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Freundinnen - vom romantischen Salon zu Netzwerken heute

Die ganze Frauenbewegung von 1800 an fußt auf Freundschaft und begann mit Briefen und in Lesekreisen. Über die kulturelle Öffentlichkeit gewannen die Frauen Selbstvertrauen und bauten ihre Talente als geistvolle Gastgeberinnen aus. Sie überwanden Standesunterschiede, wenn auch weniger in Richtung Unterschichten.

Bettina von Arnim nutzte bereits ihre Kontakte und Schreibkunst, um sich für die Benachteiligten einzusetzen. In ihrem Salon verkehrte auch Johanna Kinkel, die in Bonn den Maikäferbund leitete. Durch ihre vielen Briefe können wir ihr ganzes Leben nachvollziehen: vom Idyll zur 1848er Revolution bis ins Londoner Exil. Es werden viele Freundinnenpaare aufgeführt: Luise-Otto-Peters & Auguste Schmidt, Anita Augspurg & Lida Gustava Heymann, Rosa Luxemburg & Clara Zetkin, Paula Becker & Clara Westhoff, Virginia Woolf & Vita Sackville West, Gertrude Stein & Alice B. Toclas u.a.

Beispiele für Lesekreis und Salon sind der Musenverein in Weimar von Ottilie von Goethe, Adele Schopenhauer und Caroline Egloffstein. Adele Schopenhauer gehörte bald zum Kreis um Sibylla Mertens-Schaaffhausen auf dem Auerhof, die für gegenseitige Hilfe und Erbauung sorgte. Sukzessive nahmen sich die Frauen der Mädchenbildung an, wurden berufstätig und waren ohne Familie auf Freundschaften angewiesen. Freundinnen gründeten Stimmrechtsvereine, unterstützten sich beim Weg in die Politik.

So folgt aus dem Projekt „Freundinnen ….“ das Projekt zu 100 Jahre Frauenwahlrecht. (3. Oktober 2018. – Oktober 2019) Die Künstlerinnen: Zu zweit widmen sie sich berühmten Freundinnen von früher, z. B. wie Ellen Sinzig & Jutta Schlier sowie Yakut Ayverdi & Nuray Turan oder präsentieren in der Rubrik Große Gefühle riesige Malerei wie Anna Lena Straube. Besondere Bilder der Freundschaft zeigt die Schauspielerin/Malerin Simone Rethel , ebenso Angelina Gradisnik. Installationen gehen in den Raum, hier: Ji Hyun Bae, Susanne Bons, Meike Entenmann, Christine Fausten, Myriande Heller, Maria Pudelko u.a. Die Künstlerinnengruppen sind: EXTERRA XX/Erfurt, KEK/Erftkreis/Köln, Mein wildes Heim, zart & zackig. Dass Freundinnen auch Krallen ausfahren können, kommt in Ulrike Filgers video-Filme vor und bei Cornelia Harss, eine böse Satire. Netzwerke sind: Xanthippe e.V./Insel-Galerie Berlin, Soroptimist International, die GEDOK und IAWM – International Association of Women’s Museums. Letztlich ist Freundschaft die Basis des Frauenmuseums und gerade im Jahr 2018!

Veranstaltungsort:
Frauenmuseum Bonn
www.frauenmuseum.de/