Frauen- und Geschlechtergeschichte des Ruhrgebiets

 

frauen/ruhr/geschichte ist eine Forschungs- und Bildungsplattform zur Geschichte des Ruhrgebiets. Als Projekt zur Kulturhauptstadt Ruhr2010 ans Netz gegangen, schreibt sie seitdem die Geschichte von Herkunft und Zukunft der Region über einen Blick auf die geschlechtsspezifische Organisation von Arbeit und Leben. frauen/ruhr/geschichte zeigt, dass und wie Frauen im Ruhrgebiet ihre Spuren hinterlassen (haben). Dabei spannt sich der zeitliche Bogen von der römischen Besiedlung bis in die heutige Zeit. Laufend eingestellte Frauenbiografien geben exemplarisch Einblick in die gesellschaftlichen Transformationsprozesse der Region. Tondokumente lassen sie auch akustisch zu Wort kommen. Artikel und Literatursammlungen machen weitergehende Beschäftigung mit der Geschichte möglich. Mit finanzieller Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege wurde das Portal nach zehn Jahren technisch aktualisiert und kann nun auch auf mobilen Endgeräten genutzt werden.

 

100 Jahre Frauenwahlrecht

Die Umbruchzeit von 1918/1919 brachte Frauen das allgemeine, gleiche, freie Wahlrecht und damit auch im rheinisch-westfälischen Industrierevier eine Neuausrichtung der (staats-)politischen Geschlechterordnung. Das aktuelle Projekt von frauen/ruhr/geschichte gilt daher der Frage, welche Frauenbewegungen, Akteurinnen und Milieus sich wo, wie und warum Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts politisch für das Frauenstimmrecht engagierten. Welche Handlungsspielräume bestanden? Welche Initiativen taten sich hervor und welche Aktionsformen wählten sie? Welche Netzwerke entwickelten sich in der Region? Mit welchen Behinderungen hatten Wahlrechtsaktivistinnen und -aktivisten zu kämpfen? Diese Fragen nach „100 Jahren Frauenwahlrecht“ werden lokal- und regionalgeschichtlich bearbeitet.

 

100 Jahre bauhaus

frauen/ruhr/geschichte ist mit diesem Themenschwerpunkt Teil des Bauhaus-Jubiläums in Nordrhein-Westfalen: „100 jahre bauhaus im westen“, ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschafts und der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland. Wer nicht nur virtuell unterwegs sein will, sondern ein direktes, mehrdimensionales Erlebnis sucht, sei auf die Museums-Ausstellung „Frauenpolitischer Aufbruch: Vom Frauenwahlrecht zum Frauenmandat“ im Bonner Frauenmuseum verwiesen. Die Weimarer Republik als Zeit voller Gegensätze ist Thema einer Wanderausstellung, die im bauhaus-Jahr an unterschiedlichen Orten zu sehen ist: Weimar im Westen: Republik der Gegensätze.

 

Susanne Abeck / Uta C. Schmidt