Ereignis

CfP für GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft Heft 3/23

CALL FOR PAPERS
Frauenbewegungen und Feminismen im kulturellen Gedächtnis

Die Geschichte aller Zeiten, und die heutige ganz besonders, lehrt: daß diejenigen auch vergessen wurden, welche an sich selbst zu denken vergaßen!“ Mit diesem Satz begann Louise Otto (1819–1895) die allererste Ausgabe ihrer „Frauen-Zeitung“ vom 21. April 1849. Sie forderte in einer damals drängenden Debatte über Frauenarbeit ihre Zeitgenossinnen auf, aktiv ihr Recht auf bezahlte Erwerbsarbeit einzufordern. Zugleich beinhaltet der Satz eine geschichtspolitische Dimension: die eigene politische Arbeit zu erinnern und im kulturellen Gedächtnis lebendig zu halten. Heute ist das politische „Wir“ fragmentiert und fluide. Die Anrufung von Frauen löst reflexartig Essentialismus-Vorwürfe aus.

Wie lässt sich dann an jene erinnern, die sich überall auf der Welt als Individuen und in Bewegungen politisch als Frauen auf den Weg machen, Sexismus, sexistische Ausbeutung und Unterdrückung zu beheben – im Bereich der Politik, der Bildung, der Ökonomie, des Rechts, der Kultur, der Familie? Kritische Geschichtsforschung verweist auf die Klassenspezifik vieler Narrative zu Frauenbewegungen und auf die ihnen innewohnenden Kolonialismen. Zugleich finden sich eine Vielzahl von Bewegungsgeschichten auf dem Buchmarkt und auch im Netz zirkulieren Herstories: Soziale Medien schaffen Möglichkeiten globaler Vergemeinschaftung über Frauengeschichten und der transnationalen Erinnerung an Pionierinnen in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur.

Das Themenheft lädt ein, sich mit Frauenbewegungen und Feminismen im kulturellen Gedächtnis zu befassen. Erwünscht sind ausdrücklich Beiträge, die dies in kulturell vielfältigen Kontexten des globalen Südens, Ostens und Nordens diskutieren. Eingeladen sind Beiträge aus der (historischen) Frauen- und Geschlechterforschung sowie der gendersensiblen Bildungs-, Bewegungs- und Gesellschaftsforschung, die sich mit kulturellem Gedächtnis, Frauenbewegungen, Feminismen und Erinnerungskultur befassen.

Mögliche Themen und Fragestellungen
• Wie kommen Frauenbewegungen und Feminismen in das kulturelle Gedächtnis – hier und anderswo auf der Welt?
• Welche Erinnerungsstiftungen können als Inspiration dienen?
• Wer kämpft(e) wie um Erinnerung und kulturelles Gedächtnis? Wer oder was gilt warum (nicht) als erinnerungswürdig – welche Ein- und Ausschlüsse werden produziert?
• Welche Bedeutung kommt feministischem Geschichtsbewusstsein im Rahmen feministischer Aktivismen zu und was könnte dessen Inhalt und Form sein?
• Wie perspektivieren sich aktuelle identitätspolitisch agierende Zusammenschlüsse historisch im Blick auf Zukunft?
• Wie hängen Identität, Geschlecht und Erinnern zusammen?
• Welche Position nimmt Wissenschaft in Erinnerungspolitiken zwischen Bewegung, Erfahrung und Gesellschaft ein?
• Bräuchten Feminismen im kulturellen Gedächtnis eigene Zeitkonzeptionen?

Gebeten wird um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 26. Juni 2022. Beiträge aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland können gern auch auf Englisch eingereicht werden. Bitte senden Sie Ihren Vorschlag als Word-Datei an manuskripte@gender-zeitschrift.de (Betreff: Schwerpunkt „Frauenbewegungen und Feminismen“). Die Einladung zur Beitragseinreichung erfolgt im Falle einer positiven Einschätzung bis zum 10. Juli 2022. Der Abgabetermin des fertigen Beitrags im Umfang von max. 50.000 Zeichen inkl. leer (Dokument mit allen zusätzlichen Angaben wie Zusammenfassungen, Fußnoten, Literaturverzeichnis und Angaben zur Person) ist der 12. Dezember 2022.

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Ereignis

Podcast: Frauen und Töchter

Frauen hatten es in der Welt der Stahlkocher lange schwer, noch in den 1970er-Jahren mussten sie mit diversen Einschränkungen und Vorurteilen leben. Trotzdem haben viele Hoeschianerinnen den Stahlkonzern in Dortmund geprägt – ob als Arbeiterin, als Betriebsrätin, Führungskraft oder Demonstrantin. Geprägt haben den Mutterkonzern Hoesch aber auch innovative Tochterunternehmen. Davon wird in der elften Folge des Podcasts „Hoesch.150“ berichtet: https://hoesch150.podigee.io/13-folge-12-

Hoesch prägt Dortmund wie kein anderes Unternehmen – bis heute. Erstaunlich, denn den Stahlkonzern gibt es längst nicht mehr. Viele Dinge, für die die 600.000-Einwohner-Metropole heute bekannt ist, sind eng verknüpft mit Hoesch – zum Beispiel der BVB, die Nordstadt und der Phoenix-See. Sie sind das Ergebnis einer großen Unternehmensgeschichte, die vor genau 150 Jahren mit der Gründung begann. Die Dortmunder Journalisten Kay Bandermann und Till Krause wandern auf den Spuren des Konzerns und erzählen im Podcast „Hoesch.150“ vom Aufstieg und Niedergang des Stahlunternehmens.

Mit Isolde Parussel, Rita Schenkmann-Raguse und anderen.

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Online-Ausstellung „Frauen. Fußball. Geschichte“

Die Online-Ausstellung Frauen. Fußball. Geschichte widmet sich der wechselvollen Entwicklung des Frauenfußballs, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der Gründung erster Frauen-Teams in England einsetzte. Neben Talent und Spielfreude sind seither Widerstandskraft, Idealismus und Pioniergeist als prägendste Eigenschaften bei den Sportlerinnen gefragt, denn auch in Deutschland sollte es lange dauern, bis das Engagement der Frauen im und für den Fußballsport gesellschaftlich anerkannt wurde.

Die Ursprünge der weiblichen Teilhabe an der populärsten Sportart in unserem Land liegen dabei sehr viel länger zurück, als das die gerade einmal vor fünf Jahrzehnten erfolgte Aufhebung des Frauenfußball-Verbots durch den Deutschen Fußball-Bund erahnen lässt. „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich“ – das geflügelte Wort von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter fußt zweifelsohne auf dem Engagement vieler starker Frauen.

Der Brückenschlag von den schwierigen Anfängen zu den weltweit beachteten Festivals des Frauenfußballs bei Europa- und Weltmeisterschaften wird im Folgenden anhand von zahlreichen Bilddokumenten und Exponaten aus der Dauerausstellung des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund vollzogen.

Die Online-Ausstellung kann mit einem Klick auf „Pageflow starten“ auf dieser Seite besucht werden.