In memoriam Regina Schulte

Wir trauern um Prof. Dr. em. Regina Schulte (1949-2024), die am 8. Februar ihrer schweren Krankheit erlegen ist. Regina Schulte war von 1993-2014 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte/Geschlechtergeschichte an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und hat dort die Gender Studies mit begründet. Sie hat von den ersten Planungen an frauen/ruhr/geschichte unterstützt und wurde später Mitglied des Beirats. Regina Schulte gilt als eine Pionierin der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Sie wurde 1977 mit einer Untersuchung über die Geschichte der Prostitution in München promoviert: „Tugendhaftigkeit und Prostitution in der bürgerlichen Welt“, Frankfurt a.M. 1979. Sie habilitierte 1988 an der TU Berlin mit einer historisch-anthropologischen Studie über ländliche Unterschichten im 19. Jahrhundert: „Das Dorf im Verhör. Brandstifter, Kindsmörderinnen und Wilderer vor den Schranken des bürgerlichen Gerichts: Oberbayern 1848-1910″, Reinbeck bei Hamburg 1989. Mit dem von Regina Schulte herausgegebenen Aufsatzband „Der Körper der Königin. Geschlecht und Herrschaft in der höfischen Welt seit 1500“, Frankfurt a.M. 2002, zu dem sie den einleitenden Aufsatz schrieb, begann eine neue Ära in der Frauen- und Geschlechtergeschichte. In Auseinandersetzung mit Ernst Kantorowicz Studie zu monarchistischer Herrschaft, die neben dem vergänglichen Körper des Königs auf einem zweiten, dem politischen Körper des Königs beruhte, fragt Regina Schulte nach den Körpern der Königin: „Wie viele ‚Körper‘ kann eine Königin besitzen oder besetzen?“

Zitation: , In memoriam Regina Schulte, Version 1.0, in: frauen/ruhr/geschichte, https://www.frauenruhrgeschichte.de/in-memoriam-regina-schulte-1949-2024/

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