.

Wer sich die Ausstellung gerne analog anschauen möchte, kann dies bis zum 31.05.2019 im Haus der Essener Geschichte tun. Vom 03.06.2019 bis zum 24.06.2019 wird sie in der Gustav Heinemann Gesamtschule und vom 03.07.2019 bis zum 24.08.2019 in der Zentralbibliothek Essen zu sehen sein. Sie beinhaltet nicht nur einen Blick zurück, auf die acht ersten Essener Ratsfrauen und die Entstehung des Frauenwahlrechts, sondern thematisiert auch den Stand der Gleichstellung heute.

Mehr unter.

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Beiträge der Abschlusstagung des Essener Arbeitskreises für die Erforschung des Frauenstifts

Klaus Gereon Beuckers und Thomas Schilp (Hg.): Fragen, Perspektiven und Aspekte der Erforschung mittelalterlicher Frauenstifte, Beiträge der Abschlusstagung des Essener Arbeitskreises für die Erforschung des Frauenstifts (Essener Forschungen zum Frauenstift, Band 15), 364 Seiten, zahlr. Abb., ISBN 978-3-8375-1949-5, 32,00 €  Fragen,

Mit diesem fünfzehnten Band legt der Essener Arbeitskreis die Ergebnisse seiner letzten Jahrestagung vor. Das Buch spannt den Bogen von der Gründung des Frauenstifts Essen über die bauliche Struktur bis hin zur liturgischen Praxis in der Verwendung von Evangeliaren und Sakramentartexten. Dabei werden neue Ansätze mit Forschungsperspektiven zu Frauenstiften auf der Grundlage des bisherigen Diskussionsstandes formuliert. Die materielle Kultur der Reliquien mit ihren textilen Hüllen und Reliquiare werden ebenso behandelt wie die herrschaftliche Funktion von abhängigen Pfarrkirchen und das Verhältnis zu den Schutzherren in der Neuzeit.

Neben dem Frauenstift Essen liegen Schwerpunkte auf den Frauenstiften in Thorn und Vreden, deren Geschichte, Liturgie und kirchliche Ausstattung beispielhaft vorgestellt werden. Dabei steht dem Arbeitskreis stets die Frage einer Verallgemeinerbarkeit spezifischer Konstellationen für die Frauenstifte sowie für die kirchliche Kultur weiblicher Institute von den frühmittelalterlichen Gründungen bis zur Aufhebung in der Säkularisation im Mittelpunkt. Ein Register zu den einzelnen Aufsätzen in den Publikationen des Essener Arbeitskreises schließt den Band ab.

Die zehn Beiträge sind hier aufgelistet.

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Frauen im Bauhaus – Ausstellungen in NRW

Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an den Kampf um Frauenrechte. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten Frauen in vielen Ländern erstmals die Möglichkeit, zu wählen. Die tatsächliche, auch gesellschaftliche Gleichstellung war (und ist) jedoch noch weit entfernt. Auch am Bauhaus wurde Gleichberechtigung postuliert – gelebt wurde sie jedoch nicht immer.

Am 8. März ist der Internationale Frauentag. Initiiert wurde er vor dem Ersten Weltkrieg von so berühmten Frauenrechtlerinnen wie Clara Zetkin. Sie forderten die politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Mann und Frau. Mit der Weimarer Verfassung konnte zumindest die politische Gleichstellung verwirklicht werden: Darin wurden das aktive und passive Frauenwahlrecht festgeschrieben. Es ist mutigen Frauen auch aus dem Westen zu verdanken, die sich dafür einsetzten. Deren Biografien erforscht und präsentiert unser Online-Portal.

Damit begann sich auch der gesellschaftliche Status und der Selbstanspruch der Frauen zu verändern, jedoch nicht so radikal, wie man heute glaubt, wenn man an die Neue Frau der 1920er Jahre denkt. Die Ausstellung Mythos Neue Frau (17.2. – 17.11.2019) des LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller thematisiert diesen Widerspruch zwischen Realität und Mythos. Gezeigt wird die Schau vom 29.3. bis zum 1.11.2020 auch im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt. Wie sich die Stellung der Frau auf dem Land veränderte, wird das LVR-Freilichtmuseum Lindlar mit der Sonderausstellung „Neue Politik. Frauen auf dem Land“ ebenfalls ab März 2020 zeigen.

Auch das Staatliche Bauhaus, 1919 in Weimar gegründet, versprach ein gleichberechtigtes Miteinander von Männern und Frauen. Tatsächlich gab es im ersten Semester sogar mehr Studentinnen als Studenten. Schnell zeigte sich jedoch, dass die gängigen Geschlechterkonzeptionen der lehrenden Männer sehr traditionell waren. In der Realität stand den Frauen daher meist nur die Weberei-Werkstatt als Ausbildungsort offen. Berühmt ist Oskar Schlemmers Ausspruch: „Wo Wolle ist, ist auch ein Weib, das webt und sei es nur zum Zeitvertreib.” Johannes Itten unterstellte Frauen sogar ein „zweidimensionales Sehen”, daher sollten sie lieber in der Fläche arbeiten.

Einigen Frauen arrangierten sich mit diesem Schicksal und die Weberei bot ihnen die Möglichkeit, Großes zu leisten. Deren Leiterin wurde 1927 Gunta Stölzl. Auch Anni Albers entdeckte ihr Talent für das Weben. Ihr Werk hat die Kunstsammlung NRW (K 20) in Kooperation mit der Tate Modern, London schon im Sommer 2018 vorgestellt. Ebenfalls in die Weberei ging die aus Uerdingen stammende Benita Kocvh-Otte. Sie begann zu experimentieren, ohne sich an die Regeln des Handwerks zu halten. Sie war maßgeblich an der Ausstattung des Hauses am Horn beteiligt, also dem Musterhaus, das im Rahmen der ersten Bauhaus-Ausstellung gebaut wurde.

Nach dem Weggang Gunta Stölzls besetzte der dritte und letzte Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe die Stelle mit seiner beruflichen wie privaten Partnerin Lilly Reich. Reich wurde oftmals nur als Mies’ Assistentin angesehen; wie groß ihr Anteil an seinem Schaffen allerdings tatsächlich war, hat das Forschungsprojekt Bauhaus und Industrie in Krefeld des Projekts mik e.V. herausgefunden. Deren Ergebnisse werden ab vom 7.4. bis zum 28.10.2019 in einem von Thomas Schütte gebauten Pavillon in Krefeld präsentiert.

Doch es gab auch Frauen, die in anderen Werkstätten reüssieren konnten. Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist Marianne Brandt, deren geometrische Teekanne und Aschenbecher berühmt geworden und noch heute begehrte Design-Objekte sind. Ihre Entwürfe machten einen Großenteil der Modelle aus, die aus der Metallwerkstatt kamen: Erfolge, die niemand leugnen konnte!

Margarete Heymann-Loebenstein hatte es ungleich schwerer an die Werkstatt ihrer Wahl, nämlich die Keramik-Werkstatt zu gelangen. In einer Meisterratssitzung wurde sogar entschieden, vorerst keine Frauen mehr aufzunehmen. Frustriert verließ sie nach knapp einem Jahr das Bauhaus wieder und gründete 1923 mit ihrem Mann die kommerziell erfolgreichen Haël-Werkstätten. Ihrem Œuvre und dem ihrer Cousine widmet sich die Ausstellung 2 von 14. Zwei Kölnerinnen am Bauhaus des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) vom 12.4. bis 11.8.2019.

Die wenigen positiven Beispiele von Frauen am Bauhaus können also nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Männer am Bauhaus formal Frauen eine gleichgestellte Ausbildung ermöglichen wollten, ihnen dies in der Realität aber oftmals verweigerten. Damit steht das Bauhaus exemplarisch für die gesellschaftliche Stimmung in der Weimarer Republik.

Literatur: Müller, Ulrike: Bauhaus-Frauen. Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design. München: Elisabeth Sandmann Verlag GmbH. 2009

 

 

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Gender Studies: Internationales Zentrum gegründet

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) gründet das Marie-Jahoda-Center for International Gender Studies. Die Geschlechterforschung an der RUB blickt auf eine mehr als drei Jahrzehnte währende Geschichte. Schon seit den 1980er-Jahren besteht das „RUB-Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung“, das auf einen engen interdisziplinären Austausch und zugleich den aktiven Aufbau nationaler und internationaler Forschungs- und Lehrkooperationen setzt. Nun geht die RUB mit dem Marie-Jahoda-Center den nächsten Schritt.

Sie führt ihre maßgeblichen Instrumente zur Bildung von Gender-Wissensnetzwerken zusammen – die Marie-Jahoda-Gastprofessur und die Masterstudiengänge Gender Studies – und entwickelt sie weiter. Mit dem Leitmotto „Creating Gender Knowledge Networks – Building Bridges to Society“ fügt sich das neue Zentrum nahtlos in die Gesamtstrategie der RUB ein. „Der Netzwerkgedanke steht dabei im Vordergrund“, so Rektor Prof. Dr. Axel Schölmerich. Das Zentrum sei auch ein weiterer Eckpfeiler der Bochumer Bewerbung im laufenden Wettbewerb zur Exzellenzstrategie.

In der Tradition Marie Jahodas

Mit der Gründung des Centers stellen sich die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem kultur- und sozialwissenschaftlichen Bereich und die RUB erneut in die Tradition der österreichischen Sozialpsychologin Marie Jahoda (1907 bis 2001), die bereits Namenspatronin für die renommierte Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung war. Marie Jahoda steht für wissenschaftliche Strahlkraft, für gelebte Interdisziplinarität und Internationalität sowie für eine konsequente Verbindung von Wissenschaft und gesellschaftlichen Fragestellungen.

Netzwerk in der Universitätsallianz

Ziel des Zentrums ist es, ein gutes Forschungsumfeld für Kooperationsprojekte zu schaffen und das besondere fachübergreifende Forschungsprofil konsequent fruchtbar zu machen. Prof. Dr. Katja Sabisch, Direktorin der Bochumer Gender Studies, hebt dafür die Bedeutung der Universitätsallianz Ruhr hervor: „Die Potenziale unserer Zusammenarbeit in der Geschlechterforschung sind enorm. Mit dem Center wird dies auf eine langfristige Basis gestellt.“

Die künftige Geschäftsführerin des Centers, Dr. Beate von Miquel, sieht als besonderes Merkmal, dass „Forschung und Lehre um den Wissenstransfer ergänzt werden, um dem gesellschaftlichen Bedarf nach Reflexion von Geschlechterbildern und Geschlechterwissen zu begegnen.“ Ein aktuelles Beispiel für das produktive Zusammenwirken von Forschung und Transfer ist die Kampagne „Unser Campus“. Der Hashtag Me-Too oder die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur „Dritten Option“ hatten zuvor gezeigt, dass es notwendig ist, neue Maßnahmen zu entwickeln, um einen inklusiven Campus zu schaffen.

Nachwuchsförderung

Ein starkes Augenmerk legt das Center auf die Förderung und Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wenn es offiziell eröffnet wird, sollen sich vor allem Studierende, Doktoranden und Postdocs angesprochen fühlen. „Unser Call for Papers für die interdisziplinär organisierten Workshops richtet sich insbesondere an den Nachwuchs“, so Maximiliane Brand, Koordinatorin der Gender-Studies-Studiengänge und Sprecherin des wissenschaftlichen Mittelbaus im Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Termin

Die offizielle Eröffnungsfeier des Centers findet am 25. und 26. Juni 2019 statt. Die Präsidentin der Universität Paderborn, Prof. Dr. Birgit Riegraf, wird den Festvortrag halten.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Katja Sabisch
Gender Studies
Fakultät für Sozialwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 22988
E-Mail: katja.sabisch@rub.de

 

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Ausstellung: Die Neue Frau – Künstlerinnen als Avantgarde

17. März bis 18. August 2019

Die Gruppenausstellung Die Neue Frau – Künstlerinnen als Avantgarde, die vom 17. März bis 18. August 2019 auf Haus Opherdicke stattfindet, rückt insbesondere die Schaffungsphase von Künstlerinnen, die um das Jahr 1919 in Deutschland tätig waren in den Vordergrund. In genau diesem Jahr wurde das Frauenwahlrecht in Deutschland eingeführt und Künstlerinnen erstmals an Hochschulen angenommen, anerkannt sowie zu Professorinnen berufen. Der Typus der ‚Neuen Frau‘ entstand und entwickelte sich.

In der Gruppenausstellung werden Kunstwerke, vor allem Malerei, Grafiken und Skulpturen, der Künstlerinnen Tina Bauer-Pezellen, Lilja Busse, Maria Caspar-Filser, Ida Gerhardi, Hannah Höch, Elisabeth Jaspersen, Grethe Jürgens, Käthe Kollwitz, Hanna Koschinsky, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Hedwig Marquardt, Bettina Marx, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Hanna Nagel, Gerta Overbeck-Schenk, Lotte Reiniger, Emy Roeder, Lieselotte Röwer-Sangerhausen, Elisabeth Schmitz, Martel Schwichtenberg, Renée Sintenis, Alice Sommer gezeigt.

Kunstwerke, die um die 1919er Jahrzehnte entstanden, bilden den Kern der Ausstellung und verdeutlichen, wie die Künstlerinnen gearbeitet und wie sich ihre Arbeitsweise und ihr Ansehen verändert haben. In diesen Zeiten des Umbruchs setzten sich Frauen vermehrt für ihre Rechte ein und in der Kunst manifestierte sich das Bild der Künstlerin als mutige Vorreiterin. Auch heute, 100 Jahre später, ist  das Thema der Frau als Künstlerin hochaktuell. Die zeitgenössische Künstlerin Bettina Marx zeigt ihre Arbeiten in der Ausstellung und wird mit aktuellen Werken auf die historischen eingehen und reagieren.

Verschiedenen Privatsammlern, Galerien wie auch Museen sei für ihre wichtigen Leihgaben für diese Ausstellung gedankt. Das Rahmenprogramm der Ausstellung besteht aus inhaltlich zum Thema passenden Vorträgen, Konzerten, Lesungen und weiteren Kooperationsveranstaltungen, die über die gesamte Laufzeit von März bis August 2019 auf Haus Opherdicke stattfinden werden.  Arne Reimann | Kurator,  Sally Müller | Kuratorin.

Das Begleitprogramm finden Sie hier.

Veranstaltungsort:
Haus Opherdicke
Dorfstraße 29, 59439 Holzwickede

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Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933

Mit diesem Handbuch werden erstmals die Biographien von allen Abgeordneten der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung und des Preußischen Landtags 1919–1933 vorgelegt. Das Land Preußen galt in der Weimarer Republik als demokratisches ‚Bollwerk‘. Erstmals zogen 1919 auch Frauen in das Parlament ein.

Das Handbuch ermöglicht den Zugriff auf eine in Vielfalt und Aussagekraft umfassende Zusammenstellung personengebundener Daten und Fakten zur Geschichte des deutschen und preußischen Parlamentarismus. In den Biographien spiegeln sich verschiedene Epochen in Deutschland – Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Bundesrepublik Deutschland bzw. DDR. Die Verfolgung von Abgeordneten im Nationalsozialismus und Stalinismus wurde besonders erforscht und dokumentiert, um Erinnerung möglich zu machen.

Das umfangreiche Handbuch, hinter der eine jahrelange akribische Forschungsarbeit steckt, ist für das Ruhrgebiet von großem Interesse und Erkenntniswert, weil dort zahlreiche Informationen und weiterführende Quellen- und Literaturhinwiese zu Frauen zu finden sind, die sich mit der Erlangung des Wahlrechts  wählen ließen. So sind dort z. B. die Informationen zu Albertine Badenberg oder Helene Wessel zu finden. Die Erstgenannte kam aus Steele und war von 1923 bis 1933 Mitglied des Preußischen Landtags, die Zweitgenannte wuchs in Hörde auf, wurde 1928 in den Landtag gewählt und war eine der vier „Mütter“ – neben 61 „Vätern“ – des Grundgesetzes.

Inhaltsverzeichnis sowie weitere Informationen auf der Website des Peter Lang Verlags.

Barbara von Hindenburg (Hg.), Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags, Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933. Reihe: Zivilisationen und Geschichte / Civilizations and History / Civilisations et Histoire, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Warszawa/Wien 2017, 2790 Seiten, ISBN 978-3-653-07049-1, 303,80 €

 

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„Männer wollten damals mutlos werden“

Wie kam es dazu, dass mit der Novemberrevolution 1918 ein Wahlrecht beschlossen wurde, das Frauen und Männer staatsrechtlich gleichstellte? Was waren die Voraussetzungen für diese größte Wahlrechtserweiterung aller Zeiten? Welche Akteurinnen forderten im Ruhrgebiet das Wahlrecht?

Susanne Abeck & Uta C. Schmidt: „Männer wollten damals mutlos werden“. Die Einführung des Frauenwahlrechts im Ruhrgebiet, in: Forum Geschichtskultur Ruhr, Schwerpunktthema: 1918/1919 – Revolution an der Ruhr, 02/2018, S. 38-42, ISSN 1436-7661, Bezug über den Klartext-Verlag, info@klartext-verlag.de

 

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„Die Vernunft befiehlt uns, frei zu sein!“ Mathilde Franziska Anneke. Demokratin, Frauenrechtlerin, Schriftstellerin

Im April 2017 fand anlässlich des 200. Geburtstages von Mathilde Franziska Anneke in Sprockhövel eine Tagung statt, deren Beiträge nun in einem Band veröffentlicht wurden. Die Kunst- und Kulturinitiative Sprockhövel e.V hatte seinerzeit in Kooperation mit dem Stadtarchiv die Tagung maßgeblich organisiert und auch diesen Tagungsband erstellen lassen.

Die 1817 in Sprockhövel-Hiddinghausen geborene Anneke war Schriftstellerin und Journalistin und nahm innerhalb der Freiheitsbewegung in Rheinland/Westfalen vor und während der bürgerlichen Revolution von 1848/49 mit ihrem Ehemann Fritz eine führende Stellung ein. Auch nach ihrer Emigration in die USA engagierte sie sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, vor allem für die Gleichberechtigung der Frau. Aus unterschiedlichen Disziplinen beleuchten die Tagungsbeiträge die verschiedenen Aspekte des Wirkens der Revolutionärin und Frauenrechtlerin, der berühmten Tochter Sprockhövels. Ergänzt werden die Beiträge durch ein Grußwort von Bürgermeister Ulli Winkelmann und eine umfassende Bibliografie der Anneke-Literatur durch den Greifswalder Historiker Dr. Erhard Kiehnbaum.

Die Herausgeber*innen Susanne Slobodzian, Dr. Wilfried Korngiebel sowie KuKI-Vorsitzende und Archiv-Leiterin Karin Hockamp betonten, dass das in den letzten Jahren entstandene Netzwerk von Anneke-Forscher*innen und „Fans“ weiterhin gepflegt wird. Die Würdigung dieser großen Frau sollte auch ihren Heimatstädten Sprockhövel und Hattingen stets Verpflichtung bleiben.

Die Beiträge und ihre Verfasser*innen:

  • Prof. Dr. Anne Schlüter (Bochum): Gender als Analysekategorie zur Theoriefundierung in der Forschung und Kategorie sozialer Praxis
  • Dr. Irina Hundt (Schwielowsee): Leben und Werk von Mathilde Franziska Anneke (1817- 1884): Zum Forschungsstand seit 2000 und zu Forschungsperspektiven
  • Dr. Wilfried Korngiebel (Hattingen): Die Neue Rheinische Zeitung und die Neue Kölnische Zeitung 1848/49. Zwei Organe der Demokratie – zwei Publikumsprojekte. Sowie einige
  • Daten zur Geschichte der Neuen Rheinischen Zeitung und der Neuen Kölnischen Zeitung
  • Dr. Irmgard Stamm (Rastatt): Das Scheitern des Badisch-Pfälzischen Feldzuges und die Flucht von Mathilde und Fritz Anneke
  • Dr. Birgit Mikus (Oxford): Mathilde Franziska Anneke und ihre Texte – Menschenrechte literarisch

Susanne Slobodzian (Bochum): Die politischen Frauenfreundschaften Mathilde Franziska Annekes in Europa und in den USA – Die Briefe von Mary Booth und Cäcilie Kapp

Karin Hockamp, Wilfried Korngiebel und Susanne Slobodzian (Hgg. im Auftrag der Kunst- und Kulturinitiative Sprockhövel e.V.): „Die Vernunft befiehlt uns, frei zu sein!“ Mathilde Franziska Anneke. Demokratin, Frauenrechtlerin, Schriftstellerin, Westfälisches Dampfboot, Münster 2018, 158 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-89691-284-8, 20,00 €

 

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Anders links sein

Jede Generation hat ihre Zeit. Auch für die Gewerkschafterin Maria Weber und den Gewerkschafter Gerd Muhr trifft das zu. Dennoch ist diese Doppelbiografie ein hochaktuelles Buch. Denn Maria Weber und Gerd Muhr veranschaulichen die Historie eines politischen Typus, den viele heute – zuletzt bis an die Spitze des höchsten Staatsamtes – vermissen. Bei ihnen finden wir Authentizität und eine glaubwürdige Politik, die sichtbar lebensgeschichtlich geprägt war, in der das persönliche und das institutionelle Engagement mit den eigenen Erfahrungen und der eigenen Persönlichkeit sich vereinte zu dem, was man wohl nur mit einem Begriff annähernd treffend beschreiben kann – Haltung. Im Blick von der Vergangenheit auf unsere Gegenwart zeigt sich das kritische Potential dieser Hommage. Dass die Skepsis gegenüber Teilen der gegenwärtigen politischen Elite in das „linke Lager“ und in die Gewerkschaftswelt führt, mag den einen mehr verwundern als den anderen. Aber auch diesbezüglich galt für Maria Weber und Gerd Muhr: ANDERS LINKS SEIN.

Das Buch erzählt die Lebensgeschichte einer Gewerkschafterin, „erzkatholisch“ und eine Christdemokratin zumal, die ihre Herkunft aus dem rauen, echten Ruhrgebiet nie verleugnete, die als Christlich-Soziale moderne Familienpolitik machte lange vor Ursula von der Leyen, für das ganztägige Schulwesen kämpfte und sich um die Gesamtschule und aus anderen Anlässen raufte mit den Granden der CDU/CSU von Helmut Kohl über Kurt Biedenkopf bis zu Franz Josef Strauß. Und das Buch erzählt zugleich die Lebensgeschichte eines Gewerkschafters, der als Gewerkschaftsdiplomat gegen die europäischen Diktaturen in Griechenland, Portugal oder Spanien kämpfte, sich engagierte für Lech Walesa und den Befreiungskampf der Solidarnosc, im Ost-West-Konflikt vermittelte und sich als Anwalt der sogenannten „Dritten Welt“ und Afrikas sah, wenn er für die Entschuldung eintrat oder gegen die Apartheid in Südafrika zur Unterstützung Nelson Mandelas initiativ wurde. Die Welt der Gewerkschaften etwas mehr zu öffnen und für Außenstehende Unerwartetes aus dieser Welt zu zeigen, dafür eignen sich die Biografien Maria Webers und Gerd Muhrs besonders. Es lohnt sich, sich auf die verwehten Spuren zu begeben, die diese spannenden, vielschichtigen Persönlichkeiten hinterlassen haben. Denn die Welt der Funktionäre war nicht nur grau, sondern, wenn man genauer hinsieht, durchaus bunt – in diesem Fall vor allem: schwarz-rot.

Der Autor Stefan Remeke wurde bei Klaus Tenfelde und Norbert Frei mit einer Arbeit über die Ära Willy Brandt promoviert. Über die deutschen Gewerkschaften hat er mehrere Publikationen verfasst. Er beschäftigt sich außerdem mit deutscher Wirtschafts- und Sozialpolitik, den Biografien gesellschaftlicher Eliten sowie der Zeitgeschichte politischer und wirtschaftlichen Organisationen. Remeke ist Leiter der Agentur für Historische Publizistik (www.afhp.net).

Stefan Remeke, Anders links sein. Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr, 591 Seiten, Hardcover, geb. m. zahlr. Abb., Klartext Verlag Essen 2012, ISBN 978-3-8375-0488-0, 42,00 Euro