News

Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie im Ruhrgebiet

Diese Plattform wird in den kommenden Monaten mit finanzieller Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege konzeptionell und technisch und aktualisiert und Anfang 2019 mit Unterstützung der beiden Landschaftsverbände in NRW um Überblicksartikel und Frauenbiografien rund um die (Vor-)Geschichte des Frauenwahlrechts im Ruhrgebiet erweitert werden.

Es ist Teil des NRW-Verbundprojekts "100 jahre bauhaus im westen".

Die Umbruchzeit von 1918/1919 mit ihrer Neuausrichtung der politischen Geschlechterordnung wirft in unserem Zusammenhang nämlich interessante Fragen auf, zumal sich das Ruhrgebiet durch drei unterschiedliche Zonen gesellschaftlicher Entwicklung auszeichnet: 1. der Hellwegzone mit in Teilen traditionsreicher bürgerlicher Sozialstruktur, 2. der Zone früher Industrialisierung um Hagen, Witten, Wetter, in der sich liberales Wirtschaftsbürgertum herausbilden konnte, und 3. der Emscherzone, geprägt vom Zuzug von Arbeitskräften um neugegründete Zechen, in der die Arbeiterschaft die große Mehrheit bildete. Unsere vergleichende Perspektive gilt daher der Frage, welche Milieus und Frauenbewegungen sich wo, wie und warum Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts politisch für das Frauenstimmrecht engagierten. Wie hat das Wahlrecht zur Geschlechterdemokratie beigetragen und was waren die ersten Impulse im politischen Raum, die Frauen im Ruhrgebiet zu Beginn der Weimarer Republik zu geben vermochten?

Damenwahl! 1918/1919 Frauen in die Politik

Am 19. Januar 1919 war es soweit! Frauen durften in Deutschland zum ersten Mal wählen und sich wählen lassen: Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Wilhelminischen Kaiserreichs setzte der Beschluss des Rates der Volksbeauftragten am 12. November 1918 die volle Beteiligung von Frauen am politischen Leben durch. Alle Frauen und Männer ab 20 Jahren konnten nun mit Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts durch gleiche, geheime und direkte Wahl ihre Politiker/innen in die Weimarer Nationalversammlung wählen.

Das Historische Museum Frankfurt lenkt in einer großen, ganz Deutschland in den Blick nehmenden Jubiläumsausstellung erstmals die Aufmerksamkeit auf die Frauen, die zur Entstehung der Weimarer Republik und zur Einführung des Frauenwahlrechts 1918/1919 in Deutschland beitrugen.

Die Exkursion nach Frankfurt findet in Kooperation zwischen der Volkshochschule Gelsenkirchen, Arbeit und Leben – DGB/VHS Gelsenkirchen und dem Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V. statt.

Daten zur Veranstaltung:
Samstag, 8. September 2018
Treffpunkt: Rolandstraße (Parkplatz hinter dem Gelsenkirchener Musiktheater)
Abfahrt: 7.00 Uhr
Ankunft in Gelsenkirchen: ca. 22.00 Uhr
Entgelt: 15,00 € Fahrtkostenanteil (Eintritt und Führung werden von Arbeit und Leben übernommen.) Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung: Brigitte Schneider, Telefon 0209 169-2549, brigitte.schneider@gelsenkirchen.de

Gender Pay Gap – Geschlechtsspezifische Lohnungleichheit in Deutschland

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamts liegt in Deutschland der durchschnittliche Bruttostundenlohn von Frauen 22 Prozent unter dem der Männer. EU-weit sind es lediglich 16 Prozent. Die Konzentration von Frauen in niedrig bezahlten Berufen, ihre im Durchschnitt geringere Qualifikation, vermehrte Teilzeitarbeit, kaum Aufstieg in Führungspositionen u.ä. erklären aber nur ca. zwei Drittel dieses Lohnunterschieds. Dies bedeutet, dass im letzten Jahr auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation Frauen ca. 7 Prozent weniger verdienten als Männer. Möglicherweise kann ein Teil dieses verbleibenden Lohnunterschieds erklärt werden, wenn weitere lohnrelevante Aspekte - etwa Angaben zu Erwerbsunterbrechungen - in die Berechnung einbezogen werden.

Die Infoplattform des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bietet Informationen zur Empirie geschlechtsspezifischer Lohnungleichheit sowie zu deren Ursachen – und zu den Positionen der politischen Akteure.

Zur Studie: http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Regionale_Lohnunterschiede_Frauen_Maenner.pdf

Frauen im Bergbau. Fotografien von Dariusz Kantor

Von Kohle gezeichnet

Die Bilder von Dariusz Kantor zeigen die Arbeit von Frauen im Bergbau zu Beginn des 21. Jahrhunderts in künstlerischer Perspektive. Es handelt sich einerseits um ausdrucksstarke Portrait-Fotografien, andererseits lassen die Bilder die Arbeitsbedingungen im oberschlesisch-polnischen Steinkohlenrevier ebenso erkennen wie die deutlich sichtbare „Endzeit“-Stimmung. Texte von Dariusz Kantor schildern die Begegnung des Fotografen mit den porträtierten starken und selbstbewussten Frauen in der Männerbranche Bergbau.

Die Ausstellung bezieht, ausgehend vom Ende des Ruhrbergbaus 2018, den Niedergang der beiden anderen großen Steinkohle-Reviere Europas ein.

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35, 58452 Witten
www.lwl.org/industriemuseum/standorte/zeche-nachtigall

FrauenLeben in Dinslaken im 20. Jahrhundert

Die Biographien von ganz unterschiedlichen Frauen stehen im Mittelpunkt des zweiten Bandes, den der Frauengeschichtskreis Dinslaken verfasst hat. Sie erzählen vom Werdegang und Wirken der Dinslakenerinnen in einem von stetigen Umbrüchen gekennzeichneten Jahrhundert.

Dafür steht beispielsweise Grete Miebach, die ihr außerordentliches soziales Engagement erfolgreich mit der Familienarbeit und Erwerbsarbeit verknüpft oder Dr. Romana Drabik, deren Lebenswerk der Aufbau der ehrenamtlichen Lepra- und Tuberkulosehilfe ist. Soziales und gesellschaftspolitisches Engagement prägten das Leben von Meta Dümmen, Barbara Steinhauer und vielen anderen Frauen, von denen hier berichtet wird. Der Arbeitsalltag von Lohbergerinnen oder der lange Weg der Frauen ins Pfarramt vermitteln wenig bekannte Einblicke in das Erwerbsleben von Frauen im Laufe des 20. Jahrhunderts. Kurze Geschichten und Anekdoten rund um den Altmarkt mit seinen zahlreichen kleinen Läden bringen längst Vergessenes in Erinnerung.

Frauengeschichtskreis Dinslaken (Hg.): FrauenLeben in Dinslaken im 20. Jahrhundert, Klartext Verlag: Essen 2017, 248 Seiten, ISBN: 978-3-8375-1890-0, 16,95 €

Catherine Hall

Die britische Sozial- und Kulturhistorikerin Catherine Hall erhielt am 15. November den 6. Bochumer Historikerpreis. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis würdigt das beeindruckende Lebenswerk der britischen Historikerin, die bis zu ihrer Emeritierung am University College London lehrte.

Die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets verleiht die Auszeichnung seit 2002 im Drei-Jahres-Rhythmus gemeinsam mit der Stadt Bochum, der Ruhr-Universität Bochum und der Stiftung der Sparkasse Bochum zur Förderung von Kultur und Wissenschaft.

„Catherine Hall gehört zweifellos zu den weltweit methodisch innovativsten Forscherinnen und Forscher im Feld der Sozial- und Kulturgeschichte. Ihre Arbeiten genießen international höchste Anerkennung und werden nicht nur in der wissenschaftlichen Fachwelt breit rezipiert. Auch in den aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten um den Kapitalismus wird auf Halls Werk Bezug genommen“, begründete Prof. Stefan Berger, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets die Entscheidung der Stifter.

Bereits ihr 1987 gemeinsam mit Leonore Davidoff verfasstes Erstlingswerk über “Family Fortunes. Men and Women of the English Middle Class 1780 -1850” (Familienschicksale. Männer und Frauen der englischen Mittelklasse 1780-1850) wurde breit rezipiert und entfaltete in längerer Perspektive eine bahnbrechende Wirkung auf die Entwicklung der internationalen Geschichtsschreibung über Klassen- und Geschlechterbeziehungen.

Catherine Hall wurde 1992 an der University of East London promoviert. Seit 1998 bis zu ihrer Emeritierung war sie Professor of Modern Social and Cultural History am University College London. Der Einfluss von sozialen Klassen sowie die Kategorie Geschlecht blieben im Zentrum ihres Blicks auf historische Prozesse. Dabei galt Catherine Halls Interesse vor allem der Beziehung zwischen Metropole und Kolonien im britischen Empire des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie untersuchte, wie die Erfahrung des Empire „zu Hause“ in England gelebt wurde, welche Wirkung sie insbesondere auf das großstädtische Leben sowie auf die Ausbildung weiblicher und männlicher Identitäten in England hatte. Insbesondere die systematische und multiperspektivische Aufeinanderbeziehung der Fragen von race, gender und class stellt eine herausragende Pionierleistung dar. Ihre hohe internationale Reputation ermöglichte ihr die Leitung von zwei europäischen Großprojekten zur britischen Sklavereigeschichte. Catherine Hall ist Chair Emerita des Centre for the Study of the Legacies of British Slave-ownership. In Halls Arbeiten verschränken sich in methodisch innovativer Form einerseits nationale, koloniale und imperiale Perspektiven sowie andererseits mikro- und makrohistorische Arbeitsweisen.

Catherine Halls Hauptwerke
- (mit Leonore Davidoff) Family Fortunes: Men and Women of the English Middle Class 1780-1850 (Routledge 1987)
- White, Male and Middle Class: Exploration in Feminism and History (Polity Press, 1992)
- (hg. mit Ida Blom, Karen Hagemann) Gendered Nations: Nationalisms and Gender Order in the Long Nineteenth Century (Berg 2000)
- (hg. mit Keith McClelland, Jane Rendall) Defining The Victorian Nation: Class, Race, Gender and The British Reform Act of 1867 (Cambridge University Press, 2000)
- (hg.) Cultures of Empire: Colonizers in Britain and the Empire in the Nineteenth and Twentieth Centuries (Routlege 2000)
- Civilising Subjects: Metropole And Colony In The English Imagination, 1830-1867 (Chicago University Press 2002)
- At Home with the Empire: Metropolitan Culture and the Imperial World (Cambridge University Press, 2006)
- (ed. with Keith McClelland) Race, Nation and Empire: Making Histories, 1750 to the Present (Manchester University Press, 2010)
- Macaulay and Son: Architects of Imperial Britain (Yale University Press, 2012)
- (ed. with Keith McClelland, Katie Donington,Rachel Long) Legacies of British Slave-Ownership: Colonial Slavery and the Formation of Victorian Britain (Cambridge University Press, 2014)

Neuauflage des Frauenstadtplans zur Bochumer Frauengeschichte

Seit Anfang April 2017 gibt es den Stadtplan, in dem Frauen aus der Bochumer Geschichte bestimmten Orten in Bochum zugeordnet werden, zu denen die Frauen einen Bezug hatten.

Eine Kooperation von Frauenarchiv ausZeiten und der Gleichstellungsstelle der Stadt Bochum .

Erhältlich als Printausgabe im ausZeiten und bei der Gleichstellungsstelle und hier als pdf.

"Gender_raus!"

Geschlechterverhältnisse und Geschlecht zu leben, bedeutet eben nicht, biologische Faktoren gesellschaftlichen Verhältnissen voranzustellen, sondern zu verstehen, dass Erziehung, Kultur, Ökonomie und Machtstrukturen sich auf Geschlechterverhältnisse und Lebensweisen strukturierend auswirken.

Die gemeinsam vom Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Juli 2017 herausgegebene Broschüre stellt zwölf gängigen antifeministischen Positionen Richtigstellungen gegenüber und gibt Hintergrundinformationen. Sie liefert Argumente, z .B. gegen überkommene und national-konservative Vorstellungen von Familie und der Rolle und vermeintlichen Zuständigkeiten von Frauen für Kindererziehung oder dagegen, Geflüchtete als `Gefahr von außen´ darzustellen und damit rassistische Ausgrenzungen zu legitimieren.

Die Broschüre ist hier als pdf-Datei herunterzuladen.

GenderOpen-Projekt

Zentrales Ziel des GenderOpen-Projekts ist die Einrichtung einer elektronischen Plattform, auf der Publikationen und andere Wissens­bestände der Geschlechter­­forschung dauerhaft frei zugänglich gemacht und nachhaltig gesichert werden. So soll es Forschenden und Interessierten zukünftig leichter möglich sein, Veröffentlichungen im Feld der Geschlechter­­forschung aufzufinden, mithilfe weniger Klicks einzusehen und mit ihnen zu arbeiten. Autor_innen wird gleichzeitig die Möglichkeit geboten, ihre Forschungs­ergebnisse aus dem Bereich der Geschlechter­forschung öffentlich zugänglich zu machen und damit schneller und zielgerichteter in den Fokus der wissen­schaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Die Freischaltung des GenderOpen-Repositoriums ist für Herbst 2017 geplant.

Die Einrichtung des GenderOpen-Repositoriums ist ein Verbundprojekt der drei universitären Geschlechter­forschungszentren Berlins.

https://blog-genderopen.de/

Zeit-Räume-Ruhr

Wo kommen wir her und wo wollen wir hin? Vor diesem Hintergrund will das Projekt ZEIT-RÄUME RUHR Erinnerungsorte aus der Region sammeln und einen öffentlichen Dialog über die Ruhrgebiets-Erinnerungen führen.

Woran erinnern sich die Menschen aus dem Ruhrgebiet? An „Maloche“ und Streik, an Currywurst und Büdchen? Vielleicht aber viel mehr an den ersten Kuss mit Dirk am Kanal, den ersten Vollausch, die § 218-Demo in Dortmund, die Lehre bei Nokia, den aussichtslosen Kampf um Arbeitsplätze bei Vaillant, Frank Zappa in Essen oder an den sauberen Geruch von Omas Händen ... ? Welche Personen, Institutionen, Begriffe, Rituale, Ereignisse und Orte sind die wichtigsten Erinnerungsorte und wie verändern sie sich?

Mit dem Projekt ZEIT-RÄUME RUHR starteten das Institut für soziale Bewegungen und das Ruhr Museum im Auftrag des Regionalverbands Ruhr und des Landes Nordrhein-Westfalen im Internet einen öffentlichen Dialog mit der Bevölkerung der Region. Alle sind aufgefordert, Ihre Erinnerungsorte zu teilen. Alle sind zudem aufgefordert, das partizipative Projekt um Erinnerungsorte mit frauen- und geschlechtergeschichtlichen Dimensionen zu bereichern. Mehr dazu unter: http://www.zeit-raeume.ruhr


Metadatenbank i.d.a.

i.d.a., der Dachverband der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen hat es nach 3 Jahren intensiver Arbeit geschafft. Es gibt eine Metadatenbank der Frauenarchive und -bibliotheken. Hier der link: http://www.meta-katalog.eu/
"i.d.a." bedeutet  "informieren  dokumentieren  archivieren", also das, was wir tagtäglich in unseren Archiven tun. In der Metadatenbank findet ihr alle Bestände, die in den Archiven elektronisch erfaßt und nunmehr online recherchierbar sind. Wenn ihr zum Beispiel ein bestimmtes Buch sucht, so könnt ihr den Titel eingeben und erfahren, in welchen i.d.a.-Einrichtungen dieses Buch vorhanden ist. Oder wenn ihr zum Stichwort "Lesbe" sucht, dann findet ihr (heute) 15.316 Einträge, zum Stichwort Frauenarbeit findet ihr nur 6.865 Einträge.
Die Bestände von ausZeiten sind bisher nur zu einem Teil elektronisch erfaßt. Zum Stichwort Frauenarbeit gibt es bei uns 79 Einträge, zum Stichwort Lesbe 401 Einträge. Dies sind nur Beispiele, schaut euch die Datenbank am besten selbst an.
Im ausZeiten sind wir weiterhin dabei, unseren umfangreichen Bestand auch für die elektronische Recherche nutzbar zu machen. Vor Ort in der Herner Str. 266 könnt ihr - wie gehabt - zu den Öffnungszeiten und nach Vereinbarung nach Herzenslust recherchieren.
Allen, die wissen wollen, wie das Metadatenbankprojekt entstanden ist, sei der Text "META geht online!" von Margit Hauser im Stichwort - Newsletter 40/2015 empfohlen:
http://www.stichwort.or.at/frames/newslefr.htm

Es gibt noch einen weiteren Teil unseres Archivbestands, der online recherchierbar ist, und zwar unsere Zeitschriften. Alle unsere Zeitschriftentitel sind in der Zeitschriftendatenbank der Staatsbibliothek Berlin, ZDB (www.zdb-opac.de), verzeichnet. Hier der link zu unserem aktuellen Bestand:
http://dispatch.opac.d-nb.de/DB=1.1/SET=3/TTL=1/CMD?ACT=SRCHA&IKT=8502&SRT=LST_ty&TRM=Bm+55
Von den meisten der 1067 Zeitschriftentitel haben wir mehr als nur 1 Heft, wir haben also mehrere tausend Zeitschriften in unserem Archiv.
Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, könnt ihr euch gerne im ausZeiten melden.

Viel Spaß beim Suchen und Recherchieren wünscht Rita Kronauer


--
            ---   ausZeiten e.V.   ---
        
Bildung, Information, Forschung und Kommunikation für Frauen

Feminismus im Pott - Weblog

Seit Anfang Juli gibt es eine neue feministische Stimme im Ruhrgebiet. Auf dem Weblog feminismus-im-pott.de veröffentlicht eine Gruppe von zehn Autorinnen ganz unterschiedliche Inhalte zu im weitesten Sinne feministischen Themen. Neben Meinungstexten findet man auf der Webseite spannende Fotoreportagen und Essays: http://feminismus-im-pott.de/

Wohlstand, Freiheit und Bildung für alle

Tagesexkursion am 26. April 2014 die Exkursion wird erst im Oktober 2014 stattfinden
(der genaue Termin steht noch nicht fest)

Mit dieser besonderen Bustour begeben sich die Teilnehmer/innen auf die Spuren von Mathilde Franziska Anneke (1817-1884), eine der berühmtesten Schriftstellerinnen und Frauenrechtlerinnen ihrer Zeit, geboren in Hiddinghausen (heute Sprockhövel).
In Amerika als Mitbegründerin der amerikanischen Frauenbewegung hochgeschätzt, war die mutige und engagierte Herausgeberin der ersten deutschen Frauenzeitung bei uns fast vergessen. Ihr Leben und Wirken ist geprägt durch die freiheitlich-demokratischen Bestrebungen der Revolution von 1848/49, die Zeit der Frühindustrialisierung, sowie die Anfänge der Frauenbewegung. Namhafte Persönlichkeiten zählten zu ihrem Bekanntenkreis bis hin zu Marx und Engels, Carl Schurz, Emma und Georg Herwegh.
Stationen des Tagesausfluges sind das Geburts- und Wohnhaus von Mathilde Franziska Anneke in Sprockhövel und Hattingen und das Historische Zentrum in Wuppertal. An den Originalschauplätzen gibt es kleine szenische Auftritte und Lesungen. Es gibt Gelegenheit für Mittagsimbiss und Kaffeetrinken.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein der VHS Hattingen, VHS Bochum, Ludwig Quidde Forum, Arbeit und Leben - Regionalbüro Wuppertal, Historisches Zentrum Wuppertal, GESCHICHTE GESTALTEN und dem Gleichstellungsbüro Sprockhövel.

Leitung: Elke Brychta, Dr. phil. Wilfried Korngiebel, Susanne Slobodzian, M.A. 

Treffpunkte
9:00 Uhr  Bushaltestellte Reschop Bunker, 45525 Hattingen
9:15 Uhr Bushaltestelle Niedersprockhövel Kirche (Kirchplatz) Dauer: 9:00 bis ca. 18:30 Uhr

Teilnahmegebühr: 29 €

Kartenverkauf:
vhs Hattingen, Bredenscheider Straße 19, 45525 Hattingen
Bürgerbüro Sprockhövel,Rathaus Haßlinghausen, Rathausplatz 4, 45549 Sprockhövel oder
Verwaltungsstelle Niedersprockhövel, Hauptstraße 44, 45549 Sprockhövel

Mein liebes Ilsekind

"Mein liebes Ilsekind" – Mit dem Kindertransport nach Schweden – Briefe an eine gerettete Tochter


Mit einer neuen Veröffentlichung des Jüdischen Museums Westfalen "Mein liebes Ilsekind" – Mit dem Kindertransport nach Schweden – Briefe an eine gerettete Tochter (erschienen Ende Oktober) wird ein mehrjähriges Recherche- und Forschungsprojekt über eine jüdische Familie aus Dorsten vorläufig abgeschlossen.


Ausgeliefert zum 75. Jahrestag der sog. "Polendeportation" 1938, von der auch die Dorstener Kaufmannsfamilie Reifeisen betroffen war, enthält der Band eine Briefauswahl und mehrere Analysen zu deren Geschichte. 2008 haben wir Elise Hallin (vormals Ilse Reifeisen) in Stockholm entdeckt. Ilse Reifeisen war als Kind mit ihren Eltern am 28. Oktober 1938 – wie ca. 17.000 andere staatenlose Juden polnischer Herkunft – nach Polen deportiert worden; die Familie konnte zum Zweck der "Geschäftsauflösung" zurückkehren. Im Dezember 1939 gelangte dann die Tochter mit einem Kindertransport nach Schweden und entkam so als einziges Mitglied ihrer Familie der Shoah. Bis zur Deportation der Eltern nach Riga im Januar 1942 entwickelte sich ein intensiver Briefwechsel mit der in Schweden lebenden Tochter. 180 Briefe und Postkarten der Eltern sind erhalten geblieben und uns vor drei Jahren übereignet worden.

75 dieser Briefe werden hier veröffentlicht, sie sind von der Historikerin Andrea Niewerth mit erläuternden Texten versehen. Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel hat das Buch im Auftrag des JMW herausgegeben und ebenfalls Analysen beigesteuert. In der Buchedition findet sich auch ein Aufsatz zur Deportation der Familie Reifeisen nach Zbaszyn sowie ein Beitrag des Historikers Clemens Maier-Wolthausen vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin zum bisher völlig unbeachteten Thema "Kindertransporte nach Schweden". Der Band wurde Frau Hallin am 5.11. persönlich in Stockholm übergeben.

 "Mein liebes Ilsekind". Mit dem Kindertransport nach Schweden – Briefe an eine gerettete Tochter. Hrsg. von Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel im Auftrag des Jüdischen Museums Westfalen, Essen (Klartext-Verlag) 2013, 19.95 EUR

Anlässlich des „Weihnukka-Kunstmarktes“ (29. November bis 1. Dezember 2013) im Jüdischen Museum wird das Buch dort am 30.11. um 15:00 Uhr mit einer Lesung auszugsweise vorgestellt.

JÜDISCHES MUSEUM WESTFALEN

Postfach 100 622 – 46256 Dorsten

Julius-Ambrunn-Str. 1 – 46282 Dorsten
www.jmw-dorsten.de

Filmnachmittag für Frauen

Sonntag, 10. November 2013, 17:00 Uhr Jalda und Anna - Die erste Generation danach
Filmveranstaltung für Frauen
In Kooperation mit der VHS Bochum und der LAG Lesben in NRW e.V. Jalda Rebling und Anna Adam sind Töchter von Müttern, die Auschwitz
überlebten. Das war für beider Leben prägend. Von klein auf war Judentum
für sie mit Verlust, Schwere und Trauer verbunden. Heute leben sie
zusammen als Paar in Berlin und sind inzwischen Großmütter geworden. Sie
haben sich entschieden, einen freudvollen Bezug zum Judentum zu finden
oder wie Anna Adam formuliert: "Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett
sein und nicht ein Sofa."

Anna Adam, Pädagogin und bildende Künstlerin, illustriert Kinderbücher,
arbeitet mit Kindern und tourt mit dem "Happy Hippie Jew Bus" durch
Deutschland. Jalda Rebling hat sich seit der gemeinsamen
Konzerttätigkeit mit ihren Eltern ab Ende der 1970er Jahre zu einer
Spezialistin in europäisch-jüdischer Musik vom Mittelalter bis in die
Gegenwart entwickelt. Sie gehört zu den wenigen Kantorinnen in
Deutschland. Auf beruflicher Ebene arbeiten beide Frauen eng zusammen.
Das Frauenarchiv ausZeiten zeigt den 75-minütigen Dokumentarfilm "Jalda
und Anna" von Katinka Zeuner (Regie und Kamera) und Benjamin Laser
(Co-Regie und Ton), D 2012.

Der Film porträtiert das Frauenpaar, indem er an ihrem Leben und ihren Projekten
teilnehmen lässt. Eingeladen
Canlı Radyo Dinle
sind alle interessierten Frauen zum gemeinsamen Schauen und auf Wunsch zum anschließenden Gespräch. Archivmitarbeiterin Elmas Pehlivan wird den Film vorführen. Veranstaltungsport:
Frauenarchiv ausZeiten
Herner Str. 266, Bochum

Kursgebühr:
5,50 EUR (Kursnummer 17010, Abendkasse)

Flora Tristan (1803-1844) - „Ein sozialistischer Blaustrumpf“?

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 18.15 Uhr "Es gibt wohl kein weibliches Geschick, das am Firmament des Geistes eine so dauerhafte und so leuchtende Spur hinterlässt."
André Breton "Wahrscheinlich konnte sie nicht kochen. Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf", urteilte ihr Enkel, der berühmte Maler Paul Gauguin, der sie gar nicht gekannt hat. Die Tochter eines reichen Peruaners und einer nach Spanien emigrierten Französin begründete theoretisch die Vereinigung von Feminismus und Sozialismus. Die Schriftstellerin, die sich von einer Paria zu einer politischen Propagandistin entwickelte, hatte ein kurzes aber äußerst bewegtes und gefährliches Leben. Ihre Wege führten sie von Frankreich nach England, Italien, Deutschland, die Schweiz und  Peru;  in Bordeaux stirbt sie.
Sie war Journalistin, Reporterin, Rednerin, Kulturvermittlerin, Reisende, Abenteuerin, Aktivistin, Feministin, Sozialistin, Internationalistin und ist eine der faszinierendsten Gestalten der französischen und internationalen Frauenbewegung. Im 19. Jahrhundert werden ihre Werke "Die Notwendigkeit, Ausländerinnen gut aufzunehmen", "Fahrten einer Paria", „Im Dickicht von London“, „Arbeiterunion“ und "Tour de France"  Bestseller – sie sind heute noch ein Lesegenuss. Ihre spannenden Reportagen z. B. über Peru und London, jenseits von touristischen Klischees, beschäftigen sich in vielen Aspekten mit der Armut und dem sozialen Elend der Arbeiterklasse. Die gesellschaftliche Diskriminierung der Frauen aufgrund ihres Geschlechts wird in ihren Schriften mit all seinen negativen Folgen von ihr pointiert dargestellt. Sie fordert deshalb "absolute Gleichheit des Mannes und der Frau", zu ihrer Zeit noch eine gesellschaftliche Utopie.

Mit großem Mut recherchiert sie in London sogar vor Ort, geschützt von „Bodyguards“, über  Straßenmädchen. Mit großer Eindringlichkeit beschreibt sie Hintergründe und die brutale Realität der Frauen- und Kinderprostitution dieser Zeit. Florence Hervé, die Referentin, ist Herausgeberin von: „Flora Tristan oder: Der Traum vom feministischen Sozialismus“ (2013). Parkplätze sind auf dem Gelände vorhanden, der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort
LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Nachtigallstr. 35
58452 Witten

Frauenstadtrundgang in Bochum

Sunday, October 13th 2013, 2-4.30 pm Guided women's walking tour of the city Travel through the women's history of Bochum! The walking tour will not
only lead you to interesting sights like Bergbau Museum, Pauluskirche
and Kunstmuseum, but guide Linda Wotzlaw will introduce you to the lives
of courageous women and the part they played in the history of the city
and in women's liberation. Learn about Ursula Schafmeister, the first
female priest in Bochum, Nora Platiel, a jewish lawyer in exile, and
many more. Guide: Linda Unger, Frauenarchiv ausZeiten, feminist archives

Meeting point:
Willy-Brandt-Platz, square in front of Bochum city hall, right at the
big steel bell

(No.17003 ) 5,- EUR
For registration please call: 0234/910-1555 (No.17003)

Studie: Partizipation von Frauen in Kunst und Kultur

Das Frauenkulturbüro NRW hat Univ.-Prof. Dr. Heiner Barz und Oberregierungsrätin Meral Cerci von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Abteilung für Bildungsforschung und Bildungsmanagement, mit der aktuellen Studie beauftragt. Wie ist es um die Gleichstellung von Frauen und Männern in öffentlich geförderten Kulturinstitutionen in Nordrhein-Westfalen bestellt? Haben Künstlerinnen und Künstler die gleichen Chancen in den hiesigen Kulturbetrieben? Welche Veränderungen lassen sich über die letzten Jahre anhand neuer Zahlen erkennen? Ziel der hier skizzierten Untersuchung im Auftrag des Frauenkulturbüros NRW ist es, eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Partizipation von Frauen in Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen vorzunehmen. Dabei soll der Anteil der Künstlerinnen spartenspezifisch erfasst, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Kultureinrichtungen sowie an den Kunsthochschulen des Landes berücksichtigt und auch die geschlechtergerechte Kunstförderung in NRW (z. B. über Wettbewerbe und Stipendien) untersucht werden. In Erweiterung zu der Erhebung aus dem Jahr 2001 soll in der geplanten Untersuchung der Frage nachgegangen werden, welche Faktoren dazu führen, dass der Anteil von Frauen an den Künstlerinnen und Künstlern, in Kultureinrichtungen sowie als Empfängerinnen von Kulturförderung steigt und welche Faktoren für Frauen weiter Hindernisse darstellen. Informationen unter www.frauenkulturbuero-nrw.de/?page_id=73

Kaiserinnen des Mittelalters

Amalie Fößel (Hg.): Die Kaiserinnen des Mittelalters, Regensburg: Friedrich Pustet 2011, 327 S., 16 Abb., ISBN 978-3-7917-2360-0, EUR 34,90. Der Sammelband richtet sich an ein breites Publikum, zu dem Fachleute ebenso zählen wie interessierte Laien. Experten und Expertinnen stellen darin die Lebenswege der lateinischen Kaiserinnen in anschaulicher Weise und allgemein verständlicher Sprache dar. Der Band versammelt biographische Abrisse der 25 lateinischen Kaiserinnen des Westens von Irmingard, der Ehefrau Ludwigs des Frommen, bis zu Eleonore von Portugal, der Gattin Friedrichs III. Er führt so von der karolingischen Zeit bis an das Ende des Mittelalters.

Im Vorwort spannt Amalie Fößel in einem breiten Bogen den chronologischen Rahmen auf, benennt die wichtigsten Entwicklungsphasen und strukturellen Merkmale. Das Kaisertum war durch männliche Akteure bestimmt. Der Weg zum Kaisertum führte für Frauen allein über die Ehe mit (späteren) Kaisern. Einige Kaiserinnen wurden zwar auch gekrönt und gesalbt, Anlass und Umstand variierten aber. Adelheid, die Gemahlin Ottos I., begründete als 'consors regni' ein auch für spätere Kaiserinnen gültiges Modell: die Kaiserin als Teilhaberin an der Herrschaft. Die konkreten Handlungsspielräume innerhalb dieses Modells waren jedoch weder klar vorgegeben noch konstant, sondern hingen von einer Vielzahl von Faktoren wie politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, verwandtschaftlichen Netzwerken und individuellen Fähigkeiten ab.


Anne Salome und die BMV

Anna Salome von Salm-Reifferscheidt stand von 1646 bis 1688 als Äbtissin dem Essener Frauenstift vor und war zugleich Herrscherin des Reichsfürstentums Essen. Ihr Epitaph auf der Orgelempore im Essener Dom ist eines der wenigen Grabmäler, die sich aus der stiftischen Zeit Essens erhalten haben. Unter Anna Salomes Herrschaft gelang es, das durch den Dreißig-jährigen Krieg schwer darniederliegende Land wieder aufzubauen.

In der B.M.V.-Schule in Holsterhausen wird ihr Andenken als Gründerin der Schule bis heute hochgehalten. Anna Salome berief 1652 Augustiner-Chorfrauen nach Essen, um hier eine katholische Mädchenschule zu eröffnen. Der Vortrag behandelt, ausgehend von der Fürstäbtissin, Gründung und Geschichte der Schule, heute das größte Mädchengymnasium in Nordrhein-Westfalen. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 16. Mai 2013, ab 18 Uhr statt. Veranstaltungsort:
Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv
Ernst-Schmidt-Platz 1, Essen
http://www.hv-essen.de

Buchvorstellung mit Helga Grebing

Prof. Dr. Helga Grebing im Gespräch mit Vizekanzler a. D. Franz Müntefering
Begrüßung: Prof. Dr. Stefan Berger Musikalische Begleitung: Lauren Zacharias (Klarinette) anschließend kleiner Empfang Freitag, 8. Februar 2013, 18.30 Uhr Die Historikerin und langjährige Leiterin des Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung der Ruhr-Universität Helga Grebing blickt auf ihre Kindheit und Jugend in Pankow und der Umgebung von Berlin zurück. Helga Grebing wurde 1930 in Berlin geboren und verließ die Stadt nach Staatsexamen und Promotion 1953. Ihre Erinnerungen schildern ihre doppelte Ablösung: als BdM-Führerin vom Nationalsozialismus und als Absolventin der Arbeiter- und Bauernfakultät der Humboldt-Universität vom SED-Kommunismus So entfaltet sich aus einer individuellen Biografie das Lebensbild einer ganzen Generation, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder und Jugendliche erlebt und verarbeitet hat und schon kurz nach Kriegsende die politische Teilung der Welt in Berlin intensiv miterlebte. Es wird um Anmeldung gebeten: Julia Henselek, Tel. 0234–32 26332, julia.henselek@rub.de Veranstaltungsort:
Haus der Geschichte
Clemensstraße 17-19, Bochum

"Von vielem Geist und großer Herzensgüte"

Mathilde Franziska Anneke, in Sprockhövel geboren und in Hattingen aufgewachsen, gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen und amerikanischen Demokratie- und Frauenbewegung. Lange Zeit stand diese fortschrittliche Journalistin, Schriftstellerin und Pädagogin im Schatten ihrer männlichen Mitstreiter.
1999 veröffentlichte die Leiterin des Stadtarchivs Sprockhövel, Karin Hockamp, eine kleine Broschüre über Mathilde Franziska Anneke (1817-1884). Diese Schrift ist längst vergriffen, so dass eine Neuauflage erforderlich wurde. Die Veröffentlichung wurde von Karin Hockamp überarbeitet, ist wesentlich umfangreicher und aufwändiger gestaltet als die Erstauflage. Herausgeber sind die Städte Hattingen und Sprockhövel, Wegbereiterinnen für die Neuausgabe sind Sabine Schlemmer vom Sprockhöveler Gleichstellungsbüro und Petra Kamburg von der VHS Hattingen. Die Herausgabe wurde finanziell von den Heimatvereinen Sprockhövel und Hattingen sowie dem Förderverein der VHS Hattingen unterstützt.
Karin Hockamp: "Von vielem Geist und großer Herzensgüte" Mathilde Franziska Anneke (1817-1884), Universitätsverlag Brockmeyer, Bochum 2012, 64 Seiten, ISBN 978-3-8196-0881-0, VP 8,90 Euro

"Spinn, spinn, meine liebe Tochter"

Salon Frauenbilder im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Witten
25. Okt. 2012, 18:15 Uhr Vor 200 Jahren erschien ein erster Band der Kinder- und Hausmärchen der „Gebrüder Grimm“. Wer weiß schon, dass Frauen viele dieser Märchen mündlich überlieferten und die Schwestern Annette und Jenny von Droste-Hülshoff Volkserzählungen für Jacob und Wilhelm Grimm aufschrieben. Die Brüder sammelten die Erzählungen, bearbeiteten sie und gaben sie als Märchenbücher heraus.
Bis heute sind die weiblichen Rollenbilder in diesen Märchen, mit denen in unseren Breitengeraden fast alle Frauengenerationen der Gegenwart aufwuchsen, im Bewusstsein lebendig. Manches, was in „Grimms Märchen“ über den Alltag und die Erwartungen an Mädchen und Frauen beschrieben wird, gehört noch immer zu den gelobten Frauentugenden! „Die Beschreibung der Tätigkeiten „Kochen, Spinnen, Weben, Nähen“ sind aber auch Symbole für das wohltätige Wirken von Frauen im Leben und Alltag der Familie“, sagt Katja Lämmerhirt. Sprichwörter wie „Essen hält Leib und Seele zusammen“ handeln davon.
Katja Lämmerhirt ist Erzählerin und Vorleserin aus Leidenschaft, vor allem, wenn es um Märchenliteratur geht. Die Diplom-Pädagogin ist Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft. Sie wird Textausschnitte und ganze Märchen vorlesen und danach einen unterhaltsamen aber auch genauen Blick auf die Aufgaben der Märchenheldinnen und ihre Tätigkeiten werfen, die nicht ausschließlich durch Zauberei zu dem erwünschten Ziel gelangen.
Sabine Föster spielt auf verschiedenen Flöten Musik der Zeit, die die jeweilige Geschichte untermalen und begleiten.
Alte Märchenbücher und ihre Bilder werden bei vielen Gästen Erinnerungen wecken.
Der Salon „Frauenbilder“ ist eine Veranstaltungsreihe des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall und ein spezielles Angebot insbesondere – aber nicht ausschließlich – für Besucherinnen. In der Atmosphäre eines Café -Salons werden Kurzvorträge, Lesungen, Bilder und Literatur angeboten, die in der Pause Anlass für einen entspannten Gedanken- und Informationsaustausch bieten. Getränke und Gebäck sowie passende Musik runden das Erlebnis ab. Es ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei.
Parkplätze stehen auf dem Gelände zur Verfügung! Kontakt: Zeche Nachtigall, Witten, Nachtigallstraße 35, Tel. 02302-93664-0
Mail: zeche-nachtigall@lwl.org

Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte


Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte | Neue Perspektiven auf die Bundesrepublik
In der Zeitgeschichte herrscht die These einer fortschreitenden Emanzipation der Frauen seit den 1950er-Jahren vor. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich freilich ein anderes Bild. Anhand von Themenfeldern wie »Beruf und Familie«, »Sexualitäten und Körper« und »Partizipation und Protest« wird in diesem Band die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik einer geschlechterhistorischen Analyse unterzogen. Dabei wird deutlich, dass sich gesellschaftlich tief verwurzelte Vorstellungen zu den Geschlechterrollen sowohl in Zeiten beharrender Stagnation als auch während eines dynamischen Wandels nur langsam verändern.
Julia Paulus/Eva-Maria Silies/Kerstin Wolff (Hg.), Zeitgeschichte als Geschlechtergeschichte, Frankfurt 2012, kartoniert, 336 Seiten, Reihe: Geschichte und Geschlechter, Bd.62, EAN 9783593397429, € 39,90

Beginen in Bochum


Am 04.10.2012 feierte der Beginenhof in Bochum Richtfest! Herzlichen Glückwunsch. Nun ist das längeste und beschwerlichste Stück des Weges zurück gelegt. 
Ort: Kornharpener Straße 176, 44791 Bochum, Beginn: 16:00 Uhr 

Mit 94 Jahren verstarb Liselotte Funcke am 1. August 2012

Demokratie, Gerechtigkeit, Toleranz, Verständnis, Zukunftsorientierung, aber auch Kritik und das Streben nach Erkenntnis waren für die Politikerin Grundprinzipien ihres politischen Handelns.  Sie war eine außergewöhnliche Frau und eine ungewöhnliche Politikerin! Fast vergessen ist, dass sie mit den Jungdemokraten in NRW die ersten FRAUENHÄUSER durchsetzen konnte - gegen den erbitterten Widerstand ihrer eigenen Partei, der F.D.P. Mit klug gewählten Bündnispartnern und Bündnispartnerinnen wie Erwin Pfänder und Inge Donnep etablierte sie in NRW eine moderne Drogenpolitik, die dem Prinzip "Therapie statt Strafe" folgte. Als langjährige "Ausländerbeauftragte" der Bundesregierung entwickelte und vertrat sie eine Integrationspolitik, die ihrer Zeit weit voraus war. Sie erhielt dafür viele Ehrungen in der Türkei, in Jugoslawien, Spanien und Griechenland. Als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages sprach sich die überzeugte Protestantin und Synodale der Evangelischen Kirche Deutschlands zu Beginn der 1970er Jahre nachdrücklich für die Änderung des § 218 aus. Sie gehörte zum harten Kern jener Reformstimmen, die eine Fristenlösung vertraten.  In Anerkennung ihrer "Verdienste um die Förderung der demokratischen Toleranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und des friedlichen und solidarischen Zusammenlebens von Einheimischen und Zugewanderten in der Bundesrepublik Deutschland" verlieh der damalige Fachbereich Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften der FernUniversität in Hagen am 26. Mai 1999 der gebürtigen Hagenerin den Titel einer "Doktorin honoris causa".  Uta C. Schmidt / FRAUEN.ruhr.GESCHICHTE.

Oberhausener Frauengeschichte(n)

In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen veröffentlicht die Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V. halbjährlich spannende Biografien von Frauen, deren leben und Handeln etwas zum besseren verändert hat. Nach Käthe Rentmeister stellt die aktuelle Herbstbeilage Luise Albertz vor.  
Zu beziehen ist die Beilage des "Schichtwechsels" - des historischen Journals für Oberhausen - über: Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V., HAnsastraße 20, 46049 Oberhausen; info@geschichtswerkstatt-oberhausen.de

Gerta Overbeck (1898-1977) - Malerin der Neuen Sachlichkeit

Der Kunstverein Lünen hat anläßlich des 35. Todestages der Malerin Gerta Overbeck eine Publikation herausgegeben: Almus, Georg (Autor), FORUM KUNST, Kunstverein Lünen, Gerta Overbeck - Lünen/ Selm - Gerta Overbeck, Veröffentlichungen zu Kunst- und Kulturschaffenden, Kunst- und Kulturförderern des Raumes Lünen, mit Texten von Frauke Schenk, Marie-Luise Huster, Fotos von Anneliese Kretschmer, Lünen 2012.

Birte Siim ist Marie-Jahoda-Gastprofessorin

Die dänische Politikwissenschaftlerin Professorin Dr. Birte Siim von der Aalborg University in Dänemark übernimmt die Marie-Jahoda Gastprofessur an der Ruhr-Universität in Bochum im Winter 2012. Mit Prof. Dr. Birte Siim konnte die Ruhr-Universität Bochum (RUB) eine der führenden internationalen Wissenschaftlerinnen im Bereich der vergleichenden Wohlfahrts-, Gender und Migrationsregimeforschung gewinnen. Ihre neusten Forschungsprojekte untersuchen die Debatten um Rechtspopulismusund kulturelle Diversitätin den skandinavischen Ländern. Indem Siim demokratietheoretische, feministische und intersektionale Ansätze zusammenführt, leistet sie wertvolle Beiträge weit über Skandinavien hinaus. So beforscht sie in dem aktuellen Projekt “Transformation of the Power of Gender – Similarity and Diversity in Modern Welfare Society” das widersprüchliche Verhältnis von geschlechtlicher Gleichstellung und den populistischen Ausgrenzungen gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten in Dänemark. Sie forscht außerdem in den Projekten “Gender, democracy and globalization - local, national and global identities“und „Solidarity beyond the Nation State“. Siim hat umfassend zu Demokratie, Inklusion und Exklusion nach Geschlecht und Migration in Europa veröffentlicht. Sie hat in zahlreichen EU-Forschungsprogrammen unterschiedliche europäische Geschlechter-, Klassen- und Staatsbürgerschaftsregime untersucht. Von 2005 bis 2009 war sie Direktorin des Forschungsprojekts “Changing Gendered Power Relations – equality and diversity in the modern welfare states“. Siim ist in der ECPR aktiv und leitet das feministische Forschungszentrum Aalborg FREIA. Prof. Siim wird im November 2012 in Bochum sein. Am 6.11. wird sie auf der internationalen Konferenz “Gleicher und ungleich zugleich” einen Vortrag zu „Migration, Multiculturalism and Gender - Challenges to Nordic Democracies“ halten. Die Konferenz findet vom 6. bis 7. November in Bochum statt und wird von der Marie-Jahoda Gastprofessur in Zusammenarbeit mit dem Gunda-Werner Institut Berlin, der Heinrich-Böll Stiftung NRW und der Research School der RUB organisiert. Prof. Siim wird gemeinsam mit Prof. Lenz das Seminar "Gender and Migration in EU-Welfare States" leiten. Das Seminar wird bilingual (englisch und deutsch) sein und steht interessierten Studierenden aller Fachrichtungen offen. Ganz besonders eingeladen sind Studierende aus den Genderstudies und den Kultur- und Sozialwissenschaften. Aktuelle Informationen zu weiteren Vorträgen von Birte Siim, zu ihrer Person und zur Marie-Jahoda Gastprofessur erhalten Interessierte auf der RUB-Homepage: www.sowi.rub.de/jahoda

1. Spatenstich für Beginenhof in Bochum

Am Montag, den 4. Juni 2012 um 16:00 wurde im Rahmen einer festlichen Zeremonie der erste Spatenstich für einen Beginenhof in Bochum begangen. Begine Sr. Brita Lieb bittet um eine Anmeldung zur Teilnahme unter sr.brita@familielieb.de 

Hexenverfolgung

Seine Mission ist die Gerechtigkeit. 400 Jahre nachdem - auch in Westfalen - Tausende Frauen als Hexen gefoltert und getötet wurden, kämpft Hartmut Hegeler für ihre Ehre, indem er Städte und Gemeinden dazu bewegt, die Hingerichteten zu rehabilitieren. Mittlerweile kann der pensionierte Pfarrer aus Unna erste Erfolge aufweisen. Nachdem das westfälische Rüthen im Kreis Soest im März vergangenen Jahres die Opfer der Hexenverfolgung offiziell für unschuldig erklärte, ziehen immer mehr Städte nach. "Eigentlich sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein, Menschen die als Hexen verfolgt wurden, zu rehabilitieren", sagt Hegeler über sein Engagement. "Leider ist es aber ganz und gar nicht so. Bei vielen Städten stoße ich auf Unverständnis - ganz nach dem Motto: Glauben Sie, wir haben nichts Besseres zu tun?" In mehr als 200 westfälischen Orten hat es im 17. Jahrhundert Hexenverfolgungen gegeben. Etwa 2000 Kindern, Männern und vor allem Frauen wurde in dieser Zeit der Prozess gemacht. Zwar gedenken heute viele Städte wie etwa Menden, Lemgo oder Recklinghausen mit Tafeln und Ausstellungen der Opfer, eine Rehabilitation blieb aber aus. Hegeler selbst wird in seiner Zeit als Religionslehrer im Jahr 2001 auf das Thema aufmerksam: "Meine Schüler wollten sich mit den Hexenprozessen beschäftigen. Dabei kam im Unterricht irgendwann die Frage auf, wann die Urteile eigentlich aufgehoben wurden und wir mussten feststellen: Das ist nie geschehen. Bis heute gelten die Opfer als schuldig im Sinne der Anklage." Mit dieser Erkenntnis beginnt Hegelers Mission. "Als ich verstand, was da passiert ist, fühlte ich mich als Christ verpflichtet, etwas zu tun", sagt der 66-Jährige. Seine Recherchen führen den Pfarrer und Religionslehrer nicht nur zu immer neuen Gräueltaten, sondern lassen ihn auch auf Anton Praetorius stoßen. Der protestantische Prediger aus Lippstadt gehörte im 17. Jahrhundert zu den wenigen Geistlichen, die den Hexenprozessen entgegentraten. "Sein Mut hat mich fasziniert. Gleichzeitig konnte ich es kaum fassen, dass ein so couragierter Mensch in völlige Vergessenheit geraten ist", so Hegeler, der sich sofort daran machte, die Biografie von Praetorius zu schreiben. Es folgen ein Roman, ein Hörbuch und ein Medienpaket für Schüler. Während seiner Recherchearbeiten gründet Hegeler den Arbeitskreis "Hexenverfolgung in Westfalen", der später - als das Engagement über die Grenzen der Region hinausgeht - in den Arbeitskreis "Hexenprozesse" umbenannt wird. Gleichzeitig kontaktiert er die ersten Städte und die Medien, informiert sie in Briefen über die unschuldig verurteilten Menschen und regt dazu an, sie zu rehabilitieren. "Das Echo fiel ganz unterschiedlich aus", so Hegeler. "Viele wollten sich wohl das eigene Nest nicht beschmutzen und reagierten abweisend." Es gab aber auch positive Reaktionen. Im März 2011 schließlich ist es die Stadt Rüthen, die die Opfer der Hexenverfolgung für unschuldig erklärt. Bis heute sind dem Beispiel fünf westfälische Orte gefolgt: Hilchenbach, Hallenberg, Sundern, Menden und Werl haben in den vergangenen Monaten die Verurteilten rehabilitiert. In Freudenberg, Rheda-Wiedenbrück, Recklinghausen, Münster und Büren sind entsprechende Anträge gestellt. Für Hegeler ist das weniger ein persönlicher Erfolg als eine zeitgemäße Art der Aufklärung. Denn Hexenverfolgung ist aus seiner Sicht auch heute noch ein aktuelles Thema: "Die Mechanismen gibt es noch immer in unserem Alltag: Es werden Gerüchte verbreitet und Menschen werden denunziert. Heute nennt man das wohl Mobbing. Deshalb ist es nicht nur wichtig, sondern unsere Pflicht, an die Hexenprozesse zu erinnern und uns für die Ehre der Opfer stark zu machen." Weitere Informationen über die Arbeit von Hartmut Hegeler : http://www.anton-praetorius.de/ 
Kontakt: Hartmut Hegeler, Arbeitskreis Hexenprozesse, E-Mail: hartmut.hegeler[at]gmx.de

Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden

http://www.karrierefrauen.lwl.org Das Internet-Portal „Westfälische Geschichte“ des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte in Münster präsentiert unter dem Titel „Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden“ die von Juli 2009 bis Mai 2011 mit großem Erfolg durchgeführte gleichnamige Wanderausstellung sowie die Tagungsdokumentation "Politische Partizipation von Frauen im 20. Jahrhundert“ nun auch online!
Die an insgesamt elf Standorten in Westfalen gezeigte historische Ausstellung, die in Kooperation zwischen dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, dem LWL-Industriemuseum Zeche Zollern und dem LWL-Museumsamt entstand, zeichnet am Beispiel von Westfalen den hürdenreichen Weg von Frauen im Aufbruch zu Amt und Würden nach und beschreibt an ausgewählten Biografien Gelingen und Scheitern, Chancen und Risiken der neuen Möglichkeiten. Sie fragt danach, wie Frauen unterschiedlicher sozialer Milieus diese neuen Leitbilder rezipierten, modifizierten oder sogar eigene Leitbilder formten.
Über Objekte, biographische Skizzen und Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden Einblicke in ganz persönliche Pionierleistungen gegeben. Darüber hinaus diskutieren im Tagungsteil sieben Beiträge anhand regionaler und kollektivbiografischer Untersuchungen neue Partizipationskonzepte und vermitteln ein vertieftes Verständnis des politisch wie gesellschaftlichen Engagements von Frauen vom Kaiserreich bis zur Gegenwart.

Gleichzeitig bildet diese Internetpräsentation den Auftakt für ein nachhaltiges historisches Projekt zum Thema „Politische Partizipation“, das nach den Umständen und Rahmenbedingungen von bürgerschaftlichem Engagement von Frauen fragt.

Angesprochen sind historisch Interessierte aus Geschichtswerkstätten, Heimatvereinen und der Fachwissenschaft wie auch Bürgerinnen und Bürger, die sich auf vielfältige Weise in ihrer Kommune engagieren. Durch eine Ausweitung des Themas auf neue Formen sozialer Bewegungen möchte dieses Projekt darüber hinaus historische wie aktuelle Entwicklungen einbeziehen, die nicht zuletzt unter dem Begriff „Bürgergesellschaft“ diskutiert werden. Interessierte, die Materialien, eigene Forschungsergebnisse oder bereits vorhandene Präsentationen zu diesem Thema interaktiv und im Forschungsverbund mit anderen diskutieren und nachhaltig sichern möchten, können sich melden bei: Kontakt: Dr. Julia Paulus, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, Karlstrasse 33, 48147 Münster (0251 / 5915880) julia.paulus@lwl.org

 

Das Testament der Greta Bünichmann

Leben und Sterben einer Dienstmagd
Themenabend  im Stadtarchiv Münster: Das Testament der "Hexe" Bünichmann
Gerichtsprozesse wegen Zauberei sind in Münster zwischen 1552 und 1644 nachgewiesen. Greta Bünichmann, der letzten Frau, die deswegen zum Tode verurteilt wurde, gilt der Themenabend im Stadtarchiv. "Vom Leben und Sterben einer Dienstmagd" heißt es am Donnerstag, 22. März, um 18 Uhr. Besonders dabei im Fokus: 
Ihr wenig bekanntes Testament.
Die Ermittlungen gegen Bünichmann begannen Ende Mai 1635. Nach zweimaliger "peinlicher Befragung" ist ihr Schicksal besiegelt: 
Ihr Leidensweg führt am 23. Juni in den Feuertod.
In den Rats- und Kriminalprotokollen des Stadtarchivs ist dieser Fall sehr gut belegt. Historikerin Sabine Alfing, ausgewiesene Expertin der Hexenprozesse, blendet am Themenabend auf Verhöre, die Mühlen der Justiz und Urteile des Stadtrates in Münster - auch im Vergleich zu den Hexenprozessen im Umland. 
Vor allem aber stellt sie den Nachlass der Greta Bünichmann vor und erzählt aus dem Leben der Dienstmagd aus dem Überwasserviertel. Dazu zeigt das Stadtarchiv die Originalquellen zu diesem Fall aus dem 17. Jahrhundert.
Donnerstag, 22. März, um 18 Uhr.
Der Eintritt in das Stadtarchiv, An den Speichern 8, ist frei.
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel.: 02 51/4 92-47 01
Fax: 02 51/4 92-77 27
E-Mail: archiv(at)stadt-muenster.de

Hosgeldiniz!

http://www.frauenruhrgeschichte.de/frauenregion/personen/personen-single/?tx_frgdatabases_pi1[showUid]=87

Internationaler Frauentag in Essen

Anlässlich des Internationalen Frauentags 2012 waren im Essener Rathausfoyer zwei Ausstellunge zu sehen: "Die vergessenen Frauen - Arbeitsmigratinnen der ersten Zuwanderungsgeneration im Ruhrgebiet", eine Ausstellung der Stadt Dinslaken für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, und die Ausstellung "Frauen machen Geschichte", die Essener Gewerkschaftsfrauen im Zuge ihres historischen Stadtrundgangs erarbeitet haben. Eröffnung: 8. März 2012, 17:00 Uhr, Rathausfoyer Essen. Eintritt frei.  Grußworte: Rudolf Jelinek / 1. Bürgermeister, Gerda Kassner /
Gleichstellungsbeauftragte Einführung "Frauen machen Geschichte" - Claudia Butta / DGB-Frauen
Canlı Radyo
Einführung "Die vergessenen Frauen" - Yasemin Yadigaroglu und Margareta Spajic Die Ausstellung ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Rathausfoyers bis Freitag, den 16. März 2012 zu sehen.

101 Jahre Internationaler Frauentag

Zum 8. März, dem Internationalen Frauentag, posten wir einen Vortag von Uta C. Schmidt unter  http://www.frauenruhrgeschichte.de/geschichtemetropole/einfuehrungen/themen/100-jahre-internationaler-frauentag/

Anders links sein.


Stefan Remeke, Anders links sein. Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr, 591 Seiten, Hardcover, geb. m. zahlr. Abb., Klartext Verlag Essen 2012, ISBN 978-3-8375-0488-0, 42,00 Euro
Jede Generation hat ihre Zeit. Auch für die Gewerkschafterin Maria Weber und den Gewerkschafter Gerd Muhr trifft das zu. Dennoch ist diese Doppelbiografie ein hochaktuelles Buch. Denn Maria Weber und Gerd Muhr veranschaulichen die Historie eines politischen Typus, den viele heute – zuletzt bis an die Spitze des höchsten Staatsamtes – vermissen. Bei ihnen finden wir Authentizität und eine glaubwürdige Politik, die sichtbar lebensgeschichtlich geprägt war, in der das persönliche und das institutionelle Engagement mit den eigenen Erfahrungen und der eigenen Persönlichkeit sich vereinte zu dem, was man wohl nur mit einem Begriff annähernd treffend beschreiben kann – Haltung. Im Blick von der Vergangenheit auf unsere Gegenwart zeigt sich das kritische Potential dieser Hommage. Dass die Skepsis gegenüber Teilen der gegenwärtigen politischen Elite in das „linke Lager“ und in die Gewerkschaftswelt führt, mag den einen mehr verwundern als den anderen. Aber auch diesbezüglich galt für Maria Weber und Gerd Muhr: ANDERS LINKS SEIN.
Das Buch erzählt die Lebensgeschichte einer Gewerkschafterin, „erzkatholisch“ und eine Christdemokratin zumal, die ihre Herkunft aus dem rauen, echten Ruhrgebiet nie verleugnete, die als Christlich-Soziale moderne Familienpolitik machte lange vor Ursula von der Leyen, für das ganztägige Schulwesen kämpfte und sich um die Gesamtschule und aus anderen Anlässen raufte mit den Granden der CDU/CSU von Helmut Kohl über Kurt Biedenkopf bis zu Franz Josef Strauß. Und das Buch erzählt zugleich die Lebensgeschichte eines Gewerkschafters, der als Gewerkschaftsdiplomat gegen die europäischen Diktaturen in Griechenland, Portugal oder Spanien kämpfte, sich engagierte für Lech Walesa und den Befreiungskampf der Solidarnosc, im Ost-West-Konflikt vermittelte und sich als Anwalt der sogenannten „Dritten Welt“ und Afrikas sah, wenn er für die Entschuldung eintrat oder gegen die Apartheid in Südafrika zur Unterstützung Nelson Mandelas initiativ wurde.  Die Welt der Gewerkschaften etwas mehr zu öffnen und für Außenstehende Unerwartetes aus dieser Welt zu zeigen, dafür eignen sich die Biografien Maria Webers und Gerd Muhrs besonders. Es lohnt sich, sich auf die verwehten Spuren zu begeben, die diese spannenden, vielschichtigen Persönlichkeiten hinterlassen haben. Denn die Welt der Funktionäre war nicht nur grau, sondern, wenn man genauer hinsieht, durchaus bunt – in diesem Fall vor allem: schwarz-rot.
Der Autor Stefan Remeke wurde bei Klaus Tenfelde und Norbert Frei mit einer Arbeit über die Ära Willy Brandt promoviert. Über die deutschen Gewerkschaften hat er mehrere Publikationen verfasst. Er beschäftigt sich außerdem mit deutscher Wirtschafts- und Sozialpolitik, den Biografien gesellschaftlicher Eliten sowie der Zeitgeschichte politischer und wirtschaftlichen Organisationen. Remeke ist Leiter der Agentur für Historische Publizistik (www.afhp.net).

Klaus-Peter Dreßel ist verstorben.

Klaus-Peter Dreßel hat FRAUEN.ruhr.GESCHICHTE. in die Geschichte des Ruhrkampfes in Bergkamen und Umgebung eingeführt. Unsere Porträts zu Auguste Herr und zu Maria Niggemeier basieren auf seinen umfangreichen Forschungen. 

Trauer

Als wir für FRAUEN.ruhr.GESCHICHTE. zu Hilde Hauck forschten, unterstützte uns ihre Tochter Isa Nigge mit Erzählungen, Familienfotos und Hinweisen. Nun erfuhren wir von Franz Josef Nigge, dass seine Frau am 25. Juni 2011 verstorben ist. Isa Nigge setzte als Vorstandmitglied des Internationalen Rombergpark-Kommitees die antifaschistische Arbeit ihrer Mutter fort. Siehe dazu das Porträt von Hilde Hauck. 

Hedwig Kurig

http://www.frauenruhrgeschichte.de/frauenregion/personen/personen-single/?tx_frgdatabases_pi1[showUid]=83

Bloß nicht zimperlich ...

Das Jahrbuch des Kreises Unna 2012 widmet sich ganz den Frauen der Region - Kindsmörderinnen, Antifaschistinnen, Fliegerfräuleins, Ratsfrauen, Müttern, Musen und Femmes Fatales.
Kreis Unna/ Der Landrat (Hg.), Bloß nicht zimperlich ... Jahrbuch des Kreises Unna 2012, Unna 2011, zu beziehen unter ISBN 978-3-9813452-6-1 im Buchhandel.

Geschlechtergeschichtlicher Blick auf den Bergbau

Eine Männer- und Geschlechtergeschichte des Ruhrbergbaus hat Dagmar Kift vom LWL-Industriemuseum vorgelegt: Kift, Dagmar: Die Männerwelt des Bergbaus, Bochum 2011 (Schriften der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, Heft 32)

Frauen bauen Europa

​Schilp, Thomas (Hg.): Frauen bauen Europa. Internationale Verflechtungen des Frauenstifts Essen (Essener Forschungen zum Frauenstift Band 9), Klartext Verlag: Essen 2011, S. 464, ISBN 978-3-8375-0672-3), 29,95 EUR 
Im Jahr der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 waren Geschichte und Kultur des Frauenstifts Essen in zahlreiche Aktivitäten eingebunden. Fast 1.000 Jahre hatte das Frauenstift die Geschichte Essens, aber auch großer Teile des heutigen Ruhrgebiets mitgeprägt. In Kunstobjekten und Architektur, in Bibliothek und Archiv, in Musik und Kirchbauten haben die Frauen des Stifts in einer exzellenten Qualität Manifestationen ihres Handelns hinterlassen. Dieses Erbe des Frauenstifts ist ein einzigartiger Bestandteil des kulturellen Erbes Europas. ​ 
​Die Neuerscheinung zeigt den Rang der Objekt- und Schriftüberlieferung des einstigen Frauenstifts in den europäischen Vernetzungen und Verflechtungen auf. Das Frauenstift wird erstmals als ein kulturelles Gesamtphänomen vorgestellt. Wie gelangten etwa Textilien aus dem Fernen Osten nach Essen? Welchen Weg beschritten Bergkristallgefäße des 10. und 11. Jahrhunderts der islamischen Fatimiden in Ägypten nach Essen? Woher kamen die Stiftsdamen eigentlich und zu welcher Zeit aus welchem Stand? Domschatz und Domkirche, aber auch etwa Schloss Borbeck als Residenz der Äbtissinnen sollen als Erinnerungsorte dieser Kultur des vormodernen Europa aktiviert werden. 

Yong-Suk Jung erhielt Auszeichnung

Aus den Händen des Vorsitzenden Prof. Günter Brakelmann hatte Yong-Suk Jung im November 2011 im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets den Förderpreis des „Fördervereins des Instituts für soziale Bewegungen“ entgegen genommen. Der erstmalig vergebene Förderpreis wird auch künftig jährlich an eine herausragende Dissertation aus dem Feld der Sozial- und Arbeiterbewegungsgeschichte vergeben. Er ist mit 1.000 ‚Ǩ dotiert, die zweckgebunden die Drucklegung der preisgekrönten Arbeit befördern sollen. Frau Jung erhielt die Auszeichnung für ihre geschichtswissenschaftliche Dissertation über „Familien im Ruhrgebiet in der Nachkriegszeit“, die von dem kürzlich verstorbenen Prof. Dr. Klaus Tenfelde betreut worden ist. Frau Jung verfolgt darin den nach Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzenden Wandel der Familienbildung im Ruhrgebiet bis in die jüngste Vergangenheit. Ausgehend von den durch den Krieg verursachten Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur des Ruhrgebiets untersucht sie unter anderem den Zusammenhang der Wohnungssituation von Bergarbeitern mit deren Familienplanung. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen jedoch die Auswirkungen des Strukturwandels auf die Familienbildung im Ruhrgebiet, wie sie zum Beispiel aus den zunehmenden Erwerbsmöglichkeiten für Frauen resultierten. So leistet Frau Jung einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der bisher wenig bekannten sozialen Aspekte des Strukturwandels, der bisher vor allem ökonomisch beeinflusst verstanden worden ist.
Die Untersuchung wird im kommenden Jahr im Klartext-Verlag veröffentlicht.
Yong-Suk Jung hat nach einem Geschichtsstudium mit Magisterabschluss in Südkorea von 1997 bis 2000 an der Ruhr-Universität Geschichte studiert und abschließend ihr Promotionsstudium aufgenommen, dass sie im Mai 2011 abgeschlossen hat. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Korea Women Studies Institute in Seoul und Dozentin an zwei südkoreanischen Universitäten.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Grete Prill war eine der "Heinze"-Frauen, die um gleichen Lohn für gleiche Arbeit kämpften: Mehr dazu unter  http://www.frauenruhrgeschichte.de/frauenregion/personen/personen-single/?tx_frgdatabases_pi1[showUid]=15.

Der Westdeutsche Rundfunk widmete dem Arbeitskampf einen Beitrag in seiner Sendung "Daheim und Unterwegs".