Forschungsbericht Mittelalter: 700 bis 1500

Der Zeitraum und die geographische Dimension

Der lange Zeitraum des Mittelalters, der die Zeit von etwa 700 bis 1500 unserer Zeitrechnung umfasst, bildet mit dem Früh-, dem Hoch- und dem Spätmittelalter mehrere Epochen mit jeweils verschiedenen materiellen und intellektuellen Rahmenbedingungen. Sie haben die Lebensverhältnisse der Menschen auf unterschiedliche Weise strukturiert und in unterschiedlicher Dichte Quellen hinterlassen. Im Frühmittelalter (ca. 700-1050) fällt den wenigen großen Klöstern und Stiften als wirtschaftlich, politisch und kulturell bedeutenden Zentren in einer relativ dünn besiedelten Welt neben dem reisenden Königshof eine besondere Rolle zu. Diese ist im rechtlichen Bereich (Herrschaft, Besitz) einigermaßen gut dokumentiert, während das Schicksal einzelner Personen und vor allem dasjenige der Mehrheit der bäuerlichen Bevölkerung kaum noch historisch fassbar zu sein scheint. Im Laufe des Hochmittelalters (ca. 1050-1250) differenziert sich dann neben den königsnahen Familien auch der regionale Adel mit seinen politischen Neben- und Unterordnungen aus und entwickelt eigene repräsentative Lebensformen. Parallel zum politischen Ausbau seiner Herrschaften ist er in vielen Fällen an der zunehmenden Anzahl weiterer Klostergründungen beteiligt, die zu einer dichten Vernetzung von Frauen- und Männerklöstern verschiedener Ordenszugehörigkeit auch im Rheinland und in Westfalen führten. Daneben entwickelt sich die städtische Gesellschaft als weitere eigenständige Lebensform, innerhalb derer das enge Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen durch eine selbst geschaffene Rechtsordnung geregelt wird. Alle Bereiche haben sowohl gegenständliche Quellen (Architektur, Innenausstattung, Alltagsgerät, Bilder, Werkzeuge) als auch schriftliche Quellen (Besitzverzeichnisse, Stiftungen, Gesetze, Urteile, Testamente, geistliche und weltliche Literatur) hinterlassen. Sie gestatten, nach den Lebens- und Handlungsmöglichkeiten von Frauen zu fragen – wenn hier auch zu vielen Aspekten die Quellenlage sehr dürftig ist. Im Spätmittelalter (ca. 1250-1500) sind dann bei einer generellen Verdichtung der Besiedelung und des Wirtschaftens sowie einem vielfältigen Mit- und Gegeneinander von Kloster, Stadt, Burg und bäuerlichem Umland vor allem deutliche mentalitätsgeschichtliche Veränderungen zu beobachten: Eine philosophisch-intellektuelle und eine wirtschaftlich-praktische Erschließung der Welt vervielfachten zusammen mit einer zunehmenden Lese- und Schreibfähigkeit bis in die mittleren Schichten die Zugänge zum Wissen. Als weitere auffällige Phänomene sind ein erhöhtes Krisenbewusstsein angesichts von Hungersnöten, Pest und Naturkatastrophen sowie die Individualisierung des Frömmigkeitsverhaltens zu nennen. Diese persönlich gelebte Frömmigkeit eröffnete auch den Frauen neue Spielräume innerhalb neuer geistlicher Gemeinschaften sowie in der religiösen Stiftungspraxis. Im Spätmittelalter besteht darüber hinaus aufgrund der dichteren Überlieferung auch die Möglichkeit, die Erforschung des Alltagslebens zumindest in Teilbereichen voranzubringen.

In diesem Zusammenhang ist das „Ruhrgebiet“ als eine in der Moderne entstandene Industrieregion für die Mittelalterforschung eine schwierige Kategorie: In den älteren Epochen lassen sich für das Gebiet zwischen Lippe und Ruhr, zwischen Wesel und Hamm keine übergreifenden gemeinsamen Merkmale finden. Landschaftlich und in seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit heterogen unterstand es in wechselnden politischen Konstellationen mehreren regional bedeutenden weltlichen und kirchlichen Herren. Zu nennen sind hier die Grafen von der Mark, die Grafen von Kleve, die Grafen von Berg, die Kölner Erzbischöfe als Herzöge von Westfalen und das von Köln aus regierte Vest Recklinghausen sowie das reichsunmittelbare Damenstift Essen. Kirchenrechtlich gehörten weite Bereiche zur Erzdiözese Köln, kleinere Teile aber auch zum Mainzer oder Bremer Erzbistum. Neben der Uneinheitlichkeit nach innen muss man gleichzeitig unscharfe Grenzen nach außen feststellen: Wichtige Entwicklungen der Region wie z.B. die Anlage der Königshöfe und die Bewahrung und Tradierung des Wissens in den Klöstern im Frühmittelalter, die Entfaltung der Städte seit dem Hochmittelalter oder das spätmittelalterliche dichte Nebeneinander von unterschiedlichen Rechts- und Lebensformen kennzeichneten nicht nur diese eine Region sondern weite Teile des mittelalterlichen Kaiserreichs insgesamt. Ein „Ruhrgebiet“ im Mittelalter existierte also nicht – und damit existierten auch keine für die Region spezifischen Lebensbedingungen von Frauen: Die stadtbürgerlichen Frauen in Dortmund unterschieden sich nicht wesentlich von denjenigen in Soest oder Lübeck, die Zisterzienserinnenklöster in der Grafschaft Mark unterschieden sich nicht von denjenigen im Münsterland oder in Nordhessen, die bäuerliche Situation war mit derjenigen anderer Regionen vergleichbar.

 

Forschungsinteressen

Die hier zusammengetragene Literatur fragt in der Regel auch nicht nach der geographischen oder politischen Ausdehnung des späteren „Ruhrgebiets“, sondern sie fördert in kleinteiligen Ausschnitten historische Gesellschaftsformen und Einzelschicksale der Frauen in der Region zutage. Nur wenige Arbeiten orientieren sich dabei an landesgeschichtlichen Gliederungen wie Rheinland oder Westfalen. Neben allgemeinen Überblicken1 gilt dies vor allem für Arbeiten, die nach der geographischen Ausbreitung weiblicher Ordenszweige oder Religiosengruppen fragen.2 Die Mehrzahl der Untersuchungen ist dagegen strikt lokal ausgerichtet und konzentriert sich häufig auf die Erforschung eines Stifts oder Klosters bzw. auf die Hervorhebung von einzelnen Ereignissen oder Personen. Vergleiche mit ähnlichen Phänomenen an anderen Orten, die eine Beurteilung der lokalen Situation innerhalb größerer Entwicklungsprozesse erlauben würden, fehlen weitgehend. Ebenso müssen chronologische Längsschnitte zu den Frauen in der Region oder Querschnitte, die – lokal oder regional verankert – die Frauen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen einer Epoche vergleichend analysieren, in Zukunft erst noch erarbeitet werden.

Der größte Teil der bisherigen Untersuchungen arbeitet nicht mit Fragestellungen der Geschlechterforschung sondern zeigt vor allem die Existenz von Frauen und von deren überlieferten Zeugnissen auf. Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist dabei ein mehrfacher Wandel der Interessen zu beobachten: Es war zunächst die traditionelle Lokalforschung, die unter anderem auch auf Frauenklöster, Grabsteine von Äbtissinnen, religiös motivierte Stiftungen oder die Tätigkeit von Frauen in der eigenen Stadt im Sinne von erinnerungswürdigen Fakten der Geschichte hinwies. Sie präsentierte innerhalb ihrer eigenen Geschichtsdeutungen dabei auch Kenntnisse um lokale Gegebenheiten und Traditionen, die heute verloren sind, und die als Detailwissen für künftige Untersuchungen noch von Nutzen sein können.3 Gegen das dort wie auch in der überregionalen akademischen Forschung vertretene konservative Frauenbild wurde dann seit den achtziger Jahren von zwei Seiten her gearbeitet: Laienarbeitskreise aus der zweiten Frauenbewegung und aus den Geschichtswerkstätten versuchten, gegen die vermeintliche Dominanz männlicher Geschichtsmächtigkeit nicht nur eine größere Anzahl von Frauen, sondern auch die weiblichen Lebenszusammenhänge sichtbar zu machen. An aktuellen Streitfragen der Gleichberechtigung der Geschlechter orientiert, wiesen sie auf eine breitere Teilhabe der Frauen an der Gestaltung der Verhältnisse auch in den früheren Epochen hin. Anders als in der älteren Lokalforschung sind dabei auch die Frauen thematisiert worden, die keine Führungspositionen gehabt hatten; viele dieser Personen wurden durch solche, auf den eigenen Ort fokussierte Nachforschungen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.4 Diese Berichte präsentieren ihr Material von vorn herein im Bewusstsein einer Differenz der Geschlechter, sie bedürfen jedoch im Einzelfall einer historischen Kritik, die den von der Gegenwart verschiedenen Denk- und Lebensformen der historischen Frauen Rechnung trägt.

In derselben Zeit setzte an den Universitäten in verschiedenen historischen Fächern eine methodenkritische Auseinandersetzung mit der auf männliche Handlungs- und Entscheidungskompetenzen fokussierten Forschung ein. Hier wurde nicht nur eine professionelle Analyse der mittelalterlichen Lebensverhältnisse von Frauen – vorwiegend aus den Schriftquellen – begonnen, sondern es wurde auch die Unterschiedlichkeit einer geschlechtergebundenen Lebenserfahrung thematisiert.5 Die Arbeitsfelder dieser zumeist von jüngeren Wissenschaftlerinnen initiierten Arbeitskreise und Tagungen (Ehediskurse, Tugendlehren, Standesrepräsentation, Erbsünde/Natur der Frau, Bildung, Ketzerinnen, Besitzautonomie, Körpererfahrung etc.) waren und sind überregional angelegt, sie schafften aber einen neuen kritischen Diskussionsrahmen, der einen Teil der jüngeren Analysen zur Region mitgeprägt hat.

Beide Strategien, die der am eigenen Lebensumfeld interessierten „Entdeckerinnen“ und die der Wissenschaftlerinnen mit ihrer Reflexion auf die traditionellen Frauenbilder in der bisherigen Forschungspraxis, werden bis heute fortgeführt. Sie erweitern die Wissensgrundlagen zu weiblichen Lebensverhältnissen kontinuierlich und haben langfristig dazu geführt, dass die Erforschung der historischen Frauen als legitimes Interesse wahrgenommen wird und dass sie sich als Teilgebiet in den wissenschaftlichen Disziplinen etablieren konnte. Eine wichtige aktuelle Entwicklung ist vor allem die Anerkennung der Komplexität dieses Forschungsfeldes, in dem Geschlecht, Stand und Bildung sich zu je unterschiedlichen Weiblichkeitsentwürfen verdichteten, die im Wandel des langen Mittelalters auch verschiedene Handlungsspielräume für die historischen Frauen festgelegt haben. Gleichzeitig ist allerdings auch festzustellen, dass mit der Etablierung ein Teil der gesellschaftlichen Brisanz dieser Forschung verloren ging, so dass es heute möglich ist,„Frauen“ aus dem Mittelalter zu erforschen, ohne sich darüber Rechenschaft geben zu müssen, dass es Geschlechterkonstruktionen sind, die das Leben dieser historischen Personen geformt haben.

 

Forschungsthemen im Überblick

Die oben genannten Lebensformen in Stift und Kloster, in der adelig-ritterlichen Gesellschaft, in der bäuerlichen Schicht und in den Städten sind nicht gleichmäßig dicht erforscht worden. Hochadelige Stiftsdamen, weibliche Klostergemeinschaften und Beginen standen bisher im Zentrum des Interesses. Insgesamt liegt damit der Schwerpunkt der Arbeiten auf den geistlich lebenden Frauen, die schon in den historischen Verhältnissen selbst als Gemeinschaften wahrgenommen worden sind. Fast die Hälfte der angegebenen Titel in der ruhrgebietsspezifischen Literatur zum Mittelalter konzentriert sich dabei auf das Damenstift in Essen, während die Vielzahl der hoch- und spätmittelalterlichen Klöster und die semireligiösen Gemeinschaften der Region bisher nur in Ausschnitten erforscht worden sind. Die schichten- und arbeitsspezifischen weiblichen Lebenszusammenhänge in der säkularen Welt sind insgesamt schwieriger zu fassen, so dass hier noch viel Arbeit in die Erschließung geeigneter Quellen investiert werden muss, bevor übergreifende Studien angestellt werden können. Zur Zeit existieren vor allem Einzelfall-Untersuchungen zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen. Allgemein fällt hier auf, dass die Gruppe der adeligen Frauen in der Welt und die weibliche Landbevölkerung bisher kaum bearbeitet worden sind.6

 

Forschungsschwerpunkt Stiftsdamen

Das in der Mitte des 9. Jahrhunderts gegründete Damenstift in Essen erlangte durch seine königsnahe Gründung und Besetzung des Äbtissinnenamtes im Früh- und Hochmittelalter eine hohe politische Bedeutung. Sein weitläufiger Grundbesitz sicherte ihm auch in späterer Zeit Reichtum und Einfluss, der sich u.a. in dem erhaltenen Urkundenbestand und in seiner materiellen Hinterlassenschaft spiegelt. Es kann als relativ gut erforscht bezeichnet werden, insbesondere die seit 2002 erscheinenden „Essener Forschungen zum Frauenstift“ bündeln hier viele der neueren Fragestellungen und Ergebnisse.7

Insgesamt haben sich auch hier die Forschungsinteressen in den letzten Jahrzehnten von den älteren, auf einzelne hochadelige Äbtissinnen – Mathilde, Theophanu oder Schwanhild – konzentrierten Untersuchungen gelöst. Dabei versuchen aktuelle Arbeiten, die sich mit der Frühzeit des Stifts beschäftigen, neben einer gründlichen Revision des Wissensstandes vor allem seine Gründung entweder durch die erste Äbtissin Gerswid oder den Hildesheimer Bischof Altfrid sowie die ursprüngliche Lebensform der Stiftsdamen zu klären. Bleiben die Thesen zur ersten Frage strittig8 , so konnte das im Vergleich zur benediktinischen Klosterregel freiere, nicht von strenger Askese, Besitzlosigkeit, strikter Klausur und einem unumkehrbaren Gelübde geprägte Leben der Kanonissen herausgearbeitet werden.9 Die Untersuchungen insbesondere von Thomas Schilp zeigen weiterhin, dass man nicht nur zwischen der Norm der Kanonissenregel und der gelebten Wirklichkeit sondern auch genauer zwischen den Epochen unterscheiden muss, denn die erwartete Trennschärfe zwischen klösterlicher und kanonikaler Lebensform kann für die Frühzeit offensichtlich nicht aufrecht erhalten werden. Die Arbeiten belegen insgesamt eher indirekt einen hohen Gestaltungsspielraum der Frauen dieser Schicht bezüglich der Bewegungsfreiheit, der Verfügungsgewalt über materielle Güter und der Partizipation an politischen Entscheidungsprozessen. Auch nach der Reform der Kanonissenstifte im 11. und 12. Jahrhundert mit ihrer Bindung an die strengere Augustinerregel blieb dieser Spielraum auffällig groß. – Die Untersuchungen zum Gesamtstift als politischer Akteur haben weiterhin gezeigt, dass dieses zunächst durch familiäre Geflechte eng mit der Reichspolitik verbunden war und sich in der Region als reichsunmittelbare Institution lange Zeit gegen die umliegenden Grafschaften und den Kölner Erzbischof eigenständig behaupten konnte, bevor es im Spätmittelalter stärker in die territorialen Bindungen einbezogen wurde. Gleichzeitig bestimmte es auf regionaler Ebene nicht nur über die ländliche Bevölkerung des Grundbesitzes, sondern es dominierte auch die vom Stift abhängige Stadt Essen.10

Eine Diskussion der Differenz der Geschlechter findet in diesen Untersuchungen, die die historischen Zusammenhänge zum Teil aus sehr sprödem urkundlichen Material rekonstruieren, nur implizit statt, wenn etwa einige Autoren betonen, dass nicht die Geschlechtszugehörigkeit, sondern adelige Sippenverbände und deren jeweilige Kräfteverhältnisse über den Erfolg oder Misserfolg der Essener Stiftsherrschaft bestimmten.11 So wichtig die Erweiterung des Blicks auf die soziale Zusammensetzung der Kanonissengemeinschaft und die Verschränkung von geistlichen und säkularen Interessen ist, so nachdrücklich muss eine Reflexion auf die spezifische Situation von Stiftsdamen eingefordert werden. Sie konnten in ihrem eigenen religiösen Aufgabenbereich keine theologische Ausbildung und keinen Priesterstatus erwerben und waren damit nicht nur von Predigt, Altardienst oder Austeilung der Sakramente sondern auch vom Aufstieg in den kirchlichen Hierarchien ausgeschlossen. Es hat sich weiterhin gezeigt, dass die allgemeinen Stereotypen der Auffassung von Frauen als Mängelwesen, die zur Führung eines vorbildlichen Lebens männlicher Anleitung bedürfen, unabhängig von der Herrschaftskompetenz der Essener Stiftsdamen, in den spätmittelalterlichen Konfliktsituationen einer stärkeren kirchenrechtlichen Regelung des Stiftslebens und der Durchsetzung bischöflicher Kontrollen als Argumente durchaus auch gegen die Kanonissen eingesetzt werden konnten.12 – Dass der Ausschluss von priesterlicher Tätigkeit und Kirchenhierarchie allerdings weder bei den Stiftsdamen noch bei den Nonnen in den Klöstern zwangsläufig mit einem niedrigen Bildungsstand verbunden war, zeigen die Arbeiten von Katrinette Bodarwé. Sie konnte mit ihren Rekonstruktionen ehemaliger umfangreicher und zum Teil intellektuell anspruchsvoller Bibliotheksbestände offenlegen, wie sehr die verbreiteten Vorstellungen von den „frommen Jungfrauen“, die nicht mehr als ihre Chorgebete auswendig lernten, fehlgegangen waren.13

Mittlerweile werden auch die materiellen Zeugnisse des Essener Damenstifts, insbesondere die Architektur der Stiftskirche, der Mathilden-Leuchter, die kostbaren Reliquiare, Kreuze und Bücher auf ihre Funktionen untersucht.14 Wiederum stehen in den unterschiedlichen Beiträgen vor allem die Verbindungen der Stiftsdamen zu ihren Familien sowie zu übergeordneten weltlichen und geistlichen Prozessen im Zentrum, die sowohl die Architekturformen als auch die Beschaffenheit des gestifteten Kirchenschatzes mitbestimmten. Damit wird ein wichtiger Schritt von der Erforschung des Einzelgegenstandes zu seiner Einbettung in den Zusammenhang historischer Beziehungsgeflechte und des praktischen und symbolischen Gebrauchs in Liturgie, Prozession und persönlichem Gebet vollzogen. Parallel sind mit ähnlichen Fragestellungen im letzten Jahrzehnt weitere Damenstifte anderer Regionen – besonders Gandersheim und Quedlinburg – untersucht worden, deren Analyse verdeutlicht, dass viele der angesprochenen Phänomene als stiftsspezifische Aspekte, die nicht auf Essen als Sonderfall beschränkt sind, verstanden werden können.15 Die Fragen nach der geschlechterspezifischen Ausgestaltung des Stiftslebens und diesbezüglicher Grenzen, die die Mehrzahl der bisherigen Untersuchungen eher an den Rand drängte, müssen allerdings noch einmal neu aufgenommen werden. Letztendlich können sie erst dann beantwortet werden, wenn ähnlich einflussreiche, politisch und finanziell potente Männerstifte – als Beispiel aus der Region sei hier das Viktor-Stift in Xanten genannt – mit denselben Fragestellungen erforscht worden sind, weil erst dann die Begrenzungen und Spielräume weiblichen und männlichen Handelns innerhalb der adeligen, stiftisch lebenden Gesellschaftsgruppe vergleichend beurteilbar sind.

 

Forschungsschwerpunkt Klosterleben

Das Leben der Nonnen unterschied sich von dem der Kanonissen vor allem durch ihr Gelübde, welches eine unumkehrbare Abwendung von der säkularen Welt bedeutete und eine – zumindest im Idealfall – stärkere Askese in der Lebensführung bedingte. Viele andere Aspekte wie die wirtschaftliche Absicherung der Klöster durch Grundbesitz, der Chordienst der Nonnen oder die Bildungsarbeit sind vergleichbar. Auch die Region des späteren Ruhrgebiets hatte Anteil an der vermehrten Gründung von Klöstern für Frauen seit dem Hochmittelalter, die sich zunächst dem Prämonstratenser- oder Zisterzienserorden anschlossen und später eher die Nähe der Dominikaner oder Franziskaner suchten. Das Phänomen dieser seit dem 12. Jahrhundert im Umfeld der genannten Reformorden zahlreich entstehenden Frauenklöster, die zum Teil ohne Anerkennung durch die männlichen Orden bestanden, ist in der Forschung unterschiedlich gedeutet worden. Vom persönlichen Bedürfnis nach einer intensiver gelebten Frömmigkeit (als sie die benediktinischen Frauenklöster boten) über die Attraktivität der Doppelklöster oder das Interesse an einem besseren Bildungserwerb bis zur Vorstellung der materiellen Versorgung von adeligen Frauen sind unterschiedliche Erklärungsversuche vorgestellt worden.16 Sie treffen jeweils einzelne Facetten dieser vielschichtigen mittelalterlichen „Frauenbewegung“, die von den männlichen Orden zunächst mit Misstrauen und Ablehnung betrachtet worden ist.

Die meisten Untersuchungen in diesem Forschungsfeld konzentrieren sich jedoch auf die Bearbeitung eines einzelnen Klosters. Dabei standen bisher Fragen nach der Gründung, den rechtlichen Rahmenbedingungen und der wirtschaftlichen Fundierung im Vordergrund.17 Einige dieser am Einzelfall orientierten Recherchen bieten aber auch Einsichten in die innere Organisation des Zusammenlebens, die eine differenzierte Abstufung von Ämtern und Verantwortlichkeiten der Nonnen sowohl in der praktischen Gestaltung des Klosteralltags als auch in der Pflege der geistlichen Aufgaben offenlegen. Einen Versuch der Bündelung solcher aktueller Fragestellungen unternimmt der Ausstellungskatalog „Krone und Schleier“18 , der zwar mit einer überregionalen Perspektive arbeitet und häufig auf die besser erforschten süddeutschen Klöster zugreift, der aber immer wieder auch Bezüge zu Klöstern aus der Region des Ruhrgebiets herstellt. Ein zweiter Schwerpunkt liegt dort auf der Untersuchung der Formen weiblicher Frömmigkeit – vom gemeinschaftlichen Chorgebet über die individuelle Andacht bis zu den Visionen. Die dortige multiperspektivische Zusammenstellung bietet sich als möglicher Fragenkatalog für die zukünftige Arbeit an, denn die wenigen bisher erstellten Einzeluntersuchungen erlauben zur Region des Ruhrgebiets noch keine übergreifenden Schlussfolgerungen. Mit Blick auf genderspezifische Fragestellungen muss auch hier das Fehlen von ähnlich gelagerten Untersuchungen zum Alltag der einfachen Mönche als Desiderat benannt werden.

Ein wichtiges Thema im Forschungsfeld Klosterleben ist die Frage nach der praktischen Umsetzung von Klausurvorschriften im Gottesdienst mit der geforderten räumlichen und visuellen Separierung der Nonnen von den Messe-lesenden männlichen Klerikern. Gisela Muschiol arbeitete anhand von regionalen und überregionalen Beispielen sowohl die ideologischen Begründungen dieser Trennung der Geschlechter als auch die Wechselbeziehung zwischen den Architekturformen (Hauptchor, Nonnenemporen, besondere Zugänge zur Kirche, Gitter etc.) und den geschlechterspezifischen Raumzuweisungen heraus, die die Bauformen der Frauenklöster von denjenigen der Männerklöster unterscheiden.19 Weitere Folgen der strengen Klausurierung der Nonnen, die die Abhängigkeit der Frauenklöster von männlicher Oberleitung bzw. Kontrolle festschrieben (Vaterabt, bischöfliche Gewalt, weltliche Güterverwaltung durch einen Vogt), sind noch nicht ausreichend erforscht worden. Dies gilt ebenso für die Frage nach der sozialen Zusammensetzung der Konvente, die Aufschluss über die Verankerung des jeweiligen Klosters in den regionalen oder überregionalen Adelsfamilien bzw. dem städtischen Patriziat geben können.20

Es fällt jedoch auf, dass einige Klöster mehrfach das Interesse der Autoren und Autorinnen geweckt haben, so dass sich gerade dort über engere fachwissenschaftliche Fragen hinaus Erkenntnisse zu Gründungsvorgängen und wirtschaftlichen Aspekten, zur Architektur als Lebensraum und zur konkreten Lebensführung im Kloster in Zukunft miteinander verbinden lassen und auch stärker geschlechtergeschichtlich befragt werden könnten. Dies trifft z.B. auf das Clarenkloster in Hörde21 , auf das Prämonstratenserinnenkloster St. Katharina in Dortmund22 oder auf das Zisterzienserinnenkloster St. Maria in Fröndenberg23 zu. – Zur Erforschung des Klosterlebens können auch die Tätigkeiten der Nonnen außerhalb von Chorgebet und organisatorischer Arbeit genauer untersucht werden: Sie waren in verschiedenen Klöstern etwa mit dem Abschreiben und Illuminieren von Büchern, der Verfertigung von Paramenten oder von gemalten Andachtsbildern auch künstlerisch tätig. Ein Beispiel aus der Region stellt der Aufsatz von Susan Marti mit einem im Dominikanerinnenkloster Paradies bei Soest für die Ordensbrüder in Dortmund gefertigten Graduale vor.24 Hier werden sowohl die Austauschbeziehungen zwischen weiblichen und männlichen Klöstern innerhalb eines Ordens sichtbar als auch die professionelle Tätigkeit der Schreiberin und Malerin Elisabeth von Lünen.

 

Forschungsschwerpunkt Leben in der Welt

Die meisten Frauen der mittelalterlichen Epochen lebten außerhalb der privilegierten Institutionen von Stift und Kloster in der säkularen Welt. Sie hinterließen jedoch nicht in vergleichbarer Anzahl Zeugnisse wie die geistlich lebenden Frauen. Sie sind darüber hinaus auch nicht als eine homogene Gruppe zu fassen, vielmehr gehörten sie einer Vielzahl von Gruppierungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft, eines unterschiedlichen Familienstandes und zum Teil auch unterschiedlich bewerteter Berufe an. In der Forschung wurden mit den Beginen und den Schwestern und Brüdern vom Devoten Leben zunächst nochmals religiös orientierte Lebensweisen vom Frauen (und Männern) in den Blick genommen, die als ungewöhnliche Phänomene aufgefallen und deshalb in die zeitgenössischen Schriftquellen eingegangen waren. Dagegen sind soziale Gruppen wie die verheirateten adeligen Frauen, die Töchter und Ehefrauen der städtischen Ratsschicht oder der Handwerksmeister, Witwen, unverheiratete Mägde, die Kleinhändlerinnen oder die Frauen der Hörigen auf dem Land nur selten untersucht worden. Hier fehlen vor allem größere, inhaltlich strukturierte Zusammenstellungen der vereinzelten Quellen aus der Region, die eine sozialhistorische, gender- und schichtenspezifische Bearbeitung erst möglich machen würden.

Die im 13. Jahrhundert auftretenden Beginen haben wegen ihres Lebens außerhalb etablierter Traditionen und der überlieferten mittelalterlichen Kritik städtischer und kirchlicher Amtsträger daran seit den Anfängen der Frauenforschung viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Man vermutete hier Parallelen zur aktuellen Erstreitung von Frauenrechten in der Gegenwart. Kritische Einsprüche gegenüber den hohen Erwartungen an eine weibliche Emanzipation im Mittelalter haben mittlerweile deutlich gemacht, dass die Bildung von laienreligiösen Gemeinschaften in dieser Epoche nicht mit den modernen Vorstellungen von individueller, freier Entscheidungsfindung vergleichbar ist.25 Allerdings stellte das Leben der Beginen außerhalb von Familienstrukturen in gemeinsam bewohnten städtischen Häusern ohne Anschluss an einen Orden und ohne Gelübde sowie ihre enge Verbindung mit der Welt durch die Arbeiten, die sie verrichteten, einen neuen, so nicht vorgesehenen Lebensentwurf dar, der sich bis zum Ende des 15. Jahrhunderts zwischen Häresieverdacht und dem Druck, sich einem Orden bzw. einer von den Orden beaufsichtigten Laienorganisation anzuschließen, wieder auflöste.26 Die Literatur, die sich um eine angemessene Deutung des Phänomens bemüht, geht in der Regel nicht auf einzelne geografische Bereiche ein, es gibt aber zur Region des Ruhrgebiets eine ganze Reihe von Untersuchungen, die in einem ersten Schritt die Existenz von zumeist kleinen Beginenhäusern aufdeckten.27 Sie bieten noch keine Ergebnisse zu deren eventueller Vernetzung, dem Grad von Fremd- und Selbstbestimmung der Frauen oder zu ihrer Verfolgung, sie belegen aber die weite Verbreitung dieser Lebensweise auch im Ruhrgebiet. Einen interessanten, am Einzelfall orientierten Einblick bietet die Analyse eines erhaltenen Briefs der Dortmunder Begine Greteke Berswordt an einen Färber in Essen, der die häufige Arbeit der Beginen im Textilgewerbe bestätigt.28 Ihre und ihrer Mitschwestern Herkunft aus einflussreichen Dortmunder Ratsfamilien zeigt, dass es durchaus begüterte Frauen waren, die sich für das bedürfnislose, dienende Leben der Beginen entschieden.

Die körperliche Arbeit der weltlich lebenden Frauen (und Männer) ist in einer Vorstellungswelt, in der Arbeit negativ besetzt war und als Bestrafung der Menschheit für den Sündenfall interpretiert wurde, kaum ausführlicher als solche in schriftlichen Zeugnissen thematisiert worden. Frauen der mittleren und unteren Schichten haben jedoch mit der Lohnspinnerei und –weberei, mit Kleinhandel und Gartenbau, mit Krankenpflege, Ammendienst oder Arbeit im Badehaus sowie als Mägde in Haus und Hof weit mehr als „nur“ die Reproduktionsarbeit für ihre Familien verrichtetet. Hier müssen noch Wege gefunden werden, vorhandene Quellen so auszuwerten, dass diese Tätigkeiten und die damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnisse und Handlungsspielräume der Betroffenen besser verständlich werden. Ein Beispiel für die erfolgreiche erneute Sichtung bekannter Quellen bietet die Arbeit von Hedwig Röckelein, die nach den Lebensbedingungen der abhängigen – selbst schriftlosen – Landbevölkerung im frühen und hohen Mittelalter fragte. Sie untersuchte die Abgaben- und Dienstleistungsverzeichnisse der Abtei Werden und des Damenstifts Essen auf den Gütertransfer, die Zusammensetzung der Familien und die geschlechtergebundene Verteilung der Arbeit.29 Sie konnte einerseits eigene Verfügungsrechte von freien Frauen über den Besitz und die Nutzung von Ackerboden und Wald aufzeigen, andererseits legte sie durch einen Vergleich mit den konkreten Arbeitsabläufen dar, dass ein beträchtlicher Teil der gemeinhin den Männern zugeordneten Leistungen Frauenarbeit war und diese damit einen konstitutiven Beitrag zur materiellen Lebenssicherung und der Ableistung von Fronpflichten leisteten.

Sind im hier diskutierten Raum einzelne Frauen bislang nur sporadisch behandelt worden30 , so ist die Rechtsfähigkeit von Frauen allgemein als ein weiteres wichtiges Thema erkannt worden. Ein Überblick über in der Region beurkundete Rechtsgeschäfte benennt Frauen, die Besitz verkaufen, verschenken, vererben oder als Tauschgegenstand für materielle und immaterielle Sicherheiten einsetzten.31 Ähnlich wie Hedwig Röckelein weist die Autorin Nicole Dany auf die Zugehörigkeit der Frauen zu bestimmten sozialen Schichten als eines der zentralen Kriterien für das Maß an rechtlicher Verfügungsgewalt über die materiellen Ressourcen hin. Die Nachweisbarkeit von berufsmäßig ausgeübter Arbeit mit eigener Geschäftsfähigkeit bleibt allerdings für die gesamte Region des Ruhrgebiets im Mittelalter ein Desiderat, obwohl davon auszugehen ist, dass viele Frauen ihren Unterhalt durch Arbeit verdienten.32 Auf eine eher zufällig zutage geförderte selbständige Tätigkeit von zwei Frauen aus der Familie des Weseler Malers Derick Baegert sei zum Schluss verwiesen: Die Mutter Agnes van Bert und die Schwester Katharina arbeiteten beide als Malerinnen mit eigenen Aufträgen.33 Es ist zur Zeit nicht möglich zu beurteilen, ob es sich bei diesem Quellenfund um einen seltenen Einzelfall oder um eine selbstverständliche Tätigkeit von Frauen im Handwerk handelte.

 

Ausblick

Der Literaturüberblick hat einerseits gezeigt, wie heterogen und lückenhaft die Erforschung der Frauen in den mittelalterlichen Epochen des späteren Ruhrgebiets zur Zeit noch ist, er zeigt andererseits aber auch mit der Suche nach den Frauen vor Ort die Vielfalt weiblichen Lebens und Handelns in der Region und mit der wissenschaftlichen Bearbeitung einzelner Gruppen Möglichkeiten, zu differenzierten Ergebnissen zu kommen. Letzteres gilt vor allem für die Stiftsdamen in Essen. Es sind aber auch zu einer ganzen Anzahl von anderen Lebensfacetten zumindest Pilotversuche ihrer Erforschung unternommen worden, an denen sich weitere Projekte orientieren können. Dabei wird in Zukunft neben der Bearbeitung schriftlicher Quellen die Hinzuziehung von gegenständlichen und bildlichen Objekten wichtiger werden, deren Informationsgehalt noch kaum ausgeschöpft worden ist. Ebenso wird eine vergleichende Vernetzung der Fallbeispiele miteinander – und über die Region hinaus – notwendig werden.

Nach der allgemeinen Feststellung, dass Frauen durchaus an der Gestaltung historischer Verhältnisse beteiligt waren, müssen nun also Handlungsspielräume und Grenzen in ihren soziokulturellen Zusammenhängen beurteilt werden, denn viele Autoren und Autorinnen verweisen zu Recht immer wieder sowohl auf den Wandel der Verhältnisse über längere Zeiträume hinweg und als auch auf die Faktoren von gesellschaftlichem Stand, Bildungsgrad und aktuellem Lebensumfeld der Frauen als Rahmenbedingungen für deren Lebensgestaltung. Es ist deshalb zu erwarten, dass sich die Antworten auf die Frage nach den Geschlechterverhältnissen weiter ausdifferenzieren werden. Unabdingbar für eine reflektierte Bewertung der Einzelergebnisse wird auch die Erarbeitung der noch kaum entwickelten genderspezifischen Erforschung männlicher Lebensräume sein.

Eine wichtige Komponente dieses Forschungsfeldes wurde bisher fast vollständig ausgespart, nämlich die gesetzten Normen sowie die kirchlichen und weltlich-moralischen Vorbildsetzungen, die das Denken und Fühlen sowohl der Frauen und Männer selbst als auch dasjenige ihres persönlichen Umfeldes maßgeblich beeinflusst haben. Gerade die Analyse der ideologischen Repräsentationen etwa in literarischen oder moralisch-didaktischen Texten, in religiösen Bildern und Skulpturen oder in den weltlichen Repräsentationszusammenhängen könnte helfen, die Brüche und Kontinuitäten der Frauen“bilder“ besser zu klären. Häufig sind es gerade diese bewusst oder unbewusst tradierten Geschlechterkonstruktionen, die die aktuellen Diskussionen belasten, und die kritisch offen gelegt werden müssen. Auf diese Weise könnte ein fundiertes Wissen um die Verhältnisse und die mentalen Projektionen des Mittelalters einerseits verhindern, dass die historischen Frauen heute als eine Projektionsfläche für beliebige gesellschaftliche Argumentationen instrumentalisiert werden, und andererseits könnte die Benennung der historisch gewachsenen Weiblichkeitskonstruktionen helfen, diese in der Gegenwart zu verändern.

Literaturüberblick

Iris Grötecke

 

  1. Vgl. vor allem Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet, 2 Bde., Essen 1990 (mit Aufsätzen von Dany, Dißelbeck-Tewes, Schultheis); weiterhin: Die Frau im mittelalterlichen Rheinland. Eine Ausstellung der Universitäts- und Landesbibliothek der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf 1995; Felten, Franz J.: Frauenklöster und –stifte im Rheinland im 12. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Frauen in der religiösen Bewegung des hohen Mittelalters; in: Weinfurter, Stefan, Hubertus Seibert (Hg.): Reformidee und Reformpolitik im spätsalisch-frühstaufischen Reich, Mainz 2002, S. 189-300; Muschiol, Gisela: Architektur, Funktion und Geschlecht: Westfälische Klosterkirchen des Mittelalters, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 3, Münster 2003, S. 791-811; Kier, Hiltrud und Marianne Gechter: Frauenklöster im Rheinland und in Westfalen, Regensburg 2004; mit überregionaler Perspektive: Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern, hg. v. d. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Ruhrlandmuseum Essen, München 2005.
  2. Vgl. etwa zu den Zisterzienserinnen Elm, Kaspar: Das männliche und weibliche Zisterziensertum in Westfalen von den Anfängen bis zur Reformation, in: Jàszai, Gésa (Hg.): Das monastische Westfalen – Klöster und Stifte 800 – 1800, Münster 1982; Ostrowitzki, Anja: Die Ausbreitung der Zisterzienserinnen im Erzbistum Köln, Köln 1993; zur „devotio moderna“vgl. Rehm, Gerhard: Die Schwestern vom gemeinsamen Leben am Niederrhein. Eine spätmittelalterliche Form der weiblichen vita religiosa, in: Goeters, J.E.G. und Jutta Prieur (Hg.): Der Niederrhein zwischen Mittelalter und Neuzeit, Wesel 1986, S. 114-141; Rehm, Gerhard: Die Schwestern vom gemeinsamen Leben im nordwestlichen Deutschland. Untersuchungen zur Geschichte der Devotio moderna und des weiblichen Religiosentums, Berlin 1985; zu den Beginen siehe: Krebber, Werner: Beginen im Ruhrgebiet. Frauenbewegung, Sozialbewegung und Beginenmystik. Historische und aktuelle Notizen, hg. v. Bistum Essen, Sekretariat Kirche und Gesellschaft, Essen 1990 (= Berichte und Beiträge des Sekretariats Kirche und Gesellschaft, 7); Rehm, Gerhard: Beginen am Niederrhein, in: Zahlreich wie die Sterne des Himmels. Beginen am Niederrhein zwischen Mythos und Wirklichkeit, hg. v.d. Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Bergisch-Gladbach 1992.
  3. Diese Literatur ist hier nicht aufgenommen worden, ihre Funde können heute aus der moderneren Literatur mit größerem Erkenntnisgewinn erschlossen werden. Häufig wurden gerade hier langlebige Deutungsmuster etwa von den ins Kloster „abgeschobenen“ überzähligen Töchtern, den ungebildeten „frommen Jungfrauen“, der als typisch mittelalterlich angesehenen Hexenverfolgung oder den ausschließlich Hausarbeit verrichtenden weltlichen Frauen sowie die Vorstellung der minderen Intelligenz und Willensstärke von Frauen tradiert.
  4. Publikationen, die auch Material zu Frauen im Mittelalter bieten, sind etwa: Dortmunder Lesebuch, hg. v. d. Geschichtswerkstatt Dortmund, Dortmund 1984; Von Hexen und anderen Recklinghäuserinnen. Frauenleben in Recklinghausen im 15./16. Jahrhundert. Ein Frauenbeitrag zum Jubiläumsjahr, hg. v. d. VHS Recklinghausen, Frauengeschichtswerkstatt Recklinghausen, Recklinghausen o.J.; Kanonisse, Zimmerfrau und Begine. Frauen im mittelalterlichen Essen, hg. v. d. Stadt Essen, red. v. Birgit Beese und Marion Karla, Essen 1990; Bochumer Frauen. Biografische Skizzen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. d. Stadt Bochum, o.O. [Bochum] o.J.; Vogel Heike, Spurensuche. Ein Beitrag zur Geschichte Lütgendortmunds, hg. v. Heimatmuseum Lütgendortmund e.V., Bochum 1994; Sandmeier, Karin und Gabriele Wand-Seyer: Im Schatten der Geschichte, hg. v. d. Gleichstellungsstelle der Stadt Herne, Herne 1997; Von Griet zu Emma: Beiträge zur Geschichte von Frauen in Duisburg vom Mittelalter bis heute, Duisburg 2000; Flüchter-Sheryari, Antje (Hg.): Die vergessene Geschichte. 775 Jahre Frauenleben in Hamm, Hamm 2001; Der andere Blick. FrauenLeben in Dinslaken, hg. v. Frauengeschichtskreis Dinslaken, Essen 2001; Frauen bewegen etwas in Kamp-Lintfort, Bd. 1: Erste Ergebnisse des Frauengeschichtskreises, hg. v. d. Gleichstellungsstelle der Stadt Kamp-Lintfort, Kamp-Lintfort 2003.
  5. Vgl. mit Bezügen zur Region Lundt, Bea (Hg.): Vergessene Frauen an der Ruhr. Von Herrscherinnen und Hörigen, Hausfrauen und Hexen, 800-1800, Köln u.a. 1992; Zwei andere – nicht auf das Ruhrgebiet konzentrierte – Sammelbände geben weitere Einblicke in die Vielfalt dieser in den 90er Jahren propagierten Ansätze zur Geschlechterforschung im Mittelalter: Annette Kuhn, Bea Lundt (Hg.): Lustgarten und Dämonenpein. Konzepte von Weiblichkeit in Mittelalter und früher Neuzeit, Dortmund 1997; Helga Sciurie, Hans-Jürgen Bachorski (Hg.): Eros – Macht – Askese. Geschlechterspannungen als Dialogstruktur, Trier 1996.
  6. Vgl. dazu die etwas andere Forschungslage zur Frühen Neuzeit.
  7. Vgl. die der Reihe vorangegangene Tagungspublikation: Berghaus, Günter, Thomas Schilp, Michael Schlagheck (Hg.): Herrschaft, Bildung und Gebet. Gründung und Anfänge des Frauenstifts Essen, Essen 2000; weiter Bd. 1 bis 7 der Essener Forschungen zu Frauenstift: Bodarwé, Katrinette und Thomas Schilp (Hg.): Herrschaft, Liturgie und Raum, Essen 2002 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 1); Gerchow, Jan und Thomas Schilp: Essen und die sächsischen Frauenstifte im Frühmittelalter, Essen 2003 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 2); Schilp, Thomas (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 3); Hoernes, Martin und Hedwig Röckelein (Hg.): Gandersheim und Essen. Vergleichende Untersuchungen zu sächsischen Frauenstiften, Essen 2006 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 4); Falk, Birgitta, Thomas Schilp und Michael Schlagheck (Hg.): … wie das Gold den Augen leuchtet. Schätze aus dem Essener Frauenstift, Essen 2007 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 5); Schilp, Thomas (Hg.): Pro remedio et salute anime peragemus, Essen 2008 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 6); Röckelein, Hedwig (Hg.): Frauenstifte, Frauenklöster und ihre Pfarreien, Essen 2009 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 7).
  8. Vgl. Derks, Paul: Gerswid und Altfried. Zur Überlieferung der Gründung des Stiftes Essen, in: Essener Beiträge. Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 107.1995, S. 3-190; Schilp, Thomas: Altfrid oder Gerswid? Zur Gründung und den Anfängen des Frauenstifts Essen, in: Berghaus, Günter, Thomas Schilp und Michael Schlagheck (Hg.): Herrschaft, Bildung und Gebet. Gründung und Anfänge des Frauenstifts Essen, Essen 2000, S. 29-42; Schilp, Thomas: Die Gründungsurkunde der Frauenkommunität Essen – eine Fälschung aus der Zeit um 1090, in: Crusius, Irene (Hg.): Studien zum Kanonissenstift, Göttingen 2001, S. 149-183 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 167); Gerchow, Jan: Die Gründung des Frauenstifts Essen vor mehr als 1150 Jahren, in: Das Münster am Hellweg 55.2002, S. 25-34; Küppers-Braun, Ute: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Essen 2008 (4. Auflage).
  9. Vgl. Schilp, Thomas: Norm und Wirklichkeit religiöser Frauengemeinschaften im Frühmittelalter. Die „Institutio sanctimonialium Aquisgranensis“ des Jahres 816 und die Problematik der Verfassung vom Frauenkommunitäten, Göttingen 1998; Crusius, Irene: Sanctimoniales quae se canonicas vocant. Das Kanonissenstift als Forschungsproblem, in: dies.(Hg.): Studien zum Kanonissenstift, Göttingen 2001, S. 9-38.
  10. Zum Stift als Grundherr und politische Kraft vgl. z.B. Weigel, Helmut: Studien zur Verfassung und Verwaltung des Grundbesitzes des Frauenstifts Essen 852 – 1803, Essen 1966; Lux, Thomas: Das Stift Essen. Grundzüge seiner Geschichte von der Mitte des 9. Jahrhunderts bis zum Jahr 1495, in: Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2, Essen 1990, S. 23-27; Schilp, Thomas: Die Grundherrschaftsorganisation des hochadligen Damenstifts Essen. Von der wirtschaftlichen Erschließung zur politisch-administrativen Erfassung des Raumes, in: Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2, Essen 1990, S. 89-92; Küppers-Braun, Ute: Macht in Frauenhand. 1000 Jahre Herrschaft adeliger Frauen in Essen, Essen 2008 (4. Auflage). Zum Verhältnis zur Stadt Essen siehe besonders den Aufsatzband von Gerchow, Jan und Thomas Schilp: Essen und die sächsischen Frauenstifte im Frühmittelalter, Essen 2003 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 2); Schilp, Thomas: „De stat Essende sal gevestent werden…“ Die Entwicklung zur Stadt unter der Herrschaft von Äbtissin und Stift, in: Bodarwé, Katrinette und Thomas Schilp (Hg.): Herrschaft, Liturgie und Raum, Essen 2002, S. 146-159 (Essener Forschungen zum Frauenstift, 1); Zur Einbindung der Stadt in die Liturgie des Stifts siehe z.B. Bärsch, Jürgen: Gebrauch und Funktion liturgischer Sachkultur im mittelalterlichen Gottesdienst des Frauenstifts Essen nach dem Zeugnis des Liber ordinarius, in: Falk, Birgitta, Thomas Schilp und Michael Schlagheck (Hg.): … wie das Gold den Augen leuchtet. Schätze aus dem Essener Frauenstift, Essen 2007, S. 13-38 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 5).
  11. Vgl. z.B. Schilp, Thomas: …sorores et fratres capituli secularis ecclesie Assnidensis… Binnenstrukturen des Frauenstifts Essen im 13. Jahrhundert, in: ders. (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004, S. 37-66; Gerchow, Jan: Äbtissinnen auf dem Weg zur Landesherrschaft im 13. Jahrhundert. Das Beispiel der Frauenstifte Essen und Herford, in: Schilp, Thomas (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004, S. 67-88.
  12. Vgl. Andermann, Ulrich: Die sächsischen Frauenstifte und die Kanonikerreform in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, in: Schilp, Thomas (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004, S. 13-27; Andermann, Ulrich: Die unsittlichen und disziplinlosen Kanonissen. Ein Topos und seine Hintergründe, aufgezeigt an Beispielen sächsischer Frauenstifte (11. – 13. Jahrhundert), in: Westfälische Zeitschrift 146.1996, S. 39-63.
  13. Bodarwé, Katrinette: Sanctimoniales litteratae. Schriftlichkeit und Bildung im ottonischen Essen, in: Berghaus, Günter, Thomas Schilp und, Michael Schlagheck (Hg.): Herrschaft, Bildung und Gebet. Gründung und Anfänge des Frauenstifts Essen, Essen 2000, S. 101-117; Bodarwé, Katrinette: Bibliotheken in sächischen Frauenstiften, in: Gerchow, Jan, Thomas Schilp (Hg.): Essen und die sächsischen Frauenstifte im Frühmittelalter, Essen 2003, S. 87-112; Bodarwé, Katrinette: Sanctimoniales litteratae – Schriftlichkeit und Bildung in den sächsischen Frauenkommunitäten Gandersheim, Essen und Quedlinburg, Münster 2004; ferner Karpp, Gerhard: Bemerkungen zu den mittelalterlichen Handschriften des adeligen Damenstiftes in Essen (9. – 19. Jahrhundert). Bibliotheksgeschichte, Handschriftenbestand, Einbände und Stempelverzeichnis. Bibliothekarische Einträge, in: Scriptorium 45.1991, H.2, S. 163-204; Hoffmann, Hartmut: Das Scriptorium von Essen in ottonischer und frühsalischer Zeit, in: Euw, Anton von und Peter Schreiner (Hg.): Kunst im Zeitalter der Kaiserin Theophanu, Köln 1993, S. 113-153.
  14. Vgl. besonders die beiden Sammelbände Falk, Birgitta, Thomas Schilp und Michael Schlagheck (Hg.): … wie das Gold den Augen leuchtet. Schätze aus dem Essener Frauenstift, Essen 2007 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 5); Schilp, Thomas (Hg.): Pro remedio et salute anime peragemus. Totengedenken am Frauenstift Essen im Mittelalter, Essen 2008. Zur Architektur siehe exemplarisch Lange, Klaus, Der gotische Neubau der Essener Stiftskirche, in: Schilp, Thomas (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004, S. 89-113; Lange, Klaus: Sakralarchitektur und Memoria. Das Essener Münster als Ort der Erinnerung, in: Schilp, Thomas (Hg.): Pro remedio et salute anime peragemus. Totengedenken am Frauenstift Essen im Mittelalter, Essen 2008, S. 59-78 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 6). Zum Otto-Mathilden-Kreuz vgl. Beuckers, Klaus Gereon: Das Otto-Mathilden-Kreuz im Essener Münsterschatz. Überlegungen zu Charakter und Funktion des Stifterbildes, in: Bodarwé, Katrinette und Thomas Schilp (Hg.): Herrschaft, Liturgie und Raum, Essen 2002, S. 51-80; Zum Mathilden-Leuchter Henkelmann, Vera: Der Siebenarmige Leuchter des Essener Münsters und die Memoria der Äbtissin Mathilde, in: Falk, Birgitta u.a. (Hg.): … wie das Gold den Augen leuchtet. Schätze aus dem Essener Frauenstift, Essen 2007, S. 151-167 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 5); Zu den Flügelgemälden des Hochaltars vgl. Ruf, Susanne: Stifterbilder und/oder Memorialbilder? Die Flügelgemälde von Bartholomäus Bruyn d.Ä. für die Hochaltäre der Stiftskirchen Essen und Xanten, in: Schilp, Thomas (Hg.): Pro remedio et salute anime peragemus. Totengedenken am Frauenstift Essen im Mittelalter, Essen 2008, S. 97-128 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 6).
  15. Vgl. z.B. Gerchow, Jan: Äbtissinnen auf dem Weg zur Landesherrschaft im 13. Jahrhundert. Das Beispiel der Frauenstifte Essen und Herford, in: Schilp, Thomas (Hg.): Reform – Reformation – Säkularisation, Essen 2004, S. 67-88; Hoernes, Martin und Hedwig Röckelein (Hg.): Gandersheim und Essen. Vergleichende Untersuchungen zu sächsischen Frauenstiften, Essen 2006 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 4); Mersch, Katharina Ulrike: Stifterinnenbilder im Kontext gemeinschaftlicher Tradition. Essen und Quedlinburg im Vergleich, in: Schilp, Thomas (Hg.): Pro remedio et salute anime peragemus, Essen 2008, S. 213-230 (= Essener Forschungen zum Frauenstift, 6). Vgl. als Parallele auch die jüngeren Arbeiten zur Stiftung des Hitda-Codex aus dem Frauenstift in Meschede, z.B. Weilandt, Gerhard: Wer stiftete den Hitda-Codex? Ein Beitrag zur Entwicklung der kölnischen ottonischen Buchmalerei, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 190.1987, S. 49-83; Schaefer, Michael: Hitda-Codex. Evangeliar des Stifts St. Walburga in Meschede. Handschrift 1640 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek in Darmstadt, Meschede 2003; Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern, hg. v. d. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Ruhrlandmuseum Essen, München 2005.
  16. Einen kritischen Überblick über die Deutungsansätze gibt Opitz, Claudia: Die „religiöse Frauenbewegung“ des Mittelalters und ihre Auswirkungen in der Region des heutigen Ruhrgebietes, in: Lundt, Bea (Hg.): Vergessene Frauen an der Ruhr, Köln u.a. 1992, S. 175-193; beschreibend zum Zisterzienserorden Elm, Kaspar: Das männliche und weibliche Zisterziensertum in Westfalen von den Anfängen bis zur Reformation, in: Jàszai, Gésa (Hg.): Das monastische Westfalen – Klöster und Stifte 800 – 1800, Münster 1982, S. S. 45-59; problemorientiert Ostrowitzki, Anja: Die Ausbreitung der Zisterzienserinnen im Erzbistum Köln, Köln 1993.
  17. Beispiele sind etwa die Arbeiten von Janousek, Heinz-Ditmar: Geschichte der Zisterzienserinnenabtei „Rivulus Sanctae Mariae“ und der Pfarrei St. Clemens, Oberhausen-Sterkrade, von der Gründung bis zum Beginn der Reformation, in: Das Münster am Hellweg 30.1977, S. 125-164; Roden von, Günter: Die Zisterzienserinnenklöster Saarn, Düssern, Sterkrade (Germania Sacra, N.F., 18), Berlin/New York 1984; Dißelbeck-Tewes, Elke: Duissern, Saarn, Sterkrade, Fürstenberg, Schledenhorst Graefenthal. Sechs mittelalterliche Nonnenkonvente im Herzogtum Kleve, in: Das Münster am Hellweg 43.1990, S. 71-76; Sollbach, Gerhard E.: Leben in märkischen Frauenklöstern und adeligen Damenstiften in Mittelalter und Neuzeit – Herdecke, Clarenberg und Gevelsberg, Bochum 1995; Graf, Sabine: Das Katharinenkloster in Dortmund. Studien zur Wirtschaftsführung und Einbindung von Frauen in die städtische Gesellschaft im Mittelalter, Diss. Univ., Duisburg 1996 (Mikrofiche-Ausgabe).
  18. Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern, hg. v. d. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Ruhrlandmuseum Essen, München 2005.
  19. Vgl. Muschiol, Gisela: Architektur, Funktion und Geschlecht: Westfälische Klosterkirchen des Mittelalters, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 3, Münster 2003, S. 791-811; Muschiol, Gisela: Liturgie und Klausur. Zu den liturgischen Voraussetzungen von Nonnenchören, in: Crusius, Irene (Hg.): Studien zum Kanonissenstift, Göttingen 2001, S. 129-148 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 167); Muschiol, Gisela: Das „gebrechlichere Geschlecht“ und der Gottesdienst. Zum religiösen Alltag von Frauengemeinschaften des Mittelalters, in: Berghaus, Günter, Thomas Schilp und Michael Schlagheck (Hg.): Herrschaft, Bildung und Gebet. Gründung und Anfänge des Frauenstifts Essen, Essen 2000, S. 19-28; ein weiterer allgemeinerer Beitrag der Autorin auch in Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern, hg. v. d. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Ruhrlandmuseum Essen, München 2005, S. 40-51.
  20. Ein Beispiel ist Felten, Franz J.: Wie adelig waren Kanonissenstifte (und andere weibliche Konvente) im (frühen und hohen) Mittelalter?, in: Crusius, Irene (Hg.): Studien zum Kanonissenstift, Göttingen 2001, S. 39-128 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 167).
  21. Appuhn, Horst: Heilsspiegel. Die Bilder des mittelalterlichen Erbauungsbuches „Speculum humanae salvationis“, Dortmund 1981 (illustrierter Heilsspiegel); Schilp, Thomas: Kloster und Stift Clarenberg bei Hörde (1339 – 1812), in: Högl, Günther und Thomas Schilp (Hg.): Hörde. Beiträge zur Stadtgeschichte. 650 Jahre Stadtrechte Hörde (1340 – 1990), Dortmund 1990, S. 16- 30; Hofmann, Fritz: Ein Papstbrief zur Gründung des Hörder Clarissenklosters im Jahre 1339, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 95.2004 (2005), S. 213-220 (Gründungsurkunde); Spohn, Thomas: Die Wohn- und Wirtschaftgebäude des Stifts Clarenberg in Hörde, in: Beiträge zur Geschichte Dortmund und der Grafschaft Mark 95.2004, S. 221-237 (Klostergebäude).
  22. Saal, Friedrich Wilhelm: Das Dortmunder Katharinenkloster. Geschichte eines Westfälischen Prämonstratenserinnen-Stiftes, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 60.1963, S. 1-90 (historischer Längsschnitt); Graf, Sabine: Das Katharinenkloster in Dortmund. Studien zur Wirtschaftsführung und Einbindung von Frauen in die städtische Gesellschaft im Mittelalter, Diss. Univ., Duisburg 1996 (Mikrofiche-Ausgabe) (wirtschaftliche Aspekte); Tillmann, Elisabeth: Spätgotische Seidenstickereien aus dem Katharinenkloster. Kostbarer Besitz der Propsteipfarrei, in: Heimat Dortmund. Zeitschrift des historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark 2.1997, S. 40-43 (bestickte Paramente).
  23. Petra Meschede: Der Fröndenberger Altar, Paderborn 1996; Lemke, Gerhard: Die frühe Entwicklung des Fröndenberger Klosters. Von der Einordnung des regionalen Frauenkonventes in den Zisterzienserorden bis zur Standortwahl der landesherrlichen Grablege, in: Westfälische Zeitschrift 156.2006, S. 179-200; Lemke, Gerhard: Kloster Fröndenberg unter den Äbtissinnen Agnes von Hoven, Ricardis von Altena und Adelheid von Wittgenstein im 13. Jahrhundert, in: Märkisches Jahrbuch für Geschichte 106.2006, S. 7-40; Lemke, Hilda: Eine Revision der Äbtissinnenliste des Klosters Fröndenberg im 14. und 15. Jahrhundert und die Rolle der Katharina von der Mark im Zisterzienserkonvent des späten Mittelalters, in: Märkisches Jahrbuch für Geschichte 108.2008, S. 107-150.
  24. Marti, Susan: Schwester Elisabeth schreibt für ihre Brüder in Dortmund. Das Graduale für das Dortmunder Dominikanerkloster, in: Welzel, Barbara und Thomas Schilp (Hg.): Die Dortmunder Dominikaner und die Probsteikirche als Erinnerungsort, Bielefeld 2006, S. 277-294; vgl. als Parallele auch das weiter entfernt bei Osnabrück entstandene Beispiel des Codex Gisle: Kroos, Renate: Der Codex Gisle I. Forschungsbericht und Datierung, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 12.1973, S. 117-134, oder die Tätigkeit des Scriptoriums im Klarenkloster in Köln; vgl. dazu und zu weiteren Beispielen von handwerklich-künstlerisch tätigen Nonnen Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern, hg. v. d. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und Ruhrlandmuseum Essen, München 2005, bes. Kapitel „Das Werkhus“, S. 503-531.
  25. Siehe z.B. Zahlreich wie die Sterne des Himmels. Beginen am Niederrhein zwischen Mythos und Wirklichkeit, hg. v. d. Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Bergisch-Gladbach 1992 (= Bensberger Protokolle, 70); Opitz, Claudia: Die „religiöse Frauenbewegung“ des Mittelalters und ihre Auswirkungen in der Region des heutigen Ruhrgebietes, in: Lundt, Bea (Hg.): Vergessene Frauen an der Ruhr, Köln u.a. 1992, S. 175-193.
  26. Einen einfachen Überblick über die historische Lebensform und über die Forschung zu den Beginen gibt Schultheis, Norbert: Fromme Frauen, die Beginen genannt werden, in: Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten: Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2, Essen 1990, S. 157-162.
  27. Beispielsweise Gatz, Erwin: Die letzten Beginen im deutschen Westen, in: Essener Beiträge. Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 85.1970, S. 81-98; Vogel, Heike: Von der Klosterkirche zur katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena, in: dies.: Spurensuche. Ein Beitrag zur Geschichte Lütgendortmunds, hg. v. Heimatmuseum Lütgendortmund e.V., Bochum 1994, S. 139-191; Fehse, Monika: Essener Beginen im 15. Jahrhundert – Sozialgeschichtliche Bemerkungen zum Konvent Beim Turm, in: Essener Beiträge. Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 109.1997, S. 249-262; Jesper, Karl: Beginen in Dorsten, in: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten 60.2001, S. 112-115; Wolter, Christina: Hospital, Beginenhaus, Stift. Weibliche Lebensgemeinschaften im Nordenhospital (1281-1805), in: Flüchter-Sheryari, Antje (Hg.): Die vergessene Geschichte. 775 Jahre Frauenleben in Hamm, Hamm 2001, S. 27-35; Kistner, Hans-Jürgen: Vom Beginen-Haus zur Klostergemeinschaft. Über laienreligiöse Frauenbewegungen in Kamen, in: Jahrbuch (hg. v. Kreis Unna) 24.2003 (2002), S. 32-40; Hoßbach, Heike: Die Kamper Beginen, in: Frauen bewegen etwas in Kamp-Lintfort, Bd. 1: Erste Ergebnisse des Frauengeschichtskreises, hg. v. d. Gleichstellungsstelle der Stadt Kamp-Lintfort, Kamp-Lintfort 2003, S. 7-13; Burghardt, Liselotte und Werner Burghardt: Zur Geschichte der Beginen und Augustinessen in Recklinghausen, in: Möllers, Georg und Richard Voigt (Hg.): 1200 Jahre christliche Gemeinde in Recklinghausen, Recklinghausen 1990, S. 66-80 und die Auflistung bei Schultheis, Norbert: Fromme Frauen, die Beginen genannt werden, in: Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten: Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2, Essen 1990, S. 157-162.
  28. Fehse, Monika:„…und dey grone […] dey sal vat dunker eftich syn“. Greteke Berswordes an einen Essener Färber, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 90.1999, S. 79-91.
  29. Röckelein, Hedwig: Frauen auf dem Land im frühen und hohen Mittelalter im Spiegel der Grundherrschaften Werden a. d. Ruhr und Essen. Eine Fallstudie, in: Lundt, Bea (Hg.): Vergessene Frauen an der Ruhr, Köln u.a. 1992, S. 17-50; mit ähnlichem Material Buhlmann, Michael: Frauen in der mittelalterlichen Werdener Grundherrschaft, in: Das Münster am Hellweg 51.1998, S. 35-52.
  30. Vgl. etwa die Beiträge zu Mechthild von Virneburg, die im frühen 14. Jahrhundert in Dinslaken als Stadtherrin agierte: Marzin, Gisela: Mechtild von Virneburg, Herrin von Dinslaken 1310-1338, in: Der andere Blick. FrauenLeben in Dinslaken, hg. v. Frauengeschichtskreis Dinslaken, Essen 2001, S. 21-32; Harbecke, Heike: Dinslaken unter der Macht einer Frau – Mechtild von Virneburg (ca. 1291/1296 bis 1360), in:„… welchen Einfluss das im Christenthume veredelte Weib ausübe“. Das historische Lesebuch: 1200 Jahre Frauen im Bistum Münster, hg. vom Bistum Essen – Referat Frauenseelsorge, Münster 2005, S. 98-99; vgl. zu Agnes von der Vierbecke, die im Verdacht stand, den Feinden Dortmunds die Stadttore geöffnet zu haben: Hieber, Hanne: Agnes von der Vierbecke. Verräterin von Dortmund oder unschuldig verbrannt auf dem Markt der Stadt?, in: Heimat Dortmund 2003, H. 2, S. 12-14.
  31. Dany, Nicole: Frauen in mittelalterlichen Urkunden des Ruhrgebietes, in: Seibt, Ferdinand (Hg.): Vergessene Zeiten: Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2, Essen 1990, S. 197-199; vgl. zum mittelalterlichen Verhältnis der Wachszinsigkeit Wittig, Gudrun: Frauen und Freiheit im Mittelalter. Fallstudie am Beispiel der „Wachszinsigkeit“ in Stift Essen und Kirchspiel Gladbeck, in: Lundt, Bea (Hg.): Vergessene Frauen an der Ruhr, Köln u.a. 1992, S. 77-97.
  32. Erste Zugänge bieten hier Schwarze, Anke: „De mans an … der rechter siit und de vrouwen an … der luchter“. Das Geschlechterverhältnis im spätmittelalterlichen Dortmund, Essen 2002 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Dortmund, 16); Schwarze, Anke: Beziehungssysteme und Handlungsspielräume. Männer und Frauen im spätmittelalterlichen Dortmund, in: Heimat Dortmund 2003, H. 2, S. 5-8; Schwarze, Anke: Frauen im Dortmunder Stadtrecht des Spätmittelalters, in: Heimat Dortmund 1997, H. 3, S. 3-6 sowie Kleimann-Balke, Claudia:„… gevet der vrowen eynen penninck …“. Von Frauen in den Zünften, in: Heimat Dortmund 2003, H. 2, S. 9-11.
  33. Martin W. Roelen: Derick Baegert – eine biographische Skizze, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 96/97.2005/06, S. 23-37.
Grötecke, Iris, Forschungsbericht Mittelalter: 700 bis 1500, Version 1.0,
in: frauen/ruhr/geschichte, 12. 12. 2010,
https://www.frauenruhrgeschichte.de/frg_wiss_texte/forschungsbericht-mittelalter-700-bis-1500/
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