Termine

Die Damen der Familie Thyssen

Donnerstag, 21. Juni 2012, 19.00 Uhr Vortrag  von
Prof. Dr. Horst A. Wessel, Hilden

Der Feststellung "Thyssen hat Mülheim nachhaltig geprägt" wird niemand widersprechen. Jedoch denkt man in diesem Zusammenhang ausschließlich an August und seinen Bruder Josef. Wer waren die Frauen, die zu diesen Männern gehörten? Welchen Anteil haben sie am Gelingen gehabt? Welche Rolle haben sie in der Mülheimer Gesellschaft gespielt? Was erinnert heute noch an sie?

Der Vortrag macht uns bekannt mit Hedwig und Klara Thyssen, den Frauen von August und Josef Thyssen, sowie mit Amelie und Jula Thyssen, die mit Fritz bzw. Julius Thyssen, zwei Vertretern der nachfolgenden Generation, verheiratet waren.

Veranstalter:
Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr

Ort:
Kunstmuseum in der Alten Post, Mülheim an der Ruhr, Foyer

Eintritt frei

Anders links sein - Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr

In unserer Reihe „Erlesenes“ laden wir Sie herzlich zu einer beachtenswerten Buchvorstellung mit einer Lesung ein: Anders links sein - Auf den Spuren von Maria Weber und Gerd Muhr

Begrüßung: Prof. Stefan Berger
Moderation: Prof. Jürgen Mittag

Das Buch erzählt zwei spannende und vielschichtige Lebensgeschichten aus der bundesdeutschen Gewerkschaftsbewegung. Maria Weber war „erzkatholisch“ und Christdemokratin, verleugnete ihre Herkunft aus dem rauen, echten Ruhrgebiet nie, machte als Christlich-Soziale schon lange vor Ursula von der Leyen moderne Familienpolitik, kämpfte für das ganztägige Schulwesen und die Gesamtschule und scheute aus diesen und anderen Anlässen auch nicht den Konflikt mit Parteigranden wie Helmut Kohl, Kurt Biedenkopf oder Franz Josef Strauß.

Gerd Muhr kämpfte als Gewerkschaftsdiplomat gegen die europäischen Diktaturen in Griechenland, Portugal oder Spanien, engagierte sich für Lech Walesa und den Befreiungskampf der Solidarnosc, vermittelte im Ost-West-Konflikt und sah sich als Anwalt der „Dritten Welt“ und Afrikas.

„Anders links sein“ ist kein Lehrbuch. Vielmehr ist es ein historisches, ein biografisches Lesebuch: ein Buch, das deutsche und internationale Geschichte von den 1920er Jahren bis zur deutschen Wiedervereinigung in Schlaglichtern und aus der faszinierenden Perspektive zweier eigenwilliger Gewerkschaftsfunktionäre erzählt. Für junge wie alte Gewerkschafter, für politisch Interessierte und Engagierte sowie für diejenigen, die sich die Gewerkschaftswelt aus einem neuen Blickwinkel erschließen wollen, ist dieses Buch geschrieben worden. Es ist 2012 im Klartext-Verlag erschienen.

Der Autor, Stefan Remeke, leitet die Agentur für Historische Publizistik (www.afhp.net). Er hat mit einer Arbeit über die Ära Willy Brandt promoviert und zahlreiche wissenschaftliche Beiträge über die Geschichte der deutschen Gewerkschaften verfasst.

Um eine Anmeldung wird gebeten: Tel: 0234 / 32 22 415, E-Mail: hgr@rub.de

Mit freundlichen Grüßen
Beate Hepprich
Stv. Bibliotheksleiterin Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets
Email: Beate.Hepprich@rub.de

Veranstaltungsort:
Bibliothek des Ruhrgebiets im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets Clemensstr. 17-19, 44789 Bochum
http://www.isb.rub.de

Auf nach Bochum

Sonntag, 20. Mai 2012, 14.00 Uhr 
Frauenstadtrundgang in Bochum 
Linda Wotzlaw führt die Teilnehmenden zu 10 markanten Stätten in der Innenstadt, die für das Wirken von bekannten und weniger bekannten Bochumer Frauen von Bedeutung waren. Frauen wie Ottilie Schoenewald, Henriette Kortum, Ilse Baltz oder Nora Platiel werden vorgestellt, die das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben der Stadt mitgestaltet haben. Ursula Schafmeister, die erste Pastorin Bochums, wird porträtiert, oder die sogenannte Bochumer Madonna, eine Frau, die gemeinsam mit anderen Frauen einen Streik der Bergarbeiter unterstützte und dafür ins Gefängnis kam. 
Etliche der Frauen haben weit über Bochum hinaus gewirkt wie zum Beispiel die Tochter einer Bochumer Bergarbeiterfamilie, Lore Agnes, die als Sozialdemokratin die weiblichen Hausangestellten organisierte. 
Treffpunkt: 14 Uhr an der Glocke vor dem Rathaus, Willy-Brandt-Platz 
Gebühr: 5,00 EUR. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. 
Mehr Infos über ausZeiten e.V. | Bildung, Information, Forschung und Kommunikation für Frauen 
http://www.auszeiten-frauenarchiv.de 

"Muss es denn gleich beides sein? - Aus dem Leben einer Aufsässigen"

Immer Kämpferin - nicht Opfer 
Eine Filmveranstaltung über das Leben von Hilde Radusch
Am Freitag, dem 11. Mai ist der Tag der Frauenarchive, der Geburtstag der Dichterin Rose Ausländer. Diesen Tag nimmt das Frauenarchiv ausZeiten in Kooperation mit der VHS Bochum zum Anlass für eine Filmveranstaltung für Frauen. 
Die Archivmitarbeiterin Elmas Pehlivan zeigt einen Film über das Leben von Hilde Radusch, die von 1903 bis 1994 in Berlin und West-Berlin lebte. Der Film mit dem Titel "Muss es denn gleich beides sein? - Aus dem Leben einer Aufsässigen" wurde 1986 von Petra Haffter und Pieke Biermann gedreht. Eine Aufzeichnung des Films stellt freundlicherweise das FFBIZ (Frauenforschungs-, bildungs- und -informationszentrum) aus Berlin zur Verfügung. 
Hilde Radusch war vor nunmehr fast 100 Jahren beim Fernmeldeamt angestellt, sie wurde Betriebsrätin und von 1929 bis 1932 Stadtverordnete für die KPD. 1933 kam sie mit dem Beginn des Nationalsozialismus für ein halbes Jahr in so genannte Schutzhaft, weil sie Kommunistin war. Später rettete sie sich vor der Verhaftung durch die Nazis, indem sie mit ihrer Lebensgefährtin untertauchte. Nach Kriegsende wurde sie aus der Partei ausgeschlossen, weil den kommunistischen Genossen die lesbische Beziehung nicht genehm war. Mit dem Beginn der Neuen Frauen- und Lesbenbewegung wurde sie eine wichtige Aktivistin im West-Berlin der 1970er Jahre. 
Im Anschluss an dem 44minütigen Film besteht die Möglichkeit, mehr über die Erinnerungsarbeit des bundesweiten Netzwerks "Miss Marples Schwestern", dem Zusammenschluss von Frauen zur Erforschung regionaler Frauengeschichte, zu erfahren. Am 22. Juni 2012 weihen sie einen Gedenkort für Hilde Radusch in Berlin ein, den ersten Gedenkort für eine im Nationalsozialismus verfolgte lesbische Frau. 
Freitag, den 11. Mai, 20:00 Uhr 
Frauenarchiv ausZeiten, Herner Str. 266, 44809 Bochum.  Eintritt: 5,50 €

Sing! Inge, sing!

Der Jazz in Deutschland hatte eine Stimme: Inge Brandenburg. Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, frühzeitig gewohnt, auf eigenen Beinen zu stehen, Ende der 1950er Jahre plötzlich als beste europäische Jazzsängerin gefeiert, vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und (erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie. Ein Frauenschicksal der 1950er und 60er Jahre, einer Zeit, in der es in Deutschland keinen Platz gab für selbstbewusste Frauen mit überregionalen Träumen, mit dramatischem Interpretationsstil und einer emanzipierten Erotik. Erst durch SING! INGE, SING! wird es möglich, eine große deutsche Künstlerin zu entdecken! (Dokumentarfilm, Farbe, DE 2011, 118 Min., FSK ohne Angabe, Regie: Marc Boettcher) siehe http://www.boettcher-film.de/index.php/de/inge-brandenburg  22.3. - 4.4.2012 sweetSixteen-Kino  Immermannstraße 29  44147 Dortmund Telefon: 0231/9106623 

Gundalena von Weizsäcker - Ein Frauen-Leben im 20. Jahrhundert

Gundalena von Weizsäcker - Ein Frauen-Leben im 20. Jahrhundert Filmabend im Lila Salon am Dienstag
Zu einem interessanten Filmabend mit anschließendem Gespräch lädt der nächste Lila Salon ein, der am Dienstag, 20. März, um 19.30 Uhr im Varnhagenhaus, Piepenstockstraße 21, stattfindet. 
Im Mittelpunkt des Films steht das Leben Gundalena von Weizsäckers, der Frau des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker.
Gundalena Wille wurde 1908 in Zürich in eine bekannte Offiziersfamilie geboren und wuchs in großzügigen Verhältnissen auf. Als Schweizer Journalistin in Berlin kommentierte sie die ersten Jahre der NS-Herrschaft. Durch die Heirat mit Carl Friedrich von Weizsäcker erlebte sie in Deutschland den 2. Weltkrieg und den Widerstand gegen Hitler. Welche Haltung nahm Gundalena zu den politischen Entwicklungen und Ereignissen der damaligen Zeit ein und welche Wirkung hatte die Politik auf das private Leben einer Frau und ihrer Familie im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen? Wie hat sie ihr Leben an der Seite ihres berühmten Mannes gestaltet und welches Frauenbild leitete sie dabei?
Diesen Fragen ist ihre Tochter Dr. Elisabeth Raiser zusammen mit der Theologin und Fotografin Barbara Robra nachgegangen. 
Auf der Basis von privaten Dokumenten sowie von Interviews mit der Porträtierten und mit Familienmitgliedern zeichnet der Film das Leben Gundalena von Weizsäckers bis zu ihrem Tod im Jahr 2000 nach.
An diesem Abend wird Dr. Elisabeth Raiser anwesend sein und nach dem Film mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch kommen. Dr. Elisabeth Raiser, Mutter von vier Söhnen, war Dozentin am Dolmetscherinstitut in Genf und am European Womens College in Zürich. Sie leitete einige Jahre das Ökumenische Forum Christlicher Frauen in Europa und war 2003 evangelische Präsidentin des ersten Ökumenischen Kirchentages. Seit Beginn ihres Ruhestands hat sie als Regisseurin einen Film über Frauen in der Ökumene und einen Film über ihre Mutter Gundalena von Weizsäcker produziert.
Sie lebt heute in Berlin und ist Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die jährlich rund 180 junge Freiwillige in dreizehn Ländern entsendet, die unter dem 2. Weltkrieg und der verhängnisvollen NS Herrschaft gelitten haben. Die Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit ist in ihrer Familie immer ein zentrales Thema gewesen und spielt auch in dem Film eine wichtige Rolle.
Im Eintrittspreis von sieben Euro sind Getränke und ein Imbiss enthalten.
INFO
Varnhagenhaus
Piepenstockstr. 27
58636 Iserlohn

Das Testament der Greta Bünichmann

Leben und Sterben einer Dienstmagd
Themenabend  im Stadtarchiv Münster: Das Testament der "Hexe" Bünichmann
Gerichtsprozesse wegen Zauberei sind in Münster zwischen 1552 und 1644 nachgewiesen. Greta Bünichmann, der letzten Frau, die deswegen zum Tode verurteilt wurde, gilt der Themenabend im Stadtarchiv. "Vom Leben und Sterben einer Dienstmagd" heißt es am Donnerstag, 22. März, um 18 Uhr. Besonders dabei im Fokus: 
Ihr wenig bekanntes Testament.
Die Ermittlungen gegen Bünichmann begannen Ende Mai 1635. Nach zweimaliger "peinlicher Befragung" ist ihr Schicksal besiegelt: 
Ihr Leidensweg führt am 23. Juni in den Feuertod.
In den Rats- und Kriminalprotokollen des Stadtarchivs ist dieser Fall sehr gut belegt. Historikerin Sabine Alfing, ausgewiesene Expertin der Hexenprozesse, blendet am Themenabend auf Verhöre, die Mühlen der Justiz und Urteile des Stadtrates in Münster - auch im Vergleich zu den Hexenprozessen im Umland. 
Vor allem aber stellt sie den Nachlass der Greta Bünichmann vor und erzählt aus dem Leben der Dienstmagd aus dem Überwasserviertel. Dazu zeigt das Stadtarchiv die Originalquellen zu diesem Fall aus dem 17. Jahrhundert.
Donnerstag, 22. März, um 18 Uhr.
Der Eintritt in das Stadtarchiv, An den Speichern 8, ist frei.
Stadtarchiv Münster
An den Speichern 8
48157 Münster
Tel.: 02 51/4 92-47 01
Fax: 02 51/4 92-77 27
E-Mail: archiv(at)stadt-muenster.de

Internationaler Frauentag in Essen

Anlässlich des Internationalen Frauentags 2012 sind im Essener Rathausfoyer zwei Ausstellungen bis zum 16. März 2012 zu sehen. "Die vergessenen Frauen - Arbeitsmigratinnen der ersten Zuwanderungsgeneration im Ruhrgebiet", eine Ausstellung der Stadt Dinslaken für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, und die Ausstellung "Frauen machen Geschichte", die Essener Gewerkschaftsfrauen im Zuge ihres historischen Stadtrundgangs erarbeitet haben. Eröffnung: 8. März 2012, 17:00 Uhr, Rathausfoyer Essen. Eintritt frei.  Grußworte: Rudolf Jelinek / 1. Bürgermeister, Gerda Kassner /
Gleichstellungsbeauftragte Einführung "Frauen machen Geschichte" - Claudia Butta / DGB-Frauen Einführung "Die vergessenen Frauen" - Yasemin Yadigaroglu und Margareta Spajic Die Ausstellung ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Rathausfoyers bis Freitag, den 16. März 2012 zu sehen.

Klaus-Peter Dreßel ist verstorben.

Klaus-Peter Dreßel hat FRAUEN.ruhr.GESCHICHTE. in die Geschichte des Ruhrkampfes in Bergkamen und Umgebung eingeführt. Unsere Porträts zu Auguste Herr und zu Maria Niggemeier basieren auf seinen umfangreichen Forschungen. 

Trauer

Als wir für FRAUEN.ruhr.GESCHICHTE. zu Hilde Hauck forschten, unterstützte uns ihre Tochter Isa Nigge mit Erzählungen, Familienfotos und Hinweisen. Nun erfuhren wir von Franz Josef Nigge, dass seine Frau am 25. Juni 2011 verstorben ist. Isa Nigge setzte als Vorstandmitglied des Internationalen Rombergpark-Kommitees die antifaschistische Arbeit ihrer Mutter fort. Siehe dazu das Porträt von Hilde Hauck. 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Grete Prill war eine der "Heinze"-Frauen, die um gleichen Lohn für gleiche Arbeit kämpften: Mehr dazu unter  http://www.frauenruhrgeschichte.de/frauenregion/personen/personen-single/?tx_frgdatabases_pi1[showUid]=15.

Der Westdeutsche Rundfunk widmete dem Arbeitskampf einen Beitrag in seiner Sendung "Daheim und Unterwegs".